{"file_url":"https://verfassungsschutzberichte.de/pdfs/vsbericht-st-2002.pdf","jurisdiction":"Sachsen-Anhalt","num_pages":150,"pages":["Landtag von Sachsen-Anhalt Drucksache 4/906 Vierte Wahlperiode 09.07.2003 Unterrichtung Chefder Staatskanzlei Magdeburg, 30. Mai 2003 Verfassungsschutzbericht 2002 Sehr geehrter Herr Pr\u00e4sident, als Anlage \u00fcbersende ich gem\u00e4\u00df 8 15 Abs. 1 des Gesetzes \u00fcber den Verfassungsschutz im Land Sachsen-Anhalt den Verfassungsschutzbericht des Landes Sachsen-Anhalt 2002 zur Kenntnisnahme. Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen Rainer Robra Staatsminister Anlage Hinweis: Der Vorabdruck des Verfassungsschutzberichtes 2002 wurde am 14. Mai 2003 an die Abgeordneten verteilt. Der Eingang der gedruckten Brosch\u00fcre erfolgte am 8. Juli 2003. (Ausgegeben am 10.07.2003)","Verfassungsschutzbericht 2002 Landtag von Sachsen-Anhalt Vierte Wahlperiode Anlage zu Drucksache 4/906 09.07.2003 HA SACHSEN ANHALT","","achsen-Anhalt Verfassungsschutzbericht 2002 Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt Berichtszeitraum 01.01. - 31.12.2002","IMPRESSUM HERAUSGEBER: Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt Halberst\u00e4dter Stra\u00dfe 2/ am \"Platz des 17. Juni\" 39112 Magdeburg BEZUGSADRESSE: Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt Abteilung 5 Zuckerbusch 15 39114 Magdeburg TELEFON: (0391) 567-3900 TELEFAX: (0391) 567-3999 INTERNET: http://www.mi.sachsen-anhalt.de/ verfassungsschutz/ E-MAIL: vschutz@mi.lsa-net.de","Hinweis: Die in Anf\u00fchrungszeichen gefassten Textteile wurden -- sofern es sich um Zitate handelt -- in der Originalschreibweise wiedergegeben.","","VORWORT VORWORT Nach den verheerenden Anschl\u00e4gen des 11. September 2001 stand das Berichtsjahr unter dem Eindruck einer weltweit ver\u00e4nderten Sicherheitslage. Die weiteren Attentate auf Djerba und Bali sowie in Moskau und Mombasa machen deutlich, dass durch den internationalen Terrorismus nach wie vor eine potenzielle, nicht auf bestimmte L\u00e4nder oder Erdteile beschr\u00e4nkte Bedrohung besteht. Obgleich dies kein Grund ist, in Panik zu verfallen, ist dennoch ein konsequentes Handeln aller Verantwortlichen in Politik und Beh\u00f6rden erforderlich. Folgerichtig sind im Jahr 2002 mit zahlreichen Gesetzes\u00e4nderungen die Rahmenbedingungen f\u00fcr ein effizienteres Wirken unserer Sicherheitsbeh\u00f6rden geschaffen worden. In meinem Zust\u00e4ndigkeitsbereich betrifft dies auch die Verbesserung der personellen und materiellen Ausstattung der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde, die zudem in ihrer Organisationsstruktur den aktuellen Erfordernissen angepasst wurde. Im gerade jetzt notwendigen Zusammenwirken aller Sicherheitsbeh\u00f6rden kommt dem Verfassungsschutz eine besondere Bedeutung zu. Seine T\u00e4tigkeit zielt ganz konkret darauf ab, m\u00f6gliche terroristische, aber auch sicherheitsgef\u00e4hrdende und extremistische Bestrebungen zu beobachten und fr\u00fchzeitig Gefahren zu erkennen, die unser freiheitliches und demokratisches Staatswesen bedrohen.","VORWORT In diesem Zusammenhang ist auch die Beobachtung des nach wie vor starken Rechtsextremismus von anhaltender Bedeutung. Erfreulicherweise gingen die politisch motivierten Straftaten dieses Spektrums im Berichtsjahr in Sachsen-Anhalt deutlich zur\u00fcck. Ebenfalls r\u00fcckl\u00e4ufig ist die Anzahl hiesiger Neonazis, obgleich deren vornehmlich im Raum Halle betriebener Ausbau von Strukturen weiterhin genau zu beobachten sein wird. Positiv zu bewerten ist der Bedeutungsverlust der im Land aktiven rechtsextremistischen Parteien DVU, REP und FDVP. Ob und inwieweit der NPD-Landesverband hiervon und vom Ausgang des Verbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht profitiert, wird von der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde aufmerksam verfolgt werden. Bei dieser Gelegenheit ist es mir wichtig, Ihnen zu versichern, dass eine in verschiedenen Medien und von der NPD selbst unterstellte Steuerung der Politik der Partei durch V-Leute von der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde zu keinem Zeitpunkt ausgegangen ist. Dass die Aktivit\u00e4ten von Linksextremisten auch heute der Beobachtung durch den Verfassungsschutz bed\u00fcrfen, belegen vor allem zahlreiche gewaltt\u00e4tige Aktionen, unter ihnen die in Magdeburg stattgefundenen Brandanschl\u00e4ge der Gruppe \"kommando 'freilassung aller politischen Gefangenen\", die inzwischen Ermittlungen des Generalbundesanwaltes nach sich zogen. Der vorliegende Bericht fasst die Ergebnisse der Arbeit der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde im Jahr 2002 zusammen. Er kann dabei keine ersch\u00f6pfende Darstellung bieten, sondern setzt bestimmte Schwerpunkte. Dies soll aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass von allen Extremismusbereichen Gefahren f\u00fcr den Staat und seine freiheitliche demokratische Grundordnung ausgehen. Gleiches gilt selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr die Spionageaktivit\u00e4ten fremder Dienste. Neben der wichtigen und f\u00fcr die Demokratie unverzichtbaren Arbeit des Verfassungsschutzes bleibt aber die geistig-politische Auseinandersetzung mit den Gegnern von Freiheit und Demokratie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Diese gemeinsam zu meistern,","Idol TV Korn: sollte unser aller Anliegen sein. Mit seinen Informationsangeboten stellt der vorliegende Bericht in diesem Zusammenhang eine wertvolle Hilfe dar. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Verfassungsschutzbeh\u00f6rde spreche ich Dank und Anerkennung aus. Ihre professionelle Arbeit ist im Sinne einer wehrhaften Demokratie unverzichtbar. Magdeburg, im Mai 2003 Klaus Jeziorsky Minister des Innern","INHALTSVERZEICHNIS VORWORT l. \u00dcBERBLICK 1 ll. RECHTSEXTREMISMUS 4 SUBKULTURELL GEPR\u00c4GTE, GEWALTBEREITE RECHTSEXTREMISTEN 4 + Allgemeines 4 + Strafund Gewalttaten 5 + Bundesweit agierende Skinheadgruppierungen 7 + Regionale Gruppierungen 8 + Rechtsextremistische Musik 10 + Rechtsextremistische Musikvertriebe 15 + Rechtsextremistische Skinhead-Fanzines 16 NEONAZISTISCHE ORGANISATIONEN UND GRUPPIERUNGEN 17 + Allgemeines 17 + Strukturelle Entwicklungen und berichtszeitraumbezogene Aktivit\u00e4ten der Neonaziszene 18 + Neonazistische Publizistik 29 ORGANISATIONS\u00dcBERGREIFENDE AKTIVIT\u00c4TEN 31 + Aktivit\u00e4ten zum 20. April (HITLER-Geburtstag) 31 + Kriegsgr\u00e4berpflege und Kranzniederlegungen am 8. Mai 32 + Rudolf-HESS-Gedenkveranstaltungen 32 + Sonnenwendfeiern 33 + Aktionen anl\u00e4sslich des Volkstrauertages 34 + Aktivit\u00e4ten zum 56. Jahrestag der Zerst\u00f6rung Magdeburgs 34 + Vortragsveranstaltung am 16. Februar in Wormsdorf 35 + Anti-Antifa 35 + \"Nationales Zentrum Mitteldeutschland\" in Trebnitz (Landkreis Bernburg) 37","INHALTSVERZEICHNIS \"NEUE RECHTE(r) 38 + \"Deutsches Kolleg\" (DK) 38 NUTZUNG NEUER MEDIEN DURCH RECHTSEXTREMISTEN 41 RECHTSEXTREMISTISCHE PARTEIEN UND VEREINIGUNGEN 44 + \"Nationaldemokratische Partei Deutschlands\" (NPD) 44 + \"Deutsche Volksunion* (DVU) 57 + \"Freiheitliche Deutsche Volkspartei\" (FDVP) 58 + \"Die Republikaner\" (REP) 59 Il. LINKSEXTREMISMUS 61 AUTONOME 61 + Allgemeine Entwicklung und Potenzial 61 + Aktionsfelder 62 + Autonome Strukturen mit terroristischen Ans\u00e4tzen 70 + Strafund Gewalttaten 73 LINKSEXTREMISTISCHE PARTEIEN UND VEREINIGUNGEN 74 + \"Kommunistische Partei Deutschlands\" (KPD-Ost) 74 + \"Deutsche Kommunistische Partei\" (DKP) 76 + \"Kommunistische Partei Deutschlands - Gruppe M\u00d6LLER\" (KPD/M) 78 + \"Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands\" (MLPD) 79 + \"Kommunistische Plattform der PDS\" (KPF) 81 + Linksextremistische Einflussnahme auf die Anti-Atomkraft-Bewegung 83","INHALTSVERZEICHNIS IV. SICHERHEITSGEF\u00c4HRDENDE UND EXTREMISTISCHE BESTREBUNGEN VON AUSL\u00c4NDERN 85 + Vorbemerkung 85 + \"Arbeiterpartei Kurdistans\" (PKK) / \"Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistans\" (KADEK) 86 + Andere extremistische Ausl\u00e4nderorganisationen 89 + Strafund Gewalttaten 92 V. \"SCIENTOLOGY\"-ORGANISATION (SO) 93 VI. SPIONAGEABWEHR 94 + Allgemeines 94 + Nachrichtendienste der Russischen F\u00f6deration 94 + Proliferation 95 + Sicherheitspartnerschaft mit der gewerblichen Wirtschaft und der Wissenschaft 97 + Spionageabwehr mit Hilfe der Bev\u00f6lkerung 97 VII. GEHEIMSCHUTZ 99 + Allgemeines 99 + Geheimschutz im Beh\u00f6rdenbereich 99 + Geheimschutz in der Wirtschaft 100 Vll. VERFASSUNGSSCHUTZ IN SACHSEN-ANHALT 101 + Grundlagen und organisatorische Ausgestaltung des Verfassungsschutzes 101 + Erreichbarkeit der Verfassungsschutzabteilung 103 + Aufgaben des Verfassungsschutzes 103 + Keine polizeilichen Befugnisse 104 + Methoden und Mittel nachrichtendienstlicher T\u00e4tigkeit 104 + Datenschutz 105 + Auskunftserteilung 106 + Kontrolle 106 + \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes 107 VI","INHALTSVERZEICHNIS IX. ANHANG 108 - GESETZ \u00dcBER DEN VERFASSUNGSSCHUTZ IM LAND SACHSEN-ANHALT (VerfSchG-LSA) 108 - _STRAFUND GEWALTTATENSTATISTIK 123 - STICHWORTVERZEICHNIS 125 - ABK\u00dcRZUNGSVERZEICHNIS 135 VI","\u00dcBERBLICK l. \u00dcBERBLICK Die Ausstattung und die Organisationsstruktur der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde des Landes Sachsen-Anhalt wurden im Berichtszeitraum den Erfordernissen der ge\u00e4nderten Sicherheitslage angepasst, indem insbesondere die f\u00fcr die Beobachtung des Ausl\u00e4nderextremismus und -terrorismus zust\u00e4ndige Arbeitseinheit restrukturiert und personell verst\u00e4rkt wurde. Die Statistik des Landeskriminalamtes' weist f\u00fcr das Berichtsjahr einen deutlichen R\u00fcckgang politisch motivierter Straftaten aus. Gleichzeitig stieg die Zahl politisch motivierter Gewalttaten an. Das Oberlandesgericht Karlsruhe stellte die Parole \"Ruhm und Ehre der Waffen-SS\" unter Strafe. Die Losung \u00e4hnele der vonder Hitlerjugend verwendeten Parole \"Blut und Ehre\". Beide Losungen verk\u00f6rperten \"glorifizierende Werte\" und vermittelten damit Symbolgehalte, denen in der Propaganda der NS-Zeit erhebliche Bedeutung zugekommen sei. Bei der Beobachtung rechtsextremistischer Bestrebungen stand der Ausbau neonazistisch gepr\u00e4gter Strukturen im Raum Halle im Vordergrund. Insbesondere Neonazis versuchten, durch einen \"Demonstrationsmarathon\" ihre Auffassungen von der Notwendigkeit einer grundlegenden Umgestaltung der Gesellschaft im Sinne des Nationalsozialismus bundesweit an die \u00d6ffentlichkeit zu tragen. Auch in SachsenAnhalt wurden mehrere solcher Demonstrationen mit regionaler und \u00fcberregionaler Beteiligung durchgef\u00fchrt. Die hiesige, nicht parteioder organisationsgebundene rechtsextremistische Szene l\u00e4sst sich kaum noch als rein neonazistisch oder subkulturell gepr\u00e4gt einordnen. Vielmehr muss von \"Mischszenen\" ausgegangen werden, die im Sinne der so genannten \"Organisie- ' Die Staist < :st auf Sete 123f dieses Ber:chtes auszugsweise wiedergegeben.","\u00dcBERBLICK rung ohne Organisation\" als \"Kameradschaften\" oder \"Freie Nationalisten\" in Erscheinung treten. Bundesweit, so auch in Sachsen-Anhalt, stieg die Anzahl rechtsextremistischer Skinheadkonzerte und so genannter Liederabende erstmals seit 1998 wieder an. Innerhalb der rechtsextremistischen Parteienlandschaft hat lediglich die \"Nationaldemokratische Partei Deutschlands\" (NPD) noch eine gewisse Bedeutung. Als Folge des Verbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht entfaltete die NPD in Sachsen-Anhalt weniger Aktivit\u00e4ten als im Vorjahr. Im Berichtszeitraum waren Bem\u00fchungen einiger rechtsextremistischer \"Vordenker\" aus den Reihen der NPD, des \"Deutschen Kollegs\" (DK) und anderer sich der \"nationalen Bewegung\" verpflichtet f\u00fchlender Publizisten um eine Intensivierung der seit Jahren stagnierenden Ideologiedebatte auszumachen. Die Situation der linksextremistischen Szene hat sich nur leicht ver\u00e4ndert. Die Autonomenszene verf\u00fcgt in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu den Vorjahren \u00fcber ein weitgehend gleichbleibendes Potenzial und konzentriert sich mit ihren Aktivit\u00e4ten nach wie vor auf den Themenbereich \"Antifaschismus\". In diesem Zusammenhang standen im Berichtszeitraum erneut diverse Auseinandersetzungen mit Rechtsextremisten und vermeintlichen Rechtsextremisten. H\u00e4ufig wurde die unmittelbare Konfrontation mit der rechtsextremistischen Szene bei deren Demonstrationen gesucht. Zudem wurden im Berichtszeitraum neben spontanen Gewaltt\u00e4tigkeiten mehrere Brandanschl\u00e4ge wechselseitig ver\u00fcbt. Weitere Aktionsfelder Autonomer waren vor allem der \"Kampf gegen Umstrukturierung\", der sich vornehmlich gegen die R\u00e4umung des Magdeburger Szeneobjektes \"Ulrike\" richtete, und die von der Halleschen Autonomenszene ausgehende Agitation gegen \"staatliche Repression und \u00dcberwachung'.","\u00dcBERBLICK In der linksextremistischen Szene wurde zudem die von der Berliner \"militanten gruppe (mg)*initiierte Debatte um Formen und Inhalte \"militanter Politik\" fortgef\u00fchrt. Auch innerhalb der hiesigen Autonomenszene wurden in Ans\u00e4tzen terroristische Strukturen erkennbar. In diesem Zusammenhang ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung gegen Personen aus der Magdeburger Autonomenszene. Die in Sachsen-Anhalt aktiven traditionell-kommunistischen Parteien und Organisationen versuchten ihre ansonsten geringe Au\u00dfenwirkung durch Agitation zu den Landtagsund Bundestagswahlen zu erh\u00f6hen. Erstmals traten die \"Deutsche Kommunistische Partei\" {DKP) gemeinsam mit der \"Kommunistischen Partei Deutschlands\" (KPD-Ost) als \"B\u00fcndnis DKP/KPD* und die \"Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands\" als \"MLPD/Offene Liste\" zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt an. Auf die Terroranschl\u00e4ge vom 11. September 2001 reagierten die Sicherheitsbeh\u00f6ren mit umfangreichen Ma\u00dfnahmen zur Terrorismusbek\u00e4mpfung und intensivierten die Beobachtungen sicherheitsgef\u00e4hrdender und extremistischer Bestrebungen von Ausl\u00e4ndern. Bundesweit gehen die gr\u00f6\u00dften Gefahren derzeit von islamistischen Gruppierungen aus. Obgleich in Sachsen-Anhalt bislang keine Organisationsstrukturen von Islamisten bekannt wurden, ist davon auszugehen, dass sich deren T\u00e4tigkeit auch hier sicherheitsrelevant auswirken d\u00fcrfte. Aktivit\u00e4ten im Bereich des Ausl\u00e4nderextremismus wurden in Sachsen-Anhalt bislang nur in geringem Ma\u00dfe festgestellt. Dies betraf vor allem \u00f6ffentlichkeitswirksame Veranstaltungen des \"Freiheitsund Demokratiekongresses Kurdistans\" (KADEK), die allerdings entsprechend der vorgegebenen Parteistrategie friedlich stattfanden.","RECHTSEXTREMISMUS ll. RECHTSEXTREMISMUS Das rechtsextremistische Personenpotenzial nahm in SachsenAnhalt im Berichtszeitraum deutlich ab. Dies ist vor allem auf den Mitgliederverlust der rechtsextremistischen Parteien zur\u00fcckzuf\u00fchren. Rechtsextremisten | 2001 . 2002 Parteien und Vereinigungen 830 310 Neonazis? : 300 | 250 Gewaltbereite Rechtsextremisten I 750 730 Sonstige Personenzusammenschl\u00fcsse 30 30 Gesamt: 1.9310 : 1.320 SUBKULTURELL GEPR\u00c4GTE, GEWALTBEREITE RECHTSEXTREMISTEN + Allgemeines Die in den neunziger Jahren noch weitgehend unstrukturierte und in Neonazis und gewaltbereite Rechtsextremisten separierte rechtsextremistische Szene hat im Zuge der Vereinsund Organisationsverbote zwischen 1992 und 1995 ihr Auftreten deutlich ver\u00e4ndert. Die Aufl\u00f6sung bestehender Organisationen und drohende weitere Vereinsverbote zwangen die Neonaziszene zur Entwicklung von Organisationskonzepten, die auf die Bildung eines Netzwerkes \u00fcberwiegend strukturloser lokaler Gruppen abzielten. Auch das zum gr\u00f6\u00dften Teil aus rechtsextremistischen Skinheads bestehende Spektrum gewaltbereiter Rechtsextremisten ver\u00e4nderte sein Erscheinungsbild. Die gemeinsamen Vorlieben von Skinheads und einigen Hooligan-, Bikeroder Rockergruppierungen -- wie Alkoholkonsum, \"Randale*, Fu\u00dfball oder gleiches Outfit -- lie\u00df die Angeh\u00f6Nacn Adzug der Menfachmitgiiedschaften.","RECHTSEXTREMISMUS rigen der sonst unabh\u00e4ngig voneinander existierenden Szenen zumindest auf bestimmte Anl\u00e4sse bezogen zusammenwachsen, und erh\u00f6hten so -- wenn auch nur tempor\u00e4r -- das Mobilisierungspotenzial der rechtsextremistischen Skinheadszene. Die zunehmende Politisierung des subkulturell gepr\u00e4gten, militanten Teils der Szene durch Neonazis, wie sie sich in szeneinternen Strukturierungsversuchen bei \"Blood&Honour\" oder den \"Hammerskinheads\" manifestiert hatte, ist Ausweis sowohl der steigenden Bedeutung politisch-extremistischen Gedankengutes innerhalb dieses Personenkreises als auch einer erkennbar zur\u00fcckgehenden Antipathie gegen die Einbindung in organisations\u00e4hnliche Zusammenschl\u00fcsse. Durch das Verschmelzen von neonazistischen Einfl\u00fcssen mit der Subkultur bildeten sich in der Folge so genannte \"Mischszenen\" heraus. + Strafund Gewalttaten Die Anzahl politisch motivierter Straftaten im Bereich Rechtsextremismus nahm deutlich ab. Gleichzeitig stieg die Zahl der Gewalttaten in diesem Bereich an.\" Von dem gewaltbereiten rechtsextremistischen Personenkreis geht nach wie vor eine erhebliche Gefahr aus. Im Berichtszeitraum ver\u00fcbten Rechtsextremisten erneut zahlreiche fremdenfeindlich motivierte Straftaten. Beispielhaft sind insbesondere zwei Vorf\u00e4lle: e Zwei minderj\u00e4hrige Jugendliche, die zuvor an einer Feier der rechtsextremistischen Szene teilgenommen hatten, f\u00fcllten Universalverd\u00fcnner in selbstgebaute Brands\u00e4tze und warfen diese am 28. M\u00e4rz in die Asylbewerberunterkunft in Sta\u00dffurt (Landkreis Aschersleben-Sta\u00dffurt). Der Brand konnte von den Bewohnern gel\u00f6scht werden. Genauere Argaben \"drner ger auf Seite 123f dieses Berichtes auszugswe se w ece'gegebenen Statistx des Lardeskrim:ralamtes entnommen werden.","RECHTSEXTREMISMUS \"e Am gleichen Tag wurde ein Gastsch\u00fcler aus China in Klieken (Landkreis Anhalt-Zerbst) bei einem Osterfeuer von anderen Jugendlichen auf \u00fcbelste Weise beschimpft. Da der Gastsch\u00fcler die Beschimpfungen auf Grund seiner mangelnden Deutschkenntnisse nicht verstand und somit auch nicht reagierte, wurde er mehrfach derartig in den Bauch und ins Gesicht getreten, dass er \u00e4rztlich versorgt werden musste. Antisemitische Gewalttaten wurden nicht bekannt. Gleichwohl gab es antisemitische Schmierereien, wie beispielsweise in Ro\u00dflau (Landkreis Anhalt-Zerbst) und Burg (Landkreis Jerichower Land). Gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen zwischen Rechtsund Linksextremisten schaukelten sich Mitte des Jahres bedrohlich auf. Beide extremistische Szenen bezichtigten sich einer Reihe von Gewalttaten. Dabei handelte es sich vorwiegend um Brandanschl\u00e4ge gegen Treffpunkte des jeweils anderen Lagers\". Von den mutma\u00dflich von Rechtsextremisten ausgegangenen Gewalttaten sind dabei insbesondere hervorzuheben: \"e Ein Brandanschlag am 28. Januar auf das alternative Szenecafe \"Thiembuktu\" in Magdeburg, \" ein Brandanschlag am 26. Juni auf das als Treffpunkt der linksextremistischen Szene fungierende \"Soziale und kulturelle Jugendzentrum\" in Halle und \" ein Brandanschlag auf das auch von Autonomen besuchte \"Haus der Jugend\"\" in Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel) am 26. Juni. Siehe auch Seite 62f. Zu den Besuchern des Hauses z\u00e4hlen auch Altonome sowie Kinsger und yugend'iche aus eine\" Asybewernerunterkunft. .","RECHTSEXTREMISMUS Rechtsextremistische Skinheads verbreiteten auch im Berichtszeitraum ihre dumpfe Propaganda \u00fcber das Internet. Mit einer weiteren Zunahme der Agitation \u00fcber das Internet ist in Anbetracht der M\u00f6glichkeiten zu einem relativ anonymen Vorgehen zu rechnen. + Bundesweit agierende Skinheadgruppierungen Nachfolgeaktivit\u00e4ten_der verbotenen Organisation _\"Blood&Honour\" (B&H) Auch 2002 konnte bundesweit ein Zusammenwirken einzeiner Aktivisten verschiedener Sektionen der im September 2000 verbotenen Organisation \"Blood&Honour\" (B&H) festgestellt werden. Dabei wurde in Einzelf\u00e4llen auch versucht, die Handlungsf\u00e4higkeit von \"B&H\" wiederherzustellen und \u00f6ffentliche Pr\u00e4senz zu zeigen. Insgesamt ist aber festzustellen, dass sich fr\u00fchere Mitglieder und Funktion\u00e4re entweder aus der Szene entfernt oder in lokale Szenecliquen oder Kameradschaften zur\u00fcckgezogen haben. Eine bundesweite F\u00fchrungsstruktur besteht nicht mehr. Eine vollst\u00e4ndige Unterbindung fr\u00fcherer, bereits vor dem Verbot bestehender freundschaftlicher Verbindungen ist durch ein Vereinsverbot nicht zu leisten und war insofern auch nicht zu erwarten. Am 25. April veranlasste die Staatsanwaltschaft Halle Durchsuchungen in mehreren Bundesl\u00e4ndern, unter anderem auch in Sachsen-Anhalt. Die Ma\u00dfnahme richtete sich gegen 32 Personen der rechtsextremistischen Skinheadund Neonaziszene, die in Verdacht standen, die verbotene Organisation fortzuf\u00fchren'. In insgesamt 43 Objekten stellte die Polizei mehrere Computer, Mobiltelefone, Notizb\u00fccher und Kontounterlagen, aber auch Propagandamaterial von \"B&H* und rund 1.200 CDs sicher. In Sachsen-Anhalt durchsuchte die Polizei Wohnr\u00e4ume von f\u00fcnf Personen. (c) Offentliere. eindeutig als \"Blooa&Honour'-Nachfolgea\"tiwit\u00e4ten zu wertende Aktionen fanden seit den Verbot vor allem .n zwei F\u00e4llen statt: Dies waren die beider offen als \"Blood&Honou'\"-Veranstaltungen de<arierten Skinhead\"onzerte a\" 21. Septeraber 2000 n Kaar\u00dfen-Laave {Niedersachsen} und ar 25. November 2000 n Arraburg {Land\"reis Anhalt-Zerbsti. Das zweite Konzert stellte auch den Ausgangspunk: des nunmehr be der Staatsanwaltschaft Hatle gef\u00fchrten Verfahrens dar","RECHTSEXTREMISMUS 'Hammerskinheads\" Bundesweit weiterhin aktiv ist die nationalsozialistisch und rassistisch orientierte Gruppierung \"Hammerskinheads\", die sich als elit\u00e4re Str\u00f6mung innerhalb der Skinheadszene versteht und das Ziel verfolgt, alle wei\u00dfen Skinheads in einer weltumspannenden \"Hammerskin-Nation\" zu vereinen. Am 16. Juli wurden 40 Wohnungen von 29 Beschuldigten in sieben Bundesl\u00e4ndern wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung durchsucht. Die Polizei stellte W\u00fcrgeh\u00f6lzer, ein Luftgewehr, eine Schreckschusspistole, einen Schlagring, Computer und mehrere hundert CDs sicher. In Sachsen-Anhalt wurden Wohnungen von zwei Angeh\u00f6rigen der Hammerskinsektion Sachsen in Hettstedt (Landkreis Mansfelder Land) durchsucht. Die rechtsextremistische Szene d\u00fcrfte durch die Exekutivma\u00dfnahmen stark verunsichert sein. Neben der \"Blood&Honour\"-Division Deutschland, die am 14. September 2000 vom Bundesminister des Innern verboten wurde, ist nun die zweite \u00fcberregionale SkinheadOrganisation dem Verfolgungsdruck der Sicherheitsbeh\u00f6rden ausgesetzt. Aus diesem Grund fand das \"Hammerfest 2002\", zu dem die organisationseigene Homepage aufgerufen hatte, mit 1.000 Skinheads aus der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz, aus \u00d6sterreich, Frankreich und aus Luxemburg vom 9. bis 11. August im schweizerischen Affoltern statt. + Regionale Gruppierungen \"selbstSchutz Sachsen-Anhalt\" Der von dem Rechtsextremisten Mirko APPELT aus Salzwedel gef\u00fchrte \"SelbstSchutz Sachsen-Anhalt\" setzt sich aus Szeneangeh\u00f6rigen mehrerer Regionen zusammen und betrachtet sich als Teil Durchsucht wurden YWonnungen n Sachsen, SachsenArha: Tr\u00f6rngen. Ser-.n. hessen. Bayern und Nordrhein-VWestfalen.","RECHTSEXTREMISMUS der \"Freien Nationalisten\". In Niedersachsen und Sachsen wurden Bem\u00fchungen beobachtet, \u00e4hnliche Strukturen zu installieren. Zum Selbstverst\u00e4ndnis der Gruppe hie\u00df es im Internet: \"Bundesweit formieren sich schon seit langem nationale Selbstschutzgruppen. Sinn und Zweck dieser Gruppen ist die Aufkl\u00e4rung und Aufdeckung vonlinken-anarchistischen Strukturen, welche sich schon seit langem und zum Teil mit groRem Erfolg etabliert haben. Von diesen genannten Strukturen gehen immer wieder Anschl\u00e4ge auf nationale Personen und Einrichtungen aus...\" Vom 13. bis 15. September f\u00fchrte der \"SelbstSchutz\" im Auftrag der schwedischen rechtsextremistischen Partei \"Nationalsocialistisk Front\" (NSF) einen Einsatz zur Absicherung von Wahlkampfaktivit\u00e4ten in Karlskrona (Schweden) durch. Personenkreis um Enrico MARX Enrico MARX, Anf\u00fchrer der Kameradschaft \"Ostara\" und Herausgeber des gleichnamigen Fanzines, trat im Berichtszeitraum erneut als Organisator von Demonstrationen, Kundgebungen und Konzerten(r) in Erscheinung. Zu den regelm\u00e4\u00dfig bei ihm oder in der Umgebung stattfindenden Veranstaltungen, wie zum Beispiel Sonnenwendfeiern oder Skinheadpartys, kann MARX bis zu 100, auch aus der westth\u00fcringischen Region stammende Personen mobilisieren. MARX bem\u00fcht sich zielgerichtet um diesen, auch \u00fcber das s\u00fcdliche SachsenAnhalt hinaus reichenden Einfluss auf die rechtsextremistische Szene. Insbesondere unterh\u00e4lt er gute Kontakte zu Marco POLZIUS, Anf\u00fchrer des NSAW\" aus Nordhausen (Th\u00fcringen). Gemeinsam mit diesem meldete er f\u00fcr den 13. April eine Demonstration unter dem Motto \"Solidarit\u00e4t mit nationalen Gefangenen\" in Eisenach an. Dazu hie\u00df es auf der Homepage von MARX: (r) Sehe aucr Seite 12. NSAW: \"Nationa'es nd Soziales Aufbauwerk\" Th\u00fcringen.","RECHTSEXTREMISMUS \"Wir fordern: 1. Uneingeschr\u00e4nkte Meinungsfreiheit mit Ausnahme beleidigender \u00c4u\u00dferungen, Todesw\u00fcnschen und dergleichen gegen unser Vaterland 2. Strafrechtliche Verfolgung aller Verantwortlichen die bisher an der gezielten Unterdr\u00fcckung unliebsamer Meinungen mitgewirkt haben. Abschaffung politischer Strafverfolgungsabteilungen. >@ Sch\u00e4rfere \u00dcberwachung von Inlandsgeheimdiensten durch eine wirklich neutrale und unabh\u00e4ngige Kontrollkommission. 5. Streichung des Maulkorbparagraphen $ 130 Volksverhetzung aus dem Strafgesetzbuch. Mit uns Zivilcourage zeigen im politischen Kampf f\u00fcr die Freiheit! Wir wollen frei sein wie die V\u00e4ter es waren. NSAW & Kameradschaft Ostara.\" \"Kameradschaftsverband Vorharz\" (KSVH) Hettstedt Der KSVH ging im Februar 2002 als Abspaltung aus den \"Ostara\"Skinheads Sangerhausen\" hervor und bezeichnete sich zun\u00e4chst als \"Kameradschaft Hettstedt\". Ihm geh\u00f6ren bis zu 25 Personen an. Zu den Aktivit\u00e4ten der fast ausschlie\u00dflich regional agierenden Gruppe z\u00e4hlt auch die Teilnahme an Skinheadkonzerten und Demonstrationen der rechtsextremistischen Szene. + Rechtsextremistische Musik Als derzeitige Protagonisten der rechtsextremistischen Musikszene sind Sven LIEBICH (Halle) und Enrico MARX (Riethnordhausen, Landkreis Sangerhausen) anzusehen. Dies unterstreichen vor allem die zahlreichen im Berichtszeitraum von ihnen initiierten Veranstaltungen. Beide Personen sind in der Lage, zu szeneintern bedeutsamen Anl\u00e4ssen wie Sonnenwendfeiern, HITLER-Geburtstag oder 10","RECHTSEXTREMISMUS einschl\u00e4gigen Musikveranstaltungen auch kurzfristig ein gro\u00dfes Personenpotenzial zu mobilisieren. Deutlich wird, dass \u00fcber Mobilfunk, Internet und Publikationen ein gut funktionierendes informationelles Netz aufgebaut wurde, das den Organisierungsgrad und den Handlungsspielraum der Szene erheblich erh\u00f6ht hat. Diesem Netz kommt insbesondere bei der Durchf\u00fchrung von Skinheadkonzerten erhebliche Bedeutung zu. Die Skinhead-Musik vermittelt die subkulturellen, oft gewaltverherrlichenden und menschenverachtenden Inhalte und Botschaften der rechtsextremistischen Szene und dient dieser als Identifikationsfaktor. Trotz enger Kooperation der Sicherheitsbeh\u00f6rden, die eine Vielzahl von Skinheadkonzerten verhindern konnte, stieg im Berichtszeitraum die Zahl der in Deutschland veranstalteten Konzerte und so genannter Liederabende erstmals seit 1998 wieder an. Diese Entwicklung trifft auch f\u00fcr Sachsen-Anhalt zu. Die Veranstaltungen werden zunehmend in hohem Ma\u00dfe konspirativ organisiert, was den Zugriff der Sicherheitsbeh\u00f6rden erschwert. Als Veranstaltungsorte dienen h\u00e4ufig R\u00e4umlichkeiten, die in der Verf\u00fcgungsgewalt von Rechtsextremisten liegen. Konzerte und Treffen werden als ausschlie\u00dflich private Veranstaltungen deklariert, um das Eingreifen der Sicherheitsbeh\u00f6rden rechtlich zu erschweren. Zum Teil werden Konzerte bei den zust\u00e4ndigen Ordnungsbeh\u00f6rden angemeldet, um im Falle eines Verbotes den Rechtsweg beschreiten zu k\u00f6nnen. In L\u00fctzen (Landkreis Wei\u00dfenfels) werden seit Mitte Dezember 2001 Konzerte mit inund ausl\u00e4ndischen Skinheadbands und andere, als private, geschlossene Feiern deklarierte Veranstaltungen der rechtsextremistischen Szene durchgef\u00fchrt. In deren Verlauf wird h\u00e4ufig durch \"Sieg Heill\"-Rufe und Entbieten des \"Hitlergru\u00dfes\" gegen & 86a Strafgesetzbuch (StGB) versto\u00dfen. Die Konzertteilnehmer reisen \u00fcberregional und teilweise sogar aus dem Ausland an. Zudem dient das Objekt in L\u00fctzen als Umschlagplatz f\u00fcr einschl\u00e4gige Tontr\u00e4ger. 11","RECHTSEXTREMISMUS Zur Neuer\u00f6ffnung der von der rechtsextremistischen Szene als Treffpunkt genutzten Magdeburger Gastst\u00e4tte \"Zum Reinheitsgebot\" versammelten sich dort am Abend des 13. April etwa 80 Personen'?. Obwohl Live-Musik polizeilich untersagt war, trat mindestens eine Musikgruppe auf. Dabei handelte es sich vermutlich um die neu gegr\u00fcndete, aus dem Raum Halberstadt stammende Skinheadband \"SSA* (Skinheads Sachsen-Anhalt). Die Veranstaltung wurde durch die Polizei aufgel\u00f6st. Am 29. Juni wurde in Uftrungen (Landkreis Sangerhausen) ein Skinheadkonzert von der Polizei beendet. Der hiesigen Verfassungsschutzbeh\u00f6rde lagen f\u00fcr diesen Termin seit geraumer Zeit Hinweise auf ein Skinheadkonzert unter der Regie von MARX vor. Bereits im Vorfeld wurde die Veranstaltung \u00fcber die Homepage der \"Netzgemeinschaft Nationaler Widerstand Jena\" und per SMS beworben. Etwa 150 der anwesenden 500 Rechtsextremisten kamen den polizeilichen Aufforderungen zum Beenden der Veranstaltung nicht nach, so dass das Objekt ger\u00e4umt werden musste. Die Polizei erteilte Platzverweise undstellte Verst\u00f6\u00dfe gegen 88 86 und 86a StGB fest, die entsprechende Ermittlungsverfahren nach sich zogen. In der rechtsextremistischen Szene wird die CD \"Niemals geben wir auf\" der Band \"Skinheads Sachsen-Anhalt\" (SSA) verbreitet. Die einfache Aufmachung des Covers, das mit Reichsadler und Hakenkreuz versehen ist, l\u00e4sst keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Bandmitglieder, den Produktionsort oder den Vertrieb zu. In den Liedtexten von SSA verk\u00f6rpern politisch Andersdenkende und vor allem die Deutsche Bundesregierung das Hauptfeindbild. So wird ein Umsturz mit Waffengewalt propagiert und den Regierungsmitgliedern die Todesstrafe angedroht. \" Auf die Gaststaite erfolgte am 28. \"aruar ein erster una am 28. Jun ein zweiter Brandanschlag. Sehe auch Seite 62f. 12","RECHTSEXTREMISMUS Ein weiteres Schwerpunktthema der Band ist der Antisemitismus, der in sehr drastischen, beleidigenden und diffamierenden Liedtexten zum Ausdruck kommt. Seit kurzem wird die CD der Skinhead-Band \"Sturm 18\" verbreitet, die innerhalb der rechtsextremistischen Szene als \"das H\u00e4rteste, was manseit der letzten 'Tanzorchester Immervoll'*'' geh\u00f6rt habe, gilt und auf starke Nachfrage st\u00f6\u00dft. Die Liedtexte sind volksverhetzenden Inhalts und gegen den Gedanken der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung gerichtet. So wird beispielsweise in dem St\u00fcck \"Zur\u00fcck in den Busch\" gegen Farbige gehetzt. In dem Lied \"Ich bin dabei\" werden Politiker als \"Verbrecher\" und \"Lumpenpack\" bezeichnet. In mehreren Liedern wird positiv Bezug auf die SA und die WaffenSS genommen. In dem St\u00fcck \"Landr\u00e4uberlied* hei\u00dft es, Schlesien m\u00fcsse \"von den Polen befreit\" werden; dort solle des \"Reiches deutsche Fahne wieder wehen\". Veranstaltungen mit rechtsextremistischen Liedermachern Innerhalb der rechtsextremistischen Szene haben \"Liederabende\" -- nicht nur als \"kulturelle Umrahmung\" von parteipolitischen Veranstaltungen -- an Bedeutung und Anzahl zugenommen. Nicht selten sind \"Liedermacher\" selbst in rechtsextremistischen Parteien oder regionalen Skinheadkameradschaften organisiert. Ihr Repertoire umfasst sowohl Eigenkompositionen als auch Lieder anderer Liedermacher und von Skinheadbands wie beispielsweise \"Landser\" und \"Freikorps\". Als \"musikalisches Highlight\" galt eine Veranstaltung mit dem schottischen Liedermacher Steve \"Stigger\" CALADINE'\" am Abend des 28. M\u00e4rz in einer Magdeburger Gastst\u00e4tte. Derartige Auftritte von + Gemeint st die CD \"Rar ar gen Feind\" der BerlineBand .Landse\" 12 CALADINE hatf\u00fcr die rechtsextremistische Szene Idolcharakter. Er wa\" bis zum Tod der SkinheadIkone lan Stuart DONALDSON {Begrsnder von \"Blood&Honou\" und \"White Power\"-Bewegung) dessen langjahrige\" YYeggef\u00e4rte. 13","RECHTSEXTREMISMUS ausl\u00e4ndischen G\u00e4sten haben auf Szeneangeh\u00f6rige eine starke Anziehungskraft, so dass sich an diesem Abend \u00fcber 100 Personen einfanden. Exekutivrma\u00dfnahmen gegen die rechtsextremistische Musikszene Nach den Exekutivma\u00dfnahmen gegen die Skinheadband \"Landser\" im Oktober 2001 wurden Ende April 2002 weitere Durchsuchungen bei den Mitgliedern der Berliner Band \"D.S.T.\" (Deutsch, Stolz, Treu) sowie mehreren Tontr\u00e4ger-Vertreibern aus der \"'Hammerskin\"und der ehemaligen \"Blood&Honour'-Szene durchgef\u00fchrt. Die betreffenden Personen wurden in Gewahrsam genommen. Anlass war die neueste CD von \"D.S.T.\", die stark antisemitische und ausl\u00e4nderfeindliche Passagen sowie Todesdrohungen gegen Angeh\u00f6rige des Zentralrates der Juden in Deutschland enth\u00e4lt. Auf dem Cover, das wie die CD selbst mit Hakenkreuzen und SSRunen versehen ist, wird als Produktionsjahr \"1998* und der Hinweis \"nicht zum Verkauf in Deutschland vorgesehen\" abgedruckt. Die Szene beabsichtigt damit vermutlich, die kurze presserechtliche Verj\u00e4hrungsfrist, die f\u00fcr das Ver\u00f6ffentlichen oder Verbreiten von Schriften'\" strafbaren Inhalts gilt, f\u00fcr sich zu nutzen. Dabei wird aber \u00fcbersehen, dass presserechtliche Verst\u00f6\u00dfe, die gleichzeitig ein Vergehen nach 88 86, 86a und 131 Strafgesetzbuch (StGB) verwirklichen, fr\u00fchestens nach drei Jahren nicht mehr der Strafverfolgung unterliegen. Die Musikszene Sachsen-Anhalts -- wie die der Bundesrepublik Deutschland insgesamt --ist nicht als statisches Gebilde zu betrachten, sondern ist st\u00e4ndigen Ver\u00e4nderungen unterworfen. Bands gr\u00fcnden sich neu, Musiker aus verschiedenen Gruppen finden sich zu neuen \"Projekten(r) zusammen, Musikgruppen l\u00f6sen sich auf oder sind zeitweise inaktiv, um nach \"k\u00fcnstlerischer Schaffenspause* die rechtsextremistische Szene wieder mit ihrer Musik zu versorgen. = Tontrager stehen gem\u00e4\u00df & 11 Absatz 3 StGB den Schriften geich 14","RECHTSEXTREMISMUS + Rechtsextremistische Musikvertriebe Da Tontr\u00e4ger rechtsextremistischer Skinheadmusikgruppen wegen ihrer strafbewehrten Inhalte nicht im freien Handel zu kaufen sind, hat sich eine eigene, auf den speziellen Kundenkreis konzentrierte Vertriebsstruktur entwickelt. Die Anbieter werben f\u00fcr ihre Produkte meist in Szenepublikationen wie Fanzines'*, im Internet oder miteigenem Prospektmaterial. Seit einigen Jahren zeichnet sich bei den Skinheadmusikvertrieben ein tiefgreifender struktureller Wandel ab. Die Anzahl der Gro\u00dfh\u00e4ndler hat deutlich abgenommen. Dagegen ist die Zahl der Kleinh\u00e4ndler mit lediglich regionaler Bedeutung angestiegen. Viele der ehemals \"mobilen H\u00e4ndler\" haben ein Gewerbe angemeldet oder sich mit der Er\u00f6ffnung eines Szeneladens selbstst\u00e4ndig gemacht. In den offen versandten Angebotslisten der Vertreiber finden sich kaum CDs mit strafbaren Inhalten. Die Produzenten lassen einen Gro\u00dfteil der Liedtexte vor der Herstellung und Produktion von Rechtsanw\u00e4lten auf eine etwaige strafrechtliche Relevanz hin pr\u00fcfen, um das Risiko der Strafverfolgung gering zu halten. Daneben ist es inzwischen \u00fcblich, dass die Anbieter rechtsextremistischer Tontr\u00e4ger ihre Angebotslisten anhand des regelm\u00e4\u00dfig erscheinenden Mitteilungsblatts der \"Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Medien\" (BPjM)'\" \u00fcberpr\u00fcfen, um nicht wegen Verbreitung jugendgef\u00e4hrdender Schriften in den Blickpunkt der Beh\u00f6rden zu geraten. CDs mit indizierungsw\u00fcrdigen oder strafrechtlich relevanten Inhalten werden konspirativ hergestellt, gegebenenfalls aus dem Ausland eingeschleust und an die Zwischenh\u00e4ndler verteilt. Szeneangeh\u00f6rige k\u00f6nnen diese Tontr\u00e4ger durch den Verkauf von Hand zu Hand bei Skinheadkonzerten und Szenetreffen, durch Bestellungen 14 Sene auch Seite 16. 13 Die BPjW1 untersucht ob Schriften. Tonoder Biidtrage\". Abbildungen oder andere Darstellungen einen jsgerogef\u00e4hrdende\" Inhalt haben. Ist en Medium indiz:ert und st die Indzierung im Bundesanzeiger bekannt gemacht, treten bestmmte Abgabeverbote. Verhreitungs-. Vertrebsund Werbebeschr\u00e4nKungen ir \"raft Fur diese Medien darf weder offentlich geworben werden. noch ein Vexauf an Jugendliche efe!ger Die indizierten hedier selbst sind damit jedoch nicht verboten. Dies ist Sache der Gerichte.","RECHTSEXTREMISMUS bei Vertrieben im Ausland und - als bekannte Kunden - in Szenel\u00e4den \"unter dem Ladentisch\" erwerben. Auch die Vertreiber rechtsextremistischer Skinneadmusik nutzen die M\u00f6glichkeiten des Internet f\u00fcr ihre Zwecke. Mittlerweile bieten dort zahlreiche Vertriebe ihr Angebot in grafisch ansprechender Form einem breiteren Interessentenkreis an. Bestellwege werden auf diese Weise vereinfacht und verk\u00fcrzt. Eine andere M\u00f6glichkeit der Verbreitung bieten Internettauschb\u00f6rsen. Hier k\u00f6nnen so genannte MP3-Dateien'(r) kostenlos heruntergeladen werden. + Rechtsextremistische Skinhead-Fanzines Fanzines geh\u00f6ren neben der einschl\u00e4gigen Musik zu den wichtigsten Kommunikationsmitteln der rechtsextremistischen Skinheadszene. Die Publikationen beinhalten vorwiegend Informationen zu Konzerten und Skinheadbands sowie allgemeine Berichte aus der Szene. Immer breiteren Raum nimmt die Werbung f\u00fcr rechtsextremistische Tontr\u00e4ger, skinheadtypische Artikel oder andere Fanzines ein. Politische Inhalte werden dagegen nur selten behandelt. Die meisten Publikationen haben nur einen geringen, meist regional begrenzten Verteilerkreis. Ein Gro\u00dfteil der Szene versorgt sich mittlerweile im Internet mit Konzertberichten und CD-Besprechungen sowie Interviews mit Bandmitgliedern und Vertreibern rechtsextremistischer Skinheadmusik. Das bekannteste Fanzine in Sachsen-Anhalt wird von Enrico MARX herausgegeben undtr\u00e4gt den Titel \"Ostara\". Layout und Format der Publikation \u00e4nderten sich im Berichtszeitraum deutlich. Dar\u00fcber hinaus erschienen die Fanzines \"Bragi\" (Raum Sangerhausen) und \"Fahnentr\u00e4ger\" (Wolfen, Landkreis Bitterfeld). Hierbei handeit es scn ur ein Aud oformat, das eine nohe Kompression von Dater bei sehr geringer Qualitatsveriust zu\u00e4sst. Durch diese nohe Kompression Destent die M\u00f6glch\"eit. gro\u00dfe Mengen von Musikdaten zu archivieren. 16","RECHTSEXTREMISMUS NEONAZISTISCHE ORGANISATIONEN UND GRUPPIERUNGEN + Allgemeines Neonazistische Kameradschaften banden sich -- anders als im Vorjahr -- zum \u00fcberwiegenden Teil nicht mehr an die NPD. Vielmehr erfolge eine Ann\u00e4herung von Neonazis und gewaltbereiten Rechtsextremisten. Nach wie vor unterscheiden sich Skinheads und Neonazis in ihrem Lebensstil, ihrem politischen Aktionspotenzial, ihrer Gewaltbereitschaft sowie in der Festigkeit ihrer Strukturen. Dabei ist den Neonazis bei \u00f6ffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen wie Demonstrationen das weit gr\u00f6\u00dfere Mobilisierungspotenzial der gewaltbereiten Rechtsextremisten von Nutzen. Zur Klassifizierung wird zwischen Neonazi-, Skinheadoder \"Misch\"-Kameradschaften unterschieden. Typische \"Misch\"-Kameradschaften sind in Sachsen-Anhalt in Magdeburg, Halle und K\u00f6then zu finden. Das Potenzial der Neonaziszene ist in Sachsen-Anhalt von etwa 300 Personen im Jahr 2001 auf nunmehr 250 gesunken. Eine vergleichbare Entwicklung gab es auch auf Bundesebene. Die Beobachtung der Neonaziszene stellt einen Schwerpunkt bei der Aufkl\u00e4rung rechtsextremistischer Bestrebungen dar, weil insbesondere dieser Personenkreis aktionistisch agiert. So wurden unterst\u00fctzt von rechtsextremistischen Skinheads zahlreiche Kundgebungen und Demonstrationen durchgef\u00fchrt. Dabei ist festzuhalten, dass die Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen insgesamt r\u00fcckl\u00e4ufig waren. Insgesamt gesehen ist die Neonaziszene als weitgehend f\u00fchrungsschwach und konzeptionslos zu bewerten. 17","RECHTSEXTREMISMUS + Strukturelle Entwicklungen und berichtszeitraumbezogene Aktivit\u00e4ten der Neonaziszene Kameradschaftsszene Magdeburg Die im Herbst 1997 gegr\u00fcndete \"Kameradschaft Magdeburg\" setzt sich aus einstigen B&H-Angeh\u00f6rigen, Neonazis, Skinheads und ehemaligen NPD-Mitgliedern zusammen. Ihr sind etwa 20 aktive Personen zuzurechnen. Im Berichtszeitraum firmierte der Personenkreis unter der Bezeichnung \"Freie Nationalisten Magdeburg\" oder \"Freie Kr\u00e4fte\". Seit Ende des Jahres 2001 gibt die Gruppierung die Publikation \"Nationaler Beobachter -- Rundbrief f\u00fcr Magdeburg und Umgebung\" heraus. Ihre Aktivit\u00e4ten beschr\u00e4nkten sich auf wenige \u00f6ffentlichkeitswirksame Veranstaltungen: Am 25. Mai f\u00fchrten etwa 20 so genannte \"Freie Nationalisten\" aus Magdeburg eine Spontandemonstration in der Magdeburger Innenstadt durch. Ein an Passanten verteiltes Flugblatt informierte unter der \u00dcberschrift \"F\u00fchlen Sie sich beobachtet???\" \u00fcber die videogest\u00fctzte Beobachtung des Breiten Weges und der Ernst-Reuter-Allee in Magdeburg. Am 6. Juli initiierte Matthias G\u00dcTTLER, F\u00fchrungsfigur der \u00f6rtlichen Kameradschaftsszene, in Magdeburg eine Demonstration unter dem Motto \"Linken Terror bek\u00e4mpfen\", an der sich etwa 250 Personen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Schleswig-Holstein beteiligten. Vor der ehemaligen Szene-Gastst\u00e4tte \"Zum Reinheitsgebot\" wurde eine Zwischenkundgebung durchgef\u00fchrt, bei der die Redner auf die Hintergr\u00fcnde des Brandanschlages auf die Gastst\u00e4tte\" eingingen. Dabei wurde die Antifa-Bewegung, die f\u00fcr den Brandanschlag verantwortlich sei, als eine aus Steuermitteln gef\u00f6rderte kriminelle Ver- 7 Siehe auch Seite 52f. 18","RECHTSEXTREMISMUS einigung bezeichnet. Insbesondere der Verein \"Miteinander e. V.*, der gewaltbereite Angeh\u00f6rige der linken Szene finanziell unterst\u00fctze, habe in der Vergangenheit erhebliche F\u00f6rdergelder von der Landesregierung erhalten. Zudem wurden die Printmedien beschuldigt, der \u00d6ffentlichkeit die tats\u00e4chlichen Urheber des Brandanschlages verschwiegen zu haben. Neonazistische Szene im Raum Halle-Merseburg Die rechtsextremistische, zum Teil neonazistisch ausgerichtete Szene im Raum Halle-Merseburg umfasst mittlerweile etwa 50 bis 60 Personen; anlassbezogen k\u00f6nnen jedoch noch weitere f\u00fcr Aktivit\u00e4ten rekrutiert werden. Bei der Halleschen Szene handelt es sich um eine typische Mischszene, das hei\u00dft, sie setzt sich aus Neonazis und subkulturell gepr\u00e4gten Skinheads zusammen. Die F\u00fchrungsriege um Sven LIEBICH ist jedoch eindeutig neonazistisch ausgerichtet. Im Gegensatz zu den bisherigen in Halle etablierten Gruppierungen wie \"Wei\u00df&Stolz\" oder \"Wei\u00dfe Offensive Halle\" schart LIEBICH einen Personenkreis um sich, der nicht in feste Strukturen eingebunden ist. LIEBICH war mit seinen Unterst\u00fctzern in verschiedenen Bereichen t\u00e4tig. So nahm er an regionalen und \u00fcberregionalen Demonstrationen und Veranstaltungen teil und bet\u00e4tigte sich dabei immer mehr als Agitator und \"Aufstachler\". LIEBICH war bei seinen Aktivit\u00e4ten vor allem auf Au\u00dfenwirkung bedacht. In diese Strategie passen sein Engagement w\u00e4hrend der Hochwasserkrise\"(r) in Sachsen und Sachsen-Anhalt und seine Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen wie zum Beispiel an einer Gedenkveranstaltung anl\u00e4sslich der Zerst\u00f6rung Magdeburgs am 19. Januar auf dem Magdeburger Westfriedhof. Zudem organisierten Szeneangeh\u00f6rige aus dem Raum Halle im M\u00e4rz ein \"Fr\u00fchlingsfest\" in D\u00f6llnitz (Landkreis Saalkreis), bei dem Fackeln und ein Holzstapel entz\u00fcndet, \"Feuerspr\u00fcche\" aufgesagt _ (r) Sere auch Seite 39 19","RECHTSEXTREMISMUS und dem Feuer \"Geschenke\" in Form von Wahlplakaten der \"etablierten\" Parteien \u00fcbergeben wurden. Die Polizei beendete die Veranstaltung. Am 20. April'\" beteiligten sich etwa 20 Personen aus dem Umfeld von LIEBICH gemeinsam mit Magdeburger Szeneangeh\u00f6rigen an einer Demonstration in Weimar (Th\u00fcringen). Im \"Nationalen Beobachter\" hie\u00df es sp\u00e4ter: Alles in allem war der 20.04. mehr als nur ein Erfolg, er war bahnbrechend f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre, bei denen sich mit Sicherheit die Zahl der Teilnehmer weit vergr\u00f6\u00dfern wird. Die Gedanken sind frei, und an diesem Tag werden wir stets ganz besondere Gedanken in uns tragen.\" Aus dem Raum Halle-Merseburg nahmen etwa 60 Personen an einer NPD-Demonstration zum 1. Mai in Dresden (Sachsen) teil?\". Bei dem Demonstrationszug durch die Innenstadt bildete sich ein eigener Marschblock der \"freien Kr\u00e4fte\", um sich so optisch von den NPD-Mitgliedern abzugrenzen. W\u00e4hrend des Marsches skandierten die Teilnehmer einschl\u00e4gige Parolen. Aus dem gleichen Spektrum beteiligten sich am 8. Juni etwa 60 Rechtsextremisten an einer NPD-Demonstration gegen die Wehrmachtsausstellung in Leipzig\". W\u00e4hrend der Demonstration wurden Transparente mit der Aufschrift \"Gesicht zeigen -- auch gegen linke Gewalt - Freie Strukturen Halle\" und \"Kein deutsches Blut und Geld f\u00fcr fremde Interessen\" gezeigt. Der 20. April. Gesuristag Acoif HITLERs, sent Rechtsextrenister alljanrlch als Anlass vor aller f\u00fcr \" szeneinterne Veranstaltungen. Siehe auch Seite 31 2 \"Nationater Beobachter\" {Region Dentzschj. Ausgabe 2/92 Serte 3. Sehe auch Seite 47f. Sene a.ch Seite 46. 20","RECHTSEXTREMISMUS W\u00e4hrend der Hochwasserkatastrophe wurden zu Propagandazwecken T-Shirts mit der Aufschrift \"(R)echte Kerls -- Wir machen mit! Heimatschutz Sachsen-Anhalt\" und dem Emblem des \"Reichsarbeitsdienstes* (Zahnrad) gefertigt. Diese wurden in der Szene verkauft und beifreiwilligen Hilfseins\u00e4tzen von Rechtsextremisten\"\" im Bereich DessaujBitterfeld auch getragen. Im gleichen Zeitraum fuhren etwa 70 Rechtsextremisten aus Halle und Merseburg zum \"Rudolf-HESS-Gedenkmarsch* in Wunsiedel (Bayern)\". An der von der NPD veranstalteten Demonstration am 30. November in Merseburg beteiligten sich verschiedene Kr\u00e4fte der \"Freien Nationalisten\" und Kameradschaften. Im Vorfeld war umfangreiche Werbung f\u00fcr die Veranstaltung betrieben worden. Auf der Homepage des \"Nationalen Beobachters\" hie\u00df es zur Zielsetzung der Demonstrationsteilnehmer: \"Die Demonstration von Karl\" war in diesem Falle f\u00fcr uns sekund\u00e4r. Es galt, zu versuchen den kriminellen Umtrieben \u00f6rtlicher antifa-Banditen Einhalt zu gebieten. Es durfte nicht sein, da\u00df diese Subjekte 'nur' auf Grund von unserer Nichtanwesenheit in Merseburg einen Heimsieg einfahren konnten. Dies konnte auch gem\u00e4\u00df Zielsetzung klar verhindert werden, auch wenn wir keinen direkten Kontakt mit militanter Antifa hatten, allein unsere Anwesenheit auf der Gegenveranstaltung und das kleinlaute Verhalten namhafter 'antifa-Gr\u00f6\u00dfen' bekr\u00e4ftigte noch einmal unsere Dominanz in der Gegend.\" S.ene auct Seite 30 Sehe aucn Seite 32deg Gemeint st der N?D-_andesvorsitzerge Andreas KARL. Siehe auch Seiten 52 ura 54 21","RECHTSEXTREMISMUS Kameradschaftsszene in der Altmark Im n\u00f6rdlichen Sachsen-Anhalt, insbesondere in der Altmark, agieren zahlreiche kleinere rechtsextremistische Personenzusammenschl\u00fcsse ohne homogene Gruppenstruktur. Ihr Potenzial umfasst insgesamt etwa 80 Personen. Am Abend des 28. Juni f\u00fchrten in Gardelegen etwa 40 Rechtsextremisten aus Magdeburg und der Altmark eine Spontandemonstration durch, bei der ein Transparent mit der Aufschrift \"Nieder mit der roten Pest\" mitgef\u00fchrt wurde. Im Zuge der Veranstaltung kam es zu einer t\u00e4tlichen Auseinandersetzung zwischen Personen der rechtsund der linksextremistischen Szene. An einer von einem Rechtsextremisten aus Salzwedel angemeldeten Demonstration unter dem Motto \"Antifa verbieten\" beteiligten sich am 12. Juli in Gardelegen etwa 100 Rechtsextremisten. In Redebeitr\u00e4gen wurden die zum Teil gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzungen zwischen der linksund der rechtsextremistischen Szene thematisiert. In Kl\u00f6tze (Altmarkkreis Salzwedel) demonstrierten am 28. Dezember etwa 140 Angeh\u00f6rige der rechtsextremistischen Szene unter dem Motto \"Gegen US-Imperialismus\". \"Freie Nationalisten K\u00f6then\" Seit Mitte 2001 gingen von der Kameradschaft K\u00f6then keine Aktivit\u00e4ten mehr aus, was auf das kurzfristige Engagement ihrer F\u00fchrungskr\u00e4fte in der NPD zur\u00fcckzuf\u00fchren sein d\u00fcrfte. Mittlerweile ist der \u00fcberwiegende Teil wieder aus der NPD ausgetreten. Nach eigenem Bekunden sei dies als \"Befreiungsschlag\" empfunden worden. Ehemalige Angeh\u00f6rige der \"Kameradschaft K\u00f6then\" sammelten sich unter der Bezeichnung \"Freie Nationalisten K\u00f6then\" und sind mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten. 22","RECHTSEXTREMISMUS Zudem gibt die Gruppe den \"Nationalen Beobachter -- Rundbrief f\u00fcr den Raum Dessau - K\u00f6then\" heraus und schuf im Berichtszeitraum das \"Aktionsb\u00fcro Mitte\". F\u00fcr den 17. Juni meldeten die Neonazis Andreas REICHE und Sebastian DANKOWSKI in Bitterfeld eine Demonstration \"Im Gedenken an die Opfer des Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953\" an. An der Veranstaltung, die an einem Montagabend stattfand, beteiligten sich insgesamt 140 Personen aus Magdeburg, K\u00f6then, Sangerhausen, Dessau und dem Raum Halle. In seiner Rede versuchte REICHE, eine Verkn\u00fcpfung zwischen \"Nationalem Widerstand\", den Ereignissen des 17. Juni 1953 und den Geschehnissen 1989/1990 in der DDR herzustellen. Das \"Aktionsb\u00fcro Mitte\" ver\u00f6ffentlichte Fotos von der Kundgebung sowie von Spr\u00fchschriften der \"linksextremistischen Szene\" an H\u00e4userw\u00e4nden entlang der Demonstrationsroute. 'Aktionsb\u00fcro Mitte\" Das im Mai von den \"Freien Nationalisten K\u00f6then\" geschaffene \"Aktionsb\u00fcro Mitte\" dient als Plattform zur Bekanntmachung von Aktionen des \"Nationalen Widerstandes\" in \"Mitteldeutschland\". Ziel ist eine \"unabh\u00e4ngige und von Selbstzensur oder Lizenzzwang befreite\" Berichterstattung. Dazu sollen die einzelnen beteiligten Gruppierungen \u00fcber \"Aktuelles\" aus ihrer Region, zum Beispiel den Ablauf von Veranstaltungen und Aktionen, berichten. \"Kameradschaft Quedlinburg\" Die \"Kameradschaft Quedlinburg\" ist aus der \"Kameradschaft Blankenburg/Quedlinburg* hervorgegangen undtritt seit Ende 2001 unter der neuen Gruppenbezeichnung regional in Erscheinung. Den Kern dieses mehrheitlich neonazistisch ausgerichteten Personenzusammenschlusses bilden Neonazis, die zuvor der von Steffen HUPKA gef\u00fchrten \"Harzfront* angeh\u00f6rten. S:ehe unten. 23","RECHTSEXTREMISMUS \"Freie Nationalisten Dessau-Anhalt\" Die \"Freien Nationalisten Dessau-Anhalt\" beteiligten sich insbesondere an regionalen und \u00fcberregionalen Demonstrationen, unter anderem am 1. Mai in Dresden und am 8. Juni in Leipzig. Aktivit\u00e4ten des Steffen HUPKA Im Januar vollzog sich der endg\u00fcltige Bruch zwischen HUPKA und der NPD. Nach monatelangen Auseinandersetzungen zwischen Parteivorstand, Landesvorstand und HUPKA entschied das Bundesschiedsgericht, den ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden von Sachsen-Anhalt aus der Partei auszuschlie\u00dfen. HUPKA versuchte zwar gerichtlich, dem Parteiausschluss im Wege eines Eilantrages zu begegnen, blieb aber erfolglos. HUPKA k\u00fcndigte nach Auseinandersetzungen mit den \"Freien Kr\u00e4ften\" an, nicht mehr an den institutionalisierten Kameradschaftsf\u00fchrertreffen teilzunehmen. Nach seinen Aussagen verwehrten ihm die Kameradschaften die Gefolgschaft, wof\u00fcr er ausschlie\u00dflich die Kameradschaftsf\u00fchrer verantwortlich machte. HUPKA will sich zuk\u00fcnftig nur noch um die Sanierung und den Ausbau des \"Nationalen Zentrums Mitteldeutschland\" in Trebnitz?\" k\u00fcmmern. In einem Brief vom 12. Juni \u00e4u\u00dferte sich HUPKA zur Frage des zuk\u00fcnftigen Verh\u00e4ltnisses zwischen \"Freien Nationalisten\" und der NPD. Das Schreiben mit der \u00dcberschrift \"8. Juni und kein bi\u00dfchen weiser...\" wurde mehreren Personen per E-Mail zugesandt. Dort bezeichnete HUPKA die NPD erneut als \"feindliche Organisation\" und kritisierte neben einer aus seiner Sicht diffusen weltanschaulichen Ausrichtung der Partei eine ineffektive Schulungsund Wahlkampfarbeit und insbesondere die angebliche Duldung von V-Leuten der Nachrichtendienste durch den Parteivorstand. Dieser etabliere damit die NPD als systemtragende Kraft. Sehe auch Seite 37. Die \u00dcberschrift zeit aarauf ao. gass am 8. Juni n Leipzig zara e' scaohl von NPD as ausr von Neonazs um WWORCH Derionstrationen gegen de sc genannte WYerrmachtsausstellung sta:tfanden. 24","RECHTSEXTREMISMUS Mit diesem neuerlichen Schreiben HUPKAs versch\u00e4rften sich die Gegens\u00e4tze zwischen der NPD und einem Teil der \"Freien Nationalisten\", die vor allem von HUPKA und Christian WORCH gesch\u00fcrt wurden. Allerdings schienen nicht alle Neonazis die Auffassung von HUPKA und WORCH zu teilen. Ein bedeutender Teil der \"Freien Nationalisten\" hielt eine punktuelle Zusammenarbeit des neonazistischen Spektrums mit der NPD unter gewissen ideologischen und personellen Voraussetzungen auch weiterhin f\u00fcr sinnvoll und durchf\u00fchrbar. Die Kameradschaftsf\u00fchrer selbst lehnten eine weitere Zusammenarbeit mit HUPKA kategorisch ab. HUPKA habe mit seinen schriftlich gegen die Kameradschaftsf\u00fchrer erhobenen Vorw\u00fcrfen die Basis f\u00fcr eine weitere Zusammenarbeit zerst\u00f6rt. Obwohl HUPKA zu den Organisatoren der diesj\u00e4hrigen zentralen HESS-Kundgebung geh\u00f6rte, nahm er an der Veranstaltung nicht teil. HUPKA trat im Berichtszeitraum als Anmelder von zwei gegen die so genannte \"Wehrmachtsausstellung* gerichteten Neonazi-Demonstrationen in M\u00fcnchen in Erscheinung. \u00dcberregionale Aktivit\u00e4ten von Neonazis aus Sachsen-Anhalt \"e Aktivit\u00e4ten zum 1. Mai An der von einer \"B\u00fcrgerinitiative f\u00fcr deutsche Interessen\" angemeldeten Demonstration \"Gegen ein Europa der Konzerne! Vielfalt erhalten -- Globalisierung bek\u00e4mpfen!\" beteiligten sich am 1. Mai in Frankfurt/Main etwa 350 Personen. Diese rekrutierten sich \u00fcberwiegend aus dem neonazistischen Spektrum der Bundesl\u00e4nder Hessen, Th\u00fcringen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. HUPKA wurde wegen pers\u00f6nlicher Unzuverl\u00e4ssigkeit bereits im Vorfeld die Leitung der Versammlung untersagt, weshalb WORCH als Versammlunggsleiter in Erscheinung trat. Vertreten duch Steffer FUPKA und Christian WORCH. 25","RECHTSEXTREMISMUS Die Redner thematisierten vor allem das polizeiliche und beh\u00f6rdliche Verhalten bei Demonstrationen. In diesem Zusammenhang wurde den Beamten vorgeworfen, Rechtsbruch zu begehen, wof\u00fcr \"ein Verfahren wie in N\u00fcrnberg\" angek\u00fcndigt wurde. Gegen den Aufmarsch der Neonazis protestierten rund 1.200 Personen, darunter zahlreiche Angeh\u00f6rige der Autonomenszene. An einer NPD-Demonstration zum 1. Mai in Dresden beteiligten sich etwa 1.050 Personen, unter ihnen eine Vielzahl von Neonazis und Skinheads. Aus Sachsen-Anhalt nahmen etwa 170 Rechtsextremisten teil, darunter \"Freie Nationalisten* aus Sch\u00f6nebeck, Magdeburg, Kl\u00f6tze, Dessau, Merseburg, Sangerhausen, K\u00f6then, Quedlinburg und Halle sowie Personen des SelbstSchutz Sachsen-Anhalt und aus den NPD-Kreisverb\u00e4nden. Die \"Freien Nationalisten\" fuhren mit der Bahn in Richtung Dresden und stiegen bereits auf dem Bahnhof Dresden-Neustadt aus dem Zug. Von dort aus marschierten die Teilnehmer mit schwarz-wei\u00df-roten Fahnen zu Fu\u00df zum Sammelpunkt und skandierten dabei Parolen, wie \"Hier marschiert der nationale Widerstand\" und \"Frei, sozial, national!*. \" Demonstrationen des Christian WORCH Im Berichtszeitraum fanden erneut zahlreiche von Neonazis, insbesondere von WORCH organisierte Demonstrationen statt. WORCH f\u00fchrte regelm\u00e4\u00dfig Demonstrationen in Leipzig durch: - am 6. April unter dem Motto \"Gegen Repression und linke Gewalt, f\u00fcr Demonstrationsfreiheit -- Wir sind das Volk!\" mit etwa 1.000 Teilnehmern, --amd. Juni unter dem Motto \"Unsere V\u00e4ter waren keine Verbrecher -- Wir sind stolz auf sie!\" mit etwa 430 Teilnehmern, -- am 13. Juli unter dem Motto \"Gegen staatliche Repression - wir sind das Volk!\" mit etwa 400 Teilnehmern, 26","RECHTSEXTREMISMUS --am 3. August unter dem Motto \"Trauermarsch zur Erinnerung an die Opfer des amerikanischen Bombenabwurfs auf Hiroshima\" mit etwa 230 Teilnehmern, - am 7. September unter dem Motto \"Gegen staatliche Repression - wir sind das Volk!\" mit etwa 200 Teilnehmern und - am 3. Oktober unter dem Motto \"Weg mit der Mauer in den K\u00f6pfen\" mit etwa 100 Teilnehmern. Alle genannten Veranstaltungen hatten dasZiel, mit dem Demonstrationszug zum symboltr\u00e4chtigen \"V\u00f6lkerschlachtdenkmal\" zu gelangen. Verschiedene beh\u00f6rdliche Ma\u00dfnahmen verhinderten dies. WORCH ist als zentrale Aktionsfigur der rechtsextremistischen Szene anzusehen. Seine gerichtlichen Erfolge bei der Durchsetzung von Veranstaltungen wurden von der Szene durch die rege Beteiligung an seinen Aktivit\u00e4ten anerkannt. Mit Hartmut WOSTUPATSCH?(r)als Redner, der Skinband \"Oidoxie\" und dem Liedermacher Nico SCHIEMANN hat sich WORCH ein \"Team\" geschaffen, das auch f\u00fcr die Zukunft \u00e4hnliche \"Erfolge\" erwarten l\u00e4sst. Allerdings lassen Motivation zu und Teilnahme an den Demonstrationen deutlich nach. Dieser R\u00fcckgang weist auf eine gewisse \"Demonstrationsm\u00fcdigkeit\"\"\" hin. Trotz der sp\u00e4rlichen Teilnehmerzahlen verbuchten WORCH und HUPKA ihre Aufm\u00e4rsche als Erfolge. Nach Aussage von HUPKA habe man das \"Recht auf der Stra\u00dfe\" durchgesetzt und Leipzig \"in die Knie gezwungen\". Das Ziel, bis zum V\u00f6lkerschlachtdenkmal zu gelangen, soll unbedingt erreicht werden. E:nzetaxtiss! m necnazstischer Bereich. der Schulunge* \u00fcder die Theren Natioralsoziahsmus\" und \"Waffen<urde\" durchfu\"\"t. Ehenal:ger Gefolgsann des verstorbenen Neonazis Michael K\u00dcHNEN. \u00dcber ze Durch's(r)\"ung eine\" Yielzar' vor Demonstrationen wd intensiv n einschl\u00e4gigen !nte'netForer gebattiet 27","RECHTSEXTREMISMUS Das Teilnehmerfeld bestand haupts\u00e4chlich aus Angeh\u00f6rigen loser Strukturen wie Kameradschaften und so genannten \"Freien Nationalisten(r) aus Sachsen-Anhalt, Th\u00fcringen, Niedersachsen, Sachsen, Hamburg, Bayern und Schleswig-Holstein sowie aus D\u00e4nemark. Aus Sachsen-Anhalt nahmen Angeh\u00f6rige der rechtsextremistischen Szenen aus Halle, Magdeburg, Bitterfeld, K\u00f6then, Sch\u00f6nebeck, Dessau, Merseburg, Stendal, Bismark und dem Raum Wernigerode sowie des \"SelbstSchutz Sachsen-Anhalt\" an den Veranstaltungen teil. Auf der R\u00fcckfahrt von Teilnehmern der Demonstration am 6. April kam es im Zug von Leipzig nach Magdeburg zu Auseinandersetzungen zwischen jeweils etwa 60 Rechtsund Linksextremisten. Durch Bet\u00e4tigung der Notbremseerfolgte ein nicht planm\u00e4\u00dfiger Halt des Zuges im Bahnhof Wolfen. Dort kam es erneut zu T\u00e4tlichkeiten zwischen den beiden Personengruppen. Am Abend wurde eine \"Spontandemonstration gegen Polizeischikane und f\u00fcr Grundrechte* in Halle durchgef\u00fchrt. e Demonstrationen gegen die \"Wehrmachtsausstellung\" Unter dem Motto \"Gegen die Geschichtsl\u00fcgen politischer Ideologen -- f\u00fcr die Ehre der deutschen Wehrmacht!\" demonstrierten am 12. Oktober in M\u00fcnchen etwa 750 Rechtsextremisten gegen die so genannte \"Wehrmachtsausstellung\". HUPKA hatte die Demonstration f\u00fcr die \"B\u00fcrgerbewegung gegen die Wehrmachtsausstellung\" angemeldet. Auf der Hauptkundgebung sprachen neben den Veranstaltern WORCH und HUPKA auch der ehemalige Vorsitzende der verbotenen \"Freiheitlichen Arbeiterpartei\" Friedhelm BUSSE sowie der 1962 zum Islam konvertierte Schweizer Revisionist und Antisemit Ahmed HUBER.\" HUBER soli \u00fcber v:eifaltge Kontakte zu s.anischen Organsaticnen unc Staaten verf\u00fcger. Seit eriger Zeit pflegt er auch Kortaxte z. f\u00fchrenden Mitgliesern ven NPD und JN. So nanr. er an 8 September 2001 als Gasiredrer ar \\PD-Pressefest m sachsschen Gr\"1ma teil. 28","RECHTSEXTREMISMUS \"Freie Kr\u00e4fte aus Mitteldeutschland\" f\u00fchrten ein Transparent \"Die Ehre ist der kostbarste Besitz, den ein Mann sein eigen nennt. Gegen die L\u00fcgen\" mit. Gegen den Aufmarsch der Rechtsextremisten demonstrierten etwa 3.000 Personen, darunter zahlreiche Angeh\u00f6rige linksextremistischer Organisationen und des gewaltbereiten linksextremistischen Spektrums. F\u00fcr HUPKA war die Demonstration zumindest ein Teilerfolg. Die von ihm erwartete Teilnehmerzahl wurde erreicht, obwohl nach seinem Ausschluss aus der NPD im Dezember 2001 und nach der Entscheidung verschiedener NPD-Verb\u00e4nde gegen eine offizielle Mobilisierung lediglich im Neonaziund Skinhead-Bereich f\u00fcr den Aufzug geworben werden konnte. In Anbetracht der f\u00fcr Rechtsextremisten wichtigen Thematik d\u00fcrften die Veranstalter von der Resonanz allerdings entt\u00e4uscht sein. Auff\u00e4llig war, dass nur wenige Neonazis aus M\u00fcnchen und Umgebung beteiligt waren. Bei zahlreichen Teilnehmern handelte es sich um junge Rechtsextremisten aus den neuen Bundesl\u00e4ndern. Dominierend w\u00e4hrend des Aufmarsches sollen die \"Freien Kameradschaften* um WORCH und HUPKA gewesen sein. Am 30. November fand in M\u00fcnchen eine weitere Demonstration gegen die Ausstellung statt, an der sich etwa 120 Rechtsextremisten beteiligten. HUPKA fungierte als Versammlungsleiter und sprach gemeinsam mit WORCH auf der Zwischenkundgebung. + Neonazistische Publizistik \"Nationaler Beobachter _- Informationsblatt f\u00fcr die Region _HalleSaalkreis\" In die Erstellung des \"Nationalen Beobachters\" sind neben LIEBICH mehrere Personen aus dessen Umfeld eingebunden. Die Publikation erscheint monatlich und ist im Internet abrufbar. Die zugeh\u00f6rige Homepage wird in der Regel sehr zeitnah aktualisiert. Nachdem der \"Nationale Beobachter\" anf\u00e4nglich nur als \"Informationsblatt f\u00fcr die Region Halle-Saalkreis\" erschien, werden mittlerweile von Anderen erstellte Regionalausgaben f\u00fcr Magdeburg, \"Dessau-K\u00f6then\", \"Alt29","RECHTSEXTREMISMUS mark West\", Delitzsch (Sachsen), Dresden und S\u00fcdniedersachsen herausgegeben. Damit d\u00fcrfte das Redaktionsteam um Sven LIEBICH als Ideengeber dazu beigetragen haben, die regionale Zersplitterung der Szene zu \u00fcberwinden und deren Handlungsf\u00e4higkeit zu erh\u00f6hen. Alle Regionalausgaben fordern die Bildung strukturloser Gruppierungen, deren verbindendes Element die \"nationalistische Weltanschauung?*sein soll. Inhalte von Printund Onlineausgabe sind vor allem Aufrufe zu Veranstaltungen und Berichte \u00fcber diverse Aktivit\u00e4ten der rechtsextremistischen Szene. Daneben werden einzelne Themen vertieft und Verhaltenshinweise (zum Beispiel f\u00fcr den Fall der Ansprache durch den Verfassungsschutz) gegeben. Zudem nutzt LIEBICH seine Regionalausgabe des \"Nationalen Beobachters\" immer wieder, um die von ihm propagierte \"Anti-Antifa-Arbeit\" voranzutreiben. Von besonderer Bedeutung war im Berichtszeitraum die Darstellung der Hilfseins\u00e4tze von Rechtsextremisten in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten. Unter der \u00dcberschrift \"Arbeitseins\u00e4tze gegen das Hochwasser\" nutzte LIEBICH die Hochwasserkatastrophe und das angebliche Engagement von Rechtsextremisten zu Propagandazwecken. In einem \"Einsatzbericht\" wird die Hilfe der \"Kameraden\" als effizient und in der Bev\u00f6lkerung willkommen beschrieben. Diese Darstellung passt in die seit Jahren verfolgte Strategie, Sympathien in der Bev\u00f6lkerung zu gewinnen, um auf diese Weise Geh\u00f6r f\u00fcr rechtsextremistische Vorstellungen zu finden. 30","RECHTSEXTREMISMUS ORGANISATIONS\u00dcBERGREIFENDE AKTIVIT\u00c4TEN + Aktivit\u00e4ten zum 20. April (HITLER-Geburtstag) Auch im Berichtszeitraum f\u00fchrten Rechtsextremisten zum Geburtstag Adolf HITLERs Demonstrationen, Spontanaufz\u00fcge und sonstige Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Deutschland durch. So demonstrierten etwa 250 Rechtsextremisten im Industriegebiet von Weimar (Th\u00fcringen) unter dem Motto \"Meinungsfreiheit f\u00fcr Deutsche! -- Jetzt und \u00fcberall! -- Ick will blot dat Recht hemm, min Meenung to seggen\". Als Redner traten HUPKA, WORCH, WOSTUPATSCH, Wolfgang LEIDENFROST(r)(r) und das bayerische NPD-Mitglied Gerd ITNER, auf. Diese wandten sich in ihren Reden nicht nur vehement gegen das politische System der Bundesrepublik und deren Au\u00dfenund Innenpolitik, sondern auch gegen die USA undIsrael. Die Redner erinnerten an das Deutsche Reich, das ihrer Ansicht nach immer noch in den Grenzen von 1937 fortbestehe, sagten den Untergang der Bundesrepublik voraus und forderten f\u00fcr die \"nationale Opposition\" Meinungsund Versammlunggsfreiheit. In diesem Zusammenhang wurden die f\u00fcr den Aufmarsch erlassenen Auflagen kritisiert. Aus Sachsen-Anhalt nahmen Angeh\u00f6rige der \"Freien Kr\u00e4fte\" aus Magdeburg, Halle, Merseburg und Dessau teil. Dezentrale Aktionen fanden in K\u00f6then, Bernburg, Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel), Wernigerode, Halberstadt, Quedlinburg, Gro\u00dfpaschleben (Landkreis K\u00f6then), Hettstedt (Landkreis Mansfelder Land) und in der seinerzeitigen Szene-Gastst\u00e4tte \"Zum Reinheitsgebot\" in Magdeburgstatt. \" Weitsriegs-Zeitzeuge. Argerorige\" ger so geriannten \"Erlebnisgenerat-on\". 31","RECHTSEXTREMISMUS + Kriegsgr\u00e4berpflege und Kranzniederlegungen am 8. Mai \u00dcber die Homepage des \"Aktionsb\u00fcros Norddeutschland\" verbreitete der Hamburger Neonazi Thomas WULFF den Aufruf eines \"Nationalen Ehrenkomitees 8. Mai*. Demzufolge habe am 8. Mai 1945 zwar das \"gro\u00dfe Ringen der Wehrmacht um die Freiheit des deutschen Volkes\" geendet, nicht jedoch der \"Krieg gegen das deutsche Volk\". Von den Besatzern eingesetzte \"Verr\u00e4ter am eigenen Volk\" seien dabei, die \"Opfer des deutschen Volkes zu verh\u00f6hnen, die Ehre der tapferen Soldaten zu beschmutzen und letztlich die Seele des deutschen Volkes zu zerst\u00f6ren\". Der 8. Mai sei aber nunmehr zum \"Tag der Ehre* gemacht worden, an dem ein \"Ehrendienst an den Gr\u00e4bern der deutschen Soldaten\" geleistet werden solle. Damit werde der \"nationale Widerstand\" auch an diesem Datum, an dem \"die Verr\u00e4ter die Niederlage des deutschen Volksfeierten\", ins Volk getragen. In Sachsen-Anhalt reinigten die \"K\u00f6thener Freien Nationalisten\" ein Ehrenmal f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, pflanzten neue Blumen und befreiten das Umfeld von Laub und Unkraut. Anschlie\u00dfend wurde eine Kranzniederlegung durchgef\u00fchrt. Am 15. Juni wurden die am 8. Mai begonnenen S\u00e4uberungsarbeiten fortgesetzt. Das \"Aktionsb\u00fcro Mitte\" dokumentierte den \"Ehrendienst\" im Internet. Etwa zehn \"Freie Nationalisten\" legten auf einem Friedhof in Dessau ein Gebinde an einem Ehrenmal f\u00fcr die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges nieder. Damit verbunden war eine Zeremonie zum Gedenken an die Kapitulation des Deutschen Reiches. + Rudolf-HESS-Gedenkveranstaltungen Die diesj\u00e4hrigen Aktivit\u00e4ten zum Todestag von Rudolf HESS konzentrierten sich im Wesentlichen auf die Durchf\u00fchrung eines Gedenkmarsches am 17. August am Begr\u00e4bnisort in Wunsiedel (Bay32","RECHTSEXTREMISMUS ern). Dieser konnte erst nach einem bis zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof reichenden Rechtsstreit stattfinden. Nach Polizeiangaben reisten etwa 2.500 Personen der rechtsextremistischen Szenen aus allen Bundesl\u00e4ndern sowie aus D\u00e4nemark, Frankreich, Finnland, Italien, den Niederlanden, \u00d6sterreich, Schweden und der Schweiz an. Vor Beginn der Veranstaltung wurden 25 Neonazis wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und des Mitf\u00fchrens gef\u00e4hrlicher Gegenst\u00e4nde vorl\u00e4ufig festgenommen. Schwerpunkt der Gedenkveranstaltung war ein etwa eineinhalbst\u00fcndiger \"Trauermarsch* durch Wunsiedel. Zu den Rednern geh\u00f6rten der Hamburger Neonazi Thomas WULFF und der Stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Holger APFEL. F\u00fcr die Veranstaltung war in den vorangegangenen Monaten \u00fcber \"Nationale Infotelefone\", Internetseiten, Flugbl\u00e4tter und Aufkleber geworben worden. Am 17. August reisten schlie\u00dflich etwa 220 Personen aus SachsenAnhalt per Bus nach Wunsiedel. Im Zeitraum vom 8. bis 24. August wurden in Sachsen-Anhalt in f\u00fcnfzehn F\u00e4llen Propaganda-Aktionen mit HESS-Bezug in Form von Plakatierungen und Schmierereien sowie durch Anbringen von Transparenten und Aufklebern festgestellt. Betroffen waren die Ortschaften Bernburg, Diesdorf (Altmarkkreis Salzwedel), Gardelegen, Hettstedt (LK Mansfelder Land), K\u00f6then, Magdeburg, Merseburg, Salzwedel, Sangerhausen und Weteritz (Altmarkkreis Salzwedel). Themenbezogene Demonstrationen waren in Sachsen-Anhalt nicht zu verzeichnen. + Sonnenwendfeiern Sommersonnenwendfeiern mit Rechtsextremisten fanden am 21. Juni in Brehna (Landkreis Bitterfeld) sowie im Altmarkkreis Kl\u00f6tze und in Hettstedt statt. 33","RECHTSEXTREMISMUS Eine Wintersonnenwendfeier wurde am 21. Dezember im Altmarkkreis Salzwedel abgehalten. + Aktionen anl\u00e4sslich des Volkstrauertages Der Versuch von Rechtsextremisten, zum ersten Mal nach zehn Jahren verbotsbedingter Pause am Volkstrauertag in Halbe (Brandenburg)\" wieder einen bundesweiten Gedenkmarsch durchzuf\u00fchren, scheiterte.\" Die vom Anmelder, dem Neonazi Lars JACOBS (Schleswig-Holstein), gegen das Veranstaltungsverbot des Polizeipr\u00e4sidiums Frankfurt (Oder) eingelegten Rechtsmittel blieben erfolglos.\"(r) Nach dem Demonstrationsverbot f\u00fcr Halbe f\u00fchrten Rechtsextremisten am 17. November mehrere Ersatzveranstaltungen durch. Unter anderem beteiligten sich etwa 200 Sympathisanten der rechtsextremistischen Szene aus Halle, Magdeburg, Sch\u00f6nebeck, dem B\u00f6rdekreis und der Altmark sowie aus Niedersachsen an der offiziellen Kranzniederlegung auf dem Gertraudenfriedhof in Halle. Dabei wurden erstmals die niedergelegten Kr\u00e4nze von den Rechtsextremisten wieder mitgenommen und an anderen Ehrenmalen abgelegt. + Aktivit\u00e4ten zum 56. Jahrestag der Zerst\u00f6rung Magdeburgs An der von der NPD organisierten Kranzniederlegung auf dem Magdeburger Westfriedhof beteiligten sich etwa 120 Neonazis aus Magdeburg, Halle, K\u00f6then und der Altmark.\" Dort bef.ndet sich mit sen Gravern von uoer 22.009 Gefalleren ger gr\u00f6\u00dfte ceutsche Scidaie\"freano* in der Bundesrepubli<. Z.lletzt hatten sort \"995 uns 1991 'eweils zir\"a 1.590 Necrazs deriensiriet. 8 Das Polizeipr\u00e4sidium Fran\"furt (Oce} hatte den Neonazi-Aufzug sowie zwe geplante Gegerderonstrationen untersagt. Dese Demonstratiorsverbote hatte das Verwalt.ngsgerer: Frankfurt iOger: a? Beschwerge der Veranszaiter aufgeronen. Dageger hatte das Obewerwaltungsge\" cht f\u00fcr Branderburg de Entscheidung des Polizeizrasdiums Fran\"furt {Oder bestat:gt. Das OVG st\u00fctzte sich r.erbei auf das brandennurg:scre Feiertagsgesetz worach offent che Versamm'ungen \"ier freiem Hrmeund \u00d6ffentliche Aufzige am Vol\"strauetag verbeten sna. Das Bursesverfassungsgerert wies schiie\u00dflich ar 16. Novembe\" den Antrag de\" Veranstalter der Neoraz-\"undgen.ng a.\" Erlass einer einstweiligen Anordn.rg ab Siehe ach Seite 55. 34","RECHTSEXTREMISMUS + Vortragsveranstaltung am 16. Februar in Wormsdorf Am 16. Februar beteiligten sich etwa 100 Personen aus SachsenAnhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen an einer Vortragsveranstaltung mit Manfred ROEDER(r)(r) (Hessen) in einer Gastst\u00e4tte in Wormsdorf (B\u00f6rdekreis). Die Veranstaltung war von \"Freien Nationalisten\" aus Magdeburg organisiert worden. * Anti-Antifa\" Die dem Anti-Antifa-Spektrum zuzurechnende Berliner \"Initiative gegen linke Gewalt\" beabsichtigt, mit einer im Berichtszeitraum ver\u00f6ffentlichten Brosch\u00fcre \"Der Verein 'Pfeffer & Salz e. V.' -- wie sich Linksextremisten in Angerm\u00fcnde tarnen -- 2001\" nach eigenen Angaben die Hintergr\u00fcnde der \"linken\" Szene in Angerm\u00fcnde (Brandenburg) darzustellen. Verantwortlich im Sinne des Presserechtsist NPD-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Frank SCHWERDT. In der Brosch\u00fcre hei\u00dft es, dass Aussteigern aus der linksextremistischen Szene zufolge Linksextremisten sich in \u00f6rtlichen Vereinen getarnt und f\u00fcr ihre Aktivit\u00e4ten staatliche Unterst\u00fctzung erhalten haben sollen. Ihr Ziel bestehe in der \"Schaffung von befreiten roten Zonen\". Die Brosch\u00fcre ist als neue Facette der neonazistischen \"Anti-Antifa\"-Arbeit anzusehen. Die Darstellung von Zusammenh\u00e4ngen unterscheidet sich inhaltlich, aber auch in der Art der Pr\u00e4sentation erheblich von den bislang erschienenen \"Anti-Antifa\"-Ver\u00f6ffentlichungen (in der Regel Listen). Zwar sind auch Namensangaben und einzelne Fotospolitischer Gegner enthalten, auf Auflistungen pers\u00f6nlicher Daten wird aber verzichtet. ROEDER ehemalger Rechtsterrorist und Vorsitzender de\" \"Deutsche B\u00fcrgerinitiative\" {DBI}, ist wegen seine\" dversen neonazistischen Aktvitaten enschl\u00e4gig vorbestraft. Seit Arfang der neunzge\" Jahre betre-ben Rechtsextrerzisten de so genannte \"Anti-Antifa-Arbeit\" a:s e.genst\u00e4nciges Agtationsfe-c. Wie ir entsprechenden linxsextreristischer Be'eich werden Daten poItiserer Geane\" gesarmelt und n Brosch\u00fcren oder Listen ver\u00f6ffentlicht. 35","RECHTSEXTREMISMUS Die seit Ende 2000 bekannte Homepage \"Neo-Germania\" wird anonym \u00fcber den Speicherplatz des US-amerikanischen Neonazis Gary LAUCK(r) in den USA betrieben und bietet auch strafrechtlich relevante Inhalte. So werden in der Rubrik \"Feinde des Reichs\" E-Mail-Adressen von Personen oder Institutionen aus dem Inund Ausland mit Angabe von Anschrift oder Funktion ver\u00f6ffentlicht. Darunter befinden sich auch Daten von Mitgliedern antifaschistischer Gruppen und Verlage und \"500 islamische E-Mail-Adressen\". Im \"Grabert Verlag\"*' T\u00fcbingen (Baden-W\u00fcrttemberg) erschien ein neues Anti-Antifa-Buch, das von einem \"Autorenkollektiv gegen Totalitarismus* unter dem Titel \"Antifa hei\u00dft Gewalt. 'Feuer und Flamme f\u00fcr jeden' herausgegeben wurde. Die Autoren beschreiben Aktionen, Personen, Publikationsorgane und Organisationen politischer Gegner aus ihrer Sicht, Die \"Antifa\", bestehend aus\"linksextremen Gewaltt\u00e4tern, ihren Ideologen und Helfershelfern\" in den Medien und \"an den Hebeln der Macht\" sowie ihren b\u00fcrgerlichen \"n\u00fctzlichen Idioten\" billige nicht nur wohlwollend die Durchf\u00fchrung militanter Aktionen, sie propagiere diese sogar. Antifaschistische Kr\u00e4fte wirkten innerhalb des Parteiensystems, im Staatsapparat der Bundesrepublik, in der Bundeswehr, in der Polizei, im Bundesgrenzschutz, in den Geheimdiensten, in der Justiz und der Ministerialb\u00fcrokratie. \u00dcberdies verf\u00fcgten sie \u00fcber Verbindungsleute im Management der gro\u00dfen Konzerne. Die rechtsextremistische Szene aus Halle ver\u00f6ffentlichte im Berichtszeitraum im Internet folgenden Aufruf: \"Aus gegebenem wichtigen Anlass fordern wir alle Kameradinnen und Kameraden auf, sich verst\u00e4rkt der pr\u00e4ventiven Verbrechensbek\u00e4mpfung zu widmen. Dies hat folgenden Grund: In letzter Zeit vermehren sich die Anzeichen, da\u00df die militante Antifa bestrebt ist, in der Vergangenheit verlorenen Siehe auch Seite 41. 41 Geh\u00f6rt zu den g'o\u00dferen rechisextremiustischen Verlagen und ver\u00f6ffert .cht rev son.stiscre B\u00fccrer \"no Werke zu axtueien polit:schen Themen aus dem Bickw-<el des Rechtsextremismus. 36","RECHTSEXTREMISMUS Raum auf der Stra\u00dfe mit allen Mitteln zur\u00fcckzuerobern. Dies schlie\u00dft Gewalt vorrangig mitein. So wurde zum Beispiel vorrangig auch in dem \"antifaschistischen Schulnetz\"-G\u00e4stebuch offen zu Straftaten aufgerufen (zum Beispiel im Vorfeld der Bitterfeld-Demonstration). Dass die so genannte\"antifa\" selbst vor versuchter T\u00f6tung (Lynchjustiz) nicht zur\u00fcckschreckt, ist bekannt. Den Ermittlungsbeh\u00f6rden sind aber bei Anzeigen oftmals die H\u00e4nde gebunden, sofern diese nur gegen Unbekannt ergehen. Die Lichtbildmappe \"Linksextremismus\" hilft hier leider auch nicht weiter, da die Aktualisierung dieser \u00fcber Jahre vernachl\u00e4ssigt wurde. Es ist wichtig, da\u00df Ihr bei jeglichem \u00dcbergriff (und sei es \"nur\" eine Bedrohung oder Beleidigung) Anzeige bei der Polizei erstattet. Nur so k\u00f6nnen wir diese Straft\u00e4ter aus ihrer Anonymit\u00e4t herausreissen. Macht diese Straft\u00e4ter unter Euch bekannt, so dass F\u00e4lle des Nichtbekanntseins der T\u00e4ter mit der Zeit abnehmen werden. Protokolliert F\u00e4lle von \u00dcbergriffen und setzt Euch mit uns in Verbindung! So werden wir es in Zukunft schaffen, die kriminellen Umtriebe von antifa-Banditen einzud\u00e4mmen!* + \"Nationales Zentrum Mitteldeutschland\" in Trebnitz (Landkreis Bernburg) Der Neonazi Uwe MEENEN aus W\u00fcrzburg (Bayern) hat im Jahr 2001 die Immobilie \"Schloss Trebnitz\" erworben\"\". In der rechtsextremistischen Szene wird das Objekt auch als \"Nationales Zentrum Mitteldeutschland\" bezeichnet. Nach vollzogener Sanierung soll die Immobilie als Schulungszentrum f\u00fcr Rechtsextremisten genutzt werden. Da umfangreiche Instandsetzungsma\u00dfnahmen notwendig sind, bat der f\u00fcr das Objekt verantwortliche Neonazi Steffen HUPKA vermehrt um Geldund Sachspenden. Die zun\u00e4chst vorgesehene Erbringung vonEigenleistungen durch Arbeitskr\u00e4fte aus der rechtsextremistischen Szene ist im Wesentlichen zum Erliegen gekommen, da ein Gro\u00dfteil der neonazistischen Kameradschaftsszene * Siehe Yerfassurgssch utzbe*crt des Landes Sacrser-Anhalt 2001 Serte 34f. 37","RECHTSEXTREMISMUS HUPKA auf Grund pers\u00f6nlicher Zerw\u00fcrfnisse die Gefolgschaft versagt. \"NEUE RECHTE\" Die \"Neue Rechte\" ist keine feste Organisation oder Partei, so dass sich ihr Umfeld nicht klar skizzieren l\u00e4sst. Es handelt sich hierbei um eine Ideologievariante des Rechtsextremismus, die sich als intellektuelle Str\u00f6mung insbesondere an den Ideen der \"Konservativen Revolution\" zur Zeit der Weimarer Republik orientiert. Zur \"Neuen Rechten\" z\u00e4hlt eine keineswegs homogene Vielzahl verschiedener Kleinorganisationen, Zirkel, Verlage, Zeitungsprojekte, Autoren und unabh\u00e4ngiger Publikationen. Zahlreiche in das Lager der \"Neuen Rechten\" einzuordnende Gruppierungen sind mit eigenen Homepages im Internet vertreten. + \"Deutsches Kolleg\" (DK) Das \"Deutsche Kolleg\" entstand 1994 aus dem vormaligen \"Junge Freiheit-Leserkreis Berlin\". Mitinitiator und \"Chefideologe\" ist der bekannte Rechtsextremist Dr. Reinhold OBERLERCHER(r)(r). Mitte 2000 wurde MAHLER f\u00fcr eine Mitarbeit gewonnen. Bis etwa 1996 war das DK mit der Erarbeitung einer ideologischen Konzeption besch\u00e4ftigt. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang besonders die Schulungsreihe \"Grundlagen der nationalen Intelligenz\". Mit seinem Schulungsprogramm kommt das DK einer in der rechtsextremistischen Szene allgemein vorhandenen \u00dcberzeugung entgegen, derzufolge die politischen Kader sorgf\u00e4ltig zu schulen seien. Hierdurch wird das DK zu einer Schnittstelle von in ideologischer und taktischer Hinsicht differenten Gruppen. Im Mai gingen vermehrt E-Mails des DK bei Institutionen und Landesbeh\u00f6rden in Sachsen-Anhalt ein. So erhielt zum Beispiel der Landtag eine Einladung des DK f\u00fcr den 15. und 16. Juni zu einer Geboren 1943 in Drescen stlcierre OBERLERCHER von \"985 bs 1975 Padagogi\". Philosophie ung Sozioiogie \"n Harburg und begann sene politische Laufbarr Ende der SCe\"-Jahre ir \"Sozealist:scnen Deutschen Studentenbund\" {SDS). 38","RECHTSEXTREMISMUS Veranstaltung in unmittelbarer Umgebung der Wartburg (Th\u00fcringen). Im Einladungsschreiben bezeichnetsich das DK \"als Denkorgan des Deutschen Reiches\" mit dem Anspruch einen \"Ansto\u00df geben...\" zu wollen, \"den Gedanken der Neuen Ordnung zu denken, zu organisieren und als Aufstand des Deutschen Volkes zur Existenz zu bringen.\" Das DK verbreitete zudem ab Juni eine 91-seitige Textzusammenstellung, in der ein handlungsf\u00e4higes Deutsches Reich gefordert wird. Diese beinhaltet einen \"Aufstandsplan f\u00fcr das Deutsche Volk\". Die Autoren MAHLER, OBERLERCHER und MEENEN f\u00fchren in dem \"Aufstandsplan(r) sowie in einem weiteren Beitrag \"von Reichsb\u00fcrgern in Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung ohne Auftrag f\u00fcr das Deutsche Reich\" aus, dass aufgrund der sich abzeichnenden revolution\u00e4ren Lage eine \"Ordnende Reichsversammlung als Nationalversammlung\" einzuberufen und die \"Neue Ordnung\" f\u00fcr das Deutsche Reich als deutsche Verfassung zu verabschieden sei. Die \"gegenw\u00e4rtig schon Macht aus\u00fcbende Reichsstatthalterschaft\" m\u00fcsse -- notfalls unter Verh\u00e4ngung des Kriegsrechts -- den Kampf gegen die Fremdherrschaft aufnehmen und die sp\u00e4tere Aburteilung von durch Politiker und Medien begangenen Verbrechen gegen das Deutsche Volk vorbereiten. Gleichzeitig m\u00fcsse die deutsche Volksseele endg\u00fcltig vom \"Gedankengift des j\u00fcdischen Ausrottungsrassismus\", der das Deutsche Volk ins Verderben gest\u00fcrzt habe, gereinigt und die \"D\u00e4monisierung Hitlers\" sowie die \"Horrifizierung des Nationalsozialismus\" bewusst gemacht werden. Ein von der Reichsversammlung bestimmtes Reichsoberhaupt m\u00fcsse als erstes \u00d6sterreich auffordern, erneut die Zugeh\u00f6rigkeit zum Deutschen Reich zu erkl\u00e4ren. In der Textsammlung finden sich zudem 216 Thesen MAHLERSs\"Zur heilsgeschichtlichen Lage des Deutschen Reiches\" mit antisemitischen, rassistischen und NS-verherrlichenden Aussagen. So hei\u00dft es, \"Heroen der Zeitalter wie Napoleon, Stalin oder Hitler\" k\u00f6nnten nicht gerichtet werden, der \"endlose Geist\" verm\u00f6ge nichts gegen den \"absoluten Geist\". HITLER habe am Ende seines Lebens die Juden als 39","RECHTSEXTREMISMUS \"geistige Rasse\" bewundert, obwohl er ihnen alle Schuld an der Katastrophe des Deutschen Reichs gegeben habe. Anfang Juli ver\u00f6ffentlichte das DK auf seiner Homepage eine von MAHLER, OBERLERCHER und MEENEN unterzeichnete Erkl\u00e4rung unter dem Titel \"Terrorwarnung\". In dieser legt das DK eine Verschw\u00f6rungstheorie dar, der zufolge das \"Weitjudentum\" die Anschl\u00e4ge vom 11. September 2001 inszeniert habe, um die Welt ins Chaos zu st\u00fcrzen und aus diesem heraus die \"Welthirtschaft\" zu errichten. Ankn\u00fcpfend an diese Theorie soll das n\u00e4chste vergleichbare Ereignis in Europa als angeblich 'labilster Zone\" stattfinden. W\u00f6rtlich hei\u00dft es: \"In der Bundesrepublik k\u00f6nnte sich etwas ereignen, das den 11. September 2001 in den Schatten stellt (Pearl Harbor hoch zwei). Danach wird in Europa nur noch Kriegsgeschrei zu h\u00f6ren sein.\" Eine nennenswerte Intellektualisierung des Rechtsextremismus konnte das DK durch seine \"Schulungsaktivit\u00e4ten\" -- entgegen dem eigenen Anspruch - bislang nicht erreichen. 40","RECHTSEXTREMISMUS NUTZUNG NEUER MEDIEN DURCH RECHTSEXTREMISTEN Die Anzahl der von deutschen Rechtsextremisten ins Internet gestellten Homepages, die sich nicht zuletzt durch den hohen Verfolgungsdruck der Sicherheitsbeh\u00f6rden zwischenzeitlich deutlich reduziert hatte, ist im zweiten Halbjahr 2002 wieder angestiegen. Nunmehr existieren etwa 1.000 Homepages. Grund f\u00fcr den Wiederanstieg d\u00fcrfte vor allem ein erfolgreiches Ausweichen der Homepagebetreiber auf solche Speicherplatzanbieter sein, die sich Appellen staatlicher und privater Einrichtungen sowie einer Selbstkontrolle verschlie\u00dfen. Darunter befinden sich auch etliche Provider, die selbst der rechtsextremistischen Szene angeh\u00f6ren. Gleichwohl ist zu konstatieren, dass die festgestellten InternetAktivit\u00e4ten inhaltsreicher und durchdachter gestaltet wurden. Dies zielt nicht nur auf das Erreichen eines h\u00f6heren intellektuellen Niveaus, sondern auch auf die Vermeidung strafrechtsrelevanter Inhalte ab, um so einer Abschaltung oder Ma\u00dfnahmen der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zuvorzukommen. Offenbar g\u00e4nzlich unbeeindruckt davon zeigt sich der US-amerikanische Neonazi Gary LAUCK, der wie bisher neonazistische und antisemitische Inhalte verbreitet und seinen Speicherplatz in den USA f\u00fcr deutsche Rechtsextremisten zur Verf\u00fcgung stellt. Nachdem beispielsweise am 17. Mai die \u00e4lteste Internetseite des \"nationalen Widerstandes\" vom zust\u00e4ndigen kommerziellen Internetprovider in den USA gesperrt und aufgel\u00f6st wurde, ist die Homepage unter neuer Adresse -- zum Teil auch mit neuen Inhalten -- auf einem Speicherplatz von LAUCK wieder abrufbar. Das Internet wird von der rechtsextremistischen Szene inzwischen in der vollen Bandbreite seiner M\u00f6glichkeiten genutzt. So wird durch spezielle \"Internet-Auktionsh\u00e4user\" die Versteigerung rechtsextremistischer Devotionalien erleichtert. Einige Homepages dienen ausschlie\u00dflich der Verbreitung von Demonstrationsterminen der rechtsextremistischen Szene. In Diskussionsforen tauschen sich die Teilnehmer \u00fcber rechtsextremistische Skinheadmusik, Indizierun41","RECHTSEXTREMISMUS gen und Konzerterlebnisse aus oder diskutieren rechtsextremistische Themen jeglicher Couleur. Internet-Kommunikation tr\u00e4gt dazu bei, der rechtsextremistischen Szene ein \"Wir-Gef\u00fchl\" zu vermitteln. So sind virtuelle Beziehungen entstanden, die geeignet sein d\u00fcrften, die durch Organisationsverbote verlorengegangenen Strukturen zumindest teilweise zu ersetzen. Auch der Wahlkampf zum Deutschen Bundestag wurde von der rechtsextremistischen Szene intensiv thematisiert: Beispielsweise forderten \"Aktivisten des nationalen Widerstandes\" unter der Schlagzeile \"Die Propagandaschlacht zur Bundestagswahl kann beginnen!\" dazu auf, \u00fcber das Internet schnell und billig Propaganda und Parteienwerbung f\u00fcr die bevorstehende Bundestagswahl direkt in \"ePost-K\u00e4sten\" zu platzieren. Rechtsextremistische Homepages mit \"Radiosendungen\" dienen dem Ziel, insbesondere Jugendliche, auch \u00fcber die Wirkung von Musik, mit rechtsextremistischem Gedankengut in Ber\u00fchrung zu bringen. So ist seit kurzem die Internet-Homepage \"Radio Freiheit\" pr\u00e4sent, deren Sendungen teilweise als Textdatei auf der Homepage abrufbar sind. Unter anderem sind in den Sendungen Wortund Musikbeitr\u00e4ge von Liedermachern und Skinheadbands zu finden. Als Domaininhaber der auf einem US-Speicherplatz liegenden Homepage tritt der Sonderbeauftragte des NPD-Parteivorstandes f\u00fcr das Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht und Redakteur des NPD-Parteiorgans \"Deutsche Stimme\" Waldemar MAIER (Niedersachsen) in Erscheinung. Unter dem Namen \"Ismiregal\" wurde im Berichtszeitraum eine rechtsextremistische Homepage eingerichtet, die zwar \u00e4hnlich einem Satiremagazin gestaltet ist, aber rassistische und antisemitische Inhalte pr\u00e4sentiert. Die Eingangsseite verbindet eine Collage von Fotos orthodoxer Juden mit dem Heinrich-Heine-Zitat: 42","RECHTSEXTREMISMUS \"ES gibt zwei Arten von Ratten, die hungrigen und die satten. Die satten bleiben zu Haus, die hungrigen wandern aus.\" Textbeitr\u00e4ge und diverse Bilder -- einige als Fotomontagen -- \"persiflieren\" Politiker und Prominente aus dem Inund Ausland und machen diese ver\u00e4chtlich. Offenkundiges Ziel von \"Ismiregal(r) ist es, \u00fcber vorgebliche Satire ausl\u00e4ndische und j\u00fcdische Mitb\u00fcrger zu diskreditieren und \u00c4ngste vor einer implizierten fremden politischen und kulturellen \u00dcbermacht zu sch\u00fcren. In j\u00fcngster Zeit nutzen Rechtsextremisten h\u00e4ufig so genannte P2PVerbindungen\" zur Verbreitung einschl\u00e4giger Audio-, Videosowie Bildund Textdateien. Zunehmende Akzeptanz erfahren hierbei die so genannten \"File-Sharing-Services\" (Datei-Tauschb\u00f6rsen). So wird zum Beispiel der Film \"Der ewige Jude\" auf zw\u00f6lf verschiedenen Speicherpl\u00e4tzen zum (kostenlosen) Download angeboten. Eine Stichwortsuche nach \"Landser\" ergab 14 Treffer mit fast durchgehend verbotenen St\u00fccken der Skinheadband. Weitere Anfragen mit extremistischen Suchbegriffen erbrachten \u00e4hnliche Ergebnisse. Seit neuestem wird auch die \"Nationale Vortragsreihe\" (NVR), in der kostenfreie Audiodateien und Textanh\u00e4nge zu Schulungszwecken bereitgestellt werden, bei File-Sharing-Services getauscht. Neben dem Bereitstellen von Dateien auf eigenen Homepages bietet sich mit diesen Diensten f\u00fcr Rechtsextremisten eine weitere M\u00f6glichkeit, einschl\u00e4giges Liedgut anzubieten und zu verbreiten. F\u00fcr die Nutzung ist hierbei von besonderem Interesse, dass unterschiedliche Rechner unabh\u00e4ngig voneinander das Archiv best\u00fccken oder Titel daraus abrufen k\u00f6nnen, ohne dabei die Identit\u00e4t des Teilnehmers preisgeben zu m\u00fcssen. P2P {Peer to Peer, sinngera\u00df: \"Von gleich zu gleich\") st ein Sysie\" zum direxten Austausch vor Daten zwssren vernetzten \"anggleichen Rechnern. die ohne Zwischenschaltung eines datenspeiche'nder: Servers ag-eren \"\u00f6nnen. Die \"Peers\" selbst stellen ihren jeweiliger Netzpartnern de auf ihrem Rechner fregegesenen Daten drext zu\" Verf\u00fcgung und snd somit selbst f\u00fcr die Inhalte verantwoertlich 43","RECHTSEXTREMISMUS RECHTSEXTREMISTISCHE PARTEIEN UND VEREINIGUNGEN + \"Nationaldemokratische Partei Deutschlands\" (NPD) Unter dem Eindruck des NPD-Verbotsverfahrens ging im Berichtszeitraum die Anzahl der Parteimitglieder von 6.500 im Jahr 2001 auf etwa 6.100 zur\u00fcck. Der Landesverband Sachsen-Anhalt verlor etwa ein F\u00fcnftel seiner Mitglieder, die sich nun auf elf Kreisverb\u00e4nde verteilen. Zum Jahresende 2002 verf\u00fcgte der Landesverband \u00fcber knapp 200 Mitglieder (2001: 240). Die innerparteiliche Opposition um Steffen HUPKA, die \"Revolution\u00e4re Plattform\" (RPF), l\u00f6ste sich formal auf und ist nunmehr ohne Bedeutung. NPD-Verbotsverfahren Die Enttarnung der ehemaligen V-Leute Wolfgang FRENZ und Udo HOLTMANN (beide aus Nordrhein-Westfalen) sowie weiterer V-Leute veranlassten das Bundesverfassungsgericht am 22. Januar, den Termin der m\u00fcndlichen Verhandlung auszusetzen, da sich unter den vielen hundert Beweisangeboten in den Antragsschriften auch \u00c4u\u00dferungen und Aktivit\u00e4ten dieser Personen befanden. Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts beschloss am 3. Mai, dass am 8. Oktober ein Er\u00f6rterungstermin zur \"V-MannProblematik* durchzuf\u00fchren sei. Er wies darauf hin, dass es f\u00fcr das Verbotsverfahren bedeutsam sein k\u00f6nnte, ob das Gesamtbild der Partei von Umst\u00e4nden gepr\u00e4gt werde, die ihr nicht zuzurechnen seien. In diesem Zusammenhang sollten unter anderem konkrete Umst\u00e4nde einer Zusammenarbeit staatlicher Stellen mit solchen Personen offen gelegt werden, deren \u00c4u\u00dferungen oder Verhalten zur Begr\u00fcndung der Verbotsantr\u00e4ge angef\u00fchrt wurden. Das NPD-Parteivorstandsmitglied Holger APFEL kommentierte den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts: 44","RECHTSEXTREMISMUS \"Die NPD wird nach Abschlu\u00df des Verfahrens wie keine andere Partei oder Kameradschaft bereinigt sein von jenen Minusseelen, die bereit sind, f\u00fcr einen erb\u00e4rmlichen Judaslohn ihre Freunde und Kameraden zu bespitzeln und zu verraten.\" Die Antragsteller (Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung) \u00fcbersandten am 16. Juli die erforderlichen Ausk\u00fcnfte an das Bundesverfassungsgericht. Der NPD-Prozessvertreter Horst MAHLER antwortete am 30. August mit einer eigenen Stellungnahme, in der er sich nur auf wenigen Seiten mit der rechtlichen Argumentation befasste. Den \u00fcberwiegenden Teil seiner Ausf\u00fchrungen widmete er rechtsextremistischen Verschw\u00f6rungstheorien und Ideologiefragmenten. Am 8. Oktober fand der Er\u00f6rterungstermin wie geplant statt. Der vorsitzende Richter erkl\u00e4rte zu Beginn, dass ein staatliches Geheimhaltungsinteresse in der V-Mann-Problematik grunds\u00e4tzlich anerkannt werde. Zur Frage der Intensit\u00e4t der von der NPD behaupteten staatlichen Einflussnahme konnten weder deren Prozessvertreter noch der Parteivorsitzende darlegen, was an der NPD fremdbestimmt w\u00e4re und welche der ihr zugerechneten Aussagen und Aktivit\u00e4ten nicht ihrer \u00dcberzeugung entspr\u00e4chen. Berichtszeitraumbezogene Aktivit\u00e4ten der Bundespartei Die aggressiv angelegte \"Drei-S\u00e4ulen-Strategie\", \"Kampf um die Stra\u00dfe\", \"Kampf um die K\u00f6pfe\", \"Kampf um die Parlamente\", die der Parteivorsitzende Udo VOIGT 1997 erstmals verk\u00fcndet hatte, wird von der NPD konsequent weiter verfolgt. F\u00fcr den \"Kampf um die Stra\u00dfe\" bot sich die am 28. November 2001 in Berlin wieder er\u00f6ffnete, nun \u00fcberarbeitete, so genannte Wehrmachtausstellung*\" des Hamburger Instituts f\u00fcr Sozialforschung als Gegenstand revisionistisch motivierter Agitation und szene\u00fcbergreifender Mobilisierung an. Bereits drei Tage nach der Wiederer- \" \"Verbrechender Yenrmacht. Dinensioner des Vernichtungskrieges 1941 -- \"944\" 45","RECHTSEXTREMISMUS \u00f6ffnung hatte die NPD dort demonstriert\"(r). Genauso ging die NPD am n\u00e4chsten Ausstellungsort Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) vor. Dort versammelten sich am 2. Februar etwa 1.700 Rechtsextremisten unterschiedlichster Pr\u00e4gung zu einer Kundgebung. Wichtigster Redner war APFEL, der sich im Zusammenhang mit den Terroranschl\u00e4gen des 11. September 2001 pauschal f\u00fcr die \"R\u00fcckkehr der in Deutschland lebenden Ausl\u00e4nder\" in ihre Heimatl\u00e4nder aussprach. Zum NPD-Verbotsverfahren \u00e4u\u00dferte APFEL, dass die \"Verlogenheit der Antragsteller im Verbotsverfahren und die Geheimdienstaff\u00e4ren\" bewiesen, dass \"es Zeit f\u00fcr ein anderes System\" sei. Bez\u00fcglich der \"Wehrmachtsausstellung\" forderte er die Demonstrationsteilnehmer auf, \"den Blutzoll der Wehrmachtssoldaten im Kampf um das Reich zum Vorbild zu nehmen\". Der Neonazi WOSTUPATSCH bezeichnete die Bundesrepublik als in \"Agonie* befindlich und \u00e4u\u00dferte die Hoffnung, dass dieses Land \"bald ein Ende haben m\u00f6ge\". Der n\u00e4chste deutsche Veranstaltungsort der \"Wehrmachtsausstellung\" war Leipzig, wo am 8. Juni eine Demonstration stattfand, f\u00fcr die die NPD monatelang geworben hatte. Der dortige Aufmarsch sollte zum symboltr\u00e4chtigen V\u00f6lkerschlachtdenkmal f\u00fchren. Stattdessen mussten die 1.100 NPD-Anh\u00e4nger im Bereich des alten Messegel\u00e4ndes weitgehend unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit demonstrieren. Als Redner traten neben dem NPD-Vorsitzenden Udo VOIGT und APFEL auch die Alt-Nazis Friedhelm BUSSE (Bayern) und Herbert SCHWEIGER (\u00d6sterreich) auf. Die Teilnehmer skandierten Parolen wie: \"BRD -- Schurkenstaat\", \"Ruhm und Ehre der deutschen Wehrmacht\" und \"USA - internationale V\u00f6lkermordzentrale\". In direkter Konkurrenz richtete WORCH vor Ort eine Parallelveranstaltung zum selben Thema aus, an der nach Polizeiangaben etwa 430 Aktivisten teilnahmen.\"' Siehe auch Verfassungsschutzbericht des Landes Sachser-Anhalt 206?. S 47. Siehe auch Seite 26. 46","RECHTSEXTREMISMUS F\u00fcr den Ausstellungsort M\u00fcnchen hatte der NPD-Parteivorstand keine eigene Veranstaltung organisiert: Hier fand am 12. Oktober eine von HUPKA angemeldete Demonstration statt\". Der Parteivorstand hatte sich nicht vorwerfen lassen wollen, die \"nationalistische Bewegung\" zu spalten, wie es HUPKA hinsichtlich der Demonstrationen am 8. Juni in Leipzig formuliert hatte. Von besonderer Bedeutung waren zudem die dezentral durchgef\u00fchrten Demonstrationen der NPD zum 1. Mai. Die Partei konnte insgesamt 3.000 Teilnehmer, 500 weniger als im Vorjahr, an den Veranstaltungsorten Berlin, Dresden, F\u00fcrth, G\u00f6ttingen, Ludwigshafen und Mannheim mobilisieren. In Berlin-Hohensch\u00f6nhausen kamen rund 800 Personen unter dem Motto \"Soziale und nationale Gerechtigkeit durchsetzen\" zusammen, darunter bekannte Neonazis wie BUSSE, gegen den die Versammlungsbeh\u00f6rde erneut ein Redeverbot ausgesprochen hatte. Als Redner traten die NPD-Parteivorstandsmitglieder APFEL und Frank SCHWERDT (Berlin) sowie der rechtsextremistische Liedermacher J\u00f6rg H\u00c4HNEL (Brandenburg) auf. APFEL erhob dabei f\u00fcr die NPD einen Alleinvertretungsanspruch hinsichtlich deutscher Arbeitnehmerinteressen. Stereotyp forderte er einen Ausl\u00e4nderstopp und behauptete, durch die \"Zwangsgermanisierung\" der in Deutschland lebenden Ausl\u00e4nder verl\u00f6ren Deutsche und Ausl\u00e4nder ihre Identit\u00e4t und Souver\u00e4nit\u00e4t. In Dresden (Sachsen) versammelten sich unter dem Motto \"1. Mai -- Soziale Gerechtigkeit durchsetzen!\" insgesamt 1.050 Personen, darunter neben VOIGT und dem s\u00e4chsischen Landesvorsitzenden Winfried PETZOLD Anh\u00e4nger des \"Th\u00fcringer Heimatschutzes\", des \"Nationalen Widerstandes Dessau-Anhalt\" und des \"Nationalen Widerstandes Halle-Saale\". VOIGT warf den Gewerkschaften vor, sich zum Verfechter der Globalisierung zu machen, die sie nur noch gestalten wollten. Dagegen gelte es den Nationalstaat zu st\u00e4rken, \" Siehe aucn Seite 28 47","RECHTSEXTREMISMUS damit die Interessen des Volkes wieder Vorrang vor den Interessen des Kapitals erhielten. In G\u00f6ttingen (Niedersachsen) nutzte MAHLER vor 200 NPD-Anh\u00e4ngern und Mitgliedern die Gelegenheit, um zum wiederholten Male auf die Abh\u00e4ngigkeit Deutschlands von der \"Ostk\u00fcste\"\" hinzuweisen. Bundesparteitage der NPD spielen wegen ihrer Symbolkraft eine grundlegende Rolle im \"Kampf um die K\u00f6pfe\". Der am 16. und 17. M\u00e4rz in K\u00f6nigslutter (Niedersachsen)\" stattgefundene Bundesparteitag hatte wegen des Verbotsverfahrens zudem Kontinuit\u00e4t und Arbeitsf\u00e4higkeit zu demonstrieren. An der Veranstaltung nahmen etwa 350 Personen, darunter 20 aus Sachsen-Anhalt, teil. Der neugew\u00e4hlte Bundesvorstand besteht aus insgesamt 19 Mitgliedern. VOIGT wurde mit 75 Prozent der Delegiertenstimmen im Amt des Parteivorsitzenden best\u00e4tigt. Durch geschickte Auswahl der weiteren Vorstandskandidaten gelang es, Linientreue zu belohnen, der Parteir\u00e4son Rechnung zu tragen und \"menschliche St\u00f6rfaktoren\" weitgehend auszuschlie\u00dfen. Mit J\u00fcrgen DISTLER und Jens P\u00dcHSE (beide aus Sachsen) wurden einerseits bew\u00e4hrte Vorstandsmitglieder herausgel\u00f6st und zur St\u00e4rkung des parteieigenen \"Deutsche Stimme Verlages, Riesa\" abgestellt. Andererseits wurden bislang relativ unbekannte Theoretiker wie zum Beispiel der Burschenschaftler Norbert GANSEL (Sachsen) zur St\u00e4rkung des \"Kampfes um die K\u00f6pfe\" in den Vorstand gew\u00e4hlt. Schlie\u00dflich f\u00fchrte die NPD \u00fcber ihre Vorfeldorganisation \"Deutsche Akademie\", die sich selbst als \"parteiunabh\u00e4ngige Initiative national gesinnter Deutscher\" bezeichnet, eine Veranstaltung durch, die einen gewissen intellektuellen Anspruch erhob: Das so genannte \" Von MAHLER h\u00e4usfg verwendetes Synonym f\u00fcr cie angeblich '\"disch seminieze ung ach der Weltherrschaft greifence Finanzweit der USA. MAHLER spr:cht in dese\" Zusamrerhang auch vorn .jud\u00e4o-amerxanischer Imperium\" Den Veranstattungsart n.'zie der Parteivorstand f.: sein .De.ische St:1\"e Presse'sst am 3. August gleich noch einral 48","RECHTSEXTREMISMUS \"Winterseminar\" in Th\u00fcringen widmete sich vom 29. November bis 1. Dezember vor zeitweise bis zu 120 Personen dem Thema \"Parteipolitik und Elitenbildung -- ein Widerspruch?\" und bot neben mehreren Vortr\u00e4gen auch eine Podiumsdiskussion. Auch das Parteiorgan \"Deutsche Stimme\" war bem\u00fcht, einen Beitrag zur Intellektualisierung der Partei zu leisten: \u00dcber f\u00fcnf Ausgaben hinweg entfaltete sich eine Diskussion \u00fcber die Begriffe \"Reich\" und \"Staat\". Abschlie\u00dfend referierte NPD-Multifunktion\u00e4r Martin LAUS?\" (Rheinland-Pfalz) \u00fcber die parteiamtlichen Auffassungen von der Notwendigkeit der politischen Theoriebildung, die lediglich \"dentit\u00e4tsstiftenden Funktion\" des Begriffes \"Reich\" und den nationaldemokratischen Freiheitsbegriff, der weiter gefasst sei als der \"liberalkapitalistische* des Grundgesetzes: \"er sch\u00fctzt nicht nur die Freiheit des Individuums, sondern auch die Freiheit der Gemeinschaft.\" Der \"Kampf um die Parlamente\" verlief f\u00fcr die NPD weitgehend erfolglos; auf eine Teilnahme an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde von vornherein verzichtet. Zur Bundestagswahl trat die Partei in allen L\u00e4ndern mit Landeslisten und mit Ausnahme Bayerns auch mit Direktkandidaten an. Bundesweit erhielt die NPD 214.872 Zweitstimmen (0.4 Prozent). Gegen\u00fcber 1998 konnte sie damit 88.301 Stimmen (0,1 Prozentpunkte)\" hinzugewinnen. Da die NPDtrotz dieses Zuwachses unter der 0,5-Prozent-Marke blieb, erhielt sie keine Mittel aus der staatlichen Parteienfinanzierung\". Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern\"* gewann die NPDin allen L\u00e4ndern hinzu. Ihre h\u00f6chsten Ergebnisse erzielte sie in Brandenburg (1,5 Prozent), Sachsen (1,4 Mitglied des NPD-Parteivorstandes. Vorsitzender des Landesverdandes Rheinland-Pfalz und des Nationaldemoxatischen Hochsch \"idundes. Die NPD \"onnte ihren Stimnenantel um rung 70 Prozent steigern. F\u00fcr de \"eilhabe an ger staatlichen Parte-enfinanzierung m\u00fcssen die Parteie1 gen. $ 18 Abs. 4 Parteiengese:z be de\" Sundestagswahl 0,5 Prozent und bei Landtagswahlen 1.9 Prozent der Stimmen erreichen Bei de\" gleicrzeitig stattfindender Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erhielt die NPD 7.703 St nmen {9.8 Prozent). Sie bite damit gegen\u00fcber der Landtagswahl 1998 3.828 Stimmen (0.3 Prozentzun\"tei en und erha\" auch hier keine Mitte! aus de\" staatlichen Parteienfinanzie\"ung. 49","RECHTSEXTREMISMUS Prozent) und Sachsen-Anhalt (1,0 Prozent). Mehr als 2 Prozent der g\u00fcltigen Stimmen erzielten elf von 49 Direktkandidaten. VOIGT erhielt in seinem Brandenburger Wahlkreis 'Frankfurt (Oder)/OderSpree' 2,3 Prozent der Stimmen. Wie schon bei fr\u00fcheren Wahlen versuchte die NPD ihren Bekanntheitsgrad durch einen aktionsbetonten Wahlkampf zu steigern und meldete unter dem Motto \"Arbeit -- Familie -- Vaterland\" f\u00fcr den Zeitraum vom 27. bis 30. August Wahlkampfkundgebungen in neun hessischen St\u00e4dten und in 18 St\u00e4dten in Mecklenburg-Vorpommern an, bei denen VOIGT als Redner auftrat. Nahezu alle Veranstaltungen fanden statt, zeitigten in der Bev\u00f6lkerung jedoch kaum Resonanz. Zudem f\u00fchrte die NPD ihren Wahlkampf \u00fcber das Internet, mit Werbespots in Fernsehen und H\u00f6rfunk und -- in geringem Umfang --auch mit Plakaten. In ihrem nicht fl\u00e4chendeckend gef\u00fchrten Bundestagswahlkampf stellte sich die NPD als einzige Alternative zum \"von der CSU bis zur PDS\" reichenden \"oligarchische(n) Parteienkartell\" dar und verhie\u00df \"Zukunft und Arbeit f\u00fcr ein besseres Deutschland\". Unter Verkn\u00fcpfung kollektivistischer Vorstellungen mit fremdenfeindlicher Agitation sprach die NPD von der \"ethnisch homogenen Volksgemeinschaft\", die durch \"gemeinsame Abstammung, Geschichte und Sprache\" entstehe und in der Einzelinteressen \"zugunsten des Erhaltes der Gemeinschaft zur\u00fcckzutreten\" h\u00e4tten, sofern sie mit Gemeinschaftsinteressen kollidierten. Durch \"bewusst herbeigef\u00fchrten, fortgesetzten Ausl\u00e4nderzustrom\" werde diese Gemeinschaft zerst\u00f6rt. Weitere Wahlkampfparolen der NPD lauteten \"Arbeitspl\u00e4tze statt Globalisierung!\", \"D-Mark statt TEURO\", \"1000-D-Mark Kindergeld f\u00fcr Deutsche!\" und \"Frieden statt US-Kriege!\" VOIGT erl\u00e4uterte im Rahmen einer Fernsehsendung zur Bundestagswahl auf Nachfrage den Begriff \"Volksgemeinschaft\", indem er auf die Hochwasserkatastrophe im August verwies. Bei dieser h\u00e4tten Deutsche zusammengestanden, um \"gemeinsam gegen die herandr\u00e4ngenden Fluten\" zu k\u00e4mpfen. Diese Sichtweise verdeutlicht einmal mehr, dass die \"Volksgemeinschaft\" nach Vorstellung 50","RECHTSEXTREMISMUS der NPD eine Gesellschaftsform darstellt, die sich in einem permanenten Ausnahmezustand befinden muss, um Solidarisierungseffekte zu erzielen. W\u00e4hrend des Hochwassers im August unterst\u00fctzten Mitglieder der NPD sowie anderer rechtsextremistischer Organisationen unerkannt die Einsatzkr\u00e4fte. Obwohl im Vergleich zu den dort t\u00e4tigen Freiwilligen nur wenige Rechtsextremisten vor Ort waren, \u00fcberh\u00f6hten diese ihre T\u00e4tigkeit propagandistisch und berichteten auf einer eigens eingerichteten Homepage. Eine Spendensammlung des NPD-Parteivorstands und ein Anfang September in der N\u00e4he von Riesa (Sachsen) veranstaltetes \"Benefizkonzert\" dienten ausschlie\u00dflich der Unterst\u00fctzung flutbetroffener NPD-Mitglieder. \"Revolution\u00e4re Plattform\" (RPF) Die RPF traf sich am 12. Januar in Magdeburg und beschloss einstimmig ihre Selbstaufl\u00f6sung. Dieser Schritt wurde in einem Ende Februar im Internet ver\u00f6ffentlichten \"Rundbrief oppositioneller NPDKr\u00e4fte\" damit begr\u00fcndet, dass man seine Aufgabe erf\u00fcllt habe, obgleich der gew\u00fcnschte Dialog mit dem Parteivorstand nicht zustande gekommen sei. HUPKA res\u00fcmierte im \"Rundbrief: \"\u00dcber 1,5 Jahre wurde durch Seminare und Rundbriefe konstruktive Kritik an der Parteif\u00fchrung -- trotz erheblicher Repression derselben -- ge\u00fcbt und an die Parteibasis weitergegeben.\" HUPKA k\u00fcndigte an, dass \"die Aktivisten der RPF ihre Arbeit in der NPD f\u00fcr eine revolution\u00e4re Partei (-f\u00fchrung)* fortsetzen w\u00fcrden. Ein f\u00fcr den 9. M\u00e4rz im Raum K\u00f6nigswusterhausen (Brandenburg) angesetztes Treffen wurde vom NPD-Parteivorstand boykottiert. HUPKA - als Nichtmitglied vom Bundesparteitag der NPD ausgeschlossen -- gelang es auch nicht, die neonazistisch ausgerichteten Kr\u00e4fte unter den Delegierten f\u00fcr seine Zwecke zu instrumentalisieren. Unter der \u00dcberschrift \"Partei nicht mehr reformf\u00e4hig\" erkl\u00e4rte HUPKA die NPD schlie\u00dflich zur feindlichen Organisation und 51","RECHTSEXTREMISMUS schloss sie aus dem \"Nationalen Widerstand\" aus. Sie habe sich selbst auf eine Stufe mit der DVU und den Republikanern gestellt. Ein Verbleib in der NPD sei \"bei diesem Vorstand ... grunds\u00e4tzlich als kontraproduktiv anzusehen\". Dieser Aufforderung leisteten etliche Mitglieder im NPD-Landesverband Sachsen-Anhalt, insbesondere die des neonazistisch dominierten Kreisverbandes Anhalt, Folge. Entwicklung und berichtszeitraumbezogene Aktivit\u00e4ten des Landesverbandes Sachsen-Anhalt Die Delegierten des NPD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt w\u00e4hlten am 23. Februar in Merseburg im Rahmen eines ordentlichen Parteitages einen neuen Landesvorstand. Neuer Vorsitzender wurde der Kreisverbandsvorsitzende Elbe-Saale Frank KERKHOFF (Magdeburg), der damit Andreas KARL aus Billroda (Burgenlandkreis) abl\u00f6ste. KERKHOFF galt als politischer Senkrechtstarter, der zeitweilig sogar einer linksextremistischen Partei angeh\u00f6rt haben soll und seit Februar 2001 Mitglied in der NPDist. \u00dcberihn hie\u00df es wenig sp\u00e4ter: \"Sofort nach der Wahl \u00e4nderte er sein Verhalten schlagartig. Sein wahrer Charakter kam nun zum Vorschein. Der Umgang seinerseits mit den anderen Vorstandsmitgliedern war ab sofort von Arroganz, Egoismus, Rechthaberei, Unkameradschaft und typischem Diktatorengehabe gekennzeichnet. Eine Suche nach Kompromissen ist ihm v\u00f6llig fremd und so ist eine vern\u00fcnftige politische Arbeit mit ihm unm\u00f6glich.\" Trotz dieser Friktionen gelang es dem NPD-Landesverband, die f\u00fcr seine Landesliste zur Bundestagswahl notwendigen 2.000 Unterst\u00fctzerunterschriften und die erforderlichen je 200 Unterst\u00fctzerunterschriften f\u00fcr drei seiner Direktkandidaten zu beschaffen. Einzig KERKHOFF blieben als Direktkandidat in Halle die notwendigen Unterschriften versagt. _ (r) Zitiet nach .\"NPD-Echo Sachsen-Anhalt 03:2002* 52","RECHTSEXTREMISMUS KERKHOFF gab im Verlauf des Wahlkampfes ein eigenes, nur an die Einwohner von Sta\u00dffurt gerichtetes Flugblatt heraus, dessen Intention es war, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu sch\u00fcren, um so das W\u00e4hlerpotenzial der NPD zu vergr\u00f6\u00dfern. KERKHOFF erwies sich dabei als gelehriger Sch\u00fcler MAHLERs und behauptete, die \"USOstk\u00fcste\" wolle den harten Kern Europas vernichten, indem sie das \"Deutsche Volk mit Orientalen und Afrikanern durchmischt\". KERKHOFF versch\u00e4rfte nach den Bundestagswahlen den Tenor dieses Flugblattes, das vom \"Deutschen Kolleg\" im Internet ver\u00f6ffentlicht wurde: \"Der allgemeine Aufstand des Deutschen Volkes ist der erste Schritt auf dem Weg nach Deutschland, zu Kaiser und Reich! ... La\u00dft Euch nichts mehr gefallen! Entausl\u00e4ndert Euer Denken! Macht Eure Schulen, Fabriken und Gemeinden wieder deutsch! Entmachtet die deutschfeindlichen Medien! Unterbindet alle Deutschenhetze und jeden Antigermanismus! darum f\u00fcr Volk, Kaiser und Reich: Jetzt den Aufstand wagen!\" Bei den Bundestagswahlen am 22. September erlangte die sachsen-anhaltische Landesliste 14.281 Zweitstimmen (1,0 Prozent). Die drei Direktkandidaten erhielten zusammen rund 6.000 Erststimmen (0,4 Prozent). Mathias AHLFELD (NPD-Kreisverband Ostharz) erzielte in seinem Wahlkreis 68 (\"Harz\") 1.616 Erststimmen (1,1 Prozent) und belegte damit den letzten von sechs Pl\u00e4tzen. Die Landesliste erreichte dort lediglich 1.393 Zweitstimmen. Wolfgang WINTER, NPD-Kreisverband Burgenlandkreis, erhielt im Wahlkreis 74 (\"Burgenland\") 2.363 Erststimmen (1,6 Prozent, sechster Rang von acht Bewerbern). Die Landesliste erzielte dort mit 2.208 Zweitstimmen das beste Wahlkreisergebnis der NPD in Sachsen-Anhalt. Sere auch Seite 38ff 53","RECHTSEXTREMISMUS KARL erlangte im Wahlkreis 75 (\"Mansfelder Land\") 2.021 Erststimmen. Auf die Landesliste entfielen dort 1.765 Zweitstimmen. Die erw\u00e4hnten Querelen zwischen KERKHOFF und den anderen Landesvorstandsmitgliedern l\u00e4hmten die Arbeit des Landesverbandes, verhinderten einen geordneten Wahlkampf und f\u00fchrten schlie\u00dflich zur Einberufung eines au\u00dferordentlichen Landesparteitages. Da dieser vorrangig der Abwahl KERKHOFFs dienen sollte, wurde der Parteitag von ihm und 'seinem' Kreisverband Elbe-Saale boykottiert. Am 26. Oktober wurde KERKHOFF in Merseburg in Anwesenheit von VOIGT und Generalsekret\u00e4r Ulrich EISENFELD (Niedersachsen) wie erwartet abgew\u00e4hlt. An seiner Stelle wurde KARL erneut zum Landesvorsitzenden berufen. Der NPD-Landesverband konnte trotz insgesamt zur\u00fcckgehender Mitgliederzahlen am 7. Dezember in Bitterfeld einen neuen Kreisverband gr\u00fcnden. F\u00fcr den Landesverband ist diese Gr\u00fcndung Ausweis der Handlungsf\u00e4higkeit des neuen Landesvorstandes. Der Landesverband Sachsen-Anhalt besteht formal aus elf Kreisverb\u00e4nden. Hierbei ist allerdings zu ber\u00fccksichtigen, dass die Kreisverb\u00e4nde Salzwedel\", Anhalt\" und Wittenberg nicht funktionsf\u00e4hig sind. Zudem befindet sich der Kreisverband Elbe-Saale mit seinem Vorsitzenden KERKHOFF in Opposition zum neuen Landesvorstand und der Kreisverband Magdeburg unternimmt keine sichtbaren Anstrengungen, die Mitglieder aus den Landkreisen Jerichower Land, B\u00f6rdeund Ohrekreis zu betreuen. Abgesehen vom Kreisverband Magdeburg existieren als funktionst\u00fcchtig im Sinne der NPD einzusch\u00e4tzende Strukturen somit erst s\u00fcdlich einer Linie Harz - Bitterfeld. Hierzu z\u00e4hlt der Landkreis Stendal. Hierzu z\u00e4hlen die Landkreise Bernburg. Kothen \"nd \u00c4nhalt-Zerbst. 54","RECHTSEXTREMISMUS Der NPD-Landesverband ver\u00f6ffentlichte im Berichtszeitraum drei Ausgaben der Mitgliederzeitschrift \"NPD Echo\". Die beiden ersten Ausgaben wurden durch KERKHOFF undeinen kleinen Autorenzirkel erstellt. Die dritte Ausgabe erschien im Dezember unter der \u00c4gide KARLs. Parallel dazu ver\u00f6ffentlichte der nunmehr abgew\u00e4hlte KERKHOFF ein eigenes \"NPD Echo\", das er als Organ des von ihm deklarierten, parteioffiziell nicht anerkannten NPD-Kreisverbandes Aschersleben-Sta\u00dffurt ausgab. Der NPD-Landesverband beteiligte sich mit Demonstrationen auch am \"Kampf um die Stra\u00dfe\". Unter dem Motto \"Gedenken der Zerst\u00f6rung Magdeburgs im 2. Weltkrieg\" f\u00fchrte der NPD-Kreisverband Magdeburg zusammen mit so genannten \"Freien Nationalisten\" am 19. Januar eine Demonstration mit anschlie\u00dfender Kranzniederlegung durch, an der sich etwa 250 Personen beteiligten. Am 30. November fand in Merseburg eine Demonstration unter dem Motto \"Todesstrafe f\u00fcr Kindersch\u00e4nder\" statt, an der etwa 200 NPDMitglieder, Neonazis und Skinheads teilnahmen. Einziger Redner war KARL, der in einem angeblich laxen Umgang der bundesdeutschen Justiz mit Sexualstraft\u00e4tern den Ausdruck einer gegen das deutsche Volk gerichteten Dezimierungspolitik sah: \"Nach Kriegsende waren die Methoden Vertreibung, Massenmord, Vergewaltigung und Raub. Heute ist es Masseneinwanderung v\u00f6llig wesensfremder Menschen; Zerst\u00f6rung der Familie (wozu das Problem des Kindesmi\u00dfbrauchs z\u00e4hlt), der Jugendund Geburtenr\u00fcckgang.\" Die NPD sei \"die einzige Partei in Deutschland ..., die sich konsequent f\u00fcr den Schutz der Kinder vor solchen perversen Kindersch\u00e4ndern einsetzt.\" \u00dcber die dargestellten Aktivit\u00e4ten hinaus beteiligten sich die Mitglieder des NPD-Landesverbandes im Berichtszeitraum an weiteren Demonstrationen und \u00f6ffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen in55","RECHTSEXTREMISMUS nerund au\u00dferhalb des Landes. Zudem fanden in den Kreisverb\u00e4nden unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit Mitgliederversammlungen, Liederabende und Schulungen statt. Hinzu kamen interne, regelm\u00e4\u00dfig wiederkehrende Veranstaltungen unter freiem Himmel, wie zum Beispiel Kranzniederlegungen zum Jahrestag der Reichsgr\u00fcndung, zum Volkstrauertag und zur Ehrung der M\u00f6rder des Reichsau\u00dfenministers Walther RATHENAU\". Die Internetpr\u00e4senzen des NPD-Landesverbandes sowie der Kreisverb\u00e4nde Burgenlandkreis und Magdeburg wurden im Berichtszeitraum nur noch sporadisch gepflegt und waren weitgehend inaktuell. Ausgenommen hiervon war lediglich die Pr\u00e4sentation des von NPDAngeh\u00f6rigen initiierten Internet-Diskussionsforums \"Mitteldeutscher Gespr\u00e4chskreis\". Junge Nationaldemokraten (JN) Auf dem Bundeskongress am 16. November 2002 in Kirchheim (Hessen) wurde Stefan ROCHOW, bereits Landesvorsitzender in Hessen, zum neuen Bundesvorsitzenden der NPD-Jugendorganisation gew\u00e4hlt. Sascha RORM\u00dcLLER (Bayern) trat nicht mehr zur Wahl an. ROCHOW stellte fest, dass die Schw\u00e4che der JN aus einer Doppelbindung f\u00fchrender JN-Funktion\u00e4re in NPD-Gremien resultiere und erkl\u00e4rte, er strebe \u00fcber eine \"Qualifizierung des F\u00fchrungskaders\" eine vorsichtige St\u00e4rkung des eigenen Profils gegen\u00fcber der Mutterpartei an. Die JN verf\u00fcgen in Sachsen-Anhalt \u00fcber keinerlei Strukturen. \" Die Morder hatten der ber\u00fcchtigten \"Organsation Consul* angenort und waren nach nrer Fiucnt vor Berliner Tatort am 17. Juli 1922 durch Merseburger Polizeikr\u00e4fte an der 3urgruine Saaleck (Burgerlandkres) gestellt worden. Ihr Grab wurde im \"Dritten Reich\" zur Pilge'st\u00e4tte. 56","RECHTSEXTREMISMUS + \"Deutsche Volksunion\" (DVU) Mit 13.500 Mitgliedern ist die DVU nach wie vor die personenst\u00e4rkste rechtsextremistische Partei in der Bundesrepublik Deutschland, obwohl sie gegen\u00fcber den Vorjahren einen stetigen R\u00fcckgang ihrer Mitgliederzahlen zu verzeichnen hat'. Die Partei verf\u00fcgt \u00fcber Organisationsstrukturen in allen Bundesl\u00e4ndern. Bundesvorsitzender ist seit der Gr\u00fcndung als \"DVU-Liste D\" am 5. M\u00e4rz 1987 Dr. Gerhard FREY, der die Partei zentralistisch und autorit\u00e4r f\u00fchrt. Obwohl sich die DVU vordergr\u00fcndig zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennt, offenbart sich ihre verfassungsfeindliche Zielsetzung insbesondere in Artikeln der \"National-Zeitung/Deutsche Wochenzeitung\" (NZ/ DW). Die w\u00f6chentlich in einer Auflagenh\u00f6he von etwa 45.000 Exemplaren erscheinende, als Sprachrohr der DVU geltende Publikation bedient die klassischen rechtsextremistischen Agitationsfelder Ausl\u00e4nderfeindlichkeit und Antisemitismus und betreibt eine revisionistisch-tendenzi\u00f6se Bew\u00e4ltigung der NS-Vergangenheit im Kontext mit einer Relativierung der deutschen Kriegsschuld und des Holocausts sowie die Herabsetzung des demokratischen Rechtsstaates und seiner f\u00fchrenden Repr\u00e4sentanten. Die NZ/DW nutzt aktuelle tagespolitische Themen, um zielgerichtet bestimmte Ressentiments in der Bev\u00f6lkerung zu sch\u00fcren. So wurde beispielsweise der Konflikt zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensern instrumentalisiert, um gegen Israel zu polemisieren. Der diesbez\u00fcgliche Titel lautete: \"Israels Vernichtungskrieg -- Werden die Pal\u00e4stinenser ausgerottet?\"deg. Ziel der Israelis sei es, den \"Lebenstraum von einem araberfreien Gro\u00dfisrael\" zu verwirklichen. Der US-Pr\u00e4sident lasse indessen den V\u00f6lkermord an den Pal\u00e4stinensern geschehen und verlange gar von ARAFAT, endlich entscheidende (c) 15.900 Msglieder -- 2001, 17.909 in 2000. EUR NZ'DWNr. 16:52 und 17:52. 57","RECHTSEXTREMISMUS Schritte zur Beendigung der pal\u00e4stinensischen Terroranschl\u00e4ge zu unternehmen. In diesem Zusammenhang missbrauchte die NZ/DW ein Interview mit dem j\u00fcdischen linksintellektuellen Sprachwissenschaftler Noam CHOMSKY(r)\". Unter anderem hatte CHOMSKYerkl\u00e4rt, Ursachef\u00fcr das Vorgehen Israels gegen die Pal\u00e4stinenser unter Missachtung des V\u00f6lkerrechts sei dessen Abh\u00e4ngigkeit von den USA und der Unterst\u00fctzung durch die jeweilige US-Regierung. Israel sei praktisch ein milit\u00e4rischer Vorposten der USA. Dem nur noch gering strukturierten sachsen-anhaltischen DVULandesverband d\u00fcrften inzwischen deutlich weniger als 100 Personen angeh\u00f6ren. 2001 verf\u00fcgte die hiesige DVU noch \u00fcber rund 300 Mitglieder. Im Berichtszeitraum beschr\u00e4nkte sich die \u00f6ffentlichkeitswirksame Bet\u00e4tigung des Landesverbandes im Wesentlichen auf die Veranstaltung so genannter politischer Stammtische. + \"Freiheitliche Deutsche Volkspartei\" (FDVP) Die FDVP wurde am 15. Februar 2000 durch ehemalige Landtagsabgeordnete und Funktion\u00e4re der DVU gegr\u00fcndet. Landesverb\u00e4nde der Partei existieren in Sachsen, Th\u00fcringen und Sachsen-Anhalt. Bis zur Landtagswahl am 21. April war die FDVP mit einer Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt vertreten. Ein erneuter Einzug in den Landtag gelang der mit 35 Kandidaten angetretenen Partei nicht. Nach stetigem Abw\u00e4rtstrend d\u00fcrfte die FDVP nunmehr \u00fcber weit weniger als 100 Mitglieder verf\u00fcgen. Parteistrukturen existieren so gut wie nicht mehr. \"2 Derlange Zet ar \"MassachussettsInstitute of Technology\" {MIT; errende Lirguist CHOMSKY ergagierte sich wiederhoit als anarcho-syndikalistiscn orientierter Kritixer ger amer xanischen !Innenund Au\u00dfenpolitik und \u00e4u\u00dferte sich zu den Folger der wirtschaftlichen Globa'sierung 58","RECHTSEXTREMISMUS Die FDVP ist als verfassungsfeindlich einzustufen, da sie nach wie vor jegliche Abkehr von der rechtsextremistischen Programmatik der DVU vermissen l\u00e4sst, so dass die Ideologiemerkmale beider Parteien ann\u00e4hernd \u00fcbereinstimmen. Zudem fehlt eine klare Aussage dar\u00fcber, nicht mit anderen rechtsextremistischen Parteien zusammenzuarbeiten zu wollen. + \"Die Republikaner\" (REP) Die REP wurden 1983 gegr\u00fcndet und verf\u00fcgen derzeit auf Bundesebene \u00fcber etwa 9.000 Mitglieder'. Die Partei ist nach wie vor mit Organisationsstrukturen in allen Bundesl\u00e4nder pr\u00e4sent. Die REP beteiligten sich mit 14 Landeslisten und Direktkandidaten in sieben L\u00e4ndern an der Bundestagswahl am 22. September. Auf die Partei entfielen 0,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Der Landesverband Sachsen-Anhalt nahm nicht an der Bundestagswahl teil. Bundesvorsitzender ist nach wie vor Dr. Rolf SCHLIERER, der weiterhin bem\u00fcht ist, die REP in der \u00f6ffentlichen Reflexion als seri\u00f6se rechtskonservative Partei darzustellen. Trotz dieser vordergr\u00fcndigen Bem\u00fchungen ist die verfassungsfeindliche Zielsetzung der REP vor allem durch die Agitation gegen Ausl\u00e4nder und Asylbewerber offensichtlich. In diesem Zusammenhangfordert die Partei eine restriktive Einwanderungspolitik und ein \"Zuwanderungsverhinderungsgesetz\" sowie die Abschaffung des Asylgrundrechtes. Diese Aussagen finden sich auch im neuen Parteiprogramm der REP, das am 11. und 12. Mai auf einem Bundesparteitag in K\u00fcnzell (Hessen) beschlossen wurde. Die REP bedienen mit der Diskreditierung von Institutionen der Bundesrepublik Deutschland und der Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus weitere klassische Agitationsfelder des Rechtsextremismus. (r)@ 411599 Migliezer in 2991 13.000 :n 2099. 59","RECHTSEXTREMISMUS Durch Kontakte zu anderen rechtsextremistischen Parteien und Vereinigungen bestehen weitere tats\u00e4chliche Anhaltspunkte f\u00fcr rechtsextremistische Bestrebungen. Der hiesige Landesverband ist von Inaktivit\u00e4t und sinkenden Mitgliederzahlen gepr\u00e4gt. Inzwischen d\u00fcrften den REP in SachsenAnhalt weniger als 100 Personen angeh\u00f6ren. Au\u00dfer durch wenige Infost\u00e4nde war die Partei im Berichtszeitraum in der \u00d6ffentlichkeit nicht pr\u00e4sent. 60","LINKSEXTREMISMUS Il. LINKSEXTREMISMUS Das linksextremistische Personenpotenzial nahm in SachsenAnhalt im Berichtszeitraum leicht zu. Linksextremisten |, nr nr = a Parteien und Vereinigungen Autonome Gesamt: AUTONOME + Allgemeine Entwicklung und Potenzial Die Autonomenszene verf\u00fcgt \u00fcber kein einheitliches ideologisches Konzept. Sie orientiert sich an anarchistischen oder kommunistischen Vorstellungen und propagiert den Widerstand gegen Autorit\u00e4ten und die Missachtung von Normen. Autonome suchen \"Freir\u00e4ume\" unter anderem in Wohngemeinschaften mit Gleichgesinnten, oftmals in besetzten oder \"legalisierten\" H\u00e4usern. Als Konsens wird eine \"antifaschistische\" und \"antikapitalistische\"* Grundhaltung vorausgesetzt. Diese richtet sich mit dem perspektivischen Ziel, das \"herrschende System\" zu \u00fcberwinden, gegen die bestehende politische und gesellschaftliche Ordnung. Autonome betrachten die Anwendung von Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele. Diese Gewalt richtet sich gr\u00f6\u00dftenteils gegen Sachen, wird aber auch gegen Personen, vornehmlich Rechtsextremisten, ausge\u00fcbt. Autonome stellen nach wie vor den bei weitem gr\u00f6\u00dften Anteil des gesamten gewaltbereiten linksextremistischen Potenzials und sind verantwortlich f\u00fcr die Mehrzahl der Gewalttaten mit linksextremistischem Hintergrund. 61","LINKSEXTREMISMUS Die Schwerpunkte der Autonomenszene befinden sich in SachsenAnhalt in den St\u00e4dten Magdeburg, Halle und Dessau. Dar\u00fcber hinaus wurden entsprechende Aktivit\u00e4ten vor allem in den Regionen Salzwedel, Stendal, Haldensleben, Gardelegen, Merseburg, Bitterfeld, Burg, Genthin und Halberstadt/Quedlinburg beobachtet. Autonome aus Sachsen-Anhalt kooperieren vor allem mit Gleichgesinnten aus den angrenzenden Bundesl\u00e4ndern und aus Berlin. Sie f\u00fchren zudem einen intensiven Informationsaustausch mit anderen linksextremistischen Personen und Gruppen durch. Zur Seibstdarstellung, Mobilisierung, Organisierung und Agitation werden neben Szenepublikationen \"Infol\u00e4den\" und mit steigender Tendenz die zahlreichen M\u00f6glichkeiten des Internet genutzt. Informationsportale sind im Berichtszeitraum ausgebaut worden. + Aktionsfelder 'Antifaschismus\" Der \"Antifaschismus\" ist nach wie vor zentrales Thema der Autonomenszene in Sachsen-Anhalt, wobei der \"antifaschistische Kampf\" als -- oftmals gewaltt\u00e4tiges -- Vorgehen gegen tats\u00e4chliche oder vermeintliche Rechtsextremisten, deren Eigentum und Versammlungsst\u00e4tten begriffen wird. Die dar\u00fcber hinaus propagierte Beseitigung der angeblichen \"Wurzeln des Faschismus\", die in der demokratischen Gesellschaftsordnung ausgemacht werden, trat demgegen\u00fcber in den Hintergrund. Am 28. Januar wurde ein Brandanschlag auf die Magdeburger Gastst\u00e4tte \"Zum Reinheitsgebot* ver\u00fcbt, die als Treffpunkt der rechtsextremistischen Szene bekannt war. In der \u00f6rtlichen Szenezeitschrift \"S\u00fcndenbock\" bekannte sich die \"Antifaschistische Zelle Frank B\u00f6ttcher\" zu der Tat und begr\u00fcndete sie als Reaktion auf e De der Punkerszenre zuzurechende Frank B\u00d6TTCHER \"de n den fr.hen Morgenstunden des 8. Februar 1997 mit schweren Kopfverletzungen und mehreren Nessersuchen m Ruc<en an ener Stra\u00dfenbahnhaltestelle :r Magdeburg-Olvenstedt aufgefunden und siarb kurze Zeit spater m Krankenha.s. Die linxsextemstische Szene geht davon aus. dass der Tat ene rect!sextremistische \"otivation zug'unde:ag. 62","LINKSEXTREMISMUS einen am 28. Januar vermutlich von Rechtsextremisten ver\u00fcbten Brandanschlag auf das alternative Magdeburger Szenecafe \"Thiembuktu* und einen Demonstrationszug der NPD am 19. Januar in Magdeburg. In der Selbstbezichtigung hie\u00df es: \"Unser Angriff war eine konsequente Reaktion auf den Brandanschlag aufs ''Thiembuktu', gepaart mit der Wut \u00fcber den Fascho-Aufmarsch am 19.01.2002 durch Stadtfeld. Diese Aktion soll vor allem 2 Zeichen setzen: 1. sollte es den Nazis zeigen, dass sie nie mehr ungestraft derartige menschenverachtende Anschl\u00e4ge durchf\u00fchren k\u00f6nnen. 2. Dass sie linke Zentren, Viertel und Personen besser unangetastet lassen. Linke Projekte verteidigen, Nazi-Strukturen zerschlagen!!!\" Am 28. Juni wurde ein zweiter Brandanschlag auf das \"Reinheitsgebot\" ver\u00fcbt, bei dem die T\u00e4ter in den R\u00e4umlichkeiten die Schriftz\u00fcge \"Antifa hei\u00dft Angriff\" und \"Bomb\" hinterlie\u00dfen. Zuvor waren am 26. Juni Brands\u00e4tze auf das als Treffpunkt der linksextremistischen Szene fungierende \"Soziale und kulturelle Jugendzentrum\" in Halle und auf das \"Haus der Jugend\"(r)deg in Gardelegen geworfen worden. Autonome suchen die unmittelbare Konfrontation mit dem politischen Gegner h\u00e4ufig bei dessen Demonstrationen. Beleg daf\u00fcr war im Berichtszeitraum vor allem das Vorgehen gegen eine Demonstration am 19. Januar in Magdeburg, die vom \u00f6rtlichen NPD-Kreisverband(r)(r) veranstaltet wurde. An der Gegenveranstaltung des \"Antifaschistischen B\u00fcndnisses\", dem auch der \"Autonome Zusammenschlu\u00df Magdeburg\", \"Venceremos Magdeburg\", der \"Arbeitskreis Antifaschismus\" und die \"Hausbesetzer Ulrike\"angeh\u00f6rten, beteiligten sich etwa 300, auch aus anderen St\u00e4dten des Bundesgebietes angereiste Personen. Am Rande der DemonstratiZ.u den Besuchern des Hauses z\u00e4hlen auch Autonome sowie Kinder und Jugendliche aus einer Asylbewerberunte\"<unft. An der Demonstration ger NPD nahmer 250 Personen teil Sehe auch Seite 55 Sere auch Sete \u00f6\u00f6ff. 63","LINKSEXTREMISMUS on versuchten Linksextremisten den Aufzug der NPD durch Anwendung der so genannten Kleingruppentaktik zu st\u00f6ren. Diese sieht vor, polizeiliche Kontrollen durch die Bildung kleiner Gruppen von Gewaltt\u00e4tern zu umgehen und einzelne Rechtsextremisten w\u00e4hrend oder nach der Veranstaltung anzugreifen. Durch ihre Pr\u00e4senz konnte die Polizei dies w\u00e4hrend der Demonstration verhindern. Nach deren offiziellen Ende wurde bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Angeh\u00f6rigen beider Lager ein NPDAnh\u00e4nger schwer verletzt. Die Polizei nahm zahlreiche Personen beider Szenen in Gewahrsam. Die geplante Route des NPD-Aufmarsches mitten durch den als \"Hochburg der linken Szene\" geltenden Stadtteil Stadtfeld wurde im Vorfeld der Veranstaltung durch die Polizei abge\u00e4ndert und f\u00fchrte schlie\u00dflich durch Kleingartenanlagen und Nebenstra\u00dfen. Obwohl dies in Teilen der linksextremistischen Szene als Provokation betrachtet wurde, wertete das \"Antifaschistische B\u00fcndnis\" die \u00c4nderung der Marschroute als Erfolg: \"Wir haben verhindert, dass der NPD-Kreisverband durch den Kern des ehemals alternativen Stadtviertels Stadtfeld marschiert. Und wir haben damit deutlich gemacht, dass wir uns unseren relativ sicheren Sozialraum durch rechte \u00dcbergriffe nicht streitig machen lassen.\" \u00c4hnlich gingen Linksextremisten am 23. Februar in Salzwedel vor. Am Rande einer Demonstration gegen eine Veranstaltung der rechtsextremistischen \"B\u00fcrgerinitiative gegen linke Gewalt\" bewarfen Autonome Angeh\u00f6rige der rechtsextremistischen Szene mit Steinen, Flaschen, Rauchbomben und Feuerwerksk\u00f6rpern. \u00dcber das zielgerichtete Vorgehen gegen Veranstaltungen von Rechtsextremisten hinaus kommt es immer wieder zu - teils spontanen -- gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzungen mit Angeh\u00f6rigen der gegnerischen Szene. Nach dem alten Szene-Wahlspruch \"Schlagt die Nazis, wenn Ihr sie trefft\" gen\u00fcgt dabei als Ausl\u00f6ser h\u00e4ufig die 64","LINKSEXTREMISMUS blo\u00dfe Anwesenheit von Rechtsextremisten oder vermeintlichen Rechtsextremisten: e Am 28. Januar kam es in Salzwedel zu einer Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen der \u00f6rtlichen linksund rechtsextremistischen Szenen, in deren Verlauf ein der linksextremistischen Szene zuzurechnender Jugendlicher mit einer Flasche zuschlug. Ein Rechtsextremist erlitt dadurch Verletzungen im Gesicht und musste im Krankenhaus behandelt werden. e Am 12. M\u00e4rz wurden in Halle drei Mitglieder der von der linksextremistischen Szene als \"faschistisch\" bezeichneten \"Partei Rechtsstaatlicher Offensive\" (PRO) beim Aufstellen von Wahlplakattr\u00e4gern t\u00e4tlich angegriffen. Bei den Tatverd\u00e4chtigen handeite es sich um Bewohner eines linken Szeneobjektes. e Am 30. M\u00e4rz wurden in Loburg (Landkreis Anhalt-Zerbst) f\u00fcnf Personen der rechtsextremistischen Szene aus einer Gruppe von etwa 30 Linksextremisten mit Steinen und Flaschen beworfen. Auf einen Rechtsextremisten wurde gezielt mit F\u00e4usten und Zaunlatten eingeschlagen. e Am 6. April fand in Leipzig eine Demonstration von Neonazis statt. Auch Linksextremisten beteiligten sich an den zahlreichen dagegen gerichteten Protestaktionen. W\u00e4hrend der R\u00fcckreise der Veranstaltungsteilnehmer kam es im Zug von Leipzig nach Magdeburg und auf dem Bahnhof Wolfen zu AuseinandersetZungen zwischen Linksund Rechtsextremisten.(r)(r) \" Am 7. Juli bewarfen Besucher des Magdeburger Szenecafes \"Ulrike\" einen vorbeifahrenden PKW mit Steinen und Bierflaschen. Die vermutlich rechtsextremistischen Pkw-Insassen griffen ihrerseits die Autonomen mit Steinschleudern an. Sere auch Seite 28. 65","LINKSEXTREMISMUS \" Am 3. Oktober bewarfen etwa 20 Autonome einen Zug der Deutschen Bahn AG bei einem Halt in Gro\u00dfkugel (Saalkreis) mit Brands\u00e4tzen und Schottersteinen. Dabei wurden zahlreiche Fensterund T\u00fcrscheiben zerst\u00f6rt. Mitreisende des nach Leipzig weiterfahrenden Zuges waren unter anderem 90 Rechtsextremisten, die sich auf dem Weg zu einer Neonazi-Demonstrationdeg(r) befanden. \"Kampf gegen Umstrukturierung\" Unter dem Begriff \"Kampf gegen Umstrukturierung\" wenden sich Autonome gegen die von ihnen behauptete Verdr\u00e4ngung sozial Schwacher und - vor allem mit Blick auf die eigene Situation -- geselischaftlicher Randgruppen aus bestimmten Wohngebieten. Dabei werden besetzte H\u00e4user als \"sichtbarer Widerstand\" und \"Angriff auf das kapitalistische Prinzip von Privateigentum\" betrachtet und als \"Freir\u00e4ume\" verteidigt. Als solcher \"Freiraum\" galt auch ein szeneintern kurz als \"Ulrike\" bezeichnetes, seit Anfang 2000 besetztes Haus in Magdeburg. Benannt nach der RAF-Terroristin Ulrike MEINHOF fungierte das Geb\u00e4ude als Treffpunkt der linksextremistischen Gruppierung \"Autonomer Zusammenschlu\u00df (AZ) Magdeburg\". Am 1. September wurde das Haus von der Polizei ger\u00e4umt. Ausgangspunkt waren zwei F\u00e4lle von Landfriedensbruch. Polizeiliche Ermittlungen erh\u00e4rteten den Verdacht gegen Angeh\u00f6rige der Autonomenszene, die sich im Szeneobjekt aufhielten. Ehemalige Hausbewohner \u00e4u\u00dferten sich im Internet zur R\u00e4umung: \"Diese Polizeima\u00dfnahme war nach eigenen Einsch\u00e4tzungen ein gezielter und lang vorbereiteter Schlag gegen die linke Szene undsoll uns vordergr\u00fcndig schw\u00e4chen und l\u00e4hmen ... Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr einen autonomen Freiraum in dem ein Leben ohne Herrschaftsformen wie Rassismus, Sexismus, Egoismus, Profitgier usw. zumindest schrittweise m\u00f6glich ist. Es ist die Idee von einem Freiraum wo jeder/jede unabh\u00e4ngig von (r) Siehe auch Seite 27. 66","LINKSEXTREMISMUS dessen finanziellen Mitteln Platz findet und Freundschaft, Kollektivit\u00e4t & Solidarit\u00e4t im Vordergrund steht... Wohnraum ist das Grundrecht eines jeden Menschen und nicht f\u00fcr die Bereicherung profitgieriger Spekulanten & Wohnungsbaugesellschaften bestimmt. Gegen ein Europa der Bonzen und Banken! Gegen Profitgier und Spekulantentum! Alternative Zentren aufbauen und verteidigen!\" Die R\u00e4umung des Hauses, die innerhalb der Magdeburger Autonomenszene zu erheblicher Unruhe gef\u00fchrt hatte, war Ausgangspunkt weiterer themenbezogener Aktivit\u00e4ten: e Bei einer Spontandemonstration am 2. September versuchten Teilnehmer des Demonstrationszuges das ger\u00e4umte Objekt zu st\u00fcrmen, wurden daran aber durch Polizeikr\u00e4fte gehindert. e Am Abend des 3. September drangen mehrere Personen der linksextremistischen Szene in ein leerstehendes Geb\u00e4ude in der Gro\u00dfen Diesdorfer Stra\u00dfe/Baakestra\u00dfe ein und befestigten an der Au\u00dfenfassade Transparente, die die R\u00e4umung der \"Ulrike\" thematisierten. In der Folgezeit wurden auch an mehreren anderen Geb\u00e4uden in Magdeburg \u00e4hnliche Aush\u00e4nge angebracht. \"e Am 7. September versammelten sich in Magdeburg etwa 200 Angeh\u00f6rige der Autonomenszene unter dem Motto \"Ulrike wird es ewig geben\". Aufrufe zur Demonstration wurden auf der Homepage des \"AZ Magdeburg\" verbreitet. e Am 11. und 25. September blockierten Personen der linksextremistischen Szene in der Magdeburger Innenstadt Stra\u00dfenkreuzungen. \"e Am 22. November trafen sich etwa 60 Personen der linksextremistischen Szene zu einer Spontandemonstration unter dem 67","LINKSEXTREMISMUS Motto \"F\u00fcr ein soziales, kulturelles und autonomes Zentrum\" in der Innenstadt von Magdeburg. \"Kampf gegen staatliche Repression und \u00dcberwachung\" Zu einem neuen Aktionsfeld der Autonomenszene hat sich in den letzten Jahren der \"Kampf\" gegen die \"\u00dcberwachungsgesellschaft\" entwickelt. So ist die Video\u00fcberwachung des Halleschen Marktplatzes seit Ende 1999 ein Schwerpunktthema der \u00f6rtlichen Autonomenszene, die in diesem Rahmen aktionsbezogen eng mit linksextremistischen Gruppen aus Leipzig zusammenwirkt. Beispielhaft f\u00fcr die einschl\u00e4gigen Aktivit\u00e4ten war im Berichtszeitraum insbesondere eine Straftat mit der sich die T\u00e4ter zus\u00e4tzlich gegen Fahrpreiserh\u00f6hungen im \u00f6ffentlichen Nahverkehr wandten und so auf Sympathien auch in anderen Teilen der Bev\u00f6lkerung abzielten: In der Nacht zum 31. Juli besch\u00e4digten Unbekannte etwa 20 Fahrscheinautomaten der \"Halleschen Verkehrs AG* (HAVAG) in Halle und Merseburg. Einige Automaten wurden mit Schnellkleber au\u00dfer Betrieb gesetzt, an weiteren wurden Aufkleber mit dem HAVAG-Logo angebracht, auf denen es hie\u00df, die Automaten seien au\u00dfer Betrieb und Fahrten bis zu 10 Minuten oder drei Haltstellen frei. In einem Schreiben, das der Redaktion der \"Mitteldeutschen Zeitung\" (MZ) in Halle zuging und im Internet verbreitet wurde, bekannte sich eine Gruppe mit dem Namen \"autonome halle\" zu den Taten. Die Verfasser erkl\u00e4rten, ihre Aktion richte sich gegen die Preispolitik der HAVAG, die st\u00e4ndig Fahrpreise erh\u00f6he, Strecken und kosteng\u00fcnstige Angebote streiche, und zum anderen gegen die \u00dcberwachung in den Bahnen durch die Installation von Videokameras. Diese Ma\u00dfnahme stehe im Zusammenhang mit der Erweiterung der \u00dcberwachung des \u00f6ffentlichen Raumes, koste Geld und trage dazu bei, bestimmte Menschengruppen zu stigmatisieren und zu kriminalisieren. Abschlie\u00dfend forderten die Verfasser: \"Die Deinstallation aller Kameras und der \u00dcberwachungssysteme\" und \"die Halbierung s\u00e4mtlicher Fahrpreise sowie das Anstreben eines kostenlosen Personennahverkehrs.\" 68","LINKSEXTREMISMUS Proteste gegen '\"Neoliberalismus\" und \"Globalisierung\" Vor dem Hintergrund internationaler, zumeist wirtschaftspolitisch ausgerichteter Gipfelkonferenzen hatsich in denletzten Jahren ein Protestpotenzial herausgebildet, das vor allem durch gewaltsame Ausschreitungen in den Blickpunkt der \u00d6ffentlichkeit geriet. Bei dieser Protestbewegung handelt es sich um ein Netzwerk von Gruppen unterschiedlicher politischer und sozialer Ausrichtung. Unter dem Begriff \"Globalisierung* wird dabei die weltumspannende Ausdehnung einer auf \"Wettbewerb und Profitmaximierung basierenden kapitalistischen Wirtschaftsordnung\" verstanden, in der sich der Einfluss von Gro\u00dfkonzernen \u00fcber staatliche Strukturen hinweg entwickele. Ein neoliberaler Staat toleriere diese Entwicklung. Die gewaltsamen Ausschreitungen in der Vergangenheit haben die Proteste zunehmend auch f\u00fcr Autonome attraktiv gemacht und der gewaltbereiten Szene ein neues Gef\u00fchl von Macht und St\u00e4rke vermittelt. Die schweren Ausschreitungen w\u00e4hrend des Treffens der Staatsund Regierungschefs der G-8-Staaten vom 20. bis 22. Juli 2001 in Genua, bei denen der italienische Globalisierungsgegner Carlo GIULIANI durch einen Polizisten t\u00f6dlich verletzt wurde, waren f\u00fcr die Autonomenszene in Sachsen-Anhalt von nachhaltiger Bedeutung. Auch im Berichtszeitraum wurde in Magdeburg mit einer Demonstration auf die Ereignisse Bezug genommen. Zudem beteiligten sich Autonome aus Sachsen-Anhalt mehrfach an entsprechenden Protestaktionen im Bundesgebiet und im europ\u00e4ischen Ausland. In einem Aufruf zur Teilnahme an den Protesten gegen ein EUGipfeltreffen im Dezember in Kopenhagen (D\u00e4nemark) \u00e4u\u00dferte sich eine Autonomengruppe aus Halle zu den Motiven der Teilnehmer: \"Wir mobilisieren zu den Protesten gegen die Treffen von NATO und EU, um st\u00e4rker linksradikale Inhalte in die globalisierungskritische Bewegung zu tragen. Uns geht es nicht dar69","LINKSEXTREMISMUS um, einzelne Institutionen anzugreifen, sondern das System, welches sowohl Folge als auch Ursache der Verh\u00e4ltnisse ist... Nieder mit Deutschland, EU & NATO! Kapitalismus abschaffen! Eine v\u00f6llig andere Welt ist m\u00f6glich!\" + Autonome Strukturen mit terroristischen Ans\u00e4tzen Innerhalb der Autonomenszene haben sich Vereinigungen gebildet, die in ihren \u00c4u\u00dferungen und Aktionen Absichten und Ans\u00e4tze zur Aus\u00fcbung terroristischer Gewalt erkennen lassen. Diese im Verborgenen wirkenden Kleingruppen operieren ausder \"Legalit\u00e4t\" heraus und zum Schutz vor Strafverfolgung auch unter wechselnden Aktionsnamen. F\u00fcr Angeh\u00f6rige solcher Personenzusammenschl\u00fcsse ist Militanz gleicherma\u00dfen unverzichtbarer und unmittelbarer Ausdruck ihrer Gegnerschaft zum \"System\" sowie Bestandteil des eigenen Lebensgef\u00fchls. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die von der vermutlich aus Berlin stammenden \"militanten gruppe (mg)\" angesto\u00dfene, zwischen diversen gewaltbereiten Gruppierungen kontrovers gef\u00fchrte Diskussion \u00fcber k\u00fcnftige linksextremistische Organisationsmodelle und die Bandbreite m\u00f6glicher Aktionsformen. Obgleich die \"mg\" zum jetzigen Zeitpunkt die ultima ratio einer \"Exekution von Entscheidungstr\u00e4gerInnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft\" f\u00fcr sich selbst ausschlie\u00dft, bezeichnete sie in ihren Ver\u00f6ffentlichungen die \"Schaffung einer logistischen Basis eines potenziellen bewaffneten Kampfes\" als \"integralen Bestandteil eines komplexen revolution\u00e4ren Aufbauprozesses\". Bislang bekannte sich die Gruppe zur Verschickung von Drohschreiben mit beigelegter scharfer Kleinkaliberpatrone und zu mehreren Brandanschl\u00e4gen. Nach einem solchen Anschlag auf Fahrzeuge eines Autohauses in Berlin hinterlie\u00dfen die T\u00e4ter ein Selbstbezichtigungsschreiben, in dem sie \"k\u00e4mpferische Gr\u00fc\u00dfe\" unter anderem an die \"revolution\u00e4re 70","LINKSEXTREMISMUS aktion carlo giuliani\"'\"deg und an das \"kommando freilassung aller politischen gefangenen' richteten. Diese Gruppen hatten sich in \"Erkl\u00e4rungen\" zustimmend zur Anwendung von Gewalt ge\u00e4u\u00dfert. Die \"militante gruppe (mg)\" unterstrich ihre Gr\u00fc\u00dfe mit der Aufforderung zum gemeinsamen Aufbau einer militanten Plattform. Das \"kommando 'freilassung aller politischen gefangenen\"\" bekannte sich zu zwei am 18. M\u00e4rz ver\u00fcbten Brandanschl\u00e4gen aufein Geb\u00e4ude des Landeskriminalamtes und ein Fahrzeug des Bundesgrenzschutzes'' in Magdeburg. In einer Selbstbezichtigung, die in der autonomen Szenezeitschrift \"Interim''? ver\u00f6ffentlicht wurde, rechtfertigten die Verfasser die Anschl\u00e4ge als einen Angriff auf den \"Gewaltapparat der Herrschenden\" und bezeichneten sich als Teil einer \"neuen revolution\u00e4ren Bewegung\". Ihr Ziel sei eine \"Verankerung militanter Politik in den K\u00f6pfen der Bev\u00f6lkerung\". Weiter hie\u00df es: \"mit diesen aktionen wollten wir unser mitgef\u00fchl fuer die im kampf gefallenen genoszinnen und den noch immer inhaftierten politischen gefangenen bekunden ... so haben wir, die sich als teil der 'neuen revolution\u00e4ren bewegung' verstehen, zwei molotowcocktails auf ein Ika-gebaeude in magdeburg geworfen, wobei nur einer entflammte. Desweiteren sollte zeitgleich am magdeburger-hauptbahnhof ein bgs-mannschaftswagen mit einem brandsatz abgefackelt werden ... fuer eine militante offensive!\" In der Ver\u00f6ffentlichung bekundeten die Verfasser ihren Respekt f\u00fcr einen Brandanschlag der \"militanten gruppe (mg)\" auf ein Geb\u00e4ude eines Berliner Bezirksamtes am 5. Februar. Am 27. November wurden in Magdeburg auf Veranlassung des Generalbundesanwaltes zwei Personen wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung festgenommen. Ihnen wird D:e Gruppe \"Jernahm in e:nem Selbstbezichtigungsschreiben die Verantwort.ng f\u00fcr einen Brandarschlag auf Fahrzeuge eines Astohauses in Magdeburg. Der Brandsa:z entz\u00fcndete sich nicht. Ausgabe Nr 553 vor 9. Ma: 2002. 71","LINKSEXTREMISMUS vorgeworfen, das \"kommando 'freilassung aller politischen gefangenen' gegr\u00fcndet zu haben und an den vorgenannten Brandanschl\u00e4gen beteiligt gewesen zu sein. Gleichzeitig wurden vier Objekte in Magdeburg, Quedlinburg und Berlin durchsucht. In einer der Wohnungen wurden Gegenst\u00e4nde sichergestellt, die zur Herstellung von Sprengund Brandvorrichtungen geeignet sind. Gegen beide Beschuldigten erging Haftbefehl. Gegen weitere Personen wird noch ermittelt. Die \"militante gruppe (mg)\" reagierte mit einer \"Presseerkl\u00e4rung vom 10. Dezember\" auf die Festnahmen in Magdeburg. In ihrem Schreiben, das unter anderem der MZ in Halle zuging, hie\u00df es einleitend: \"Als militante gruppe (mg) werden wir ab sofort regelm\u00e4\u00dfig bzw. anla\u00dfbezogen Presseerkl\u00e4rungen herausgeben, um auf bestimmte medial verbreitete Ereignisse, die den begonnenen Proze\u00df der Organisierung militanter Gruppenstrukturen betreffen, zu reagieren.\" Der \"Repressionsschlag* der Bundesanwaltschaft beweise den erh\u00f6hten Druck, dem nach der Kapitulation der RAF'(r) und gro\u00dfer Teile der \"Revolution\u00e4ren Zellen\" (RZ) auch der \"niedrigschwellige militante Widerstand\" ausgesetzt sei. Da sich das \"kommando 'freilassung aller politischen gefangenen\" in seiner Erkl\u00e4rung positiv zu den Aktionen der \"militanten gruppe (mg)\" ge\u00e4u\u00dfert hatte, handele es sich bei dem \"Repressionsschlag\" um den ersten gezielten staatlichen Angriff auf den von der \"militanten gruppe (mg) initiierten Organisierungsprozess militanter Gruppen. Daher seien die beiden Festgenommenen \"objektiv die ersten politischen Gefangenen\" dieses Prozesses. Die Autoren r\u00e4umen ein, dass sie in einem \"absoluten Anfangsstadium\" mit einer Situation konfrontiert wurden, auf die sie nicht aus\"Rote Armee Fraxtior* 72","LINKSEXTREMISMUS reichend vorbereitet gewesen seien und zogen daher f\u00fcr sich \"prinzipielle Schlussfolgerungen*: \"Wir werden k\u00fcnftig der drohenden Repression mehr Bedeutung beimessen und diese praktisch angehen m\u00fcssen.\" Bereits vor den Anschl\u00e4gen des \"kommandos 'freilassung aller politischen gefangenen' hatten in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar bislang unbekannte T\u00e4ter zwei Firmenfahrzeuge der Deutschen Telekom AG in Magdeburg in Brand gesetzt. Dabei wurde auch ein angrenzendes Geb\u00e4ude besch\u00e4digt. Zu dem Brandanschlag bekannte sich ein \"kommando 'globaler widerstand'\". In einem in der \"Interim\"'* ver\u00f6ffentlichten Selbstbezichtungsschreiben hie\u00df es: \"wir haben uns als ziel f\u00fcr eine anschlagserie die landeshauptstadt sachsen-anhalts, magdeburg ausgew\u00e4hlt. Diese entscheidung trafen wir auf grund der sozialen lage der in sachsen-anhalt lebenden menschen.\" Die Autoren bezeichnen in ihrem Text Magdeburg als Beispiel f\u00fcr eine \"aufr\u00fcstungsmanie der westlichen welt\". Die Erkl\u00e4rung endete mit dem Hinweis, dass diesem \"kleinen Anschlag\" weitere folgen werden. + Strafund Gewalttaten Die Anzahl politisch motivierter Straftaten im Bereich Linksextremismus ist im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Diesist im Wesentlichen auf im Vorfeld der Landtagswahlen registrierte Delikte zur\u00fcckzuf\u00fchren, die sich in der Mehrzahl gegen die \"Wahlwerbung rechtsorientierter Parteien\" richteten. Dabei wurden Wahlplakate beschmiert, abgerissen oder zerst\u00f6rt. Bei den Gewalttatenist ein geringer R\u00fcckgang zu verzeichnen. '(r) \"Irterin\". Ausgabe Nr 549 vor \". Yla 2002. = Genauere Argaben \"\u00f6nnen der auf Seite 123f dieses Berichtes auszugsweise wedergegebenen Stalist < des Larceskrin:ralamzes eninonrien werden. 73","LINKSEXTREMISMUS LINKSEXTREMISTISCHE PARTEIEN UND VEREINIGUNGEN Die revolution\u00e4r-marxistischen Organisationen hielten am klassischen Konzept eines langfristig betriebenen Klassenkampfes mit dem Ziel der Errichtung einer kommunistischen Gesellschaft fest. Aktionsformen reichten von Agitationen in Flugschriften, in elektronischen Kommunikationsmedien und periodischen Schriften bis hin zur Beteiligung an den Landtagswahlen. Obwohl demokratische Wahlen nach marxistisch-leninistischer Ideologie die bestehenden \"Herrschaftsverh\u00e4ltnisse* nicht grundlegend \u00e4ndern k\u00f6nnen, werden Wahltermine immer wieder propagandistisch genutzt. Die \u00f6ffentliche Resonanz blieb jedoch auchin diesem Fall gering. Dies machten auch die Wahlergebnisse deutlich: Die \"MLPD/Offene Liste\" erzielte lediglich 0,2 Prozent, das B\u00fcndnis \"DKP/KPD(Ost)\", das erstmals als solches antrat, sogar nur 0,1 Prozent der abgegebenen Stimmen.\"(r) Die \"Kommunistische Partei Deutschlands\" (KPD/M) rief dagegen zum Wahlboykott auf. + \"Kommunistische Partei Deutschlands\" (KPD-Ost) Die KPD-Ostverf\u00fcgt in Sachsen-Anhalt unver\u00e4ndert \u00fcber eine Landesorganisation mit Sitz in Zeitz, sowie \u00fcber drei Regionalorganisationen f\u00fcr Zeitz, Magdeburg und die Region Halle/Bernburg. Die KPD-Ost trat zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt in einem Wahlb\u00fcndnis mit der DKP an. Im Februar berichtete die monatlich erscheinende Parteizeitung \"Die Rote Fahne\", dass dasZiel der Sammlung der nach dem Wahlgesetz erforderlichen 1.000 Unterst\u00fctzerunterschriften unter gro\u00dfen Kraftanstrengungen erreicht worden sei. Wahlveranstaltungen h\u00e4tten in den Schwerpunktgebieten Zeitz und Magdeburg stattgefunden. \"e Zweitsiinmen. 74","LINKSEXTREMISMUS Zu den Bundestagswahlen bildete die KPD-Ost in Sachsen-Anhalt keine Landesliste. In der Oktoberausgabe der Parteizeitung gab das Sekretariat des Zentralkomitees der KPD eine Erkl\u00e4rung zu den Ergebnissen der Wahl zum 15. Deutschen Bundestag und den daraus abzuleitenden Folgerungen ab. Demzufolge richte sich die gegenw\u00e4rtige Politik noch bedrohlicher gegen die elementarsten Lebensinteressen des Volkes. Im Gegensatz dazu bleibe Ziel der KPD eine sozialistische Perspektive. Den \"unzufriedenen und von ihrer F\u00fchrung betrogenen Mitgliedern der PDS\" wurde angeboten, in den Reihen der KPD \"solidarischen Halt\" und \"eine neue politische Heimat\" zu finden. Im April wurde der als Jugendverband der KPD-Ost geltende \"Kommunistische Jugendverband Deutschlands\" (KJVD) gegr\u00fcndet. Der KJVD erkl\u00e4rt in seinem Programm, Hauptziel des neuen Verbandes sei die \"Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse und ihre Verb\u00fcndeten auf revolution\u00e4r-demokratischer Grundlage ... an der Seite der KPD\". Auf der Homepage des KJVD hei\u00dft es abschlie\u00dfend: \"M\u00f6chtest du dich mit Verantwortung in der kommunistischen Jugendbewegung engagieren, dann sei dir stets bewusst: du dienst dem werkt\u00e4tigen Volk, du h\u00e4ltst eine enge Verbindung zur Arbeiterklasse und zu den revolution\u00e4ren Bewegungen in der ganzen Welt, du k\u00e4mpfst f\u00fcr die \u00dcberwindung derkapitalistischen Gesellschaftsordnung und f\u00fcr die bessere Gesellschaft, den Sozialismus.\" 75","LINKSEXTREMISMUS + \"Deutsche Kommunistische Partei\" (DKP) Parteistrukturen der DKP finden sich in Sachsen-Anhalt im Raum Halle, in Magdeburg undin Dessau. In einem Wahlb\u00fcndnis mit der KPD-Ost beteiligte sich die DKP erstmals an den Landtagswahlen in Sachsen Anhalt. Zur Wahlwerbung ver\u00f6ffentlichte die DKP-Wochenzeitung \"Unsere Zeit\" (UZ)'' eine \"Extra-Seite\". In einem \"W\u00e4hlerbrief\" hie\u00df es dort: \"Wir, das B\u00fcndnis DKP/KPD, bieten Ihnen mit unserer Wahlbeteiligung eine Alternative zur Wahl der etablierten Parteien, die sich darum streiten, die Interessen des Kapitals verwalten zu k\u00f6nnen. Sollte es uns mit Ihrer Unterst\u00fctzung gelingen, in den Landtag einzuziehen, so wird unser vordergr\u00fcndiges Anliegen sein, sich f\u00fcr die Interessen der Jugend, der Frauen, ja aller arbeitenden Menschen, der Erwerbslosen und Rentner einzusetzen. Das zu tun, betrachten wir als unverzichtbar f\u00fcr die perspektivisch anzustrebende grundlegende Ver\u00e4nderung der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und die Schaffung solcher Bedingungen, in denen z. B. die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen nicht m\u00f6glich ist.\" Weitere Wahlkampfaktivit\u00e4ten waren in der \u00d6ffentlichkeit nicht wahrnehmbar. Der innere Zustand der DKP wurde im Berichtszeitraum durch eine Programmdiskussion gepr\u00e4gt. Das aktuelle Parteiprogramm stammt aus dem Jahre 1978, die historischen Ver\u00e4nderungen seit 1989 sind von der Partei programmatisch bislang unber\u00fccksichtigt geblieben. Als Sonderbeilage zur UZ vom 1. M\u00e4rz stellte der Vorstand der DKP den Parteimitgliedern erstmalig Unterlagen \"zur Diskussion und Erarbeitung eines programmatischen Entwurfs\" zur Verf\u00fcgung, die \" _Nr.15 vom 12. Aprii 2092 76","LINKSEXTREMISMUS von der Programmkommission der Partei erarbeitet worden waren. Von der Form der Verbreitung erhoffe man sich die Einbeziehung der Mitglieder und Freunde der DKPin den Diskussionsprozess. Der DKP-Vorsitzende Heinz STEHR betonte, dass man ein Programm schaffen wolle, das \"zukunftsorientiert Antworten auf die Herausforderungen\" gebe und \"neue Zugangsm\u00f6glichkeiten gerade von politisch interessierten jungen Menschen zur Mitgliedschaft in der DKP* erm\u00f6gliche. Als theoretische Grundlage f\u00fcr das politische Handeln verf\u00fcge man \u00fcber eine \"wissenschaftliche Weltanschauung\", deren \"Fundamente im Wesentlichen von Marx, Engels und Lenin erarbeitet wurden\". Man bleibe eine \"konsequent internationalistische, antiimperialistische, antimilitaristische und antifaschistische Partei\". Die Forderung \"Proletarier aller L\u00e4nder und unterdr\u00fcckte V\u00f6lker, vereinigt Euch!\" werde aufrecht erhalten. Die Delegierten des 16. Parteitages der DKP, der vom 30. November bis 1. Dezember in D\u00fcsseldorf stattfand, konnten sich nicht auf einen neuen Programmentwurf einigen. Bereits die bis dahin gef\u00fchrte Programmdiskussion hatte gravierende Meinungsunterschiede zu Tage gef\u00f6rdert. In dem zum Teil heftig gef\u00fchrten Streit wurde der Konflikt zwischen orthodoxen Kommunisten \"westlicher\" und \"\u00f6stlicher\" Pr\u00e4gung deutlich. Letztere bringen zunehmend stalinistische und DDR-nostalgische Inhalte ein. Die sich hieraus entwickelnde Diskussion spaltet die DKP gegenw\u00e4rtig in zwei Lager. Am 29. und 30. Juni trafen sich auf Einladung der \"Deutschen Kommunistischen Partei\" (DKP) Vertreter von 33 kommunistischen Parteien aus 31 L\u00e4ndern zu einer Konferenz \"Kapitalistische Globalisierung -- Alternativen --Gegenbewegungen -- Rolle der Kommunistinnen und Kommunisten\" in Berlin. STEHR leitete in seinem Beitrag aus \"den Schattenseiten der Globalisierung\" die Notwendigkeit eines \"grundlegenden Bruchs\" mit der gegenw\u00e4rtigen Ordnung ab. Deren \u00f6konomische Basis m\u00fcsse der Macht privater Interessen entzogen, die politische Macht der \"Bourgeoisie* durch die \"Herr77","ET STD GET EST REES schaft der Arbeiterklasse im B\u00fcndnis mit allen antikapitalistischantiimperialistischen Kr\u00e4ften\" abgel\u00f6st werden. In einer gemeinsamen Abschlusserkl\u00e4rung betonten die Teilnehmer, die marxistische Linke sei Teil und Partner der Bewegung gegen kapitalistische Globalisierung. Diese vereine unterschiedliche politische und soziale Kr\u00e4fte verschiedener Weltanschauungen, deren Motivation zur Aktion aus den erlebbaren Folgen imperialistischer Globalisierung entstanden sei. Aufgabe der Kommunisten sei es, zur wirkungsvollen Vernetzung der Bewegungen und zu wirkungsvollen gemeinsamen internationalen Aktionen beizutragen. + \"Kommunistische Partei Deutschlands - Gruppe M\u00d6LLER\" (KPD/M) Die KPD/M trat im Berichtszeitraum lediglich mit einigen Flugblattaktionen im Stadtgebiet Magdeburgs und durch den Vertrieb der parteieigenen Zeitung \"Roter Morgen\" in Erscheinung. Der \"Rote Morgen\" forderte anl\u00e4sslich der Bundestagswahlen in einer Extra-Ausgabe zum \"aktiven Wahlboykott\" auf. Hierzu sollte \"ein gro\u00dfes Kreuz\" durch den Wahlzettel gemacht werden. Nach Auffassung der KPD/M - die im Wesentlichen der 'reinen Lehre\" des Marxismus-Leninismus entspricht -- k\u00f6nne eine Demokratie f\u00fcr die arbeitenden Menschen nur durch den Umsturz der bestehenden Wirtschaftsund Gesellschaftsordnung, nicht aber durch Wahlen erreicht werden. Durch Wahlen k\u00f6nnten allerdings Abgeordnete in den Bundestag gelangen, die die Politik des Kapitals angreifen. Die Arbeiterklasse habe aber zurzeit noch keine parlamentarische Vertretung. Die KPD sei zahlenm\u00e4\u00dfig noch zu schwach, um zu kandidieren und ein \u00fcberparteiliches Wahlb\u00fcndnis fortschrittlicher Menschen existiere ebenfalls nicht. Das sei eine Perspektive f\u00fcr die Zukunft. 78","LINKSEXTREMISMUS + \"Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands\" (MLPD) Nach eigenen Angaben ist die MLPD in 20 sachsen-anhaltischen St\u00e4dten pr\u00e4sent. Der MLPD-Wochenzeitung \"Rote Fahne*'(r) zufolge bestehen so genannte \"Initiativgruppen\" in Dessau, Halberstadt, Halle, Magdeburg, Wolfen und Merseburg. Diese trieben den weiteren Parteiaufbau voran. Strukturen des MLPD-Jugendverbandes \"Rebell\" seien in Magdeburg, Dessau, Halle, Merseburg, Kl\u00f6tze, Wolfen und Zeitz vorhanden. Die Partei trat als \"MLPD/Offene Liste\" zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt an. Im Vorfeld waren dazu so genannte W\u00e4hlerinitiativen \"Neue Politiker braucht das Land\" gegr\u00fcndet worden. Zu den Wahlkampfaktivit\u00e4ten z\u00e4hlten neben Kundgebungen der Betrieb von Infost\u00e4nden und umfangreiche Plakatierungen in vielen St\u00e4dten Sachsen-Anhalts. Personelle und logistische Unterst\u00fctzung wurde dabei von Parteimitgliedern aus den alten Bundesl\u00e4ndern geleistet. Als Abschluss des Wahlkampfes f\u00fchrte die MLPD am 30. M\u00e4rz eine so genannte \"Gro\u00dfveranstaltung\" in der Magdeburger Stadthalle durch. Peter BORGWARDT, Mitglied des Zentralkomitees der MLPD und Spitzenkandidat der MLPD bei der Landtagswahl in SachsenAnhalt, \u00e4u\u00dferte sich unmittelbar nach dem Wahlausgang auf der parteieigenen Homepage: \"F\u00fcr das Erreichte stehen 20 W\u00e4hlerinitiativen \"Neue Politiker braucht das Land\", die in den letzten Monaten und Wochen in allen Regionen Sachsen-Anhalts entstanden sind mit insgesamt mindestens 2.300 eingetragenen Mitgliedern. Daf\u00fcr stehen zahlreiche Mitgliedsw\u00fcnsche und Aufnahmeantr\u00e4ge in MLPD und \"Rebell\". Auf dieser Grundlage werden wir in der n\u00e4chsten Zeit bestehende Ortsgruppen in Sachsen-Anhalt st\u00e4rken und zahlreiche neue Ortsgruppen und St\u00fctzpunkte gr\u00fcnden ... Es ist eine praktische Demonstration der ArbeiterNr. 19 2502 vor 12. Ma 2952 79","LINKSEXTREMISMUS einheit in Ost und West und der echte Sozialismus hat seine Anziehungskraft bewiesen ...\" Die MLPD betreibt zudem den Ausbau ihrer Jugendorganisation \"Rebell\". Zur Selbstdarstellung von \"Rebell\" hei\u00dft es in einem Flugblatt: \"Der Kapitalismus kann der Jugend keine Zukunft bieten. Die Herrschaft der Monopole ist zum entscheidenden Hemmnis jeden gesellschaftlichen Fortschritts geworden. Gleichzeitig hat der Kapitalismus aber alle erforderlichen materiellen Voraussetzungen f\u00fcr eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung -- den echten Sozialismus -- geschaffen. Der \"Rebell\" hat die wunderbare Aufgabe, die Jugend und Kinder f\u00fcr dieses Ziel zu gewinnen.\" Die \"Rote Fahne\"' warb f\u00fcr die Teilnahme an den \"Ostercamps\" der MLPD undrichtete sich damit insbesondere an neue Mitglieder der W\u00e4hlerinitiativen, die \"Rebell\" und MLPD bei dieser Gelegenheit n\u00e4her kennen lernen sollten. Ein solches Camp hat der Publikation zufolge in Halle stattgefunden. Die Kinder und Jugendlichen h\u00e4tten dabei \u00fcber das Thema \"Warum wir Kommunisten alles k\u00f6nnen\"diskutiert.\" F\u00fcr 30 \"Neuank\u00f6mmlinge\" wurde an einem Juli-Wochenende in Magdeburg ein Elementarkurs zur \"marxistisch-leninistischen Kleinarbeit' veranstaltet.deg' Dabei sei der Frage nachgegangen worden, wie die \u00dcberlegenheit der proletarischen Denkweise im Kampf gegen die kleinb\u00fcrgerliche Denkweise zu organisieren gelingen k\u00f6nne. . Nr. 8.02 vom 22. Fearuar 2502. (c) \"Rote Fahne\", Nr. 14:2002 von 4. Apr.. 2002. (r)' \"Rote Fahne\", Nr. 36 2002 vom 5. September 2902. 80","LINKSEXTREMISMUS + \"Kommunistische Plattform der PDS\" (KPF) Die KPF Sachsen-Anhalt ist nach wie vor auf Bundesebene in verschiedenen Gremien der Organisation vertreten. In einer im September erschienenen Ausgabe\" der KPFPublikation \"Rote Trib\u00fcne\" analysiert ein in Sachsen-Anhalt ans\u00e4ssiger KPF-Bundessprecher unter der \u00dcberschrift \"Aus Fehlern lernen?\" die Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Zum Verlust von \u00fcber 58.000 Stimmen f\u00fcr die PDS hei\u00dft es in diesem Zusammenhang: \"Um als Regierungspartei gew\u00e4hlt zu werden, m\u00fcssen wir behaupten, den Kapitalismus besser vertreten zu k\u00f6nnen als die origin\u00e4ren politischen Machteliten der b\u00fcrgerlichen Parteien. Da wir das aber nicht k\u00f6nnen, es sei denn, wir w\u00fcrden selbst zu einer b\u00fcrgerlichen Machtelite, m\u00fcssen wir unglaubw\u00fcrdig erscheinen ...\" Weiter wird ausgef\u00fchrt: \"Politische Bewegungen, die sich in die Machtstrukturen imperialistischer Staatsapparate einbinden lassen, verlieren nicht nur ihre Originalit\u00e4t, sie werden zu einem Teil des Systems ... sie (verlieren) die F\u00e4higkeit, system\u00fcberwindend wirksam zu werden.\" Abschlie\u00dfend wird trotz aller Kritik daf\u00fcr geworben, der PDS als \"der einzigen parlamentarischen Friedenspartei den erneuten Einzug in den Bundestag zu erm\u00f6glichen.\" Auf der 11. Bundeskonferenz der KPF am 7. September wurde unter anderem eine \"Erkl\u00e4rung der Bundeskonferenz zu den bevorstehenden Bundestagswahlen\" verabschiedet, die sich f\u00fcr die Wahl der PDS aussprach. Diese sei die \"einzige Antikriegspartei* und die = Nr.26 von 6. Septeriber 2902. 81","LINKSEXTREMISMUS \"einzige Partei im Bundestag, die konsequent 'Ostinteressen' formuliere\". In einem Referat zur \"Programmdebatte* in der Gesamtpartei hie\u00df es, die KPF sei der Auffassung, dass ihre Aktivit\u00e4t in der PDS einen politischen Sinn habe, wenngleich esihr nicht gelungen sei, die Gesamtentwicklung der Partei zu verhindern. Die KPF habe keine Illusionen \u00fcber Tendenzen der Sozialdemokratisierung in der Partei. Sie halte aber am Sozialismus als Ziel fest. Nach den Bundestagswahlen gaben mehrere KPF-Aktivisten gemeinsam eine Erkl\u00e4rung(r) heraus, in der die Ursachen der Wahlniederlage der PDS analysiert wurden. Diese stehe \"am Scheideweg\". Die KPF wolle, dass die PDS \"ihrer Verantwortung wieder gerecht werde ... und 2006 als sozialistische Oppositionspartei\" wieder in den Bundestag einziehe. Der f\u00fcr 2003 vorgesehene Programmparteitag solle auf die Zeit nach 2006 verschoben und stattdessen 2003 ein Aktionsprogramm diskutiert und angenommen werden, dass f\u00fcr \"sozialistisches Handeln Richtschnur\" sei. Ein Mitglied der KPF Sachsen-Anhalt \u00e4u\u00dferte sich in der Zeitschrift \"offensiv\"(r)* ebenfalls zur Wahlniederlage der PDS. Seiner Ansicht nach trage auch der Bundeskoordinierungsrat der KPF durch seine \"oberfl\u00e4chlichen Analysen der Situation in der PDS\" eine Mitschuld am \"Wahldesaster\". Es gebe eine Krise der PDS, die nicht geheilt werden k\u00f6nne, es sei denn, \"etwas Unwahrscheinliches w\u00fcrde geschehen, n\u00e4mlich man bes\u00e4nne sich und kehrt zu den Grundlagen einer revolution\u00e4ren Partei, d. h. zu einer Partei neuen Typus zur\u00fcck, die man 1989/90 mit Unterst\u00fctzung der Konterrevolution ... liquidiert hatte.\" Dorurentiert n \"Junge Welt\" vom 28.29. September 2062 \"xrafiprcber Tat es genug gegesen\". Ausgabe 9.2902 fur Septeriber-Oxtober. Herausgeser: KPF Hannover. 82","LINKSEXTREMISMUS + Linksextremistische Einflussnahme auf die Anti-AtomkraftBewegung Das autonome Szeneblatt \"Interim\" ver\u00f6ffentlichte im Berichtszeitraum einen Beitrag von autonomen \u00c4Atomkraftgegnern, der auf die so genannten \"Castor-Transporte* Bezug nimmt und dabei die Ziele der Beteiligung von Linksextremisten an den Protestveranstaltungen verdeutlicht: \"Wir wissen selber, was zu tun ist, wir werden unsere Ziele nicht durch Appelle erreichen, wir werden das System nicht mit systemeigenen Mitteln \u00fcberwinden, egal ob es um ein selbstbestimmtes Leben und /oder den Atomausstieg geht ... Atomkraft ist nur ein Symptom f\u00fcr ein menschenfeindliches System.\" Weiter hei\u00dft es, Grundrechte w\u00fcrden dem Ausnahmezustand geopfert und Castor-Transporte nur als sicherheitspolitisches Problem angesehen, das mit der richtigen Polizeitaktik zu l\u00f6sen sei. Gegen diese Art strategischer Entpolitisierung gelte es anzugehen: \"Wir verstehen den Kampf gegen den Atomstaat als Teil des Kampfes gegen das bestehende System. Gerade angesichts des dauerhaften Kriegszustandes halten wir es f\u00fcr notwendig, jede Gelegenheit zu nutzen, um das Hinterland unruhig zu machen. Wir haben keine Wahl! Wir m\u00fcssen den Atomausstieg selber in die Hand nehmen. Direkte Aktionen sind m\u00f6glich, Widerstand kann praktisch werden. Hau wech den Schei\u00df!\" Zu Protestaktionen gegen den vom 11. bis 14. November durchgef\u00fchrten Castor-Transport versammelten sich allein im Wendland rund 2.000 Atomkraftgegner, darunter zwischen 100 und 150 Autonome. Insgesamt gelang es den St\u00f6rern, den Transport um mehr als sieben Stunden zu verz\u00f6gern. (c) Nr. 558 vor 24. Oxtober 2002. 83","LINKSEXTREMISMUS Im Vergleich zu den Castor-Transporten im M\u00e4rz und November 2001 wurden diesmal sowohl im Vorfeld als auch w\u00e4hrend des Transports deutlich weniger militante Protestaktionen durchgef\u00fchrt. Hakenkrallenanschl\u00e4ge gegen Fahrleitungen der Deutschen Bahn AG wurden nicht bekannt. Deutlich wurde, dass sowohl die propagandistische als auch die praktische Unterst\u00fctzung der AntiAtom-Bewegung durch gewaltbereite Linksextremisten aus dem autonomen Spektrum r\u00fcckl\u00e4ufig ist. 84","AUSL\u00c4NDEREXTREMISMUS IV. SICHERHEITSGEF\u00c4HRDENDE UND EXTREMISTISCHE BESTREBUNGEN VON AUSL\u00c4NDERN + Vorbemerkung Ausgehend von den Anschl\u00e4gen am 11. September 2001 in New York und Washington hat der Deutsche Bundestag im Rahmen der so genannten Sicherheitspakete | und Il auf die vom internationalen Terrorismus ausgehende Gefahr und die dadurch ge\u00e4nderte Sicherheitslage reagiert. Insbesondere durch das Gesetz zur Bek\u00e4mpfung des internationalen Terrorismus vom 9. Januar 2002 (BGBl. }, S. 361ff) wurden zahlreiche Gesetze der neuen Bedrohungslage angepasst. Dar\u00fcber hinaus ist mit der Einf\u00fchrung des neuen $ 129b StGB durch das 34. Strafrechts\u00e4nderungsgesetz vom 22. August 2002 (BGBl. I S. 3390) die M\u00f6glichkeit geschaffen worden, die Mitgliedschaft und Unterst\u00fctzung terroristischer Gruppierungen auch dann strafrechtlich zu verfolgen, wenn diese nicht \u00fcber eine entsprechende Struktur in Deutschland verf\u00fcgen. Die im Berichtszeitraum in Djerba(r)(r) (Tunesien), auf Bali\", in Moskaudeg(r) und in Kenia(r)(r) ver\u00fcbten Attentate sind Beleg der anhaltend hohen Gefahr, die vom internationalen Terrorismus ausgeht und auch vor Deutschland nicht Halt macht. Der Verfassungsschutz erbringt bei der Gew\u00e4hrleistung der inneren Sicherheit seinen Beitrag, in dem er schon im Vorfeld sicherheitsgef\u00e4hrdende und extremistische Bestrebungen von Ausl\u00e4ndern intensiv beobachtet. Das Spektrum der zu beobachtenden Gruppierungen und Organisationen ist vielschichtig und umfasst sowohl islamistische als auch linksextremistische und extrem nationalistische Ausrichtungen. In der Bundesrepublik Deutschland sind insgesamt 69 extremistische ausl\u00e4ndische Gruppierungen bekannt, denen etwa 57.350 Personen angeh\u00f6ren. In den Mittelpunkt des Interesses sind vor i 11 April 2002. (c) 12. Oktober 2002. = 23 Oktober 2002. (r) 28. November 2002. 85","AUSL\u00c4NDEREXTREMISMUS allen die t\u00fcrkischen und die arabischen Islamisten ger\u00fcckt. Diesem Spektrum sind rund 30.600 Personen zuzurechnen, wobei der weitaus gr\u00f6\u00dfte Anteil auf die t\u00fcrkische Organisation \"Islamische Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e. V.* (IGMG) enif\u00e4llt. Die Anzahl arabischer Islamisten wird auf etwa 3.150 gesch\u00e4tzt. Die rund 17.850 ausl\u00e4ndischen Linksextremisten sind vor allem im \"Freiheitsund Demokratiekongress Kudistans* (KADEK) und in der t\u00fcrkischen \"Revolution\u00e4ren Volksbefreiungspartei-Front\" (DHKP-C) organisiert. Die meisten der 8.900 Anh\u00e4nger nationalistischer Gruppierungen bet\u00e4tigen sich in der \"F\u00f6deration der t\u00fcrkisch-demokratischen Idealistenvereine in Europa e. V.* (AD\u00dcTDF). In Sachsen-Anhalt sind die Strukturen extremistischer Organisationen von Ausl\u00e4ndern noch nicht in dem Ma\u00dfe verfestigt, wie in den alten Bundesl\u00e4ndern. So verf\u00fcgte in Sachsen-Anhalt lediglich der KADEK \u00fcber solche Strukturen, wogegen sich andere Organisationen oder Gruppierungen erst im Aufbau befinden. Im Abschnitt \"Andere extremistische Ausl\u00e4nderorganisationen\" werden einige ausgew\u00e4hlte Gruppierungen dargestellt, auch wenn diese in Sachsen-Anhalt bisher nicht in Erscheinung getreten sind. + \"Arbeiterpartei Kurdistans'\" (PKK)/,Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistans\" (KADEK) Allgemeine Entwicklung Die \"Arbeiterpartei Kurdistans\" (PKK) wurde im Jahre 1978 durch Abdullah \u00d6CALAN und andere gegr\u00fcndet. \u00d6CALAN war seit Beginn unumstrittener Anf\u00fchrer dieser streng hierarchisch aufgebauten Kaderorganisation. Von 1984 bis 1999 f\u00fchrte die PKK in der T\u00fcrkei einen Guerillakrieg mit dem Ziel, einen eigenen kurdischen Staat zu errichten. Hiervon ist die Partei inzwischen abger\u00fcckt und fordert lediglich die Anerkennung der kurdischen Identit\u00e4t innerhalb des t\u00fcrkischen Staates. 86","AUSL\u00c4NDEREXTREMISMUS Nach der Festnahme Abdullah \u00d6CALANSs im Februar 1999 stellte sich die PKK auf die neue Situation ein\". Auf dem 7. Parteikongress wurde -- von \u00d6CALANgesteuert - der so genannte Friedenskurs beschlossen, mit dem eine L\u00f6sung des Kurdistankonfliktes auf politischem Wege angestrebt werden soll. Mit dem Kurswechsel beabsichtigt die PKK ihren Willen zum Aufbau demokratischer Parteistrukturen und zum Verzicht auf Gewalt zu demonstrieren. Um die Wandlung zu einer friedlichen, demokratischen Partei zu unterstreichen, verk\u00fcndete die Parteif\u00fchrung als Ergebnis des 8. Parteikongresses\"' die Aufl\u00f6sung der PKK, da diese ihre \"historische Mission\" erf\u00fcllt habe. Gleichzeitig wurde der \"Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistans* (Kongreya Azadi u Demokrasiya Kurdistan -- KADEK) als \"legitimer und einziger Nachfolger der PKK\" gegr\u00fcndet. Programm, Satzung und Organisationsform des KADEK stimmen im Wesentlichen mit denen der PKK nach dem Richtungswechsel zum Friedenskurs \u00fcberein. Oberstes Entscheidungsorgan des KADEK ist die Generalversammlung. Abdullah \u00d6CALAN wurde in Abwesenheit zum Generalvorsitzenden mit weitreichenden Machtbefugnissen gew\u00e4hlt und beh\u00e4lt damit faktisch die F\u00fchrung der Partei. Auch inhaltlich setzte der KADEK die Politik der PKKfort. Kampagnen\" wurden mit Protestkundgebungen und Solidarit\u00e4tsaktionen weitergef\u00fchrt. Eine neue Kampagne gegen die Betrachtung der PKKals terroristische Organisation begann, nachdem die EU die PKK im Juni in die Liste der terroristischen Organisationen\" aufgenommen hatte. Als Reaktion auf die aktuelle Sicherheitslage, insbesondere im Zusammenhang mit der Politik der T\u00fcrkei und der Lage in den kurdischen Siedlungsgebieten desIrak, Iran und der T\u00fcrkei, hat sich die Ascullah OCALAN war vor t\u00fcrkcschen Staat wegen Hochverrats zum Toze verurteilt worden. Als Forge einer Gesetzesander.ng n der Turkei wurde das Urteil am 3 O\"tober in eine leberslarge Freiheitsstrafe umgewandelt. Der 8. Pare \"ongress wurde vor 4. bs 19. Apr\" 2002 im anisch-iraksscren Grenzgebiet durchgefahrt. Hezu z\u00e4hit vor aller: die m Jahre 259% Degonnene \"'dentit\u00e4tssanpagne\" mit der sich PXK-Arh\u00e4nger zu\" xurd dentit\u00e4t und zur Pare be<ennen. Mit Wiang vom *7 uni 2002 ver\u00f6ffentlichte der Rat der Europ\u00e4ischen Lnion gest\u00fctzt auf die Verordn.ng EG} . 25892001 von 27 Dezember 2001 ene Liste \u00fcber spezifische. gegen bestinmte Personen urs Organsationer gerichtete. restrixtive Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4rn\"\"ung des Teorismus. 87","AUSL\u00c4NDEREXTREMISMUS Organisation die Option der R\u00fcckkehr zum bewaffneten Kampf insofern offen gelassen, als die Guerillak\u00e4mpfer gegebenenfalls zur \"Selbstverteidigung\" mobilisiert werden k\u00f6nnen. Dies ist als Indiz anzusehen, dass die Wandlung zur Demokratie und Gewaltfreiheit noch nicht endg\u00fcltig vollzogen wurde. Aktivit\u00e4ten des KADEK Wie in der gesamten Bundesrepublik entsprachen die Aktivit\u00e4ten der Mitglieder, Anh\u00e4nger und Sympathisanten des KADEK auch in Sachsen-Anhalt dem von der Partei vorgegebenen friedlichen Kurs und wurden gewaltfrei und ohne St\u00f6rungen durchgef\u00fchrt. \u00d6ffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, an denen sich Kurden aus Sachsen-Anhalt beteiligten, waren unter anderem - eine Solidarit\u00e4tsveranstaltung f\u00fcr die HADEP\", am 9. Februar in Berlin - eine Gro\u00dfdemonstration am 16. Februar in Stra\u00dfburg (Frankreich) aus Anlass des Jahrestages der Festnahme Abdullah OCALANs, -- ein am 16. M\u00e4rz gestarteter, aus mehreren Bussen bestehender \"Friedenskonvoi\" zur griechisch-t\u00fcrkischen Grenze, - eine zentrale europaweite Veranstaltung aus Anlass des Newrozfestes\" am 23. M\u00e4rz in D\u00fcsseldorf mit 38.000 Teilnehmern, - das \"10. Internationale Kurdistan-Kulturfestival\" am 7. September in Gelsenkirchen mit 45.000 Teilnehmern sowie HADEP st eine kuroische Partei n der T.xei. wo Ziel war die Mecsenwirksane \u00dcbergabe eines Dosse's 'ver de Z, assung kurd schszracr.gen Unierrichts in der Turkei an tu'<ische Grenzorgare. Ye: es ?roblene bei der Einreise nach Ruranen unc \\ Bulgarien gab. \" sie A\"tion abgeo'ochen. s Am 21. M\u00e4rz wird das \"uro:scne Ne\";ahrsfest gefeiert.Ir de\" Yergangerreit w\u00fcrzen Newrozfeiern vor der PK& oft .nstrumertalisiert und propagandstisch genutzt. 88","AUSL\u00c4NDEREXTREMISMUS -- demonstrative Aktionen in mehreren deutschen St\u00e4dten aus Anlass des Beginns der so genannten Verschw\u00f6rung am 9. Oktober 1998\". Das Engagement f\u00fcr den KADEK geht in Sachsen-Anhalt vor allem von Vereinen in Magdeburg und Halle aus. So organisierte der in Halle ans\u00e4ssige Verein \"Mezopotamien Kultur Haus e. V.\" im Juni Unterschriftenaktionen unter dem Motto \"KON-KURD(r) Kurdenfordern Gerechtigkeit --PKK von der Terrorliste streichen\". In diesem Zusammenhang stand auch eine Kundgebung am 18. Juni in Halle, an der etwa 80 Personen teilnahmen. Der \"Kurdisch-Deutsche Kulturverein Magdeburg e. V.\" initiierte eine Demonstration unter dem Motto \"Freiheit f\u00fcr Abdullah \u00d6CALAN, Freiheit f\u00fcr Kurdistan -- Kurden sind keine Terroristen\", an der sich am 25. Juni in Magdeburg etwa 80 Kurden beteiligten, sowie eine Unterschriftensammlung im Rahmen der Kampagne \"Ich fordere Gerechtigkeit\" an verschiedenen Tagen im Zeitraum vom 30. Juli bis 6. September. + Andere extremistische Ausl\u00e4nderorganisationen Obgleich sich weitere extremistische Ausl\u00e4nderorganisationen bislang kaum in Sachsen-Anhalt bet\u00e4tigten, muss davon ausgegangen werden, dass sich Aktivit\u00e4ten in anderen Teilen der Bundesrepublik Deutschland auch hier auswirken k\u00f6nnen. Einige weitere, in diesem Zusammenhang wichtige Organisationen werden daher in der Folge dargestellt. Nach den Terroranschl\u00e4gen des 11. September 2001, f\u00fcr die Usama BIN LADEN und die von ihm gegr\u00fcndete Organisation \"AlQaida\" (Die Basis) verantwortlich gemacht werden, gewann die Beobachtung islamistischer Bestrebungen an Bedeutung. Am 9 O\"tober 1998 Hegann mit der erzwungenen Ausreise \u00d6CALANSsaus seinem Exlland Syrien die vor ger PKK behauptete \"Verschw\u00f6rung\" mehrerer Lader. in deren Verlauf OCALAN verhaftet und ser eR.ch in ger T\u00fcre: zum Tode ver teilt wurde Be <CN-KURD hardeit es sich um den der PKK nahe stehender: europa schen Dacrverband \"Kor'sceration kurd scher Vereine in Eu'opa\". 89","AUSL\u00c4NDEREXTREMISMUS Im Zusammenhang mit den terroristischen Aktivit\u00e4ten ist vor allem das Netzwerk der \"Arabischen Mujahedin\" (K\u00e4mpfer f\u00fcr die Sache Allahs) zu nennen. W\u00e4hrend des sowjetisch-afghanischen Konfliktes Anfang der 80er-Jahre bildete sich aus muslimischen Freiwilligen eine \"Mujahedin-Bewegung\", die vorwiegend aus Islamisten arabischer Herkunft besteht. Diese wurden in speziellen Lagern in Pakistan, Afghanistan, Jemen und Sudan im Gebrauch von Waffen ausgebildet. Ihre Ideologie propagiert eine bewaffnete Verteidigung der muslimischen Welt gegen \"Ungl\u00e4ubige\", verbunden mit einer militanten Ablehnung der westlichen Gesellschaft und Werteordnung. Die in diesem losen Netzwerk international agierenden, teilweise sehr verschiedenen Gruppierungen verf\u00fcgen h\u00e4ufig \u00fcber pers\u00f6nliche Kontakte zu Angeh\u00f6rigen der \"Al-Qaida\", die zum Teil in den Ausbildungslagern entstanden sind. Sie versuchen den \"Jihad\", den heiligen Krieg, mit terroristischen Mitteln zu f\u00fchren und verk\u00f6rpern weltweit ein hohes Gef\u00e4hrdungspotenzial. In Bezug auf terroristische Aktivit\u00e4ten ist zudem die \"Islamische Widerstandsbewegung\" (HAMAS)\" von Bedeutung, die f\u00fcr terroristische Aktionen -- zum gr\u00f6\u00dften Teil Selbstmordattentate -- in Israel und gegen israelische Einrichtungen und Interessen in den pal\u00e4stinensischen Autonomiegebieten verantwortlich ist. Ihr liegt die Ideologie der 1928 in \u00c4gypten gegr\u00fcndeten \"Muslimbruderschaft\" zugrunde. Ziel der HAMAS ist die Errichtung eines islamischen Gottesstaates auf dem gesamten Gebiet Pal\u00e4stinas auch durch bewaffneten Kampf. Au\u00dferhalb dieser Gebiete hat die HAMAS keine gewaltt\u00e4tigen Aktionen durchgef\u00fchrt. Unterst\u00fctzt wurde die Organisation in der Bundesrepublik Deutschland unter anderem durch Geldsammlungen des in Aachen ans\u00e4ssigen Vereins \"Al-Aqsa\", der am 5. August vom Bundesminister des Innern verboten wurde. Durch den Verfassungsschutz zu beobachtende Bestrebungen gehen auch von islamistischen Organisationen aus, die nicht dem terroristischen Spektrum zugerechnet werden, so zum Beispiel von = Die HAMAS :st auf ger EU-Lisie ger terrorstischen Orgarisat oren aufgef\u00e4r\". 90","AUSL\u00c4NDEREXTREMISMUS t\u00fcrkischen Organisationen wie der \"Islamischen Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e. V.* (IGMG). Diese verf\u00fcgt \u00fcber eine gro\u00dfe Anh\u00e4ngerschaft, die in einer Vielzahl von Vereinen organisiert ist und \u00fcbt damit einen bedeutenden Einfluss auf hier lebende Muslime aus. In offiziellen Verlautbarungen betont die IGMG die Anerkennung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, unterh\u00e4lt jedoch enge Beziehungen zu islamistischen Organisationen und Funktion\u00e4ren in der T\u00fcrkei. Neben diesen islamistischen sind auch linksextremistisch ausgerichtete Organisationen wie zum Beispiel die \"Revolution\u00e4re Volksbefreiungspartei-Front' (DHKP-C)'\" und die \"Volksfront f\u00fcr die Befreiung Pal\u00e4stinas\" (PFLP) zu nennen, die auf Beschluss des Rates der Europ\u00e4ischen Union in die Liste der terroristischen Organisationen aufgenommen wurden. Das erkl\u00e4rte Ziel der DHKP-C ist die Beseitigung der bestehenden Gesellschaftsordnung in der T\u00fcrkei und die Errichtung einer Gesellschaft auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus. In Deutschland konzentrierten sich die Aktivit\u00e4ten der DHKP-C auf Protestaktionen und Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Hungerstreik von politischen H\u00e4ftlingen in der T\u00fcrkei, der viele Todesopfer forderte. Ziele der PFLP sind deren Angaben zufolge die Befreiung der pal\u00e4stinensischen Gebiete von der israelischen Besatzung und der Aufbau einer demokratischen Gesellschaft in einem multinationalen Staat. Dieser soll in den Grenzen deshistorischen Pal\u00e4stina mit Jerusalem als Hauptstadt bestehen. Als Mittel wird der bewaffnete Kampf bef\u00fcrwortet. In der Bundesrepublik Deutschland verh\u00e4lt sich die PFLP sehr zur\u00fcckhaltend. Weiterf\u00fchrende Informationen zu den in Deutschland aktiven ausl\u00e4ndischen Organisationen ver\u00f6ffentlicht das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz in seinem j\u00e4hrlich erscheinenden Verfassungsschutzbericht. == Die DHXP-C wurde im August 1998 n der Bundesrepubli\" Deutschland verboten. 91","AUSL\u00c4NDEREXTREMISMUS + Strafund Gewalttaten Im Bereich des Ausl\u00e4nderextremismus gab es auf niedrigem Niveau einen geringf\u00fcgigen Zuwachs an Straftaten; Gewalttaten wurden hingegen weniger registriert.\" \"I Genauere Angaben \"\u00f6nnen de' auf Seite 123f dieses Berichtes auszugsweise wiedergegeberer Statistik des Langes\"\".mina.amtes entnommen werden. 92","SCIENTOLOGY-ORGANISATION V. \"SCIENTOLOGY-ORGANISATION\" (SO) Die SO unterh\u00e4lt in Deutschland zehn \"Kirchen\" und elf \"Missionen\" mit insgesamt zirka 5.000 bis 6.000 Mitgliedern. Im Vordergrund ihrer T\u00e4tigkeit steht wie in der Vergangenheit die Gewinnung neuer Mitglieder und der Verkauf von Kursen und B\u00fcchern. Die SO hat mit einer unvermindert hohen Fluktuation zu k\u00e4mpfen, offensichtlich gelingt es ihr nicht, neue Mitglieder f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit an sich zu binden. In Sachsen-Anhalt sind nach wie vor keine Einrichtungen der SO ans\u00e4ssig; ihre einzigen hier festgestellten Aktivit\u00e4ten bestanden im Versenden von Informationsmaterialien an diverse \u00f6ffentliche Institutionen. Schwerpunkt einer bundesweiten Werbekampagne war das Thema Drogenbek\u00e4mpfung. In diesem Zusammenhang gingen Werbematerialien der SO-Teilorganisation \"Criminon\", mit denen H\u00e4ftlinge zur Teilnahme an kostenlosen Kursen geworben werden sollten, auch an hiesige Justizvollzugsanstalten. 93","SPIONAGEABWEHR VI. SPIONAGEABWEHR + Allgemeines Gegen die Bundesrepublik Deutschland gerichtete Spionageaktivit\u00e4ten durch fremde Nachrichtendienste halten unvermindert an. Die Nachrichtendienste der Gemeinschaft Unabh\u00e4ngiger Staaten (GUS), insbesondere die Dienste der Russischen F\u00f6deration, entwickeln weiterhin geheimdienstliche Aktivit\u00e4ten gegen die Bundesrepublik Deutschland. Aber auch einige Staaten des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens verfolgen das Ziel, sich mit Hilfe ihrer Nachrichtendienste Interessenvorteile im politischen, milit\u00e4rischen und zunehmend auch wirtschaftlichen Bereich zu verschaffen. Ein Schwerpunkt dieser Nachrichtendienste ist die Aussp\u00e4hung der hier lebenden und zu ihren oftmals totalit\u00e4ren Regimen in der Heimat in Opposition stehenden Staatsangeh\u00f6rigen. + Nachrichtendienste der Russischen F\u00f6deration Trotz zahlreicher Ver\u00e4nderungen im russischen Staatssicherheitsapparat seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Ende 1991 darf nicht dar\u00fcber hinweggesehen werden, dass es sich bei den russischen Nachrichtendiensten vornehmlich um direkte Nachfolger der fr\u00fcheren sowjetischen Dienste KGB und GRU handelt. Im Hinblick auf die gegen die Bundesrepublik Deutschland gerichteten nachrichtendienstlichen Aktivit\u00e4ten sind in erster Linie der zivile Auslandsaufkl\u00e4rungsdienst SWR, der milit\u00e4rische Auslandsaufkl\u00e4rungsdienst GRU, der Inlandsnachrichtendienst FSB und die auch mit fernmeldeelektronischen Aufkl\u00e4rungsaufgaben im Ausland beauftragte Agentur f\u00fcr Regierungsfernmeldewesen und Information (FAPSI) zu nennen'\". Neben denZielbereichen Politik und Milit\u00e4r r\u00fccken Wirtschaft sowie Wissenschaft und Technik zunehmend in das Blickfeld fremder Nachrichtendienste. 2 Zwischenzeitlich wurden auf Intiative ges Pr\u00e4sidenten der R,ssscnen F\u00f6deratior. cie Nacrrichterund Sicherheitsdienste restruxtunert. Dies hatte unter anderem de Aufi\u00f6sung ces FerrmeldeSpezia:dienstes FAPSI zur Folge. Dessen Aufgaben und Organ:sationseirreiten wurden zu wesentlichen Teilen dem FSB zugewiesen. 94","SPIONAGEABWEHR + Proliferation Die Proliferationsproblematik'\" ist von stetig steigender Bedeutung. Insbesondere Staaten des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens wie Iran, Irak, Libyen, Syrien, Pakistan, Indien oder Nordkorea lassen in ihren Anstrengungen nicht nach, ihre Streitkr\u00e4fte mit Massenvernichtungswaffen einschlie\u00dflich der zu ihrem Transport erforderlichen Raketensysteme auszur\u00fcsten oder das bereits vorhandene Potential zu vervollst\u00e4ndigen. Nach wie vor sind die an Proliferation interessierten Staaten in unterschiedliichem Ma\u00df auf das in den westlichen Industriel\u00e4ndern vorhandene technische Know-how undEinzelteile angewiesen. F\u00fcr sie spielt die Bundesrepublik Deutschland mit ihren zahlreichen Hochschulen und Firmen eine wichtige Rolle. Auch in SachsenAnhalt existieren Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die etwa im Bereich des Anlagenbaus oder der Biotechnologie Produkte herstellen oder Forschungen in Bereichen betreiben, die einen ausgepr\u00e4gten \"Dual Use\"-Charakter\"\"* aufweisen. Als Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft ist die Bundesrepublik Deutschland internationale Verpflichtungen\" eingegangen, die die Bek\u00e4mpfung und Verhinderung der Proliferation und damit das friedliche Zusammenleben der V\u00f6lker zum Ziel haben. Das nicht zuletzt deshalb strenge deutsche Exportkontrollsystem wird auf immer raffinierteren Wegen durch die an Massenvernichtungswaffen interessierten Staaten unterlaufen. Diese nutzen deshalb bei der Beschaffung von entsprechenden Waren und Know-how ihre Geheimdienste oder verwenden geheimdiensttypische verdeckte Mittel und Methoden. So werden in die Beschaffung konspirativ t\u00e4tige, zum Teil weltweit verzweigte Netze eingebunden und die Lieferung \"= Unter dem Begri* Proliferation versteht man die Weitergabe von atomaren. biologischen und chemischen Waffen {ABC-\\Waffen) und deren Tr\u00e4gersystemen (Raxetentechniki sowie von Mitteln und Krow-how zu deren Herstellung an L\u00e4nder. von denen zu bef\u00fcrchten ist, dass von dort aus diese Waffen n einem bewaffneten Korfiixt eingesetzt werden oder ihr Einsatz zur Durchsetzung politischer Ziele angedroht wrd Duai-Use: De Begriff \"Dual-Use-G\u00fcter\" (\"G\u00fcter rt doppelter Verwendungszweck\"; bezeichnet G\u00e4ter. einschlie\u00dflich Datenve'arbertungsprogrammen und Technologien. die sowohi f\u00fcr zivile als auch milt\u00e4rische Zwecke verwerdet werden \"\u00f6nnen. A [63 Zu diesen :nternat:oralen Verpflichtunger z\u00e4hlen unter anderer: de\" Atomwaffensperrvertrag. die Konvention zum Verbot von biologischen und Toxinwaffen und die Konvention zum Verbot von Chemiewater, 95","SPIONAGEABWEHR f\u00fcr ein Gesamtprojekt in eine Vielzahl, f\u00fcr sich genommen unverd\u00e4chtiger \"Einzelpakete\" aufgeteilt. Exportunerfahrenen Unternehmen wird vorgespiegelt, bei den Endabnehmern handele es sich um ein Drittland, f\u00fcr das im Hinblick auf das entsprechende Wirtschaftsgut keine Ausfuhrgenehmigung erforderlich sei. H\u00e4ufig wird auch der tats\u00e4chliche Verwendungszweck der Ware durch die Angabe falscher oder harmlos klingender Projektbezeichnungen verschleiert. Aufgabe der Spionageabwehr des Verfassungsschutzes ist es deshalb, von fremden Geheimdiensten gesteuerte oder durch fremde Staaten mit verdeckten Mitteln und Methoden betriebene Proliferationsvorg\u00e4nge zu anlaysieren und durch Informationsweitergabe auch an die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zu deren Verhinderung beizutragen. Im Jahr 2002 ergaben sich bei einem Unternehmen im Land Hinweise auf Gesch\u00e4fte mit proliferationsrelevantem Hintergrund, bei denen einige der hier beschriebenen Praktiken angewandt wurden. Die von den Verfassungsschutzbeh\u00f6rden in Bund und L\u00e4ndern erstellte Brosch\u00fcre \"Proliferation -- das geht uns an !*'\" steht im Internet zum Download bereit'\". Sie richtet sich in erster Linie an die in der Exportwirtschaft sowie bei proliferationsrelevanten Forschungsund Hochschuleinrichtungen T\u00e4tigen. Zu den besonders sch\u00fctzenswerten Bereichen z\u00e4hlen unter anderem die Materialtechnik, Biotechnologie, Biochemie, Medizintechnik, Luftfahrt-, Verkehrs-, Energieund Umwelttechnik, Elektronik, Hochfrequenztechnik, Lasertechnik, Informationsund Kommunikationstechnologie sowie der Maschinenund Anlagenbau. \"(r) Die Broscr\u00fcre ann \"ner de Verfassungsschutzseh\u00f6rcen des Burces urd der _\u00e4rde\" Dezoger werden. wwwr.sachsen-anha.t de verfassngsschutz.","SPIONAGEABWEHR + Sicherheitspartnerschaft mit der gewerblichen Wirtschaft und der Wissenschaft Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde bietet allen in der gewerblichen Wirtschaft und der Wissenschaft T\u00e4tigen eine Sicherheitspartnerschaft an, die Informationen, vertrauensvollen Dialog und Sensibilisierung zu Fragen der Wirtschaftsspionage und Proliferation beinhaltet und geht auf die Entscheidungstr\u00e4ger in diesen Bereichen zu. Im Rahmen einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Industrieund Handelskammern in Sachsen-Anhalt, die am 5. Juni 2002 in Magdeburg durchgef\u00fchrt wurde, informierte die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde zu den Themen Wirtschaftsspionage und Proliferation und legte die daraus resultierenden Herausforderungen f\u00fcr Staat und Wirtschaft dar. Ziel der Sicherheitspartnerschaft ist es, Wirtschaftsspionage und h\u00e4ufig geheimdienstliche Z\u00fcge aufweisende Proliferationsabsichten zu erkennen und letztendlich zu verhindern. Dies kann nur durch die Entwicklung und Umsetzung entsprechender Schutzkonzepte gelingen. Die Spionageabwehr sichert in diesem Zusammenhang die vertrauliche Behandlung von Hinweisen und Fragen zu.\" Eine umfassende und aktuelle Unterrichtung \u00fcber Wirtschaftsspionage undProliferation ist jedoch nur mit Hilfe der Analyse entsprechender F\u00e4lle m\u00f6glich, die letztendlich ihren Ausgangspunkt in Hinweisen der in Wirtschaft und Wissenschaft T\u00e4tigen hat. + Spionageabwehr mit Hilfe der Bev\u00f6lkerung Wirkungsvolle Spionageabwehr ist nur mit Hilfe der Bev\u00f6lkerung m\u00f6glich. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde des Landes SachsenAnhalt geht daher Hinweisen auf die T\u00e4tigkeit fremder Nachrichtendienste nach und bittet alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die von solchen T\u00e4tigkeiten gegen die Bundesrepublik Deutschland und ihre Verb\u00fcndeten Kenntnis haben oder von fremden Nachrichtendiensten zur Mitarbeit aufgefordert worden sind, ihr Wissen im Interesse = Die Angeh\u00f6rigen des Verfassungsschutzes unterliegen nicht der gesetzlichen Verpflichtung, wegen alle\" vefolgbare* Straftaten erzuschreiten {$ 152 Strafprozessordnung. Legalit\u00e4tsprinzip). 97","SPIONAGEABWEHR unseres freiheitlichen Staatswesens und um ihrer eigenen Sicherheit willen zu offenbaren. Das gilt auch f\u00fcr diejenigen, die bereits im fremden Interesse nachrichtendienstlich t\u00e4tig geworden sind. Ihnen k\u00f6nnen die Verfassungsschutzbeh\u00f6rden helfen, sich aus einer f\u00fcr ausweglos gehaltenen Lage zu befreien. Der Verfassungsschutz unterliegt nicht wie die Staatsanwaltschaften, die Polizei oder der Zoll dem Legalit\u00e4tsprinzip'\" und ist daher auch nicht in jedem Fall verpflichtet, die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden \u00fcber Hinweise auf Spionagedelikte zu informieren. Voraussetzung hierf\u00fcr ist die freiwillige Aufgabe der nachrichtendienstlichen T\u00e4tigkeit und eine umfassende Offenbarung. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde bietet hierzu jederzeit ihre Hilfe an und sichert Vertraulichkeit zu. Die Spionageabwehr der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde des Landes Sachsen-Anhalt ist wie folgt zu erreichen: Telefon: 0391/567-3900 Fax: 0391-567-3999 Internet: www.mi.sachsen-anhalt.de/verfassungsschutz/ Legaltatszrinzis. Gesetzm\u00e4\u00dfigkeitsgrundsatz: Strafvefelgungsberorder snd Sinzize verzflichtst. be Vorlieger z,reiche=der tats\u00e4chicner Annaltspunkte Straftaten zu verfelgen 98","GEHEIMSCHUTZ Vi. GEHEIMSCHUTZ + Allgemeines Alle Institutionen des Bundes und der L\u00e4nder sowie die Bev\u00f6lkerung selbst m\u00fcssen sich darauf verlassen k\u00f6nnen, dass Informationen, deren Kenntnisnahme durch Unbefugte den Bestand oder lebenswichtige Interessen der Bundesrepublik Deutschland und ihrer L\u00e4nder gef\u00e4hrden k\u00f6nnen, als im staatlichen Interesse geheimzuhaltende Informationen (Verschlusssachen -- VS) wirkungsvoll gesch\u00fctzt werden. Besondere vorbeugende Ma\u00dfnahmen, der so genannte personelle und materielle Geheimschutz, sollen dies gew\u00e4hrleisten. Zudem ist die Bundesrepublik Deutschland als Mitglied der NATO und anderer \u00fcberoder zwischenstaatlicher Einrichtungen gehalten, bestimmte Sicherheitsnormen zu erf\u00fcllen. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde wirkt gem\u00e4\u00df 8 4 Absatz 2 des Gesetzes \u00fcber den Verfassungsschutz im Land Sachsen-Anhalt (VerfSchG-LSA) bei Geheimschutzverfahren im Beh\u00f6rdenund Wirtschaftsbereich mit. + Geheimschutz im Beh\u00f6rdenbereich Personeller Geheimschutz Ma\u00dfgeblich f\u00fcr den personellen Geheimschutz ist die Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung. Sie ist notwendige Voraussetzung f\u00fcr die Erm\u00e4chtigung einer Person zum Zugang zu im staatlichen Interesse geheimzuhaltenden Informationen (Verschlusssachen). Im Rahmen der Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung ist es Aufgabe der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde festzustellen, ob eine Person f\u00fcr eine sicherheitsempfindliche Position geeignet ist. Dabei gilt es, etwaige Sicherheitsrisiken herauszufinden oder auszuschlie\u00dfen. Ferner f\u00fchrt die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde im Bereich des Geheimschutzes Tagungen und Schulungen f\u00fcr die Geheimschutzbe-","GEHEIMSCHUTZ auftragten der Ministerien sowie der oberen und mittleren Landesbeh\u00f6rden durch. Materieller Geheimschutz Der materielle Geheimschutz befasst sich mit technischen und organisatorischen Sicherheitsvorkehrungen, die verhindern oder zumindest erschweren sollen, dass Unbefugte an gesch\u00fctzte Informationen gelangen. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde hat hierbei die Aufgabe, \u00f6ffentliche Stellen des Landes zu beraten, wie sie am besten technische Sicherungsma\u00dfnahmen planen und durchf\u00fchren k\u00f6nnen. + Geheimschutz in der Wirtschaft Neben den erforderlichen Ma\u00dfnahmen auf dem Gebiet des Geheimschutzes in Beh\u00f6rden muss der Staat auch sensible Bereiche seiner Wirtschaft sch\u00fctzen, die mit der Ausf\u00fchrung geheimhaltungsbed\u00fcrftiger \u00f6ffentlicher Auftr\u00e4ge betraut sind. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Aktivit\u00e4ten fremder Nachrichtendienste nicht nur gegen staatliche Institutionen, sondern in starkem Ma\u00dfe auch gegen Wirtschaftsunternehmen richten. Ein wirksames Geheimschutzsystem soll hier gew\u00e4hrleisten, dass die gegen die deutsche Wirtschaft gerichteten Aussp\u00e4hungsversuche durch gezielte Ma\u00dfnahmen im vorbeugenden Bereich abgewehrt werden k\u00f6nnen, um irreparable Sch\u00e4den zu vermeiden. 100","ALLGEMEINES Vi. VERFASSUNGSSCHUTZ IN SACHSEN-ANHALT + Grundlagen und organisatorische Ausgestaltung des Verfassungsschutzes Die geschichtlichen Erfahrungen der Weimarer Republik, die sich den Angriffen von rechts und links schutzlos ausgesetzt sah und schlie\u00dflich vor der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialisten kapitulieren musste, veranlassten die Verfasser des Grundgesetzes, die Bundesrepublik Deutschland als streitbare Demokratie zu gestalten. Deshalb enth\u00e4lt das Grundgesetz (GG) Schutzvorkehrungen zur Verteidigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Hierzu geh\u00f6ren: e die Verwirkung bestimmter Grundrechte, wenn diese zum Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung missbraucht werden (Art. 18 GG), (r) das Recht, Parteien (Art. 21 Abs. 2 GG) und sonstige Vereinigungen (Art. 9 Abs. 2 GG) zu verbieten, wenn diese darauf abzielen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeintr\u00e4chtigen oder zu beseitigen, e die Unab\u00e4nderlichkeit wesentlicher Grunds\u00e4tze der Verfassung wie zum Beispiel der Schutz der Menschenw\u00fcrde und fundamentaler Verfassungsgrunds\u00e4tze (Art. 79 Abs. 3 GG). Die Einrichtung von Verfassungsschutzbeh\u00e4rden ist zus\u00e4tzlicher Ausdruck der Entscheidung des Grundgesetzgebers f\u00fcr eine wehrhafte Demokratie. Er hat dem Bund die ausschlie\u00dfliche Gesetzgebungskompetenz \u00fcber die Zusammenarbeit des Bundes und der L\u00e4nder in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes (Art. 73 Nr. 10b und c GG) zugewiesen und ihn zur Einrichtung von Zentralstellen von Unterlagen f\u00fcr Zwecke des Verfassungsschutzes (Art. 87 Abs. 1 Satz 2 GG) erm\u00e4chtigt. 101","NRZ ZI Das Gesetz \u00fcber die Zusammenarbeit des Bundes und der L\u00e4nder in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes und \u00fcber das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (Bundesverfassungsschutzgesetz -- BVerfSchG) (BGBl. 1990 Teil I, S. 2954''deg) regelt unter anderem den gemeinsamen Aufgabenrahmen der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden und ihre Zusammenarbeit. Das BVerfSchG verpflichtet die L\u00e4nder zudem zur Einrichtung von Landesbeh\u00f6rden f\u00fcr den Verfassungsschutz. Die L\u00e4nder haben ihre Verfassungsschutzbeh\u00f6rden entweder als Teil des Innenministeriums oder als selbst\u00e4ndige Landesoberbeh\u00f6rde organisiert. Im April 1999 wurde die Aufgabe des Verfassungsschutzes in Sachsen-Anhalt auf das Ministerium des Innern \u00fcbertragen, das zu diesem Zweck eine Abteilung unterh\u00e4lt. Die Einrichtung, Aufgaben und Befugnisse der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde werden durch das Gesetz \u00fcber den Verfassungsschutz im Land Sachsen-Anhalt (VerfSchG-LSA) geregelt. ' Zudem wurden vom Bund das Gesetz zur Neuregelung von Beschr\u00e4nkungen des Brief-, Postund Fernmeldegeheimnisses (BGBl. 2001, Teil I, S. 1254ff.) und das Gesetz zur Bek\u00e4mpfung desinternationalen Terrorismus (Terrorismusbek\u00e4mpfungsgesetz) (BGBl. 2002, Teil, S. 361) verabschiedet. Beide Gesetze sind auch f\u00fcr die Arbeit der Landesbeh\u00f6rden f\u00fcr Verfassungsschutz relevant. Mit dem Terrorismusbek\u00e4mpfungsgesetz wurde ein rechtlicher Rahmen geschaffen, der den Verfassungsschutzbeh\u00f6rden weitere, effiziente Ma\u00dfnahmen gegen den Terrorismus erm\u00f6glicht. Zu:etzi geandert durch das Geseiz zur Bexampfung des nterrat oralen Teorsmus 'Terorismusbek\u00e4mpfungsgesetzi. Eine axtualisierte Fassung des sacrser-anraltischen Veassungsschutzgesetzes ist auf Seite 198deg abgedruckt. 102","ALLGEMEINES + Erreichbarkeit der Verfassungsschutzabteilung Ministerium des Innern Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt des Landes Sachsen-Anhalt Abteilung 5 oder Abteilung 5 Zuckerbusch 15 Postfach 18 49 39114 Magdeburg 39008 Magdeburg Telefon: 0391/567 3900 Telefax: 0391/567 3999. E-Mail: vschutz@mi.lsa-net.de + Aufgaben des Verfassungsschutzes Aufgaben der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde Sachsen-Anhalts sind die Sammlung und die Auswertung von Informationen \u00fcber 1. Bestrebungen, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind oder eine ungesetzliche Beeintr\u00e4chtigung der Amtsf\u00fchrung der Verfassungsorgane des Bundes oder eines Landes oder ihrer Mitglieder zum Ziel haben, fortwirkende Strukturen und T\u00e4tigkeiten der Aufkl\u00e4rungsund Abwehrdienste der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, insbesondere des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit oder des Amtes f\u00fcr Nationale Sicherheit, im Sinne der 88 94 bis 99, 129, 129a des Strafgesetzbuches, sicherheitsgef\u00e4hrdende oder geheimdienstliche T\u00e4tigkeiten f\u00fcr eine fremde Macht im Geltungsbereich des Grundgesetzes, Bestrebungen im Geltungsbereich des Grundgesetzes, die durch Anwendung von Gewalt oder darauf gerichtete Vorberei103","ALLGEMEINES tungshandlungen ausw\u00e4rtige Belange der Bundesrepublik Deutschland gef\u00e4hrden. Zus\u00e4tzlich wirkt die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde auf Ersuchen der zust\u00e4ndigen \u00d6ffentlichen Stellen bei Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen und technischen Sicherheitsma\u00dfnahmen miit. + Keine polizeilichen Befugnisse Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde hat keine polizeilichen Befugnisse. Ihre Mitarbeiter sind also nicht berechtigt, zu verh\u00f6ren, zu verhaften, festzunehmen, anzuhalten, zu beschlagnahmen oder zu durchsuchen. Dies obliegt allein der Polizei. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde darf auch nicht im Wege der Amtshilfe die Polizei um die Durchf\u00fchrung von Ma\u00dfnahmen ersuchen, zu denen sie selbst nicht befugt ist. + Methoden und Mittel nachrichtendienstlicher T\u00e4tigkeit Wo die offene Informationserhebung nicht m\u00f6glich ist oder keinen Erfolg verspricht, darf die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde unter den Voraussetzungen des $ 8 VerfSchG-LSA nachrichtendienstliche Mittel einsetzen. Der Einsatz nachrichtendienstlicher Mittel kann dann erforderlich werden, wenn eine Organisation oder Gruppierung sich nur unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit zusammenfindet oder sich generell konspirativ verh\u00e4lt, um ihre wahren Absichten zu verschleiern. Weil ihr Einsatz einen Eingriff in die grundgesetzlich gesch\u00fctzte Privatsph\u00e4re und die Freiheitsrechte des Einzelnen darstellt, ist er nur zul\u00e4ssig, wenn die Erforschung des Sachverhaltes auf andere, den Betroffenen weniger beeintr\u00e4chtigende Weise nicht m\u00f6glich ist und nicht erkennbar au\u00dfer Verh\u00e4ltnis zur Bedeutung des aufzukl\u00e4renden Sachverhalts steht. Die nachrichtendienstlichen Mittel sind in 8 7 Absatz 3 VerfSchGLSA aufgef\u00fchrt. 104","ALLGEMEINES Ein wichtiges nachrichtendienstliches Mittel ist die Brief-, Postund Telefonkontrolle. Hierdurch wird das Grundrecht nach Artikel 10 Grundgesetz beschr\u00e4nkt. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rden sind durch Gesetz berechtigt, die Telekommunikation zu \u00fcberwachen und aufzuzeichnen, sowie die dem Briefoder Postgeheimnis unterliegenden Sendungen zu \u00f6ffnen und einzusehen. Der Einsatz dieses Mittels darf nur im genau definierten Umfang und nur im Rahmen der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit erfolgen. Dar\u00fcber hinaus ist die parlamentarische Kontrolle der angeordneten Beschr\u00e4nkungsma\u00dfnahmen gesetzlich vorgeschrieben. Der Einsatz von so genannten Vertrauensleuten ist ein unverzichtbares, nachrichtendienstliches Mittel. Bei Vertrauensleuten (kurz: V-Leuten) handelt es sich um Personen, die gezielt zur verdeckten Beschaffung von Informationen \u00fcber Bestrebungen oder T\u00e4tigkeiten im Sinne von $ 4 Abs. 1 VerfSchG-LSA eingesetzt werden. Der Einsatz von V-Leuten erfolgt nach Ma\u00dfgabe der Gesetze und Verwaltungsvorschriften. Diese schlie\u00dfen eine Steuerung extremistischer Gruppierungen oder Organisationen durch V-Leute klar aus. + Datenschutz Zur Aufgabenerf\u00fcllung der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde erhobene personenbezogene Daten sind gem\u00e4\u00df den im Verfassungsschutzgesetz enthaltenen datenschutzrechtlichen Bestimmungen zu behandeln. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde darf personenbezogene Daten nicht unbefristet oder auf Vorrat speichern. War eine Speicherung in einer Datei unzul\u00e4ssig oder ist die Kenntnis der gespeicherten Daten zur Aufgabenerf\u00fcllung nicht mehr erforderlich, ist eine L\u00f6schung vorzunehmen. In diesem Fall sind zugleich die zur Person gef\u00fchrten Akten zu vernichten. Daten von Minderj\u00e4hrigen unterliegen besonderen Schutzbestimmungen (vergleiche 8$ 10, 21 VerfSchG-LSA). Personenbezogene Daten d\u00fcrfen nur unter engen Voraussetzungen an Dritte \u00fcbermittelt werden. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde \u00fcbermittelt den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden personenbezogene Daten, wenn tats\u00e4chliche Anhaltspunkte daf\u00fcr bestehen, dass die Daten105","ALLGEMEINES \u00fcbermittlung zur Verhinderung oder Verfolgung von Staatsschutzdelikten erforderlich ist. + Auskunftserteilung Jedermann kann Auskunft \u00fcber die zu seiner Person gespeicherten Daten beantragen. Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde ist nach $ 14 VerfSchG-LSA grunds\u00e4tzlich verpflichtet, unentgeltlich Auskunft zu erteilen. Die Auskunft hat jedoch zu unterbleiben, wenn bestimmte, im Gesetz geregelte Ausschlussgr\u00fcnde vorliegen. Hierzu z\u00e4hlt beispielsweise der Fall, dass durch die Auskunftserteilung eine Gef\u00e4hrdung der Aufgabenerf\u00fcllung der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde drohen w\u00fcrde. + Kontrolle Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde unterliegt der Kontrolle durch das Parlament, den Landesbeauftragten f\u00fcr den Datenschutz, den Landesrechnungshof und die Gerichte. Zus\u00e4tzlich wird die Landesregierung auf dem Gebiet des Verfassungsschutzes durch die Parlamentarische Kontrollkommission des Landtages kontrolliert. Die Landesregierung hat diese Kommission umfassend \u00fcber die allgemeine T\u00e4tigkeit der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde und \u00fcber Vorg\u00e4nge von besonderer Bedeutung zu unterrichten. Die aus Abgeordneten des Landtages bestehende Kontrollkommission tritt mindestens viertelj\u00e4hrlich zusammen. Unter bestimmten Voraussetzungen hat sie das Recht auf Erteilung von Ausk\u00fcnften, Einsicht in Akten und andere Unterlagen, Zugang zu Einrichtungen der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde sowie auf Anh\u00f6rung von Auskunftspersonen. Dar\u00fcber hinaus unterliegt die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde einer faktischen, wenn auch nicht rechtlich institutionalisierten Kontrolle durch die Berichterstattung der Medien und die \u00f6ffentliche Meinung.","ALLGEMEINES + \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes leistet in der notwendigen geistig-politischen Auseinandersetzung mit extremistischem und terroristischem Gedankengut einen wichtigen Beitrag, der letztlich dem Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland dient. Sie gew\u00e4hrleistet, dass Regierung und Parlament, aber auch die B\u00fcrger \u00fcber die Aktivit\u00e4ten und Absichten verfassungsfeindlicher Organisationen informiert werden. Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit des Verfassungsschutzes informiert auch in Vortr\u00e4gen \u00fcber \" die Institution des Verfassungsschutzes und \"e die offen verwertbaren Ergebnisse der nachrichtendienstlichen Facharbeit. Im Berichtsjahr wurden erneut zahlreiche Vortr\u00e4ge und Diskussionsrunden in Bildungseinrichtungen von Referenten der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde gestaltet. Der Unterrichtung der \u00d6ffentlichkeit dient der j\u00e4hrlich herausgegebene Verfassungsschutzbericht, der auch im Internet unter http://www.mi.sachsen-anhalt.de/verfassungsschutz/ als HTML-Version zur Verf\u00fcgung steht. Zudem k\u00f6nnen dort alle bisher erschienenen Verfassungsschutzberichte heruntergeladen werden. 107","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ Gesetz \u00fcber den Verfassungsschutz im Land Sachsen-Anhalt (VerfSchG-LSA) vom 14. Juli 1992 (GVBl. LSA S. 590} zuletzt ge\u00e4ndert durch das Gesetz zur \u00c4nderung datenschutzrechtlicher Vorschriften vom 21. August 2001 (GVBi. LSA S. 348) Der Landtag von Sachsen-Arhalt Fat das \"olgerde Gesetz beschlossen. das hiermit verk\u00fcrdet wird: INHALTS\u00dcBERSICHT $10 Speicherung. Veranderurg und Nutzurg personenbezogerer Dater von Minderj\u00e4hrigen Erster Teil: 811 Berichtigung. L\u00f6schurg und Sperrung von persorenbezogerer ORGANISATION UND AUFGABEN Daten in Dateier. 812 _Berichtigurg und Sperrung perso81 Zweckdes Verfassungsschutzes nerbezogener Daten in Akten 82 Organisation und Zusammenar813 (weggefaller) beit 83 Bedienstete und Mitarbeiter Dritter Teil: 84 Aufgaben der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde AUSKUNFT 85 Begriffsbestimmungen 814 Auskunft ar die betroffene Person Zweiter Teil: Vierter Teil: ERHEBUNG, VERARBEITUNG UND NUTZUNG INFORMATIONS\u00dcBERMITTLUNG PERSONENBEZOGENER DATEN _ 815 Unterrichturgspflichten 86 Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig816 Zul\u00e4ssigkeit vor Ersuchen der keit Verfassungsschutzbeh\u00f6rde um 87 Begriffsbestimmungen \u00dcbermittlung personerbezogener 88 Besondere Formen der DatererDaten hebung 817 \u00dcbermittlung von Irformationen 89 Speicherung. Ver\u00e4nderung und an die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde Nutzung personenbezogener Daten 108","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ &18 \u00dcbermittlung personenbezogener Erster Teil: Dater durcr die Verfassurgsschutzbeh\u00f6rde ORGANISATION UND AUFGABEN 819 \u00dcbermittlung vor Informationer durch die Verfassungsschutzbe$1 h\u00f6rde an die StrafverfolgungsZweck des Verfassungsschutzes und Sicherheitsbeh\u00f6rden in Angelegenheiten des Staatsund (1) Der Verfassungsschutz dient dem Verfassungsschutzes Schutz der freiheitlichen demokratischen 820 \u00dcbermittlurgsverbote Grundordnung, des Bestandes und der _ 821 Minderj\u00e4hrigenschutz Sicherheit des Bundes und der L\u00e4nder. &22 Pflichten des Dritten, an den \u00fcbermittelt wird (2) Er hat die Landesregierung und ande823 _Nachberichtspflicht re Stellen nach Ma\u00dfgabe dieses Gesetzes 8 23a Weitergabe persorenbezogener \u00fcber Gefahrer f\u00fcr diese Schutzg\u00fcter zu Daten unterrichter. Dadurch sollen diese Stellen rechtzeitig die erforderlichen Ma\u00dfnahmen F\u00fcnfter Teil: ergreifen k\u00f6rnen. PARLAMENTARISCHE KONTROLLE (3) Er hat auch die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber seine Aufgabenfelder zu unterrichten. 824 Parlamentarische Kontrollkomission $2 825 Zusammensetzung und Wahl Organisation und Zusammenarbeit 826 Verfiahrersweise 827 Aufgaben und Befugrisse der (1) Die Aufgaben des VerfassungsschutParlamentarischen Kontrollkomzes werden von der Verfassungsschutzmission beh\u00f6rde wahrgenommen. Verfassungs828 Beteiligung des Datenschutzbeschutzbeh\u00f6rde ist das Ministerium des auftragten Innerr. Es unterh\u00e4lt f\u00fcr diese Aufgabe 829 Datenerhebung bei Mitgliedern eine besondere Abteilung. des Landtages (2) Die f\u00fcr den Verfassungsschutz zuSechster Teil: st\u00e4ndige Abteilung im Ministerium des Innern nimmt ihre Aufgaben gesondert SCHLUSSVORSCHRIFTEN vor der Polizeiorganisation warr. 8&30 Geltung des Gesetzes zum (3) Sie ist verpflichtet. in Angelegenheiten Schutz personenbezogerer Daten des Verfassungsschutzes mit dem Bund der B\u00fcrger und den L\u00e4ncerr. zusammenzuarbeiter. & 30a Einschr\u00e4nkung von Grundrechter 831 Inkrafttreten (4) Verfassungsscnutzbeh\u00f6rden anderer L\u00e4nder d\u00fcrfen ir Sachsen-Anhalt im Rahmen der Bestimmungen dieses Gesetzes nur im Einvernehmen, das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz nur im Benehmen mit der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde t\u00e4tig werden. 109","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ 83 gerichtet sind oder eine urgesetzliBedienstete und Mitarbeiter cre Beeintr\u00e4chtigung der Amtsf\u00fchrung der Verfassungsorgane des (1) Die Mitarbeiter der \"f\u00fcr der VerfasBundes oder enes Landes oder ihrer sungsschutz zust\u00e4ndigen Abteilung im Mitglieder zum Ziel haber. Ministerium des Innern haben sich einem Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungsverfahren zu un2. fortwirkende Strukturen und T\u00e4tigterziehen, welches insbesondere auf T\u00e4keiten der Aufkl\u00e4rungsund Abwehrtigkeit f\u00fcr das Ministerium f\u00fcr Staatssidienste der ehemaliger. Deutscher cherheit oder das Amt f\u00fcr Nationale SiDemokratischen Republik. insbecherheit der Deutschen Demokratischen sondere des Ministeriums f\u00fcr StaatsRepublik \u00fcberpr\u00fcft und ir das der Bunsicherheit oder des Amtes f\u00fcr Natiodesbeauftragte f\u00fcr die Unterlagen des nale Sicherheit. im Sinne der 88 94 Staatssicherheitsdierstes der ehemaligen bis 99, 129. 129a des StrafgesetzDeutschen Demokratischen Republik einbuches. bezogen wird. 3. sicherheitsgef\u00e4hrdende oder ge(2) Personen. die dem Repressionsappaheimdienstliche T\u00e4tigkeiter f\u00fcr eire rat der Deutschen Demokratischen Repu'fremde Macht im Geltungsbereich blik angeh\u00f6rten, insbesondere hauptamtlides Grundgesetzes. che oder inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit oder des 4. Bestrebungen im Geltungsbereich Amtes f\u00fcr Nationale Sicherheit, Mitarbeiter des Grundgesetzes. die durch Ander Abteilung | der Kriminalpolizei und wendurg von Gewalt oder darauf geehemalige hauptamtliche Mitarbeiter der richtete Vorbereitungshandlunger: Sozialistischen Einheitspartei Deutschausw\u00e4rtige Belange der Bundesrelands d\u00fcrfen nicht mit Aufgaben des Verpublik Deutschland gef\u00e4hrder. fassungsschutzes betraut werden: Personen mit Offiziersrang der bewaffreten Or(2) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde wirkt gane der Deutschen Demokratischen Reauf Ersuchen der zust\u00e4rdigen \u00f6ffentlichen publik d\u00fcrfen Aufgaben des VerfassungsSteller mit schutzes nur in zu begr\u00fcndenden Ausrahmef\u00e4llen \u00fcbertragen werden. 1. bei der Sicrerreis\u00fcberpr\u00fcfurg von Personen, denen im \u00f6ffentlichen In84 teresse gekeimhaltungsbed\u00fcrftige Aufgaben Tatsachen, Gegerst\u00e4nde oder Erder Verfassungsschutzbeh\u00f6rde kerntnisse anvertraut werder. die Zugang dazu erhalten sollen oder (1) Aufgabe der Ver'fassurgsschutzber\u00f6rihn sich verscraffer k\u00f6nner. de ist die Sammlung und Auswertung von Informationen, insbesordere von sach2. bei der Sicrerneits\u00fcberpr\u00fcfurg von und personenbezogenen Ausk\u00fcnften. Personen. die ar sicherheitsempNachrichten und Unterlagen \u00fcber \"indlichen Stellen von jebensoder verteidigungswichtigen Einrichtunger 1. Bestrebungen. die gegen die reibesch\u00e4ftigt sind oder werden sollen, heitliche demokratische Grundordwelche das zust\u00e4ndige Ministerium nung, den Bestand oder die Sicherim Eirzelnen bestimmt hat. heit des Bundes oder eines Landes 110","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ 3. bei technischen Sicherheitsma\u00dfSinne dieses Gesetzes sind solche nahmer zum Schutz von im \u00f6ffentlipolitisct bestimmten zieund chen Interesse geheimralturgsbezweckgerichteter Verhaltensweisen d\u00fcrftigen Tatsacher. Gegenst\u00e4nden in einem oder f\u00fcr einen Personenzuoder Erkenrtnissen gegen die sarmenschluss. der darauf gerichtet Kerntnisnahme durch Urbefugte. ist, den Burd. _\u00e4rder oder derer Einrichtungen in ihrer Funktions'\u00e4F\u00fcr die Mitwirkung des Verfassungsschuthigkeit erheblich zu beeintr\u00e4chtigen. zes an der Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfurg nach Satz 1 ist die Einwilligurg der betroffenen c) Bestrebungen gegen die freiheitliche Person erforderlich. Ehegatten, Verlobte demokratische Grundordnung im oder die Person. die mt der betroffenen Sinne dieses Gesetzes sind solche Persor. in Lebensgemeinschaft zusampolitisct bestimmten. zieund meniebt, d\u00fcrfen in die Sicherheits\u00fcberzweckgerichteter Verhaltensweisen pr\u00fcfurger. ebenfalls nur mit ihrer Einwilliin einem oder f\u00fcr einen Personenzugung einbezogen werden. sammer:schluss. der darauf gerichtet ist, einen der in Absatz 2 genannten (3) Die Mitwirkung der VerfassungsVerfassungsgrurds\u00e4tze zu beseitischutzbeh\u00f6rde gem\u00e4\u00df Absatz 2 setzt im ger oder au\u00dfer Geltung zu setzen. Einzelfall voraus. dass die betroffene Persor und ardereir die \u00dcberpr\u00fcfung einbeF\u00fcr einen Personenzusammerschluss zogere Personen \u00fcber Zweck urd Verfahhandelt. wer irn in seirer Bestrebungen rer der \u00dcberpr\u00fcfurg einschlie\u00dflich der aktiv sowie zielund zweckgerichtet urterVerarbeitung der erhobenen Daten durch st\u00fctzt. Verhaltensweisen von Einzelpersodie beteiligter Dienststeller: vorab unternen. die nicht ir einem oder f\u00fcr einen Perrichtet werden. sonenzusammenschluss handeln, sind Bestrebungen im Sinre dieses Gesetzes. 85 wenn sie auf Anwendung von Gewalt geBegriffsbestimmungen richtet sind oder au\" Grund ihrer Wirkungsweise geeignet sind. ein Schutzgut (1) Es gelten folgende Begriffsbestimdieses Gesetzes erheblich zu besch\u00e4dimunger: gen. a) Bestrebunger gegen den Bestand (2) Zur freiheitlichen demokratischer des Bundes oder eines Landes im Grundordnung im Sinne dieses Gesetzes Sinne dieses Gesetzes sind solche z\u00e4hlen: politisch bestimmter. zieund zweckgerichteten Verhaltensweisen a) das Recht des Volkes, die Staatsin einem oder f\u00fcr einen Personenzugewalt in Warler und Abstimmunsammenschluss. der darauf gerichtet gen urd durch besondere Organe ist, die Freiheit des Bundes oder eider Gesetzgebung, der vollziehennes Landes von fremder Herrschaft den Gewalt und der Rechtsprechung aufzuheben, ihre staatliche Einheit auszu\u00fcben und die Volksvertretung zu beseitigen oder ein zu ihrn geh\u00f6in allgemeiner, unmittelbarer, freier, rendes Gebiet abzutrennen. gleicher und geheimer Wahl zu w\u00e4hlen, b) Bestreburgen geger die Sicherheit des Bundes oder eines Landes im 111","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ b) die Birdung der Gesetzgebung an 87 die verfassurgsm\u00e4\u00dfige Ordnung und Befugnisse die Bindung der vollziehenden Geder Verfassungsschutzbeh\u00f6rde walt und der Rechtsprechung an Gesetz urd Recht. i1) Die Verfassungsschutzber\u00f6rde dar' die zur Er\u00fcllung ihrer Aufgaben er'orderlic) das Mehrparteienprirzip sowie das cher Informatioren einschlie\u00dflich persoRecht auf Bildung und Aus\u00fcbung einenbezogener Dater. erheben. verarbeiner parlamentarischen Opposition. ter urd nutzen. soweit nicht die anzuwerdenden Bestimmungen des Gesetzes 6) die Abl\u00f6sbarkeit der Regierung und zum Schutz personenbezogener Daten ihre Verartwortlicrkeit geger\u00fcber der B\u00fcrger vom 12. M\u00e4rz 1992 (GVBl. der Volksvertretung, LSA S. 152)\" oder besor:dere Regelungen in diesem Gesetz erttgeger:stehen. e) die Unabh\u00e4ngigkeit der Gerichte, (2) Voraussetzung f\u00fcr die Sammlung und f} der Ausschluss jeder Gewaltund Auswertung vor Informationen ist das Willk\u00fcrherrschaft und Vorliegen tats\u00e4chlicher Arhaltspunkte f\u00fcr Bestrebungen oder T\u00e4tigkeiter im Sinne 9) die im Grundgesetz und in der Verdes $ 4 Abs. 1. fassung des Landes Sachsen-Anhalt konkretisierter: Menschenrechte. (3) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde dar* mit rachrichtendienstlichen Mitteln. irsbeZweiter Teil: sondere durch Eirsatz von Vertrauensleuten und Gew\u00e4rrspersonen. ObservatiERHEBUNG, on, Bildurd Tonaufzeichrurgen und die VERARBEITUNG UND NUTZUNG Verwerdung von Tarnpapieren und TarnPERSONENBEZOGENER DATEN kernzeichen Informationen verdeckt erheben. Die nachrichtendienstlichen Mittel 86 sind ir einer Dienstvorschritt zu benenGrundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit ren. die auch die Zust\u00e4rdigkeit *\u00fcr die Arordnung solcher InformatiorsbeschafEine Ma\u00dfnahme ist unverz\u00fcglich zu be\"ung regelt. Die Dierstvorscrrift ist der enden, wenn ihr Zweck erreicht ist oder Parlamentarischen Kontrollkommissior zu sich Anhaltspunkte daf\u00fcr ergeben. dass er \u00fcbersenden. nicht oder nicht auf diese Weise erreicht werden kann. Von mehreren geeigneten (4) Die Beh\u00f6rden des Lardes sird verMa\u00dfnarmen ist diejenige zu w\u00e4hlen. die pflichtet. den Verfassungsschutzbeh\u00f6rder die betroffene Persor voraussichtlic am tecrrische und verwaltungsm\u00e4\u00dfige Hilfe werigsten beeintr\u00e4chtigt. Eine Ma\u00dfnahme f\u00fcr Tarnma\u00dfrahmer zuleister. darf keinen Nachteil herbeif\u00fchren. der erkennbar au\u00dfer Verh\u00e4ltnis zu dem beab(5) Polizeilicce Befugrisse oder \\Weisichtigten Erfolg stert. sungsbefugnisse steren der Verfassurgsschutzbeh\u00f6rde nicht zu: sie darf die Polizei auch richt im Wege der Amtstilfe in der Nesfassung von 8 Februar 2002 (GVBl LSA S. 5%; 112","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ um Ma\u00dfrahmen ersuchen, zu denen sie Bedeutung des au'zukl\u00e4renden Sachverselbst nicht befugt ist. haltes stehen. (6) Werden personenbezogene Daten bei (2) Das in einer Wohnung nicht \u00f6ffentlich der betroffenen Person mit ihrer Kerrtnis gesprochene Wort darf mit technischen erhober, so ist der Errebungszweck anMitteln nur Feimlich mitgeh\u00f6rt oder au'gezugeben. Die betrof'ene Person ist au\" die zeichret werden. wern es im Einzelfall zur Freiwilligkeit ihrer Angaben und bei einer Abwehr einer gegenw\u00e4rtigen gemeinen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung nach & 4 Abs. 2 Gefahr oder einer gegenw\u00e4rtigen Gefahr auf eine dienst-, arbeitsrechtliche oder f\u00fcr das Leben einzelner Personen unersonstige vertragliche Mitwirkungspflicht l\u00e4sslich ist und geeignete verwaltungsbehinzuweisen. h\u00f6rdliche oder polizeiliche Hilfe f\u00fcr das bedrohte Rechtsgut nicht rechtzeitig er(7) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde ist an langt werden kann. Satz 1 gilt entspredie allgemeiner Rechtsvorschriften gechend f\u00fcr einen verdeckten Einsatz techbunder (Artikel 20 des Grundgesetzes). nischer Mittel zur Anfertigung von Bildaufrahmer und Bildaufzeichnungen in einer 88 Wohnung. Die Anordnung des Einsatzes Besondere technischer Mittel nach Satz 1 und 2 trifft Formen der Datenerhebung der Richter. Bei Gefahr im Verzug karn der Mirister des Innarn oder der Staats(1) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde darf sekret\u00e4r im Ministerium des Innern eiren Informationen einschlie\u00dflich personenbesolchen Einsatz ancrdnen: eine richterlizogerer Daten mit rachrichtendienstliche Entscheidung ist urverz\u00fcglich nachcrer Mitteln erheben. wenn tats\u00e4chliche zuholen. Die Anordnung ist auf l\u00e4ngstens Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen. drei Monate zu befristen. Verl\u00e4ngerungen dass um jeweils nicht mehr als weitere drei Monate sind auf Antrag zul\u00e4ssig. soweit die 1. au' diese Weise Erkenntnisse \u00fcber Voraussetzungen der Anordnung fortbeBestrebunger oder T\u00e4tigkeiten rach stehen. Liegen die Voraussetzungen der 8 4 Abs. 1 oder die zur Erforschung Anordnung nicht mehr vor oder ist der solcher Erkenrtrisse erforderlichen verdeckte Einsatz technischer Mittel zur Nachrichtenzug\u00e4nge gewonnen werInformationsgewinnung nicht mehr erforden k\u00f6rnen oder derlich. so ist die Ma\u00dfnahme unverz\u00fcglich zu beenden. Ein Eingri?f nach Satz 1 oder 2. dies zum Scputz der Mitarbeiter, Ein- 2 ist der betroffener Person nach seiner richtungen. Gegerst\u00e4rde urd NachBeendigung mitzuteler. wenr. eine Gerichterzug\u00e4nge der Verfassungsf\u00e4hrdung des Zweckes des Eirgritfes schutzbeh\u00f6rde geger sicherheitsausgeschlossen werder kanr. gef\u00e4hrdende oder geheimdienstliche T\u00e4tigkeiter erforderlich ist. (3) Sind technische Mittel ausschlie\u00dflich zum Schutz der bei einem Eirsatz in Die Erhebung nach Satz 1 ist rur zul\u00e4ssig, Wohnungen f\u00fcr den Verfassungsschutz wenn die Daten richt auf andere, die bet\u00e4tigen Personen vorgesehen, kann der troffere Person weniger beeintr\u00e4chtigenMinister des Irnerr. oder eine von diesem de Weise erhober werden k\u00f6nnen. Die beauftragte Person Jeren Einsatz anordAnwendung nachrichterdienstlicher Mitte! nen. Eine anderweitige Verwendung der darf nicht erkenrbar au\u00dfer Verh\u00e4ltris zur hierbei erlangten Erkenntrisse zu Zwe113","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ cken der Gefahrenabwehr oder der Straf(2) Zur Aufgabenerf\u00fcllung nach & 4 Abs. 2 verfolgung ist rur zul\u00e4ssig, wenr: zuvor die d\u00fcren in automatisierter. Dateien nur perRechtm\u00e4\u00dfigkeit der Ma\u00dfnahme richterlich sonenbezogene Dater \u00fcber die Persoren festgestellt ist; bei Gefahr im Verzug ist gespeichert werder. die der Sicherheitsdie richterliche Entscheidung unverz\u00fcglich \u00fcberpr\u00fc'ung unterliegen oder in die Sinachzuholen. chrerneits\u00fcberpr\u00fcfung einbezoger werden. (4) Zust\u00e4ndiges Gericht f\u00fcr Entscheidun(3) Die Speicherung von Informationen gen nach den Abs\u00e4tzer 2 und 3 ist das aus der engeren Pers\u00f6nlichkeitsspr\u00e4re Amtsgericht am Sitz der Verfassungsder betroffenen Persorer in Dateien ist schutzbeh\u00f6rde. F\u00fcr das Verfahren gelten unzul\u00e4ssig. die Vorschritten des Gesetzes \u00fcber die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichts(4) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde hat de barkeit entsprecherd. Speicherurgsdauer auf das f\u00fcr irre Au'gabenerf\u00fcllung erforderliche Ma\u00df zu be(5) Das Ministerium des Innern unterrichschr\u00e4nken. tet die Parlamentarische Kontrollkommission \u00fcber die nach Absatz 2 und. soweit 810 richterlich \u00fcberpr\u00fcfurgsbed\u00fcrftig. nach Speicherung, Absatz 3 angeordneten Ma\u00dfnahmen. Ver\u00e4nderung und Nutzung personenbezogener Daten von Minderj\u00e4hrigen (6) Gegen Unbeteiligte d\u00fcrfen nachrichtendierstliche Mittel nicht gezielt arDaten \u00fcber das Verhalier einer Person gewendet werden. vor Vollendurg des 16. Lebensjahres d\u00fcrfen in Dateien nicht gespeichert wer89 den. Dater \u00fcber das Verhalten eirer PerSpeicherung, son nach Vollendung des 16. und vor Ver\u00e4nderung und Vollendung des 18. Lebensjahres sird Nutzung personenbezogener Daten sp\u00e4testens zwei Jahre nach der Erkenntris au die Erforderlichkeit der Speiche(1) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde darf rung zu \u00fcberpr\u00fcfen und sp\u00e4testens nach zur Erf\u00fcllung ihrer Aufgaben persorenbef\u00fcnf Jahren zu l\u00f6schen. es sei denn, dass zogene Daten in Dateien und Akten speinach Eintritt der Vollj\u00e4hrigkeit weitere Erchern, ver\u00e4ndern und nutzen, wenn kenntnisse nach & 4 Abs. 1 angefallen sind. F\u00fcr die F\u00fchrurg von Akten zu Min1. tats\u00e4chliche Arhaltspurkte f\u00fcr Bederj\u00e4hrigen gelter Satz 1 urd 2 entsprestrebungen oder T\u00e4tigkeiten nach chend. 8 4 Abs. 1 vorliegen. 811 2. dies f\u00fcr die Erforschung und BewerBerichtigung, L\u00f6schung und tung vor: Bestrebungen oder T\u00e4tigSperrung von personenbezogenen keiten nach & 4 Abs. 1 erforderlich ist Daten in Dateien oder (1) Die Verfassurgsschutzbeh\u00f6rde bat die 3. die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde nack in Dateien gespeicherten personenbezo- 8 4 Abs. 2 t\u00e4tig wird. genen Daten zu berichtigen. wenn sie unrichtig sind. 114","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ (2) Die Veriassungsschutzbeh\u00f6rde hat die Person bestritten. so ist dies in der Akte in Dateier gespeicherten personenbezozu vermerken oder auf sorstige Weise genen Daten zu l\u00f6schen. wenr. ihre Speifestzuhalten. cherurg unzul\u00e4ssig war oder ihre Kenntris f\u00fcr die Aufgabererf\u00fcllung nicht mehr (2) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde hat eriorderlich ist. In diesem Fall sind auch personenbezogene Dater zu sperren, die zu ihrer Person gef\u00fchrten Akten zu wenn sie im Einzelfall feststellt. dass ohrre verrichten. Die L\u00f6schung unterbleibt. die Sperrung schutzw\u00fcrdige Interessen wenn Grurd zu der Annahme besteht, der betroffenen Person beeintr\u00e4chtigt dass durch sie schutzw\u00fcrdige Interessen w\u00fcrden und die Daten f\u00fcr ihre k\u00fcnftige der betrofenen Persor beeintr\u00e4chtigt Aufgabenerf\u00fcllung nicht mehr erforderlich w\u00fcrden. Ir diesem Falle sind die Dater zu sind. Gesperrte Daten sind mit einem entsperren. Sie d\u00fcrfer nur noch mit Einwillisprechenden Vermerk zu versehen; sie gurg der betro\"fenen Person \u00fcbermittelt d\u00fcrfen nicht mehr genutzt oder \u00fcbermittelt werden. werden. Eine Aufhebung der Sperrung ist m\u00f6glich. wenn ihre Voraussetzungen (3) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde pr\u00fcft entfallen. bei der Enzelfallbearbeitung urd nach festgesetzten Fristen. sp\u00e4testens rach 8 13 f\u00fcnf Jahren, ob gespeicherte personenbeDateianordnungen zogene Daten zu berichtigen oder zu l\u00f6schen sind. Gespeicherte personenbezo(weggefaller) gene Daten \u00fcber Bestrebungen nach 8 4 Abs. 1 Nrn. 1, 2 oder 4 sind sp\u00e4tesDritter Teil: tens zehr. Jahre nach dem Zeitpunkt der letzten gespeicherten relevanten InformaAUSKUNFT tion zu l\u00f6schen, es sei denn, der Beh\u00f6rdenleiter begr\u00fcndet im Einzelfall aus814 nahmsweise eine andere Entscheidung Auskunft an die betroffene Person und legt die Pr\u00fcffrist erneut fest. (1) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde erteilt (4) Personenbezogere Daten. die ausder betroffenen Person \u00fcber zu ihrer Perschlie\u00dflich zu Zwecken der Datenschutzson gespeicherte Daten auf Antrag unentkontrolle, der Datensicherung oder zur geltlich Auskunft. Die von der betroffenen Sicherstellung eines ordnungsgem\u00e4\u00dfen Person nach Satz 1 mitgeteilten InformaBetriebes einer Daterverarbeitungsanlage tionen d\u00fcrfen nur zum Zwecke der Pr\u00fcgespeichert werden. d\u00fcrfen rur f\u00fcr diese fung des Auskunftsbegehrens verwendet Zwecke verwerdet werden. werden. 812 (2) Die Auskunftsertei'urg urterbleibt. soBerichtigung weit und Sperrung personenbezogener Daten in Akten 1. eine Gef\u00e4hrdurg der Aufgabenerf\u00fcllung durch die Auskunftserteilung (1) Stellt die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde zu besorgen ist. fest. dass in Akten gespeicherte persorerbezogene Daten urrichtig sind. oder 2. durch die Auskunftserteilung Nachwird ihre Richtigkeit von der betroffenen richtenzug\u00e4nge gef\u00e4hrdet sein k\u00f6n115","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ ner oder die Ausforschung des Erschutzber\u00f6rde zulassen, so'ern sie nicht kenntnisstardes oder der Arbeitseiner weitergehenden Auskunft zustimmt. weise der Verfassungsschutzbeh\u00f6rDer Landesbeauftragte kann de Parlade zu bef\u00fcrchten ist, mentarische Kontrollkommission unterrickter. wenn sick f\u00fcr ihr im Einzelfall Be3. die Auskunft die \u00f6ffentliche Sicherarstandunger ergeben. eine Auskunft an heit gef\u00e4hrden oder sonst dem Wohl die betroffere Persor aber aus Geheimdes Bundes oder eines Landes halturgsgr\u00fcnder unterbleiben muss. Nachteile bereiten w\u00fcrde oder Vierter Teil: 4. die Daten oder die Tatsache der Speicherung nach einer RechtsvorINFORMATIONS\u00dcBERMITTLUNG schrift oder ihrem Wesen nach, insbesondere wegen der \u00fcberwiegen815 den berechtigten Interessen eines Unterrichtungspflichten Dritten geheimgehalten werden m\u00fcssen. (1) Die Landesregierurg unterrichtet den Landtag mirdestens einmal j\u00e4hrlich \u00fcber Die Entscheidung trifft der Leiter der f\u00fcr Bestrebungen und T\u00e4tigkeiten nach $ 4 den Verfassungsschutz zust\u00e4ndigen AbAbs. 1. teilung im Ministerium des Innern oder ein von ihm besonders beauftragter Mitarbei(2) Das Ministerium des Inrern unterricrter. tet die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Bestreburgen und T\u00e4tigkeiter rach & 4 Abs. 1. (3) Die Auskunftserteilung erstreckt sich nicht auf die Herkunft der Daten und die (3) Es darf dabei auch personenbezogene Empf\u00e4nger von \u00dcbermittlungen. Daten bekanrt geben. wenn die Bekanntgabe f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des Zusam(4) Die Ablehnung der Auskunftserteilurg menkanges oder der Darstellurg von Orbedarf keiner Begr\u00fcrdung. soweit daganisationen oder unorgarisierten Grupdurch der Zweck der Auskunftsverweigepen eriorderlich ist und \u00fcberwiegende rung gef\u00e4hrdet w\u00fcrde. Die Gr\u00fcnde der schutzw\u00fcrdige Interessen der betroffenen Auskunftsverweigerung sind aktenkundig Person ncht entgegenstehen. zu machen. Wird die Auskunftserteilung abgelehnt, ist die betroffene Person auf 8 16 die Rechtsgrundlage f\u00fcr das Fehlen der Zul\u00e4ssigkeit von Ersuchen der Begr\u00fcndung und darauf hinzuweisen. Verfassungsschutzbeh\u00f6rde um \u00dcberdass sie sich an den Landesbeauftragter mittlung personenbezogener Daten f\u00fcr den Datenschutz wender kanr. Dem Landesbeauftragten \"\u00fcr den Daterschutz (1) Werder \u00f6ffertlicre Stellen, die nicht ist auf sein Verlangen Auskunft zu erteiNacrrichtendierste sind. um \u00dcbermittlung len. soweit nicht das Ministerium des Inpersonenbezogener Dater ersucht. so rern im Einzelfall feststellt. dass dadurch d\u00fcrfen nur de Dater \u00fcbermittelt werder. die Sicherheit des Bundes oder eines die bei der ersuchten Beh\u00f6rde bekarnt Landes gef\u00e4hrdet w\u00fcrde. Mitteilungen des sind oder aus allgemein zug\u00e4nglichen Landesbeauftragten ar die beiroffene Quellen ertnommer werden k\u00f6nnen. Person d\u00fcrfen keire R\u00fcckschl\u00fcsse aur den Erkenntnisstand der Verfassungs116","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ (2) Absatz 1 gilt nicht f\u00fcr Ersuchen um (3} Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde darf solche Daten. die bei der Wahrnehmung zur Erf\u00fcllung ihrer Aufgaben die Staatsgrenzpolizeilicher Aufgaben bekannt weranwaltschaften und. vorbehaltlich der den. staatsanwaltschaftlicren Sachleitungsbefugnis. die Polizei sowie andere Beh\u00f6rden (3) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde um \u00dcbermittlung der zur Erf\u00fcllung ihrer braucht Ersucher nicht zu begr\u00fcnden. Aufgaben erforderlichen Informationen soweit dies dem Schutz der betroffener. einschlie\u00dflich persorenbezogener Daten Person dient oder eine Begr\u00fcndung den ersuchen. wenn sie richt aus allgemeir. Zweck der Ma\u00dfnahme gef\u00e4hrden w\u00fcrde. zug\u00e4nglichen Quellen oder nur mit \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Aufwand oder nur durch eine (4) Soweit rach anderen Rechtsvordie betroffene Person st\u00e4rker belastende schriften ein \u00dcbermittlungsersuchen durch Ma\u00dfnahme erhoben werden k\u00f6nnen. Die den Beh\u00f6rdenleiter zu steller ist oder von Ersuchen sind aktenkundig zu machen. seirer Erm\u00e4chtigung abh\u00e4rgt. gilt als BeUnter den gleicher. Voraussetzungen dar\" h\u00f6rderleiter der Leiter der f\u00fcr den Verfasdie Verfassungsschutzbeh\u00f6rde surgsschutz zust\u00e4rdiger: Abteilung des Ministerium des Irnern. 1. _Beh\u00f6rder des Burdes und der bundesunmittelbaren juristischen Perso- 8 17 ner des \u00f6ffentlichen Rechts, \u00dcbermittlung von Informationen an die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde 2. Staatsanwaltschaften und. vorbehaltlich der staatsanwaltschaftlichen (1) \u00d6ffentliche Stellen des Landes unterSachleitungsbefugnis, Polizeien des richten vor sich aus die VerfassungsBundes und anderer L\u00e4nder um die schutzbeh\u00f6rde \u00fcber die ihnen bekannt \u00dcbermittlung solcher Informationen geworderer Tatsachen, die sicherheitsersuchen. gef\u00e4hrdende oder geheimdienstliche T\u00e4tigkeiter f\u00fcr eine fremde Macht oder Be(4) W\u00fcrde durch die \u00dcbermittlung nach strebunger im Gelturgsbereich dieses Absatz 3 der Zweck der Ma\u00dfnahme geGesetzes erkernen lassen. die durch Anf\u00e4hrdet oder die betr\u00f6ffere Person unverwendung von Gewalt oder darauf gerichh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig beeintr\u00e4chtigt. darf die Vertete Vorbereiturgshandlunger gegen die fassungsschutzbeh\u00f6rde bei der Wahrin 8 4 Abs. 1 Nrr. 1 und 4 genarnten nehmung der Aufgaben nach 8 4 Abs. 1 Schutzg\u00fcter gerichtet sind. Nrn. 2 bis 4 sowie bei der Beobachtung terroristischer Bestrebungen amtliche Re(2) Die Staatsarwaltschaften und. vorbegister einsehen. hallich der staatsarwaltschaftlichen Sachleitungsbefugris. die Polizei \u00fcber(5) \u00dcber die Einsichtnahme nach Absatz 4 mitteln dar\u00fcber hinaus von sich aus der hat die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde eiren Verfassungsschutzbeh\u00f6rde auch alle anNachweis zu f\u00fchren. aus dem der Zweck deren ihnen bekannt gewordenen Inforund die Veranlassung, die ersuchte Bemationen einschlie\u00dflich personenbezogeh\u00f6rde und die Aktenfundstelle hervorgener Daten \u00fcber Bestrebungen nach $ 4 hen: die Nachweise sind gesondert aufAbs. 1, wenn tats\u00e4chliche Anhaltspunkte zubewahren. geger urberechtigten Zugriff daf\u00fcr bestehen, dass die \u00dcbermittlung f\u00fcr zu sichern und am Ende des Kalenderjahdie Erf\u00fcllung der Aufgaben der Verfasres, das dem Jahr ihrer Erstellung folgt. zu sungsschutzbeh\u00f6rde erforderlich ist. verrichten. 117","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ (6) Die \u00dcbermittlung personenbezogerer (3) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde darf Daten. die auf Grund einer Ma\u00dfnahme personenbezogere Daten ar ausl\u00e4ndinach $ 100a der Strafprozessordnung sche Stellen sowie an \u00fcberund zwibekarnt geworden sind. ist nach den Vorschenstaatliche Steller \u00fcbermitteln. wenn schriften der Abs\u00e4tze 1 bis 3 nur zul\u00e4ssig. die \u00dcbermittlung zur Er\u00fcltung ikrer Aufwenn tats\u00e4chlicre Arhaltspunkte daf\u00fcr gaber oder zur Wahrung erheblicher Sibesteher. dass jemand eine der in $ 2 cherheitsirteressen des Empf\u00e4ngers erdes Gesetzes zu Artikel 10 Grundgesetz' \"orderlich ist. Die \u00dcbermittlung unterbleibt. genannten Straftater plart. begeht oder wenr ausw\u00e4rtige Belange der Bundesrebegangen hat. Auf die der Verfassungspublik Deutschland oder \u00fcberwiegende schutzbeh\u00f6rde nach Satz 1 \u00fcbermittelten schutzw\u00fcrdige Irteresser der betrofferen Kenntnisse urd Unterlagen \"indet $ 7 Abs. Person. insbesondere wegen der Gefarr 3 und 4 des Gesetzes zu Artikel 10 einer rechtsstaatswidrgen Verfolgung. Grundgesetz\" entsprechende Anwendung. ertgegensteher. Die \u00dcbermittlung ist aktenkurdig zu machen. Der Empf\u00e4rger ist (7) \u00dcbermittelte Informationen hat die darauf hirzuweisen. dass die \u00fcbermittelVerfassurgsschutzber\u00f6rde eigenst\u00e4ndig ter Daten nur zu dem Zweck verwendet zu bewerten. werder d\u00fcrfen. zu dem sie ihm \u00fcbermittelt wurden und die Verfassungsschutzbeh\u00f6r- 8 18 de sich vorbeh\u00e4lt. \u00fcber die vorgenomme\u00dcbermittlung ne Verwerdung der Dater um Auskunft personenbezogener Daten zu bitten. durch die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde (4) Die Verfassurgsschutzbeh\u00f6rde darf im (1) Die Verfassurgsschutzbeh\u00f6rde darf Rahmen ihrer Aufgaben nach $ 4 persopersonenbezogere Daten an \u00d6fentliche nenbezogene Daten ar ardere Stellen Stellen \u00fcbermitteln, wenn dies zur Erf\u00fcl\u00fcbermitteln. soweit dies f\u00fcr die Erhebung lung ihrer Aufgaben erforderlich ist oder personenbezogener Dater erforderlich ist. der Empf\u00e4nger die Daten zum Schutz der Im \u00fcbrigen d\u00fcrfer personenbezogene freiheitlichen demokratischen GrundordDaten an ardere Stellen nicht \u00fcbermittelt nung oder sorst f\u00fcr Zwecke der \u00f6ffentliwerden. es sei denn. dass dies zum chen Sicherheit ben\u00f6tigt. Der Empf\u00e4nger Schutz der freiheitlichen demokratischer darf die \u00fcbermittelten Daten. soweit geGrundordnung. des Bestandes oder der setzlich nicht anderes bestimmt ist, nur zu Sicherheit des Bundes oder eines Lardes dem Zweck verwenden, zu dem sie ihm oder ferner zur Abwerr von sicherheits\u00fcbermittelt wurden. gef\u00e4hrderden oder geheimdierstlichen T\u00e4tigkeiten eirer fremden Macht eriorder(2) Auf Anfrager der Einstellungsbeh\u00f6rlic ist und das Ministerum des Inrern den erteilt der Verfassungsschutz auch seine Zustimmung erteilt hat. Der EmpAusk\u00fcnfte zur \u00dcberpr\u00fc'ung der Verfas*\u00e4nger darf die \u00fcbermittelten Daten nur f\u00fcr sungstreue von Personen. die sich f\u00fcr den den Zweck verwender. zu dem sie ihm \u00f6ffentlichen Dienst bewerben. Die Aus\u00fcbermittelt wurder.. Der Empf\u00e4rger ist auf kunft ist beschr\u00e4nkt auf gerichtsverwertbadie Verwendungsbeschr\u00e4nkung und darre Tatsachen aus vorhandenen Unterlaauf hinzuweisen. dass die Verfassungsgen. scrutzbeh\u00f6rde sich vorbeh\u00e4lt. \u00fcber die vorgenornmere Verwerdung der Daten Die Fassung ber\u00fccksichtigt r:cnt die auf Grund um Auskunft zu bitten. des Artikel 10 Gesetz-G19 vom 26. Juni 2091 erfolgten \u00c4nderungen {BGBiI. S. 12541. 118","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ 819 (3) Die Polizei darf zur Verhinderung von \u00dcbermittlung Staatsschutzdelikten nach Absatz 2 die von Informationen durch die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde um \u00dcbermittVerfassungsschutzbeh\u00f6rde an Straflung der erforderlichen Informationen einverfolgungsund Sicherheitsbeh\u00f6rden schlie\u00dflich persorenbezogener Daten erin Angelegenheiten des Staatsund suchen. Verfassungsschutzes (4) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde \u00fcber(1) Die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde \u00fcbermittelt dem Bundesnachrichtendienst und mitteit der. Staatsanwaltschafter und, dem Milit\u00e4rischen Abschirmdierst Inforvorbehaltlich der staatsanwaltschaftlichen mationen einschlie\u00dflich personenbezogeSachleitungsbefugnis, der Polizei von sich ner Daten, wern tats\u00e4chliche Anhaltsaus die ihr bekannt gewordenen Informapunkte daf\u00fcr bestehen, dass die \u00dcbertioren eirschlie\u00dflich personenbezogerer mittlung zur Er\u00fcllung der gesetzlichen Daten. wern tats\u00e4chliche Anhaltspurkte Aufgaben dieser Stellen erforderlich ist daf\u00fcr bestehen, dass die \u00dcbermittlung zur ($ 21 Abs. 2 des BundesverfassungsVerrinderung oder Verfolgung vor schutzgesetzes). Staatsschutzdelikten erforderlich ist. $ 20 (2) Delikte nach Absatz 1 sird \u00dcbermittlungsverbote 1. die ir 8$ 74a und 120 des GerichtsDie \u00dcbermittlung rach den Vorschriften verfassungsgesetzes genannten dieses Teils unterbleibt, wenn Straftater. 1. f\u00fcr die \u00fcbermittelnde Stelle erkenn2. alle Straftaten, bei denen au\" Grund bar ist. dass unter Ber\u00fccksichtigung ihrer Zielsetzung, des Motivs des der Art der Informationen, insbesonT\u00e4ters oder dessen Verbindung zu dere bei Dater. aus der engerer Pereiner Organisation tats\u00e4chliche Ans\u00f6rlichkeitssph\u00e4re. und ihrer Erhehaltspunkte daf\u00fcr vorliegen. bung die schutzw\u00fcrdigen Interessen der betrofenen Person das Allgea) dass sie sich gegen diefreiheitlimeininteresse an der \u00dcbermittlung che demokratische Grundord\u00fcberwiegen. nung, gegen den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder 2. \u00fcberwiegende Sicherheitsinteressen eines Landes richten. dies erforderr oder b} dass es sich um Bestrebunger. 3. besondere gesetzliche \u00dcbermitthandelt. die durch Anwendung lungsregelungen entgegenstehen, vor Gewalt oder durch darauf insbesondere wenn die Informatiogerichtete Vorbereitungspandren zu l\u00f6schen waren. lunger ausw\u00e4rtige Belange der Bundesrepublik Deutschland Die Verpflichtung zur Wahrung gesetzlige'\u00e4hrder {Artikel 73 Nr. 10 cher Geheimhaltungspflichten oder von Bucrst. b urd c des GrundgeBerufsoder besonderen Amtsgeheimrissetzes). sen, die nicht auf gesetzlichen Vorschriften beruhen, bleibt unber\u00fchrt. 119","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ 821 \u00fcbermittelt wurden. zu berichtigen. es sei Minderj\u00e4hrigenschutz dern. dass dies f\u00fcr de Beurteilung eires Sachverhaltes ohne Bedeuturg ist. (1) Informatiorer eirscrlie\u00dflicr persorerbezogerer Daten \u00fcber das Verhalten & 23a Minderj\u00e4hriger d\u00fcrfer nach den VorWeitergabe personenbezogener Daten schriften dieses Gesetzes \u00fcbermittelt werden, solange die Voraussetzungen der F\u00fcr die Weitergabe persorenbezogerer Speicherung rach $ 10 erf\u00fcllt sind. Liegen Daten zwischen der f\u00fcr den Verfassurgsdie Voraussetzungen nicht mehr vor. schutz zust\u00e4ndigen Abteilung urd der bleibt eine \u00dcbermittlung nur zul\u00e4ssig. anderen Abteiluinger des Ministeriums wenn sie zur Abwehr einer erheblichen des Inrern gelten die S$ 16 bis 23 ertGefahr oder zur Ver'olgung einer Straftat sprechend. von erheblicher Bedeutung erforderlich ist. F\u00fcnfter Teil: (2) Informationen einschlie\u00dflich personenbezogener Daten \u00fcber Minderj\u00e4hrige PARLAMENTARISCHE KONTROLLE vor Vollendung des 16. Lebensjahres aus nicht zur Person gef\u00fchrten Akter d\u00fcrfen 824 an ausl\u00e4rdische, \u00fcberoder zwischerParlamentarische staatliche Stellen nicht \u00fcbermittelt werden. Kontrollkommission 822 (1) Die Landesregierung urterliegt auf Pflichten dem Gebiet des Verfassurgsschutzes der desDritten, an den \u00fcbermittelt wird Kontrolle durch der. Landtag. Diese Aurgabe nimmt die Parlamertarische KorDer Dritte, an den \u00fcbermittelt wird, pr\u00fcft. trollkommissior wahr. ob die nach den Vorschriften dieses Gesetzes \u00fcbermittelten personenbezogeren (2) Die Rechte des Landtages und seiner Daten f\u00fcr die Erf\u00fcllung seiner Aufgaben Aussch\u00fcsse bleiben unber\u00fchrt. erforderlich sind. Ergibt die Pr\u00fcfung, dass sie nicht erforderlich sind. hat er die Un825 terlagen zu vemichten. Die Vernichtung Zusammensetzung und Wahl kann unterbleiben, wenn die Trennung vor: anderen Informatiorer, die zur Erf\u00fcl(1) Die Parlamentarische Kontrollkommislung der Aufgaben erforderlich sind. richt sior besteht aus dre Abgeordneten des oder nur mit unvertretbarem Aufwand Landtages. Der gr\u00f6\u00dften Oppositionsfrakm\u00f6glich ist; in diesem Fall sird die Daten tior steht ein Sitz in der Kontrollkommissizu sperren und in den Akten entspreon zu. chend zu kernzeichnen. (2) Der Lardtag w\u00e4rlt die Mitglieder der 823 Kommission sowie die gleiche Zarl vor: Nachberichtspflicht Stellvertretern mit der Mehrheit seiner Abgeordreter. Erweisen sich personenbezogene Daten nach ihrer \u00dcbermittlung als unvollst\u00e4ndig (3) Die Parlamertarische Kontrollkommisoder unrichtig. so sind sie unverz\u00fcglich sion \u00fcbt ihre T\u00e4tigkeit auch \u00fcber das Ende gegen\u00fcber dem Dritten. an den die Dater der Wahlperiode des Landtages solange 120","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ aus, bis der nachfolgende Landtag eine 827 neue Parlamentarische KontrollkommissiAufgaben on gew\u00e4hlt hat. und Befugnisse der Parlamentarischen Kontrollkommission (4) Scheidet eir Mitglied oder ein stelivertretendes Mitglied aus dem Landtag aus (1) Die Landesregierung unterrichtet die oder wird es Mitglied der LandesregieParlamentarische Kontrollkommission rung, So verliert es seine Mitgliedschaft in umfassend \u00fcber die allgemeine T\u00e4tigkeit der Kommission: es ist unverz\u00fcglich ein der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde und \u00fcber neues Mitglied oder eir neues stellvertreVorg\u00e4nge von besonderer Bedeutung. tendes Mitglied zu w\u00e4hlen. Das Gleiche Hierzu geh\u00f6rt auch das T\u00e4tigwerden von gilt. wenn eir Mitglied oder eir. stellverVerfassungsschutzbeh\u00f6rder. anderer tretendes Mitglied aus der Kommission L\u00e4nder urd des Bundesamtes f\u00fcr Verfasausscheidet. sungsschutz in Sachsen-Anhalt. Sie berichtet auch \u00fcber den Eriass von Verwal826 tungsvorschriften. Die Entw\u00fcrfe der j\u00e4hrliVerfahrensweise chen Wirtschaftspl\u00e4re der Verfassungsschutzbeh\u00f6rde werden der Kommission (1) Die Beraturgen der Parlamentarischen zur Mitberatung \u00fcberwiesen. Die LandesKortrollkommission sind gereim. Die Mitregierung unterrichtet die Kommission glieder und irre Stellvertreter sind zur Ge\u00fcber den Vollzug der Wirtschaftspl\u00e4ne im heimraltung der Angelegerheiter verHaushaltsjahr. Die Kommission hat das pflichtet, die ihnen bei ihrer T\u00e4tigkeit in der Recht. vor sich aus Sachverhalte aufParlamertarischen Kontrollkommission zugreifen. bekanrt geworden sird. Dies gilt auch f\u00fcr die Zeit rach dem Ausscheiden aus der (2) Die Kommission hat auf Antrag minKommission. Die Pflicht zur Geheimhaldestens eines ihrer Mitglieder das Recht turg gilt richt f\u00fcr die Bewertung aktueller auf Erteilung von Ausk\u00fcnften. Einsicht in Vorg\u00e4rge. wenr eine Mehrheit von zwei Akter und andere Unterlagen, Zugang zu Drittelr der arweserden Mitglieder der Einrichtunger der VeriassungsschutzbePartamentarischer Kontrollkommissior h\u00f6rde sowie auf Ann\u00f6rung von Auskunftsihre vorherige Zustimmung erteilt. personen. Der Min-ster des Innern kann einem bestimmter Kontrollbegehren wi(2) Die Kommission tritt mindesters vierdersprecher, werr es im Einzelfall die telj\u00e4hrlich. zus\u00e4tzlicr au' Artrag eines Erf\u00fcllung der Au'gaber der VerfassungsMitgliedes zusammen. schutzbeh\u00f6rde erheblich gef\u00e4hrden w\u00fcrde; er hat dies vor dem Ausschuss (3) Sie w\u00e4klt einer Vorsitzenden und gibt schl\u00fcssig zu begr\u00fcnden. Die besonderen sich eire Gescr\u00e4ftsordnurg. Diese regelt Rechte parlamentarischer Urtersuchungsauch, unter welchen Voraussetzungen aussch\u00fcsse bleiben unber\u00fchrt. Sitzungsunterlagen und Protokolle von den Mitgliedern der Kommission und ihren (3) Die Kontrolle der Durchf\u00fchrung des Stellvertreterr. eirgesehen werden k\u00f6nGesetzes zu Artikel 10 Grundgesetz bleibt nen. der in $ 3 des Gesetzes zur Ausf\u00fchrung des Gesetzes zu Artikel 10 Grundgesetz im Land Sachsen-Anhalt vom 27. April 1993 (GVBl. LSA S. 202). ge\u00e4ndert durch Artikel 7 des Gesetzes vom 30. M\u00e4rz 1999 121","VERFASSUNGSSCHUTZGESETZ (GVBl. LSA S. 120, S. 122), genannten f\u00e4hrdung des Zwecks der Ma\u00dfrakme Kommission nach den dortigen Bestimausgeschlossen werden kanr. mungen vorbehalten. Sechster Teil: (4) Die Parlamentarische Kontrollkommission erstattet dem Lardtag in der Mitte SCHLUSSVORSCHRIFTEN und am Ende jeder Wahlperiode einer Bericht \u00fcber ihre bisherige Kontrollt\u00e4tig- $ 30 keit. Dabei sind die Grunds\u00e4tze des $ 26 Geltung Abs. 1 zu beachten. des Gesetzes zum Schutz personenbezogener Daten der B\u00fcrger 8 28 Beteiligung Bei der Erf\u00fcllung der Aufgaben rach 8 4 des Datenschutzbeauftragten durch die Verfassungsschutzbeh\u00f6rde finden die 88 7 und 9 bis 13. 15, 16 und 26 Die Parlamentarische Kortrollkommission Abs. 1 des Gesetzes zum Schutz persohat auf Antrag eines Mitgliedes den Lannenbezogerer Dater der B\u00fcrger keine desbeauftragten f\u00fcr den Datenschutz zu Anwendurg. beauftragen, die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit einzelner Ma\u00dfnahmen, die die Verfassungsschutz- $ 30a beh\u00f6rde durchgef\u00fchrt hat, zu \u00fcberpr\u00fcfen. Einschr\u00e4nkung von Grundrechten Die Befugnisse des Beauftragten richten sich nach den Bestimmungen des GesetAu' Grurd dieses Gesetzes k\u00f6rnen die zes zum Schutz personenbezogener DaGrurdrechte auf ten der B\u00fcrger. 1. Urverletzlichkeit der Wohrurg (Arti- 8 29 kei 13 des Grundgesetzes und ArtDatenerhebungen kel 17 der Verfassung des Lardes bei Mitgliedern des Landtages Sachser-Anralt). (1) Setzt die Ver'assungsschutzbeh\u00f6rde 2. Schutz personerbezogenrer Daten nachrichtendienstliche Mittel gegen ein (Artikel 6 Abs. 1 Satz 1 der VerfasMitglied des Landtages von Sachsensung des Landes Sachser-Anhalt) Anhalt ein. hat der Minister des Inrerr die Parlamentarische Kontrollkommission und eirgeschr\u00e4nkt werden. den Pr\u00e4sidenten des Landtages unverz\u00fcglich hiervor: zu unterrichten. 831 Inkrafttreten (2) Im Falle des Absatz 1 sind der betroffenen Person rachrichtendierstliche Dieses Gesetz tritt vierzehr Tage rach Ma\u00dfnahmen nach ihrer Einstellung mitseiner Verk\u00fcrdung ir Kraft. zuteilen, wenn eine Gef\u00e4hrdung des Zwecks der Ma\u00dfrarme ausgeschlosser werden kann. L\u00e4sst sich ir diesem Zeitpunkt noch nicht abschlie\u00dfend beurteilen, ob diese Voraussetzung vorliegt. ist die Mitteilung vorzunehmen. sobald eine Ge122","STATISTIK + Strafund Gewalttatenstatistik'\"? Vorbemerkung: Bei den statistischen Angaben zu den Strafund Gewalttaten handelt es sich um Zahlen, die dem Landeskriminalamt im Rahmen des kriminalpolizeilichen Meldedienstes \"Politisch motivierte Kriminalit\u00e4t\" zu \u00fcbermitteln sind. Dieser Meldedienst beruht auf einem bundesweit einheitlichen Definitionssystem, das die Sitzung der St\u00e4ndigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der L\u00e4nder (IMK) am 10.05.2001 beschlossen und r\u00fcckwirkend zum 01.01.2001 eingef\u00fchrt hat. Danach werden Straftaten nach einem einheitlichen Kriterienkatalog erfasst und einem Ph\u00e4nomenbereich (im Wesentlichen Politisch motivierte Kriminalit\u00e4t -links-, Politisch motivierte Kriminalit\u00e4t -rechts-, Politisch motivierte Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t) zugeordnet. Damit ist erstmals ein uneingeschr\u00e4nkter zahlenm\u00e4\u00dfiger Vergleich mit dem Vorjahr m\u00f6glich. Zentrales Erfassungskriterium ist die politisch motivierte Tat. Der extremistischen Kriminalit\u00e4t --als Teilmenge der politisch moltivierten Kriminalit\u00e4t -- werden Straftaten zugerechnet, bei denentats\u00e4chliche Anhaltspunkte daf\u00fcr vorliegen, dass sie gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtet sind, das hei\u00dft darauf, fundamentale Verfassungsgrunds\u00e4tze zu beseitigen oder au\u00dfer Kraft zu setzen. In Sachsen-Anhalt wurden im Berichtsjahr in den Ph\u00e4nomenbereichen Politisch motivierte Kriminalit\u00e4t -links-, Politisch motivierte Kriminalit\u00e4t -rechtsund Politisch motivierte Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t insgesamt 722 (Vorjahr: 927) Straftaten registriert.'\" Alle n deser Statst< afgef\u00fchrten Daten entsprechen dem Stand 31.01.2003. 32 Delikte \"o\"rten bisher keinem Pr\u00e4nomenbere:ch zugeo\"dnet werden sc dass sie Jei der Darste'lung der Strafund Gewalttaten unberic\"s-chtigt geblieben sind. 123","STATISTIK Diese verteilen sich wie folgt: Politisch motivierte Straftaten 2001 2002 | nach Ph\u00e4nsrrenzareien -rechts830 618 -links- i 92 97 Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t 5 7 Davon waren: Extremistische Straftaten 2001 2002 nach Ph\u00e4nomenbereich -rechts633 I 554 -links- , 42 54 Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t i 3 2 Politisch motivierte Gewalttaten !} 2001 2002 nach Ph\u00e4nomenbereich -rechts5; 74 -Iinks28 22 Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t i 2 1 Von den genannten politisch motivierten Gewalttaten waren: Extremistische Gewalttaten : 2001 2002 nach Ph\u00e4nomenbereich' - i -rechts- | 45 : 67 -links16 18 Ausl\u00e4nderkriminalit\u00e4t | 2 0 Fremdenfeindliche und antisemitische | 2001 deg 2002 Straftaten im Ph\u00e4nomenbereich-rechts-1'* I LL Fremdenfeindliche Straftaten | 1055 102 Antisemitische Straftaten 42 29 \"(r) Mit Umstellung de\" statist'schen Erfassung zum 01 01 2091 \"anr es zur Doppelerfass.ng eineStra'tat ais fremdenfeindi:cne und als antsemitische Straftat kommer.. 124","STICHWORTVERZEICHNIS _. SR mie Agentur f\u00fcr Regierungsfernmeldewesen und Information (FAPSI) 94 AHLFELD, Mathias 53 Al-Qaida 89, 90 Angerm\u00fcnde (Brandenburg) 35 Annaburg (Landkreis Anhalt-Zerbst) 7 Antifa 18, 21, 22, 30, 35, 36, 37, 63 Antifaschismus 2, 62, 63 Antifaschistisches B\u00fcndnis 63, 64 Antisemitismus 13, 57 APFEL, Holger 33, 34, 46, 47 APPELT, Mirko 8 Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) 86 Ausl\u00e4nderextremismus 1,3, 92 _ Autonome 2, 6, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 69, 70, 83 Autonomenszene 2, 3, 26, 61, 62, 66, 67, 68, 69, 70 Autonomer Zusammenschlu\u00df (AZ) Magdeburg 63, 66 \"nd h dee .t. an. u RE Pa, Dre Be _ Berlin 3, 14, 35, 38, 45, 47, 62, 70, 71, 72, 77,88 Bernburg 31, 33, 37, 54, 74 Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) 46 Billroda (Burgenlandkreis) 52 Bismark (Landkreis Stendal) 28 Bitterfeld 16, 21, 23, 28, 33, 37, 54, 62 Blankenburg (Landkreis Wernigerode) 23 Blood & Honour (B&H) 5, 7,8, 13, 14 BORGWARDT, Peter 79 B\u00d6TTCHER, Frank 62 Bragi (Publikation) 16 Brandenburg 35, 47, 49, 50, 51 Brehna (Landkreis Bitterfeld) 33 125","STICHWORTVERZEICHNIS Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Medien (BPjM) 15 Bundesverfassungsschutzgesetz (BVerfSchG) 102, 119 Burg (Landkreis Jerichower Land) 6, 62 BUSSE, Friedhelm 28, 46, 47 c CALADINE, Steve 13 Castor 83, 84 Criminon 93 D DANKOWSKI, Sebastian 23 Datenschutz 105, 106, 108, 109, 115, 116, 122 Delitzsch (Sachsen) 20, 30 Dessau 21,23, 24, 26, 28, 29, 31, 32, 47, 62, 76, 79 Deutsche Kommunistische Partei (DKP) 3, 74, 76, 77 Deutsche Stimme (Publikation) 42, 48, 49 Deutsche Volksunion (DVU) 52, 57, 58, 59 Deutsches Kolleg (DK) 38 Die Republikaner (REP) 59, 60 Die Rote Fahne (Publikation) 74 Diesdorf (Altmarkkreis Salzwedel) 33 DISTLER, J\u00fcrgen 48 D\u00f6llnitz (Saalkreis) 19 DONALDSON, lan Stuart 13 Drei-S\u00e4ulen-Strategie 45 Dresden (Sachsen) 20, 24, 26, 30, 38, 47 D\u00fcsseldorf (Nordrhein-Westfalen) 77,88 126","STICHWORTVERZEICHNIS ee FE nn EIGENFELD, Ulrich 54 Eisenach (Th\u00fcringen) 9 E-Mail 24, 36, 38, 103 Fahnentr\u00e4ger (Publikation) 16 Fanzine 9, 15, 16 F\u00f6deration der t\u00fcrkisch-demokratischen Idealistenvereine in Europa e.V. (AD\u00dcTDF) 86 Frankfur/YMain 25 Frankfurt/Oder 34, 50 Freie Kr\u00e4fte 18,29 Freie Nationalisten 2, 18, 22, 24, 26, 29, 32 Freiheitliche Arbeiterpartei 28 Freiheitliche Deutsche Volkspartei (FDVP) 58, 59 Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistans (KADEK) 3, 86, 87 Fremdenfeindlichkeit 53 FRENZ, Wolfgang 44 FREY, Dr. Gerhard 57 F\u00fcrth (Bayern) 47 GANSEL, Norbert 48 Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel) 6, 22, 31, 33, 62, 63 Geheimschutz 99, 100 Genthin (Landkreis Jerichower Land) 62 Gewalttaten 1,5, 6, 61, 73, 92, 123, 124 GIULIANI, Carlo 69, 71 Globalisierung 25, 47, 50, 58, 69, 77, 78 G\u00f6ttingen (Niedersachsen) 47,48 127","STICHWORTVERZEICHNIS Gro\u00dfkugel (Saalkreis) 66 Gro\u00dfpaschleben (Landkreis K\u00f6then) 31 Grundgesetz (GG) 49, 101, 103, 105, 110, 112, 113, 118, 119, 121, 122 G\u00dcTTLER, Matthias 18 H\u00c4HNEL, J\u00f6rg 47 Haibe (Brandenburg) 34 Halberstadt 12, 31, 62, 79 Haldensleben (Ohrekreis) 62 Halle 1,2,6, 7, 10, 17, 19, 20, 21, 23, 26, 28, 29, 31, 34, 36, 47, 52, 62, 63, 65, 68, 69, 72, 74, 76, 79, 80, 89 Hamburg 25, 28, 32, 33, 45 Hammerskin 5,8, 14 HESS, Rudolf 21, 25, 32, 33 Hettstedt (Landkreis Mansfelder Land) 8, 10, 31, 33 HITLER, Adolf 1, 10, 11, 20, 31, 39 Holocaust 57 HOLTMANN, Udo 44 Homepage 8,9, 12, 21, 22, 29, 32, 36, 38, 40, 41, 42, 43, 51, 67, 75, 79 HUBER, Ahmed 28 HUPKA, Steffen 23, 24, 25, 27, 28, 29, 31, 37, 38, 44, 47, 51 ER Identit\u00e4tskampagne 87 Infol\u00e4den 62 Interim (Publikation) 71, 73, 83 Internet 7,9, 11, 15, 16, 22, 27, 29, 32, 33, 36, 38, 41, 42, 50, 51, 53, 56, 62, 66, 68, 96, 98, 107 Islamische Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e. V. (IGMG) 86, 91 Islamisten 3, 86, 90 128","STICHWORTVERZEICHNIS Islamistisch 3, 85, 89, 90, 91 ITNER, Gerd 31 en ee JACOBS, Lars 34 Junge Nationaldemokraten (JN) 28, 56 un K Kaar\u00dfen-Laave (Niedersachsen) 7 KADEK 3, 86, 87, 88, 89 Kameradschaft 2, 7,9, 10, 13, 17, 18, 21, 22, 23, 24, 25, 28, 29, 37, 45,52 KARL, Andreas 21, 52, 54, 55 Klieken (Landkreis Anhalt-Zerbst) 6 Kl\u00f6tze (Altmarkkreis Salzwedel) 22, 26, 33, 79 Kommunistische Partei Deutschlands - Gruppe M\u00d6LLER (KPD/M) 74,78 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD-Ost) 3, 74, 75, 76 Kommunistische Plattform der PDS (KPF) 81,82 Kommunistischer Jugendverband Deutschlands (KJVD) 75 K\u00f6nigslutter (Niedersachsen) 48 K\u00f6nigswusterhausen (Brandenburg) 51 K\u00f6then 17, 22, 23, 26, 28, 29, 31, 32, 33, 34 K\u00dcHNEN, Michael 27 K\u00fcnzell (Hessen) 59 .L.. an: Landser (Skinheadband) 13, 14, 43 LAUCK, Gary 36, 41 LAUS, Martin 49 LEIDENFROST, Wolfgang 31","STICHWORTVERZEICHNIS Leipzig (Sachsen) 20, 24, 26, 27, 28, 46, 47, 65, 66, 68 LIEBICH, Sven 10, 19, 20, 29, 30 Linksextremismus 37, 61, 73 Linksextremistische Parteien und Vereinigungen 74 Loburg (Landkreis Anhalt-Zerbst) 65 Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) 47 L\u00fctzen (Landkreis Wei\u00dfenfels) 11 = M-. Magdeburg 2, 3, 6, 12, 13, 17, 18, 19, 20, 22, 23, 26, 28, 29, 31, 33, 34, 35, 51, 52, 54, 55, 56, 62, 63, 65, 66, 67, 68, 69, 71,72, 73, 74, 76, 78, 79, 80, 89, 97, 103 MAHLER, Horst 38, 39, 40, 45, 48, 53 MAIER, Waldemar 42 Mannheim (Baden-W\u00fcrttemberg) 47 MARX, Enrico 9, 10, 12, 16 Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) 3, 74, 79, 80 MEENEN, Uwe 37,39, 40 MEINHOF, Ulrike 66 Merseburg (Landkreis Merseburg-Querfurt) 19, 20, 21, 26, 28, 31, 33, 52, 54, 55, 62, 68, 79 M\u00fcnchen 25, 28, 29, 47 in 5 ... v Nachrichtendienstliche Mittel 104, 114, 122 Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 2, 44, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 63, 64 Nationaler Beobachter (Szenepublikation) 15, 62 Nationales Zentrum Mitteldeutschland 24, 37 Nationalisten 2,9, 18, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 28, 32, 35, 55 Nationalsozialismus 1,39, 27, 59 130","STICHWORTVERZEICHNIS National-Zeitung/Deutsche Wochen-Zeitung (NZ-DW) (Publikation) 57 Neonazistische Organisationen und Gruppierungen 17 Neonaziszene 4, 7, 17,18 Neue Rechte 38 Nordhausen 9, 10 NPD-Verbotsverfahren 44, 46 O OBERLERCHER, Dr. Reinhold 38, 39, 40 OCALAN, Abdullah 86. 87, 88, 89 Ostara 9, 10, 16 P. ar ee Parlamentarische Kontrollkommission 106, 109, 112, 114, 116, 120, 121, 122 Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) 50, 75, 81, 82 PETZOLD, Winfried 47 POLZIUS, Marco 9 Potenzial 2,4, 5, 11, 17, 22, 53, 61, 69, 90 Proliferation 95, 96, 97 Provider 41 P\u00dcHSE, Jens 48 Quedlinburg 23, 26, 31, 62, 72 131","STICHWORTVERZEICHNIS R Rassismus 39, 53, 66 Rebell 79, 80 Rechtsextremismus 4,5, 36, 38, 40, 59 Rechtsextremistische Musikvertriebe 15 Rechtsextremistische Parteien und Vereinigungen 44 REICHE, Andreas 23 Republikaner (REP) 52, 59, 60 Revolution\u00e4re Plattform (RPF) 44, 51 Revolution\u00e4re Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) 91 Revolution\u00e4re Zellen (RZ) 72 Riethnordhausen (Landkreis Sangerhausen) 10 ROCHOW, Stefan 56 ROEDER, Manfred 35 Ro\u00dflau (Landkreis Anhalt-Zerbst) 6 RO\u00dfM\u00dcLLER, Sascha 56 Rote Armee Fraktion (RAF) 72 Rote Fahne (Publikation) 79, 80 Rote Trib\u00fcne (Publikation) 81 Roter Morgen (Publikation) 78 S Salzwedel 6, 8, 22, 31, 33, 34, 54, 62, 64, 65 Sangerhausen 10, 12, 16, 23, 26, 33 SCHLIERER, Dr. Rolf 59 Schloss Trebnitz 37 Sch\u00f6nebeck 26, 28, 34 SCHWEIGER, Herbert 46 SCHWERDT, Frank 35,47 Scientology-Organisation (SO) 93 SelbstSchutz Sachsen-Anhalt 8, 9, 26. 28 Sicherheitsbeh\u00f6rden 8, 11, 41, 109, 119 Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung 99, 104, 110, 111, 113. 114 132","STICHWORTVERZEICHNIS Skinhead 4,5,7,8,9, 10, 12, 16, 17, 18, 19, 26, 29, 55 Skinheadband 11, 12, 13, 14, 16, 42, 43 Skinheadkameradschaft 13, 17 Skinheadkonzert 2, 10, 11, 12, 15 Skinheadmusik 11, 15, 16, 41 Skinheadszene 5, 7,8, 16 Sonnenwendfeier 9, 10, 33, 34 Spionageabwehr 94, 96, 97, 98 Sta\u00dffurt (Landkreis Aschersleben-Sta\u00dffurt) 5, 53, 55 STEHR, Heinz 77 Stendal 28, 62 Straftaten 1,5, 37, 73, 92, 97, 98, 118, 119, 123, 124 S\u00fcndenbock (Publikation) 62 Terroranschl\u00e4ge 3, 46, 58, 89 Terrorismusiterroristisch 1,3, 70, 71, 85, 87, 90, 91, 102, 107, 117 Tontr\u00e4ger 11, 14, 15, 16 Trebnitz (Landkreis Bernburg) 24, 37 T\u00fcbingen (Baden-W\u00fcrttemberg) 36 uU z u \u00c4, BE un BE nanaeiriee Uftrungen (Landkreis Sangerhausen) 12 Unsere Zeit (Publikation) 76 Verschlusssachen 99 VOIGT, Udo 45, 46, 47, 48, 50, 54 Volksfront f\u00fcr die Befreiung Pal\u00e4stinas (PFLP) 91 133","STICHWORTVERZEICHNIS Ww Weimar (Th\u00fcringen) 20, 31, 38, 101 Wei\u00df&Stolz 19 Wei\u00dfe Offensive Halle/Saale (WOH) 19 Wei\u00dfenfels 11, 130 Wernigerode 28, 31 Weteritz (Altmarkkreis Salzwedel) 33 WINTER, Wolfgang 53 Wirtschaftsspionage 97 Wittenberg 54 Wolfen (Landkreis Bitterfeld) 16, 28, 65, 79 WORCH, Christian 24, 25, 26, 27, 28, 29, 31, 46 Wormsdorf (B\u00f6rdekreis) 35 WOSTUPATSCH, Hartmut 27, 31,46 WULFF, Thomas 32, 33 Wunsiedel (Bayern) 21, 32, 33 W\u00fcrzburg (Bayern) 37 Zeitz (Burgenlandkreis) 74, 79 134","ABK\u00dcRZUNGSVERZEICHNIS AD\u00dcTDF F\u00f6deration der t\u00fcrkisch-demokratischen Idealistenvereine in Europa e.V. AZ Autonomer Zusammenschlu\u00df B&H Blood & Honour BPjM Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Medien BVerfSchG Bundesverfassungsschutzgesetz DHKP-C Revolution\u00e4re Volksbefreiungspartei-Front DK Deutsches Kolleg DKP Deutsche Kommunistische Partei DVU Deutsche Volksunion FAPSI Agentur f\u00fcr Regierungsfernmeldewesen und Information FDVP Freiheitliche Deutsche Volkspartei GG Grundgesetz GUS Gemeinschaft Unabh\u00e4ngiger Staaten IGMG Islamische Gemeinschaft Milli G\u00f6r\u00fcs e. V. JN Junge Nationaldemokraten KADEK Freiheitsund Demokratiekongress Kurdistans KJVD Kommunistischer Jugendverband Deutschlands KPD/M Kommunistische Partei Deutschlands -- Gruppe M\u00d6LLER KPD-Ost Kommunistische Partei Deutschlands KPF Kommunistische Plattform der PDS KSVH Kameradschaftsverband Vorharz -- Hettstedt mg militante gruppe MLPD Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands NZ-DW National-Zeitung/Deutsche Wochen-Zeitung 135","ABK\u00dcRZUNGSVERZEICHNIS PDS Partei des Demokratischen Sozialismus PFLP Volksfront f\u00fcr die Befreiung Pal\u00e4stinas PKK Arbeiterpartei Kurdistans PRO Partei Rechtsstaatlicher Offensive RAF Rote Armee Fraktion REP Die Republikaner RPF Revolution\u00e4re Plattform RZ Revolution\u00e4re Zellen so Scientology-Organisation SSA Skinheads Sachsen-Anhalt StGB Strafgesetzbuch UZ Unsere Zeit VerfSchG-LSA Gesetz \u00fcber den Verfassungsschutz im Land Sachsen-Anhalt vs Verschlusssache WOH Wei\u00dfe Offensive -- Halle/Saale"],"title":"Verfassungsschutzbericht 2002","year":2002}
