{"file_url":"https://verfassungsschutzberichte.de/pdfs/vsbericht-bw-1975.pdf","jurisdiction":"Baden-W\u00fcrttemberg","num_pages":57,"pages":["Verfassungsschutzbericht der bundes-w\u00fcrttembergischen Landesregierung 1975/76","Verfassungsschutzbericht der baden-w\u00fcrttembergischen Landesregierung ' Zur Unterrichtung der \u00d6ffentlichkeit legt de Landesregierung erneut einen Bericht \u00fcber politisch extreme Bestrebungen in Land Baden-W\u00fcrttemberg sowie \u00fcber die Lage auf dem Gebiet der Spionageabwehr vor. Der Bericht umfa\u00dft den Zeitraum bis zum April 1976. Wie seine Vorg\u00e4nger best\u00e4tigt auch dieser Bericht die derzeit anhaltende politische Bedeutungslosigkeit des. Rechtsextremism^ Aufmerksamkeit erfordern lediglich die zunehmenden Aktivit\u00e4ten neonazistischer Kader, Gruppen und Zirkel, die immer wieder durch spektakul\u00e4re Auftritte Aufsehen erregen. Sie stellen jedoch weniger eine Gefahr f\u00fcr den Bestand unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung als f\u00fcr das Ansehen der Bundesrepublik L'eutschland in der Welt dar\" Anders verhalt es sich beim Linksextremismus, der als st\u00e4ndiger Gefahrenherd f\u00fcr den Bestand der freiheitlichen demokratischen C-ru:-a Ordnung und die innere Sicherheit unseres Landes einzusch\u00e4tzen ist und einer nachhaltigen und sorgf\u00e4ltigen Beobachtung bedarf. \"Vor den in 3aden~-W\u00fcrttemberg agitierenden linksextremen Parteie: und Vereinigungen gilt dies vor allem f\u00fcr die \"Deutsche Kommunistische Partei\" (DKP) und den \"Kommunistischen Bund Westdeutschland\" (KBW). Die DKP mit ihren Hilfsund Tarnorganisationen Repr\u00e4sentiert den orthodoxen Kommunismus Moskauer Pr\u00e4gung, aie sog. \"Alte Linke\". Der KBW hat sich in Baden-W\u00fcrttemberg sur f\u00fchrenden Kraft der sog. \"ITeuen Linken\" entwickelt. Zwar haben die Ergebnisse der Landtagswahl erneut best\u00e4tigt, da\u00df \"beide Gruppierungen keine Chance besitzen, ernstzunehmenden Einflu\u00df auf die politische Willensbildung der Bev\u00f6lkerung zu gewinnen. Die Gefahren, die von diesen Organisationen ausgehen, w\u00fcrden jedoch durch eine hierauf beschr\u00e4nkte Betrach-","tungsweise verkannt. Alle linskextremen Gruppierungen beabsichtigen nach v/ie vor, der Beseitigung unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung und ihrer Ersetzung durch die \"Diktatur des Proletariats\" zumindest etappenweise n\u00e4herzukommen. \"Alte\" und \"Feue Linke\" unterscheiden sich lediglich in der Methode zur Erreichung dieser gemeinsamen Zielsetzung. Die u~ruppen der \"ITeuen Linken\" propagieren offen ihre revolution\u00e4ren Ziele und unterstreichen sie durch gewaltt\u00e4tige Auftritte, so da\u00df sie in aktueller Sicht gef\u00e4hrlicher erscheinen als die DKP. Die \"Alte Linke\" versucht demgegen\u00fcber nach aussen den Eindruck der Verfassungstreue zu erwecken, um unter Ausnutzung verfassungsm\u00e4\u00dfiger Rechte auf die Aufhebung dieser Rechte hinzuarbeiten, Da\u00df diese Hethode erfolgversprechender ist, beweist die Tatsache, da\u00df immer wieder Angeh\u00f6rige von Parteien und Organisationen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, aus falsch verstandener Solidarit\u00e4t gemeinsame Sache mit Kommunisten machen\" Um dem entgegenzuwirken, bedarf es nicht nur der Arbeit der Verfassungsschutzbeh\u00f6rden, sondern auch einer breiten Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung \u00fcber extremistische Bestrebungen. Der vorliegende Bericht soll hierzu einen Beitrag leisten. Stuttgart, im Juli 1976","Inhalts\u00fcbersicht Seit I. Linksextreme Bestrebungen 1 1. Allgemeiner \u00dcberblick 1 2. Vereinigungen der \"Alten linken\" 4 2.1 \"Deutsche Konnunistische Partei\" (DKP) 4 2.2 \"Sozialistische Deutsche Arbeiter- 8 jugend\" (SDAJ) 2.3 ^Junge Pioniere - Sozialistische 9 -K-iraerorganisation\" (JP) 3. Vereinigungen der \"Heuen Linken\" . 10 3.1 \"I-munistischer Bund Westdeutschland\" 10 f\\ '-.T * 3.2 \"Z^rz-unistische l'art ei Deutschlands\" 15 (~_r_) und \"Koinnunistische P a r t e i Dout3chlands/ilar::isten-Leninisten\" (ZrL/ML) 4. Zur Situation an den Hochschulen des 18 Landes II. Re cht sextr ene Be strebungen 22 1. Allgemeiner \u00dcberblick 22 2. Organisationen der \"Alten Rechten\" 24 2.1 \"Hationaldenokratische Partei 24 Deutschlands\" (EPD) 2.2 \"Junge Nationaldemokraten\" (J1T) 25 2.3 \"Vereinigung Verfassungstreuer Kr\u00e4fte\" 26 (TO) 3. Organisationen der \"Neuen Rechten\" 27 4. Neonazistische Gruppen 28","Seite* III. A k t i v i t \u00e4 t e n p o l i t i s c h extremer Ausl\u00e4nder 30 1. Allgemeiner \u00dc b e r b l i c k 30 2. Araber und p a l \u00e4 s t i n e n s i s c h e r 31 Widerstand 3. I \u00fc r 1: e n 32 4. G r i e c h e n 33 5. J u g o s l a w e n 34 6. I t a l i e n e r 35 7. S p a n i e r 35 IV. Zur S i t u a - i c n auf den Gebiet der 37 St) i 0 n a ~ -~ c g l::i.r.-o fun ^ 1. Allgeneiner \u00dcberblick 37 2. Ausspahungssiele 38 3. Verurteilungen und Pestnahmen 39 4. Schiu\u00dfbetrachtung 39","I. Linksextreme Bestrebungen 1. Allgemeiner \u00dcberblick Die in Baden-W\u00fcrttemberg agitierenden linksextremen Parte: und Vereinigungen haben ihre Aktivit\u00e4ten unvermindert fori gesetzt. Zahlreiche mit betr\u00e4chtlichem Propagandaaufwand durchgef\u00fchrte Kundgebungen, Demonstrationen und gewaltt\u00e4tige Aktionen unterstrichen erneut die unver\u00e4nderte Absicht dieser Gruppen, der Beseitigung unserer freiheitlicl demokratischen Grundordnung zumindest etappenweise n\u00e4herz) kommen. Insoweit unterscheidet sich die \"Deutsche Kommuni.\" sehe Partei\" (DKP) mit ihren Neben-, Hilfsund Tarnorgan: sationen in der langfristigen Zielsetzung nicht von den g< waltt\u00e4tig auftretenden Gruppen der \"Neuen Linken\". Der si< bare Unterschied besteht lediglich in der Methode: die Pa: teien und Vereinigungen der rnaoistisch orientierten \"Neue; Linken\" -reklamieren offen ihre revolution\u00e4ren Ziele. Die Gruppierungen der \"Orthodoxen\" oder \"Alten Linken\" versuc) nach au\u00dfen den Eindruck der formalen Verfassungskonformit\u00e4t zu ervecken, um unter Ausnutzung verfassungsm\u00e4\u00dfiger Rechte auf die schlie\u00dfliche Aufhebung dieser Rechte hinzuarbeiten. Die \"Neue Linke\" stellt mit ihren zunenmend militant auftretenden rnaoistisch und trotzkistisch orientierten Vereinigungen sowie den anarchoterroristischen Randund Nachfolgegrupp* der \"Roten Armee Fraktion\" (RAF) eine Gef\u00e4hrdung der \u00f6ffe liehen Sicherheit dar. Der Schutz unserer verfassungsm\u00e4\u00dfig gen Ordnung vor der gut organisierten, ideologisch gefest ten und durch die kommunistischen Parteien.des \"Sozialist sehen Lagers\" unterst\u00fctzten \"Orthodoxen Linken\", ist jedoc 'mindestens langfristig eine ebenso unerl\u00e4\u00dfliche Aufgabe. /2","- 2 - In der Bundesrepublik Deutschland wird der \"orthodoxe' Kommunismus\" Moskauer Pr\u00e4gung w e i t e r h i n a l l e i n von cter \"Deutschen Kommunistischen P a r t e i \" (DKP) und deren Neben-, Hilfsund Tarnorganisationen ideologisch v e r t r e t e n . Die enge Bindung der DKP an die kommunistischen P a r t e i e n der Sowjetunion und der DDR besteht unver\u00e4ndert f o r t . Die ver- s t \u00e4 r k t erhobene. Kritik der DKP an den \"Bruderparteien\" in I t a l i e n und Frankreich, die immer offener dem F\u00fchrungsanspruch der KPdSU entgegentreten, i s t Ausflu\u00df e i n e r t o t a l e n ideologischen und nicht z u l e t z t auch f i n a n z i e l l e n Abh\u00e4ngig- k e i t . Die maoistisch o r i e n t i e r t e n P a r t e i e n \"Kommunistischer Bund Westdeutschland\" (KBV,r), \"Kornmunistische P a r t e i Deutschlands\" (KPD) und \"Kommunistische P a r t e i Deutschlands/Marxisten-Leninisten\" (KPD/IC) greifen deshalb die DKP mit zunehmender Sch\u00e4rfe an. Bisweilen kommt es b e r e i t s zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anh\u00e4ngern der a l t e n und der neuen Linken. Unver\u00e4ndert i s t die DKP mit etwa 40 000 H i t g l i e d e r n die zahlenm\u00e4\u00dfig s t \u00e4 r k s t e p o l i t i s c h extreme P a r t e i i n der Bundes-! republik Deutschland. Sie verf\u00fcgt \u00fcber erhebliche finanziell] Mittel, die s i e in die Lage v e r s e t z e n , einen aufwendigen Parteiapparat zu unterhalten und eine umfangreiche Propagandat\u00e4tigkeit zu e n t f a l t e n . Politisch s e t z t die DKP i h r e v i e l f \u00e4 l t i g e n Versuche f o r t , sich als H\u00fcterin des Grundgesetzes d a r z u s t e l l e n und damit zugleich den Vorwurf verfassungsfeindlicher Zielsetzung zur\u00fcckzuweisen. Erg\u00e4nzt wird diese Taktik durch das Bem\u00fchen, bestimmte Forderungen aufzugreifen oder zu u n t e r s t \u00fc t z e n , d i e ihr geeignet erscheinen, in der \u00d6 f f e n t l i c h k e i t die \u00dcbereinstimmung mit demokratischen P a r t e i e n und Organisationen zu demonstrieren. /5","- 3- Bei diesen zuweilen krampfhaft anmutenden Bem\u00fchungen um \"Aktionseinheit\" und Anerkennung.als Partei der \"konsequentesten Demokraten\" erringt die DKP gelegentlich Erfolge bei Gruppen und Einzelpersonen, die sich selbst \"progressiv\" und \"radikal-demokratisch\" verstehen und die Kommunisten mit \"kritischen Demokraten\" gleichzusetzen beginnen. Trotz intensivierter Bem\u00fchungen ist es den Parteien und Vereinigungen der \"Neuen Linken\" bislang nicht gelungen, die Zersplitterung in eine Vielzahl sich gegenseitig bek\u00e4mpfender Gruppierungen abzubauen. Auch die Kontaktgespr\u00e4che, die Funktion\u00e4re der Zentralkomitees der maoistischen \"Kommuni\u00f6tischen Partei Deutschlands\" (KPD) und der \"Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten\" (KPD/ML) seit Mitte 1975 \u00fcber eine Vereinigung beider Parteien f\u00fchren, erbrachten noch keine konkreten Ergebnisse. Trotz der offensichtlichen Einflu\u00dfnahme der \"Kommunistischen Partei Chinas\" auf die KFD und die KPD/ML, die Fusionsgespr\u00e4che zu intensivieren, blieben die grunds\u00e4tzlichen Meinungsverschiedenheiten insbesondere auf \u00f6rtlicher Ebene bislang un\u00fcberbr\u00fcckbar. Iir-nerhin f\u00fchrte die politische Ann\u00e4herung beider Parteien zu ersten noch \u00f6rtlich begrenzten Aktionseinheiten, die sich teilweise in militanten Aktionen gegen andere politisch extreme Organisationen \u00e4u\u00dferten. In deutlichem Gegensatz zur DKP und ihren Hilfsorganisationen verzichten die maoistisch orientierten Organisationei auch weiterhin auf taktische Scheinbekenntnisse zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Diese Gruppierungen machei keinen Hehl daraus, da\u00df sie die bestehende Verfassungsordnung zerschlagen wollen und da\u00df sie \"diese Ausbeuterordnung nicht anders als mit Gewalt und Waffen st\u00fcrzen\" werden. In Baden-W\u00fcrttemberg konnte der \"Kommunistische Bund Westdeutschland\" ' (KBW) seine Stellung als st\u00e4rkste Partei der \"Neuen Linken\" festigen. Es ist dem zunehmend militanter auftretenden KBW nach und nach gelungen, das Land mit einem relativ dichten Netz von Ortsund Sympathisantengruppen zu \u00fcberziehen und die Anh\u00e4ngerschaft durch \"Massenorganisationen'","- 4- und eine Vielzahl vom KBW gesteuerter \u00f6rtlicher Komitees zu verbreitern. Aufgrund einer erheblichen, nicht zuletzt aus Beitragsund Spendenaufkommen resultierenden finanziellen Potenz sowie durch den weiteren Ausbau eines eigenen Verlags^ Druckereiund Vertriebswesens ist der KBW in der Lage, eine breite publizistische Aktivit\u00e4t zu entfalten. Zugleich verde^tlicht die vom1 KBW ma\u00dfgeblich gesteuerte Aktion der \"Komitees gegen den SS 218\", da\u00df der KBW inzwischen auch Kr\u00e4fte au\u00dferhalb des Kreises seiner Mitglieder und Sympathisanten zu mobilisi^rer vermag. Aufgrund der wachsenden organisatorischen St\u00e4rke mu\u00df damit gc>~ rechnet werden, da\u00df der \"Kommunistische Bind Westdeutschland\" an Gewicht, aber auch an Militanz weiter zunimmt. Trotz einer gegen\u00fcber dem KBW deutlich schw\u00e4cheren Position ist es auch den beiden anderen iriaoistisch orientierten Parteien KPD und KPD/ML in 3aden-W\u00fcrttemberg gelungen, ihre Organisation weiter zu festigen und ihre Aktivit\u00e4ten zu verst\u00e4rken. * Ohne wesentliche 3edeutung geblieben sind der maoistische \"Kommunistische Arbeiterbund Deutschlands\" (KABD) sowie die trotzkistischen Vereinigungen \"Gruppe Internationale Marxisten.\" (GIM) und \"Spartacusbund\". Erstmals in Baden-W\u00fcrttemberg aufgetreten sind der insbesondere in Hamburg aktive maoistische \"Kommunistische Bund\" (KB) und die orthodox-kommunistisch orientierte \"Europ\u00e4ische Arbeiterpartei\" (EAP). 2 * Iggeinigungen der \"Alten Linken\" 2,1 deutsche Kommunistische Partei\" (DKP) Trotz erheblicher Anstrengungen ist es der DKP. in Baden-W\u00fcrtted berg nicht gelungen, die Zahl ihrer Mitglieder 15",".- 5 - wesentlich zu erh\u00f6hen. Bei Ber\u00fccksichtigung der nat\u00fcrlichen Abg\u00e4nge und der Parteiaustritte d\u00fcrfte die DKP-Bezirksorganisation Baden-W\u00fcrttemberg unver\u00e4ndert etwa 3000 Mitglieder umfassen. Die Partei hat sich in den zur\u00fcckliegenden Monaten insbesondere der Straffung ihrer Organisation gewidmet. Durch Zusammenlegen mitgliederschwacher Kreisverb\u00e4nde wurden schlag kr\u00e4ftigere Parteieinheiten geschaffen, die die Betriebs-, Woh gebiets(Ortsbzw. Stadtteil-) und Hochschulgruppen anleite Ende des Jahres 1975 war die DKP-Bezirksorganisation BadenW\u00fcrttemberg wie folgt gegliedert: 1 DKP-Bezirksorganisation Baden-W\u00fcrttemberg ! ^ Betriebs-, Kreisorganisation Wohngebietsund Hochschulgruppen Stut-rra-t: ca. 14 Schw\u00e4bisch Hall/Ostalb 6 2 Reir.s-y.urr-Kreis 4 Heidenheim 1 Neckar-Fils 4 Heilbronn - Ulm/Alb-Donau 1 Reutlingen-Zollernalb 3 T\u00fcbingen 1 Oberschwaben 3 Heidelberg 4 Karlsruhe 9 Mannheim 18 Pforzheim 2 Baden-Baden/Rastatt 2 Emmendingen 2 Freiburg 3 Mittelbaden/Ortenau 3 L\u00f6rrach/Waldshut 5 Bodensee-Hochrhein 4 Tuttlingen * ' ' . . . . , - /6","- 6- Die \u00f6rtlichen Parteiorganisationen gaben im vergangenen Jahr insgesamt 31 Wohngebietsbzw. Ortsgruppenzeitungen und 22 Betriebsgruppenzeitungen heraus, deren Auflagenh\u00f6he zwischen 500 und 6000 Exemplaren je Titel und Ausgabe schwankte. In diesem Zusammenhang steht auch die intensivierte Schulung der Funktion\u00e4re und vor allem des Kader-Nachwuchses der DKP. Vornehmlich j\u00fcngere Parteimitglieder werden verst\u00e4rkt zu Lehrg\u00e4ngen an die parteieigene \"Karl-Liebknecht-Schule\" nach Essen und an das Ostberliner \"Franz-Mehring-Institut\" entsandt. Wachsende Bedeutung erlangt in letzter Zeit die von der DKP gesteuerte \"Marxistische Arbeiterbildung\" (MAB), bei deren Veranstaltungen in verst\u00e4rktem Umfang Referenten aus der DDR auftreten. Nach dem vom Parteigesetz geforderten Rechenschaftsbericht werden vom DK?-?arteivorstand f\u00fcr das Jahr 1974 Gesamteinnahmen in Hohe vcn DM 4 382 324,94 ausgewiesen. Davon entfallen auf Mitgliedsbeitr\u00e4ge DM 468 503,72 und auf Spenden DM 3 386 653,22. F\u00fcr die DKP-Bezirksorganisation Baden-W\u00fcrttei \"berg werden die Gesamteinnahmen mit DM 72o 297,73 angegeben, wovon DM 132 265,50 als Mitgliedsbeitr\u00e4ge und DM 396 950,63 als Spenden ausgewiesen werden. In Anbetracht des aufwendigen Parteiapparates, der umfangreichen Propaganda.und Pressea^be: und der vielf\u00e4ltigen Aktivit\u00e4ten der DKP ist unver\u00e4ndert von einer erheblichen finanziellen Unterst\u00fctzung insbesondere durdie DDR auszugehen. Die Bundesregierung hat diese Zuwendungen' auf 30 Millionen DM im Jahre 1974 gesch\u00e4tzt. Trotz dieser erheblichen finanziellen Mittel ist es der DKP m Baden-W\u00fcrttemberg nur in Einzelbereichen gelungen, Fortschritte zu erzielen. So sind insbesondere die gesteckten Zxel m der Betriebsarbeit nicht erreicht worden: die beabsichtigt\" Neugr\u00fcndung von DKP-Betriebsgruppen ist weitgehend gescheiterr einzelne Betriebsgruppen mu\u00dften sogar erhebliche Mitgliederve:! luste hinnehmen. Auch die mit betr\u00e4chtlichem finanziellem Acrf n","- 7- durchgef\u00fchrte Aktion \"F\u00fcr einen sofortigen Preisstopp, f\u00fcr die Sicherung von Arbeitspl\u00e4tzen!\" erbrachte der Partei nicht die Resonanz, die sie sich aufgrund der teilweise ung\u00fcn- . stigen wirtschaftlichen Situation erhofft hatte. V/eitere Erfolge erzielte die DKP jedoch bei ihrer \"Politik der Aktionseinheit\" mit nichtkommunistischen Gruppen. Insbesondere bei der weitgehend von der DKP gesteuerten Kampagne gegen die sogenannten Berufsverbote ist es der Partei gelungen, durch taktisches Vorgehen zahlreiche B\u00fcndnispartner zu gewinnen. Diese Erfolge beim Aufgreifen aktueller Fragen, bei denen die DK? Tiit Zustimmung auch bei nichtkommunistisch orientierten B\u00fcrgern rechnet, d\u00fcrften dazu f\u00fchren, da\u00df sie die Politik der \"Aktionseinheit von unten\" weiter verst\u00e4rkt. Bei der Landtagswahl am 4. April 1976 stellte die DKP, mit Ausnahme der Landkreise, in denen ihre organisatorische Basis zu schwach ist, in fast allen Wahlkreisen Kandidaten auf. Nach Absprache mit der prokommunistischen \"Deutschen Friedens-Union\" (DFU) verzichtete sie in den Wahlkreisen B a d e n - B a d e n und R a s t a t t , in denen die DFU kandidierte, auf eigene Kandidaten. Als einen der Schwerpunkte des Wahlkampfes nannte der \"V/ahlkampfplan\" die offensive Entlarvung der Rolle \"chaotischer Gruppen\", insbesondere des \"Kommunistischen Bundes Westdeutschland\" (KBW). Mit 1,6 % der abgegebenen g\u00fcltigen Stimmen erzielte sie im Wahlkreis T\u00fcbingen ihr bestes Ergebnis, im Landesdurchschnitt erreichte sie aber nur 0,4 %, /8","2.2 \"Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend\" (SDAJ) Trotz der vonder SDAJ st\u00e4ndig wiederholten Behauptung, eine selbst\u00e4ndige und unabh\u00e4ngige Jugendorganisation zu sein, wird deren enge ideologische Bindung an die \"Deutsch Kommunistische Partei\" (DKP) sowie an die \"Freie Deutsche Jugend\" (FDJ) in der DDR und die Jugendorganisation \"Korasc in der Sowjetunion immer augenf\u00e4lliger. So hielt, sich im Dezember 1975 auf Einladung des Bundesvorsitzenden der SD? eine vom Ersten Sekret\u00e4r des Zentralrates der \"Freien Deut sehen Jugend\" (FDJ) gef\u00fchrte Delegation in D\u00fcsseldorf aufi die auch vom DKP-Vorsitzenden MIES empfangen w u r d e . Im Mi* punkt des Besuches der FDJ-Delegation beim Bundesvorstand SDAJ standen Gespr\u00e4che \u00fcber eine \"Vertiefung der Zusammen* beit\", die ein 16. Dezember 1975 in Dortmund zum Abschlu\u00df eines \"Freundschaftsvertrages\" f\u00fchrten. Zahlreiche weiter\" Kontakte best\u00e4tigen die \"enge Verbundenheit\" der Jugendor( nisation der DKP mit denen der kommunistischen Parteien d< \"sozialistischen Lagers\". Trotz verst\u00e4rkter Anstrengungen ist es der SDAJ nicht gelungen, ihre Basis zu verbreitern. Die f\u00fcr die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1975 anberaumte Umtauschaktio* der Mitgliedsb\u00fccher d\u00fcrfte zudem zu einer Korrektur der bi her \u00fcberh\u00f6ht angegebenen Mitgliederzahlen f\u00fchren. In Baden-W\u00fcrttemberg geh\u00f6ren der SDAJ unver\u00e4ndert etwa 8Ctf bis lOOO Personen an, die in 46 Gruppen organisiert sind. Von mehreren Gruppen werden in sporadischer Folge Zeitung\" mit zumeist geringer Auflage herausgegeben. Die Bem\u00fchungen der SDAJ, in den Bundes jugendring als Mitglied aufgenommen zu werden, blieben auch 1975 ohne ErfolC Am 20. November 19 75 wurde ein erneuter Aufnahmeantrag abC lehnt. In Baden-W\u00fcrttemberg ist die SDAJ unver\u00e4ndert in","8 Staatjugendringen und einem Kreisjugendring als Mitglied vertreten. Schwerpunkte der SDAJ-T\u00e4tigkeit sind neben den fortdauernden Bem\u00fchungen, auf m\u00f6glichst viele Jugendverb\u00e4nde Einflu\u00df zu gewinnen, Kampagnen gegen die Bundeswehr in Zusammenarbeit mit den \u00f6rtlichen Gruppen des \"Arbeitskreises Demokratischer Soldaten\" (ADS). Ferner will die SDAJ nach einem Beschlu\u00df ihres Bundesvorstandes den \"Kampf gegen Lehrstellenmangel und Jugendarbeitslosigkeit\" verst\u00e4rken und dabei demokratische Jugendverb\u00e4nde f\u00fcr gemeinsame Aktionen gewinnen. 2.3 \"j^nr^ Pioniere - Sozialistische Kindprorganisation\" (JP) Die am I. Juni 1974 in Bottrop auf Initiative der \"Deutschen Kommunistischen Partei\" (DKP) gegr\u00fcndete sozialistische Kinieroraanisazion \"Junge Pioniere\" will ihrer Satzung zufolge eine \"sozialistische Organisation\" der Kinder des \"werkt\u00e4tigen Volkes\" sein. So ist die Arbeit der JP vor allem auf ein kommunistisch gepr\u00e4gte Erziehung der Kinder ausgerichtet. Durch intensive Beeinflussung soll den \"Jungen Pionieren\" \"der Kampf der progressiven Kr\u00e4fte\" verst\u00e4ndlich gemacht werden. Es wird von ihnen erwartet, da\u00df sie \"f\u00fcr den Soziali m us k\u00e4mpfen\" und so bewu\u00dft \"ihren Beitrag f\u00fcr den gesellschaftlichen Fortschritt leisten\". Die \"sozialistische Kinderorganisation\" gliedert sich in Gruppen, Ortsverb\u00e4nde und den Bundesverband. Oberstes Organ i s t d ie Bundeskonferenz, die die Bundesleitung w\u00e4hlt. /10","- 10 - Die \u00f6 r t l i c h e n JP-Gruppen werden gem\u00e4\u00df d e r Satzung vom \" G r u p p e n - P i o n i e r r a t \" , d e r aus Kindern b e s t e h t , und von c ^ Gruppenleitung ( P i o n i e r l e i t e r und B e t r e u e r ) , d i e s i c h h ^ s \u00e4 c h l i c h aus SDAJ-Mitgliedern zusammensetzt, a n g e l e i t e t ^ In Baden-W\u00fcrttemberg a r b e i t e n b i s l a n g JP-Gruppen in K a r l s r u h e , L u d w i g s b u r g , M e t z i ^ g e n , S t u t t g a r t , T \u00fc b i n g e n , Ulm v. | Oberschwaben ( R a v e n s b u r g ) . Eine Gruppe b e s t e h t d u r c h s c h n i t t l i c h aus lO - 15 Kindertdie nahezu a u s s c h l i e \u00df l i c h aus F a m i l i e n von DKP-Mitglied^ stammen. Zu den Schwerpunkten i h r e r A r b e i t g e h \u00f6 r t v o r allem d i e Q s t a l t u n g e i n e s \"anziehenden G r u p p e n l e b e n s \" . H i e r f \u00fc r wir<$ ( g e s c h i c k t g e s t a l t e t e s , aufwendiges Jugendprogramm o r g a n i c s i e r t , zu -em K i n d e r f e s t e , Wochenendfahrten, Wanderungen. F e r i e n l a g e r , S p i e l - und S i n g n a c h m i t t a g e sowie F r e u n d s c h ^ t r e f f e n mit anderen Gruppen g e h \u00f6 r e n . Im J a h r e 1975 haben etwa 3GOO \"Junge P i o n i e r e \" - aus d e r Bundesrepublik D e u t s c h l a n d , d a r u n t e r auch Gruppen aus Be^ V7\u00fcrttemberg, auf Einladung d e r FDJ an F e r i e n l a g e r n i n de*, DDR teilgenommen. F i n a n z i e r t wurden d i e s e F e r i e n a u f e n t h ^ ( angeblich von \"Volkseigenen B e t r i e b e n \" (VEB). 3. Vereinigungen der \"Neuen Linken\" 3.1 \"Kommunistischer Bund Westdeutschland\" (KBW) . ., ^ \"Der'Kommunistische Bund Westdeutschland\" (KBW) b l i e b auch i t J a h r e 1975 d i e s t \u00e4 r k s t e m a o i s t i s c h o r i e n t i e r t e P a r t e i i n Baden-W\u00fcrttemberg. In den \u00f6 r t l i c h e n KBW-Gliederungen wurc;","- 11 - der organisatorische und ideologische Aufbau -weiter gefestigt. Gegen\u00fcber dem Jahre 1974 konnte der KBW in BadenW\u00fcrttemberg die Anzahl seiner Ortsgruppen von 5 auf 16 steigern, die Zahl der Sympathisantengruppen erh\u00f6hte sich im gleichen Zeitraum von 12 auf 15. Die 1974 noch vorhandenen sechs Ortsaufbaugruppen wurden 1975 durchweg in Ortsgruppen umgewandelt. Im Bundesgebiet verf\u00fcgt der KBW \u00fcber nunmehr 50 Ortsund Ortsaufbaugruppen mit etwa 2 OOO Mitgliedern (1973: 1250; 1974: 1700 Mitglieder) . Au\u00dferdem st\u00fctzt er sich auf mehr als lOO Sympathisantengruppen mit ca. 400 Mitgliedern. In Baden-VJ\u00fcrttembsrg d\u00fcrfte die Partei in ihren lokalen Gruppen und in den jeweiligen \u00f6rtlichen Nebenorganisationen \u00fcber 800 Personen organisiert haben. Konkrete Angaben \u00fcber ihren Mitgliederstand in Baden-W\u00fcrttemberg ver\u00f6ffentlichte die Partei auch 1975 nicht. Es ist jedoch sicher, da\u00df die Zahl der Mitglieder und Sympathisanten zumindest in einigen Ortsgruppen zugenommen hat. So sind der K3W-0rtsgruppe F r e i b u r g und deren Webenorganisationen etwa 400 Mitglieder und Sympathisanten zuzurechnen, von denen etwa 180 der \"Kommunistischen Hochschulgruppe\" (KHG), angeh\u00f6ren. Noch im Jahre 1974 belief sich der reine Mitgliederstand der Freiburger KBW-Gliederung auf etwa 90 Personen. Bei \u00f6ffentlichen Veranstaltungen k\u00f6nnt, die Ortsgruppe F r e i b u r g wiederholt 400 - 500 Personen mobilisieren. Die KBW-Ortsgruppen in H e i d e l b e r g und M a n n - h e i m umfassen je einen harten Aktivistenkern von 80 - 100 Personen, der durch Mobilisierung der Angeh\u00f6rigen der \u00f6rtlichen \"Massenorganisationen\" rasch um das Doppelte vergr\u00f6\u00dfert werden kann. In ihren politischen Aktivit\u00e4ten werden.' die KBW-Parteigliederungen von folgenden ebenfalls \u00f6rtlich organisierten \"Massenorganisationen\" unterst\u00fctzt: \"Kommunistische Hochschulgruppe\" (KHG) \"Kommunistischer Arbeiterjugendbund\" (KAJB) \"Kommunistische Sch\u00fclergruppe\".. (KSG) ' \"Gesellschaft zur Unterst\u00fctzung der Volksk\u00e4-pfe\" (GUV) /12","- 12 - KOMMUNISTISCHER BUND WESTDEUTSCHLAND (KBW) - Gruppen in Baden-W\u00fcrttemberg - @ Ortsgruppe O Sympathisantengruppe Stand: 31. Dezember .19.75","I 13 - Die \"Massenorganisationen\" treten zwar in der \u00d6ffentlichkeit als eigenst\u00e4ndige Vereinigungen auf , unterliegen jedochideologisch und bei politischen Aktionen der Anleitung durch die Kader der jeweiligen KBW-Ortsgruppen. Das seit Ende 1974 in w\u00f6chentlicher Folge erscheinende KBW-Zentralorgan \"kommunistische Volkszeitung\" (KVZ) \"blieb mit seiner durchschnittlichen Auflage von 40 000 Exemplaren weiterhin eine der gr\u00f6\u00dften linksextremen Publikationen. Die Mehrzahl der Ortsgruppen des KBW in Baden-W\u00fcrttemberg legt inzwischen dem Zentralorgan.selbstgefertigte \"Ortsbeilagen\" bei, in denen vornehmlich die lokalen Ereignisse kommentiert werden. Auch im Jahre 1975 zeigte sich wiederholt die F\u00e4higkeit des KBW, innerhalb kurzer Zeit gr\u00f6\u00dfere Menschenmassen zu mobilisieren. Dies beweisen unter anderem die zahlreichen \u00f6rtlichen Aktionen gegen den SS 218 StGB und besonders die zentrale Demonstration am 21. September 1975 in Bonn mit ca. 25 000 Teilnehmern. Unter den mit Sonderz\u00fcgen, Bussen und zahlreichen privaten Kraftfahrzeugen angereisten Demonstrationsteilnehmern waren nach eigenen Angaben allein 900 Pei sonen aus F r e i b u r g und 1500 Personen aus H e i d e \" ! b e r g . Auf der im Oktober 1975 in Frankfurt/Main durchgef\u00fchrten ersten Delegiertenkonferenz der vom KBW gesteuerten \"Komitees und Initiativen gegen den SS 218\" wurde beschlossen, die Kampagne gegen den SS 218 StGB im Jahre 1976 verst\u00e4rkt fortzusetzen. Der KBW lie\u00df auch 1975 keinen Zweifel daran, da\u00df die Anwendung von Gewalt ein wesentliches Element seiner politischen Strategie darstellt. Dies bewies er durch die Steuerung der \u00fcber mehrere Tage anhaltenden gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzungen Ende Juni in H e i d e l b e r g anl\u00e4\u00dflich der Protestaktionen gegen die geplanten Tariferh\u00f6hungen der Heidelberger Stra\u00dfenund Bergbahn AG. Zeitweise beteiligten sich bis 2 500 Personen an den militanten Aktionen. Wiederholt rief die Partei w\u00e4hrend der Unruhen zu \"neuen h","- 14 - Aktionen\", \"Blockaden\" auf, w\u00e4hrend sie andererseits den Abzug der \"Polizeihorden\" aus H e i d e l b e r g forderte (Anlage 1). In F r e i b u r g konzentrierte sich der KBW besonders auf den Widerstand gegen den Abbruch des Wohngebietes Fre\u00e4_ ^ W\u00e4hrend der polizeilichen R\u00e4umung des mehrere Monate lang widerrechtlich besetzten Wohngebietes Freiau kam es im August 1975 ebenfalls zu massiven Auseinandersetzungen, ai> denen Sympathisanten und Angeh\u00f6rige der KBW-Ortsgruppe F r e i b u r g zumindest agitatorisch beteiligt waren (Anlage 2). Neben anderen linksextremen Parteien versuchte auch der KBW, auf die B\u00fcrgerinitiativen gegen den geplanten Bau eiix^ Kernkraftwerkes (KKW) in W y h 1 einzuwirken. In zahlreichen - ir_ hoher Auflage verteilten - Flugbl\u00e4ttern machrfc ^ der KBW deutlich, da\u00df f\u00fcr ihn die angestrebte \"Einheit im Kampf geger: das KKW nur ein Schritt ist, um den gemeinsamen Feind, die kapitalistischen Privateigent\u00fcmer an den Produktionsmitteln, zu bek\u00e4mpfen und zu besiegen\" (Anlage 25 Verst\u00e4rkt widmete sich der KBW 1975 der linksextremen Einflu\u00dfnahme auf die Bundeswehr. Dabei bediente sich die Par-fc^ der von ihr gesteuerten acht \"Soldatenund Reservistenkomitees\" (SRK), die an verschiedenen Standorten der Bunde i? wehr in Baden-W\u00fcrttemberg aufgebaut worden sind. Die Aufgelder \"Soldatenund Reservistenkomitees\" (SRK) beschr\u00e4nkt sich nicht allein auf die Beeinflussung und Organisierung deutscher Soldaten und Reservisten, sondern schlie\u00dft auch die Kontaktaufnahme mit den in der Bundesrepublik DeutschXstationierten franz\u00f6sischen Soldaten ein. /15","Herausgegeben von der Ortsgruppe Heidelberg des KOMMUNISTISCHEN BUND W E S T D E U T S C H E N ! ( K B W ) . Verantwortlich im Sinne des Presserechts: M . M \u00fc l l e r , 69 Heidelberg, Lutherstr.44a,Tel .4699; Eigendruck, * . 25.6.75 Auflage 20.000 ' * D i e Unterst\u00fctzung des Knmpfe's gegsn die Fahrpreiserh\u00f6hungen auf der Stra\u00dfe ist st\u00e4ndig im Wachsen.So haben gestern die nahezu 200 Bewohner eines Heidelberger Altersheimes in einer Resolution gegen die Fahrpreiserh\u00f6hungen ausdr\u00fccklich die * D monstrafionen u n d Blockaden-unterst\u00fctzt und nurbedcuert; da\u00df sie selbst sch\u00f6n ' ' - zu a l t seien, sich daran zu b e t e i l i g e n . Der aktive Widerstand gegen die Fahrpreiserh\u00f6hung ist breit und erfolgreich und hat sich gerade unter dem Druck des brutalen Polizeieinsatzes verst\u00e4rkt, so da\u00df am Samstag bis zu 5000 Menschen durch Blockaden des Stra\u00dfenbahn und Busverkehrs von 11 bis 18 Uhr ihren W i l l e n , die Fahrpreiserh\u00f6hung zu Falf zu bringen,demonstrierten.Nachdem so am Samstag offensichtlich d i e Heidelberger Bev\u00f6lkerung die O b e r - hand behalten h a t , t r i t t nun der oberste Polizeichef dieser Stadt, OB Z undel \u00fcber seine Hofpresse auf den Plan und k \u00fc n d i g t a n , da\u00df er sie Mores lehren w i l l . W\u00e4hrend noch vergangene Woche die Rhein-Neckar-Zeitung kaltschn\u00e4uzig \u00fcber die neue Wunderwaffe der Polizei pepper-fog berichtete, wird jetzr nur noch ihre Wirkungslosigkeit festgestellt und O B Zundel ruft nach mehr - mehr P o l i z e i , mehr Ausr\u00fcstung, mehr G e w a l t , um die Organisierung der Heidelberger Bev\u00f6lkerung f\u00fcr d i e Durchsetzung ihrer gerechten Forderung zu zerschlagen. Eine gerechte Sachewird jedoch nicht ungerecht, w e i l sie von der herrschenden Klasse dazu e r k l \u00e4 r t w i r d und eine grechte Sache, die den Interessen der breiten Mehrheit entspricht, w i r d r immer Unterst\u00fctzung finden. i *-","K E I N E F A H R P R E I S E R H \u00d6 H U N C E N B E I DER H 5 B 1 '.: S C H L U S S M I T D E M A B B A U DES \u00d6 F F E N T L I C H E N NAHVERKEHR^! K A M P F D.ER A U S P L \u00dc N D E R U N G D U R C H D E N B \u00dc R G E R L I C H E N ^ ~ STAAT! M o r g e n , am Donnerstag, w i r d der H e i d e l - stimmung n i c h t z \u00e4 h l e n , denn sie ist f\u00fcr diese berger Gemeinderat \u00fcber die Fahrpreiserh\u00f6hungen und die folgende Sitzung am 2 . 7 . von der Te i I gen bei der HSB beschlie\u00dfen. Heute, am n\u00e4hme ausgeschlossen w o r d e n . '\"***'' M i t t w o c h , demonstrieren A r b e i t e r , Anges te l i - A l l e anderen Parteien haben bisher jedes M a i t e , Sch\u00fcler, Studenten und andere Teile des fast einm\u00fctig Fahrpreiserh\u00f6hungen beschlossen . Volkes erneut, um die Fahrpreiserh\u00f6hungen Diesmal man\u00f6vrieren sie heftiger als gewohnt zu Fall r u bringen. w e i l ihr Ansehen bei der Bev\u00f6lkerung schon v < s r - Z\u00fcndeI und der Gemeinderat vertreten die jedem Beschlu\u00df z i e m l i c h angeschlagen i s t . D i o s wenigen Reichen in dieser Stadt. Das sind die Abstimmung w i r d diesmal nicht einstimmig set o _ Kapita listen^, denen die Fabriken geh\u00f6ren, SPD und FDP haben sich in Worten gegen d i e ~~ die davon leben, da\u00df andere f\u00fcr sie a r b e i t e n . Erh\u00f6hung ge\u00e4u\u00dfert. Der ASTA der P\u00e4dagogiDas sind die Kaufhauskonzerne, w i e z . B . schen Hochschule, der von Jusos gestellt w i r d H o r t e n , f\u00fcr die der Stadtrat sich n i c h t nur ein - lehtn die Fahrpreiserh\u00f6hungen a b und spricht - - ^ Bein ausrei\u00dft, sondern gleich die halbe Altstadt sich f\u00fcr weitere A k t i o n e n aus, . Selbst e i n i g e abrei\u00dfen und c'~:Lr die Bev\u00f6lkerung in unerjunge CDU-Ier denken dar\u00fcber nach w i e der schwingliche Yvonnungen am Stadtrand verStaat das Loch bei der HSB stopfen k\u00f6nnte. treiben w i l l . D:JS ist die feine Prcfessorenschaft, Sicher ist,da\u00df OB Z\u00fcndeI (SPD) den G e m e i n d s - deren Korrupt*'o.'^.affairep. zum_ Himmel s t i n k e n , raizwingen w i l l , zu parieren .Sicher ist auch , i n deren herrschaftliche V i l l e n aber nicht die da\u00df a l l e b\u00fcrgerlichen Parteien ihm offen oder erstickende Luft der Altstadt dringt. insgeheim zustimmen, da\u00df man dem Druck Diese ganze ssubere bessere Gesellschaft der Stra\u00dfe, wiesie es selber 1969 genannt h a ~ hat in der letzten Woche c>j~: die Polizei gesetzt; besi, nicht weichen d a r f . Z \u00fc n d e i hat sich seit diesen Gewaltopparat brauch: sie, denn sie B-sginn der Demonstrationen und Blockaden nurhat in der Auseinandersetzung mit dem Volk noch.als Herr <A?r Kreispolizei gsttu\u00dfert.Er w i r d am - M i t t w o c h noch einmal a/ewalfe'am mehr zu verlieren, als ein paar Stunden lang gegen die Heidelberger Bev\u00f6lkerung vorgeber* die Kontrolle \u00fcber die Sc^ier.er, deStra\u00dfenum dem anderen Instrument des Staates,dem b a h n , . Sie schl\u00e4gt zur\u00fcck,'-'e'i ihre Autorit\u00e4t Gemeinderatf f\u00fcr seinen Beschlu\u00df am Donnsns t x r j als herrschende Klasse in dieser Stcdvon freie Bahn gegen das V o l k zu schaffen. den Massen angegriffen worden ist. Sie w e i \u00df , da\u00df die erfolgreichen Blockaden vom letzten Es kommt desha ib darauf, a n , heute wieder f ^ c a S s _ r DonnersFag,Freitcg und Samstag viele Menschen haft auf die Stra\u00dfe und die Schienen zu g e h ^ ^ p dazu ermutigt haben,in Aktionen und durch Stra\u00dfenbahnund Busverkehr mu\u00df v \u00f6 l l i g s t i i l - ^ wachsende Solidarisierung ihren W i l l e n g e - stehen. Der Punkt, von dem aus man das am gen den W i l i e n csr herrschenden k l e i n e n Minderhe besten erreichen k a n n , ist der Bismarckplafz, heit zu setzen. denn f\u00fcr die Bahnlinien f\u00fchrt k e i n Weg daran Die sehr zahlreiche Mehrheit, das sind \"die vorbei. Arbeiter und a l l e , deren Lebenslage in dieser Stadr unter den herrschenden Verh\u00e4ltnissen HEUTE .16.30 ALLE ZUR HAUPTSTRASSE 1. schlecht ist. Sie haben ein lebhaftes Interesse daran,den \u00dcbermut der staatlichen Organe zu z \u00fc g e l n . Nach den Fahrpreiserh\u00f6hungen 6 5 , 6 9 , 7 1 , 7 3 , sagen sie: 1975 ist Schlu\u00df! W E L C H E E N T S C H E I D U N G IST V O N DEN RATHAUSPARTEIEN A M DONNER STAG ZU ERWARTEN? Die einzige Stimme, n\u00e4mlich die der KBW-Stadt r \u00e4 t i n -Helga Rosenbaum, die von Anfang an g e - gen die Fahrpreiserh\u00f6hungen im Gemeinderat und auf der Stra\u00dfe eingetreten ist, soll bei der A b -","imxapre c 1000 Pelzistets ittefiliesi dBo freiau ! Der \u00dfeii@is\u00c4raf s c h w i l l iten Knllppe! Bas folic darf das nsclit hinnehmen eute morgen,gegen 9 Uhr,hat ein riesiges P o l i z e i - stration aus der Freiau in die Innenstadt.bringt eer die H\u00e4user der Freiau \u00fcberfallen.Jeder konnan Amtsgericht und Rathaus ihren Protest gegen t e sehen,auf was sich die Herren von Gemeinderat diesen Polizei\u00fcberfall auf die Freiau zum Ausdruck, :nd Stadtverwaltung einzig und a l l e i n st\u00fctzen konrv und fordert Keidel und Zens auf,zu erscheinen,und '*' -auf n i c h t s als die nackte Gewalt,durchgesetzt Rechenschaft abzulegen.Im Rathaus hat sich eine u . Polizeitruppen,die cat; Vclk bezahlt .Tausend weitere Hundertschaft Polizei einquartiert.Alssich. jOlizisten.schwerstens bewaffnet mit drei Wasserein Polizeispitzel mit seinem Fernsehaufzeichwerfern,drei Panzersp\u00e4hwagen,Polizeihubschrauber, nungsger\u00e4t zu frech aus dem Fenster des Rat|nd e i n Wagen,auf dessen ausfahrbar.rem Ann Polizeihauses lehnt,um die Demonstranten zu filmen, i p i t z e l f i l m t e n , r i e g e l t e n da.3 ganze Gebiet um die fliegt aus der emp\u00f6rten Menge ein Farbbeutel r e i a u ab.Der Zubringer Mitte vurut gesperrt,was aaf ihn,und mit v\u00f6llig wei\u00dfem Gesicht gibt er '*in Verkehrschaos hervorrief .Ohne ' ' c - ^ m u n g wursein Gesch\u00e4ft vorl\u00e4ufig auf.unter Beifall aller. !-e dann zugeschlagen:Polizisten ne-::-: ; ten an ihren In der Freiau haben sich inzwischen vor den ' i s t o l e n h a l f t e m ,und ziehen Trar.er ;..:v :raria--ten Sperrgittem viele Menschen angesammelt,die LUS dem G\u00fcrtel.Sie st\u00fcrmten auf c . - HI LIS e r l o s , zusehen m\u00fcssen,wie Fahrzeuge die M\u00f6bel der tus s t e n sich aber zun\u00e4chst zur\u00fccy.z. c-~?n,weil s i e Freiau-Bewohner abtransportieren,und die Bag- l i t Farbbeuteln a l s Hausabrei\u00dfer deutlich gekennger zum Abriss bereitstehen.Als SPD-Stadtrat leichnet wurden.Erst nachdem Verst\u00e4rkung e i n t r a f , Dingler auftaucht,und aufgefordert wird,zu den ind d i e Freiau von drei Seiten umzingelt war, f-tapiahmen der Polizei Stellung zu nehmen,die im tonnten s i e in einzelne H\u00e4user eindringen,und Auftrag des Gemeinderates die Freiau abrei\u00dfen schlugen T\u00fcren und Fenster ein,und warfen Einsollen,r\u00fcckt ein Polizei-Schl\u00e4gertrupp,kaum dass fichtungs gegenst\u00e4nde aus dem Fenster .Eine FreiDingler das Megaphon genommen hat,an,schl\u00e4gt mit >iu-Bewohnerin,Studentin,wurde bei diesem Einsatz unglaublicher Brutalit\u00e4t zu,und treibt die Menait einem der neu angeschafften 1 m langen Holzschen bis an die Kronenbr\u00fccke zur\u00fcck.Dabei ertti\u00fcppel so.schicer am Kopf getroffen,dass s i e ins leidet eine Freiau-Bewohnerin einen derartig (T---ikenhaus eingeliefert wurde .Die ersten Verschweren Schock,dass sie ebenfalls in Kranken- u jungen wurden vorgenommen.Nachdem gegen haus mu\u00df. lie \u00dcbermacht der Polizei die ca.loo Freiau-BeVon all diesen Geschehnissen zwischen 9 und 13 fohner und Unterst\u00fctzer sich an dieser S t e l l e Uhr allerdings h\u00f6rt man im Sudwestfunk in sei*'. l i c h t durchsetzen konnten .wurde versucht,die ner \"Landesumschau\" das genauste Gegenteil .Die i n t r a n s p o r t i e r t e n neuen Verst\u00e4rkungen und BauPolizei h\u00e4tte \"kurz und gezielt\" zugeschlagen, Fahrzeuge an der Baslerlandstr./Ecke Heinrich und als einhellige Meinung der Freiburger Be/on Stephanstr. auf zuhalten.Dies gelang eine v\u00f6lkerung werden Interviews mit Reaktion\u00e4ren Stunde lang.Als die Polizei gegen die Sperre gesendet,die sich Adolf Hitler wieder herbeiaus Menschen vor r\u00fcckt, fahren 5 Polizeiautos w\u00fcnschten.Zum Ziel hat das ganze,den Polizeiluf d i e Menge los.Ein Freiau-Bewohner,Lehreinsatz dadurch zu unterst\u00fctzen,dass man die l i n g , wird durch die Luft geschleudert,und f \u00e4 l l t , Freiau-Bewohner als Kriminelle,Isolierte und ( nit dem Kopf auf den Boden.Er mu\u00dfte mit dem St\u00f6rer hinstellt,gegen die man mit einem solKrankenwagen abtransportiert werden.Als es der chen Polizeiaufgebot notgedrungen vorgehen mus- \\ Polizei aber gelingt,mit ihrer \u00dcberzahl in die ste.Dies zeigt sich daran,dass alle diejenigen Freiau wieder vorzudringen,Sperrgitter zu e r - Meinungen auf dem Rathausplatz,die den Abriss richten,und alles\" abzuriegeln,zieht eine Demonder Freiau und den Polizeiaufmarsch verurteilKommt alle in die Freiau heute um 17 Uhr, j um-zu.BBesiGht^eEi9weiehe Ergebnisse . die' PtiSfiikd.es G8mesndWates;:;ii\u00e4S'\"'S;;-","ten und gegen\u00fcber dem S\u00fcdwestfunkreporter zum Amtsgericht und im Rathaus wurde in gro\u00dfen Ausdruck bringen wollten,beiseite geschoben rolen geschrieben: wurden,oder aus der Sendung geschnitten wurden. WIR PROTESTIEREN GEGEN DEN POLIZEI\u00dcBERFALL Das Aufgebot von 1 ooo Polizisten mit PanzerAUF DIE FREIAU! fahrzeugen und Wasserwerfern ,die Abriegelung WIR FORDERN,DASS DIE VERANTWORTLICHEN RECHENeines ganzen Stadtteils sprechen deutlich daSCHAFT ABLEGEN VOR DEM VOLK! gegen, da\u00df sich dieser Einsatz gegen Keidel und Zens ist es gelungen,mit einer B\u00fcrein\"paar St\u00f6rer\" wandte.Berechnet war dies-er gerkriegsarmee die Freiau von hundert MenAufmarsch und der Belagerungszustand auf all schen zu r\u00e4umen.Ihnen ist es gelungen,H\u00e4user jene,die bisher in Unterschriften und Erkl\u00e4und Wohnungen zu zerst\u00f6ren,auf die die Bewohnei rungen den gerechten Kampf der Freiau-Bewohner dringend angewiesen sind.Ihnen ist es gelungen, unterst\u00fctzt haben,berechnet ist er darauf, 6 Menschen in Polizeigewahrsam,und drei Menjene ca.35o Menschen,die noch am Dienstag schen ins Krankenhaus zu bringen.Das ist ihr einen Polizeieinsatz verurteilten(z.b. alle Erfolg! Freiburger Studentenaussch\u00fcsse,die Freiburger Nicht aber ist es ihnen gelungen,Unterst\u00fctzung B\u00fcrgerinitiative,die Sch\u00fclervertretung des im Volk f\u00fcr ihre Politik zu finden,und die BeRotteckgymnasiurns,15 Kol Jegen,da runter der wegung gegen den Abriss der Freiau politisch Betriebsratvorsitzende der Firma Hohlfeider) zu zerschlagen.Ihr Polizei\u00fcberfall ist ihnen einzusch\u00fcchtern und mundttot zu machen.Beteuer zu stehen gekommen.Ihre ganze Politik rechnet ist er darauf,in Freiburg \"Ruhe und im Interesse der Reichen kommt immer mehr in Ordnung\"herzustellen,so dass der Gemeinderat Mi\u00dfkredit,und ihnen glaubt kaum noch einer, und die Stadtverwaltung und die Reichen in wenn sie vom \"Allgemeinwohl\"reden.\"Der Gelddieser S tac: Platz haben f\u00fcr erneute Angrifsack schaut allzu deutlich dahinter hervor fe auf die werkt\u00e4tige Bev\u00f6lkerung. Die Freiau-Bewohner haben dazu aufgerufen heu\"Das also ist der Rechtsstaat,von dem immer te nachmittag in die Freiau zu kommen,um sich die geredet wird\",meinten \u00e4ltere Frauen mittags Ergebnisse_der Stadtratspolitik anzuschauauf dem Rathausplatz.Ein Gewaltapparat,der en.M\u00f6glichst viele sollen sich ein Bild davon eingesetzt wird,um die Interessen der Besitmachen,was d ^ Ergebnisse dieser Politik sind, zenden gegen das Volk durchzusetzen.Ein \u00dfeund gegen den Polizei\u00fcberfall protestieren waltapparat.der zu nichts anderem taugt,als Der KDMJJNISTISCHE BUND WESITJE&llSSS^rdie Macht und den Profi t der Gelds\u00e4cke zu stutzt diesen Aufruf zur BesichtiguTder>er sch\u00fctzen und zu verteidigen. au und zum Protest pepen dfm P^I - -K C i Die Wut \u00fcber diesen Staatsapparat im Volk und fordert alle a u f j ? r ^ n S f \" i ^ l in n & C h d e r A r b e i t in steigt,und er wurde auch deutlich nach dem die Freiau zu k\u00f6nnen! Polizei\u00fcberfall zum Ausdruck gebracht .Auf clc-m","Gegen landesregening uni M e i H \u00c4 %ft^iinSat?in lwM bleibt besetzt i \\m Montag morgen lie\u00df das Badenwerk iiit den Vorbereitungen f\u00fcr den Bau des KKW iVyhl beginnen. Das Gel\u00e4nde wurde eingez\u00e4unt_ und am Montag abend kontrollierte Polizei mit Kunden das. Gel\u00e4nde. Am Zaun lie\u00df das Badenwerk einen Zettel anbringen, in dem es hei\u00dft: \"Jeder einzelne, der sich an der Besetzung des Standortes oder einer Behinderung von Bauarbeiten beteiligt, macht sich pers\u00f6nlich nicht nur. strafbar\", sondern auch schadenersatzpflichtig als Gesamtschuldner f\u00fcr den vollen entstehendea Schaden. Die Strafbarkeit und die Schadenersatzpflicht beschr\u00e4nken sich also ni\u00f6r: nur auf die R\u00e4delsf\u00fchrer und Hinterm\u00e4nner\". B\u00fcrgermeister Zimmer von Wyhl lie\u00df eine polizeiliche Anordnung verteilen, in der er das betreten des Sauclatzes untersagt und f\u00fcr jeden Fall der Zuwiderhandlung Schreiberling der Badischen Zeitung am Mitt200.DM androht. Das Badenwerk _ und woch morgen auf den Platz kam, ging er knapj die Landesregierung rechneten damit, da\u00df die an Pr\u00fcgeln vorbei. Viele sagten,da\u00df sie dieBev\u00f6lkerung durch die st\u00e4ndige Hetze in den ses Schei\u00dfblatt abbestellen und ein Bauer letzten Wochen eingesch\u00fcchtert w\u00e4re und aus meinte: \"Wenn ihr da so l\u00fcgt, wo es uns anAngst davor, mit den \"Radikalen\" in einen geht, dann werdet ihr auch bei anderen SaTouf geschmissen zu werden, nichts unternehchen l\u00fcgen.\" \u00dcber Polizeifunk berichtete dei men w\u00fcrde. DOCH AU, DIE URCrUroEN UND VEREinsatzleiter in Wyhl an die zentrale EinSUCHE, DIE EINHEIT ZU SPALTEN, VERFINGEN satzleitung in der Landespolizeidirektion NICHT! in Freiburg, da\u00df die Anwesenden deiAnordnungen der Polizei nicht Folge lei:, en w\u00fcrden. Daraufhin setzte die Polizei gt Lelt das Mittel der Einsch\u00fcchterung einzelner Sprecher der Bev\u00f6lkerung ein. Listen mit Namen, unter anderem des Gastwirts Baltasar Ehret, aus Weisweil und der \u00c4rztin Focke, wurden auf das B\u00fcrgermeisteramt in Wyhl gegeben und dort wurden die Zwangsgelder verh\u00e4ngt. Doch auch damit kam die Polizei nichi: weiter: Die Zwangsgeldverf\u00fcgungen wurden au dem Platz verbrannt und die Bauern begannen mit den notwendigsten Arbeiten auf dem Plat u.a. mit dem Bau einer kleinen Br\u00fccke \u00fcber einen Rheinarm. Immer mehr Menschen kamen auf den Platz, vo allem nach Gesch\u00e4ftsschlu\u00df zwischen 17 und . Uhr. Die Landespolizeidirektion.riet von ei: gewaltsamen R\u00e4umung ab und B\u00fcrgermeister Zu' Am Dienstag morgen um. 11 Uhr sammelten sich mer meinte zur Polizei, da\u00df er Angst davo in der N\u00e4he des Bauplatzes ca. 500 Menschen habe, da\u00df dann das Rathaus gest\u00fcrmt w\u00fcrde. und zogen\" auf den Platz. Sie forderten die Am Mittwoch versch\u00e4rfte die Landesregierung Bauarbeiter auf, die Arbeiten zu beenden, ihre Hetze. Sie drohte, da\u00df gegen die Bau- ' was diese auchsofort taten. Um 12.20 Uhr forplatzbesetzung mit aller Sch\u00e4rfe vorgegange; derte die Polizei dreimal auf, den Platz zu w\u00fcrde und versuchte erneut, das Ganze als e verlassen. Die Badische Zeitung l\u00fcgt, wenn .ne Angelegenheit von Hinterm\u00e4nnern darzuste sie behauptet, da\u00df daraufhin die Menschen len. den Bauplatz ger\u00e4umt h\u00e4tten. Alle, die die BeAber trotz aller Drohungen steht die Bau- : setzung des Platzes am Dienstag unterst\u00fctzten, platzbesetzung. Gestern abend waren trotz R wissen es besser! .Die Besetzung wurde trotz gen und K\u00e4lte 4oo - Soo Menschen auf dem PL, den Drohungen der Polizei zu r\u00e4umen aufrechtvor allem Arbeiter und Bauern der umliegend.. erhalten und dauert immer noch an. Als der","D\u00f6rfer. Sie haben angefangen, feste UnterW\u00fcrgassen und dem KKW Obrigheim gezeigt! k\u00fcnfte zu errichten und Verpflegungsst\u00e4nde Die Bev\u00f6lkerung lehnt entschieden jede & aufzubauen. Auch die st\u00e4ndig angedrohten Straf\u00e4hrdung ihrer Existenz ab, w\u00e4hrend es <PS< fen und Platzr\u00e4umung werden diesen Widerstand Landesregierung darauf ankommt, um jed.en nicht zum Erliegen bringen. Preis der Industrie billige Energie bei-e:j zustellen und das Badenwerk nur das gT 0 \u00df^ Gesch\u00e4ft mit den Kernkraftwerken im Aug e hat. Beide versuchen, aus der schwierigem Situation der Bev\u00f6lkerung, vor allem aus\" dem Fehlen von Arbeitspl\u00e4tzen ihren Nutze zu ziehen. Da\u00df trotz aller Erpressungen 43 % der Wyhler gegen den Verkauf des Giu St\u00fccks gestimmt haben, ist schon ein groH Erfolg des Widerstands der Bev\u00f6lkerung in der ganzen Region. Die Kapitalisten drohen damit, da\u00df im Fal le der Verhinderung des KKW Arbeiter entDas zeigt: DIE RECHNUNG VON LANDESREGIERUNG lassen werden m\u00fcssen. Doch die Arbeiter UND BADENWERK GEHT NICHT AUF! machen zur Zeit die Erfahrung, da\u00df ihre Immer mehr Menschen k\u00f6nnen auf den Platz und Arbeitspl\u00e4tze so oder so unsicher sind, unterst\u00fctzen den Kampf gegen das KKW. Nicht ob mit oder ohne KKW. Die 1,2 Millionen einige \"Hinterm\u00e4nner\", sondern die Bev\u00f6lkeArbeitslosen kommen 'sicherlich nicht darung selbst f\u00fchrt diesen Kampf. Seit 2 Jahren her, da\u00df \u00fcberall der Bau von Kerrikraftwer k\u00e4mpft sie gegr:r. den Bau des KKWs. Dabei hat ken verhindert w\u00fcrde. Vielmehr hat dies sie viel Erfahrung gesammelt und gemerkt, seine Ursache darin, da\u00df die Kapitalisten da\u00df der Landesregierung und den Kernkraftdie Arbeiter auf die Stra\u00dfe werfen, wenn werkskapitalisten jedes Mittel recht ist, um es f\u00fcr ihren Profit g\u00fcnstig ist. ihre Pl\u00e4ne durchzusetzen. So k\u00fcndigte die Die Arbeiter haben auch keinerlei Vorteilt Landesregierung an, da\u00df im Falle einer Ablehdavon, wenn durch die angebliche Sicherem; nung des Grundst\u00fccksverkaufs i.*n Wyhler B\u00fcrvon Arbeitspl\u00e4tzen die Existenz der Bauen\" gerentscheid sie kurzerhand das Baugel\u00e4nde entweiter ruiniert wird. eignen w\u00fcrde. Gleichzeitig wurde der Wyhler Unter diesen Bedingungen der Gef\u00e4hrdung Bev\u00f6lkerung das Blaue vom Himmel herunter verder Menschen und ihrer Existenz ist die sprochen und damit die schwierige Lage der vieSchaffung von einigen Arbeitspl\u00e4tzen durci len Nebenerwerbslandwirte und Pendler schamlos das Kernkraftwerk kein Gewinn. ausgenutzt. So hei\u00dft es in eifern Mitteilungsblatt der Gemeinde kurz vor dem B\u00fcrgerentscheid, Die Verhinderung des KKW allein bringt fi? da\u00df das KKW der Gemeinde folgende Vorteile lieh keine L\u00f6sung des Problems der fehlen-' bringe: Ca. 240 Arbeitspl\u00e4tze im. KKW, durch Arbeitspl\u00e4tze, der fehlenden sozialen Eindas erh\u00f6hte Geverbesteueraufkcmmen sei die Gerichtungen und der Ruinierung der kleinen meinde in der Lage, Sportanlagen, Freibad, und mittleren Bauern. Wenn aber nur noch Hallenbad, Gemeinschaftshaus f\u00fcr Vereine zu die Alternative bleibt, Elend ohne KKW od? bauen. Die Geb\u00fchren, Beitr\u00e4ge und Steuern w\u00fcrnoch gr\u00f6\u00dferes Elend mit KKW, dann dr\u00e4ngt den heruntergesetzt. So k\u00f6nnen z.B. eine Kl\u00e4ransich auf, da\u00df die Arbeiterklasse gemeinsam lage ohne finanzielle Beteiligung der B\u00fcrger mit den Bauern eine solche Gesellschaftsorgebaut werden, die ohne KKW jeden mehrere Taunung abschaffen mu\u00df, da\u00df die Einheit im send DM kosten w\u00fcrde. Das Badenwerk w\u00fcrde au\u00dferdem eine Umgehungsstra\u00dfe bauen und die Kampf gegen das KKW nur ein Schritt ist, \\X~ Gemeinde beim Bau sozialer Einrichtungen unden geineinsamen Feind, die kapitalistischer terst\u00fctzen! Und schlie\u00dflich sei beabsichtigt, Privateigent\u00fcmer an den Produktionsmitteln, \"saubere Industrie auf der Gemarkung anzuzu bek\u00e4mpfen und zu besiegen. siedeln.\" Ob das KKW gebaut wird oder nicht, das h\u00e4ng wesentlich von der Unterst\u00fctzung der Kaiser Und was sagt der Gemeinderat, der st\u00fchler Bev\u00f6lkerung aus der ganzen Region ? diese Propagandaschrift verteilen wesentlich aus auch den Freiburger und Ejnnf lie\u00df, zu den Gefahren durch das dinger Betrieben. Als n\u00e4chsten Schritt senKKW? Hier hei\u00dft es lediglich, da\u00df die gen wir vor, da\u00df die Betriebsr\u00e4te, Jugendvc Gutachter nachgewiesen h\u00e4tten, da\u00df das KKW treter, Sch\u00fclklassen, Gewerkschafter und a~ \"keine unvertretbaren Beeintr\u00e4chtigunle Kollegen sich dem Kampf anschlie\u00dfen, u(tm) gen von Mensch und Natur\" mit sich bringen die Landesregierung noch weiter zu isolier^ w\u00fcrde! Doch damit wollen und k\u00f6nnen sich Eine wichtige Unterst\u00fctzung des Kampfes ist die Bauern, Nebenerwerbslandwirte und Arwenn man gemeinsam mit Arbeitskollegen oder beiter nicht abfinden. Was f\u00fcr die KKW - Freunden zum Bauplatz f\u00e4hrt und so den Wide Kapitalisten alles vertretbar ist, das hastand gegen den Bau des KKW unterst\u00fctzt. ben die unz\u00e4hligen Unf\u00e4lle mit dem KKW lv Fertiggestellt am 19.2.75 AM DONNERSTAG UND FREITAG AB 16.30 UHR IN DER SCHUSTERSTRASSE UND A M SAMSTAG * AB 9.30 IN DER RATHAUSGASSE .BERICHTEN WIR WEITER OBER DEN WIDERSTAND GEGEN DAS KERNKRAFTWERK WYHL!","- 15 - Insgesamt haben die linksextremen Aktivit\u00e4ten des KBW 1975 deutlich zugenommen, sein Auftreten gegen\u00fcber den staatlichen 'Organen sowie politisch Andersdenkenden ist zugleich sp\u00fcrbar aggressiver geworden. Sein T\u00e4tigkeitsfeld erstreckte sich gleicherma\u00dfen auf die Justiz, die Hochschulen, Schulen und Betriebe wie auf die Gewerkschaften und die Kommunalbeh\u00f6rden und -politiker. Die Kandidatur des KBW in 26 der 70 Wahlkreise bei der Landtagswahl in Baden-W\u00fcrttemberg am 4. April 1976 verdeutlicht die gewachsene Organisationskraft dieser maoistisch orientierten Partei, f\u00fcr die 5751 Stimmen abgegeben wurden. 3.2 \"Kommunistische Partei Deutschlands\" (KPD) und \"Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten' (KPD/ML) , Die \u00fcberregional organisierten Parteien KPD und KPD/ML haben im Jahre 1975 in Baden-W\u00fcrttemberg ihre linksextremen Aktivit\u00e4ten ur.vsrmindert fortgesetzt. Dennoch ist es weder der KPD noch ier KPD/KL trotz leichten Mitgliederzunahmen gelungen, den K3W an Organisationskraft und Mitgliederst\u00e4rke auch nur ann\u00e4hernd einzuholen. Die Zahl der \u00f6rtlichen Parteigliederungen hat sich im Jahre 1975 gegen\u00fcber 1974 nur leicht erh\u00f6ht; immerhin konnten'beide Parteien ihre Aktivit\u00e4ten in den Ortsund Sympathisantengruppen des Landes deutlich verst\u00e4rken. Die linksextreme Agitation der KPD-Gruppen in Baden-W\u00fcrttemberg (vgl. Graphik S.16) konzentrierte sich 1975 auf die St\u00e4dte Stuttgart (KPD-Ortsleitung), Mannheim (KPD-Ortsleitung), Karlsruhe (KPD-Ortsleitung), Reutlingen (KPD-Parteikomitee), Heidelberg, T\u00fcbingen, Freiburg, Villingen-Schwenningen, L\u00f6rrach. Die 1974 in G a g g e n a u aktiv gewesene KPD-Sympathisantengruppe trat 1975 nicht mehr in Erscheinung; die in S i g m a r i n g e n gelegentlich auftretende \"Sozialistische Gruppe Sigmaringen\" (SGS), die zun\u00e4chst der KPD zuneigte, gelangte 1975 mehr und mehr unter den Einflu\u00df des KBW. /16","- 'ID - . Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninister (KPD/ML) \" - Gruppen i n Baden-W\u00fcrttemberg - (c) KPMHsleitungen (Parteikoraitees) O Gruppen des Landesverbandes Baden-W\u00fcrtteraberg der KPi O KPD-Sympathisantengruppen Gruppen des Landesverbandes S\u00fcdwest der KPD/HL Stand: Dezember 1975","- 17 - F\u00fcr die linksextremen Aktivit\u00e4ten der KPD/ML in Baden-W\u00fcrttemberg sind zwei Landesverb\u00e4nde dieser Partei verantwortlich. Dem KPD/ML-Landesverband Baden-W\u00fcrttemberg sind St\u00fctzpunkte in den St\u00e4dten Stuttgart, B\u00f6blingen/Sindelfingen, Reutlingen, Friedrichshafen, Freiburg, Heidenheim zugeordnet. Dem KPD/ML-Landesverband S\u00fcd-West geh\u00f6ren in BadenW\u00fcrttemberg die Gruppen M a n n h e i m /Ludwigshafen und K a r l s r u h e an (vgl. Graphik Seite 16 ) . Die KPD und die KPD/ML d\u00fcrften in Baden-W\u00fcrttemberg zusammen etwa 400 bis 450 Mitglieder und aktive AnT-KV,,--,^ 7\u00e4hldegn. Ein wesentlicher Teil der von der KPD und der KPD/ML ausgehenden Aktivit\u00e4ten wurde auch 1975 von den jeweiligen Nebenund Hilfsorganisationen mitgetragen. Die \"Kommunistische Partei Deutschlands\" bedient sich dabei insbesondere der \"Liga gegen den Imperialisms\", die in 10 St\u00e4dten Baden-W\u00fcrttembergs aktiv ist, der \"Roten Hilfe e.V.\", die in S t u t t - g a r t eine Ortsgruppe unterh\u00e4lt, und des \"Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands\" (KJVD). /18","C-estern nachmittag nahmen die Herren ?ilbinger und Konsorten nochmals Stellung zum KKW in Wyhl. Ihre \"Debatte\" im Landtag brachte f\u00fcr den Kampf der Kaiserst\u00fchler Bev\u00f6lkerung nichts neues: ~ ' , I ) a ?, i a ( W w i r d gebaiit, sonst gehe:. 3nde dieses Jahrzehnts die ersten Lichter aus\" und \"sicnere Energieversorgung heute hei\u00dft sichere Arheitspl tze morgen\". Filhinger erpresst das Volk: um die Inbetriebnahme der profitablen KKWs durchzusetzen, wischt er erwiesene Tatsachen \u00fcber die (*ef--hrlichkeit von KKWs unter den Tisch, spricht er '*' nichx von den Stillegungen fast aller KKWs in den USA, von der negati von Auswirkung der radioaktiven Strahlung auf das Erbgut und die gesamte jnjy/elt. Kernenergie - unter kapitalistischen Bedingungen angewandt - oirgt wogen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen oinen enormen Unsicherhaitsfaktor in sich, der zu keinem Zeitpunkt i ,'en Absicherung vor: Arbeitspl\u00e4tzen ausgespielt worden kann. Arbeitspl\u00e4tze, an denen wir uns seiest und unsere F'-.milien vergiften, wollen wir nicht. Im vregonteil: wir werden weiter geg^n den Bau des KKW k\u00e4mpfen und uns nicht gegen die \u00fcbrige Bev\u00f6lkerung Bac jn-V/\u00fcrttemberg : ausspielen lassen! - \"Recht mu\u00df Hecht hloihon und wer Unrecht duldet, schaj t dem ^echt\". Der berechtigte und gerechte Kampf der Kaiserst\u00fchler L:. -'\u00f6lkerung gegen ein menschenfeindliches Projekt kann nicht durch den Spruch irgendeines Gerichts in diesem Lande ausgel\u00f6scht v/erden. Denn was sol- . len wir von einer Regierung, was sollen wir von einer Justiz erwarten, die sich nicht einmal an dio von ihr selbst gesetzten Spielregeln hc.lt: \"Gebaut wird auf jeden fall, egal wie der Entscheid ausgeht\" O-'/irtschaitsninister Eberle vor der Abstimmung der Wyhler \u00fcber den Gei^hdeverkauf)! Da stellt sich ooeh die Frage: was. ist das f\u00fcr ein Recht, das wir da einhalten sollen, wer hat denn dieses Recht ge-i macht und: wem dient dieses Recht? Wir glauben nicht nehr an eine neu-: trale Justiz, an eine neutrale Demokratie, Unsere Interessen werden mit F\u00fc\u00dfen getreten, wir werden an dm Haaren durch heif;..Asche gezo- ; gen Und unsere Kinder werden durch die Luft geschleudert - alles um : die Monopoldiktatur \"einer kleine!.Minderheit in dieser Gesellschaft f . durchzusetzen. Diese Domokrati.:i-t keine Demokratie f\u00fcr das Volle, : diese Justit spricht nicht Rocht im Interesse des Volks - dies haben i wir inzwischen praktisch erfahren und doshalb haben wir unsere Sachc^ : r selbst in die Hand genommen, Herr Fil Dinger! Wer sind unsere B\u00fcndnispartner in diesem gerechten Kampf um unsere Sa- : che, um unsere Interessen? * | Die SID meinte heute im Landtag, die Landesregierung ha\"~^ sich durch \"Mi\u00dfgriffe und Ungeschicklichkeiten\" den Widerstand der Bev\u00f6lkerung eir.-l gehandelt. Der \"Grundsatz der Vurh^nisri \u00dfigkoit beim Tolizeieinsatz\" : sei nicht gewahrt und die Bc-v\u00f6lkorvog sei \"diskriminiert\" worden, weil : die CDU die Kaiserst\u00fchler mit\"Linksextremisten\" gleichsetze. Was sollen wir von,einer solchen Stellungnahm.: halten? . . 1, Die SPD sagt damit klar, da\u00df sie f\u00fc: das KKW in Wyhl ist undwendet i sich lediglich geg\"..n die Form, mit d^r die CDU hier vorging. \"Mehr Aufkl\u00e4rung\" ist dio Jivisc der SiD - doch sie wird mit noch soviel i Brosch\u00fcren-uns von unserem -K\u00c4mpfThicht abbrihge'n! ' , I 2. Die SPD steht,auf Seifen -d'-er.\\l%rrrcf\u00f6^ Staat und verteidigt voll''und .ganz ai-e-s'oh-.\"Nachtsstaat'.V,--. von: dein wir inswischei erfahren habenV;:,wern'\\er' dieht';:V:D,urch.'. einen-.\"geschickteren Polizeieinsatz\" versucht...s.iff:.y.ich^'dcl^?herJ^VchVnden^K:lasse:*eLls die bessere Sach-jwalterin ihrer Interesser in der-Landesregierung anzubiedern.","J-.PP - . vcrru.cht die S H) vie \"Lie C'-U oir.cii Keil zwis. ;1 ; ' \" l i e h e Front a l l e r . KKW-Gegner zu t r e i b e n , um von ihzvr u i s c , 3 a \"'Li i si^ion abzulenken - nrmlich, wie ec SPJp-Schieler ausgef\u00fc5i:r' t ' , ^ SP.S Vcrwaltungsgerichtsurteil nech zu irarten und da.. - \"bx-xi^ Eau' des 'KIvV/s zu unterst\u00fctzen. I/Ie KOMMUNISTISCHE PARTEI DEUTSCHLANDS (liPD). hat im _urA-:r'sphie(i ^ SPD und ,anderen~.b\u00fcrgcrlichen Part.cien - den Kampf gegen das ICXt/ ^%'ri und praktisch u n t e r s t \u00fc t z t . Durch die \"Herausgabe eines rStj3Xm^\u00df^-^^ii iormatfonsdionstes haben v/ir einen v/esentlicheri Beitrag zurO^^^'di rung dos-.JCampfs in der Region s e l b s t g e l e i s t e t . V/ir unterst-Li^c 7 ? 1 ^ B\u00fcrgerinitiative!! und k\u00e4mpfen auch mit solchen SPD--Hit^ '..-Leclle^f1 f *!* nor., die sich klar auf die Seite der Kaiserst\u00fchlcr Bev\u00f6J :.:orur,^ -YS* f\u00fcr die Besetzung und Verteidigung des Bauplatzes und f\u00fcr d i e V^2','\"' . dorung des KKW-Baus aktiv e i n t r e t e n . Als Partei der Arb . i t e r - l r i ^ ^ f kon wir joden Kampf der Volksmassen urn' berechtigte Inte: ossein X-'^ v?' ! Existenz und ihres Lebens. Allerdings sagen wir, da\u00df es ...ich.-t t i ^ -tf' Wyhl geht. Wyhl hat die Diktatur dieses Systems deutlich h o r v ^ * ^ ^ ' lassen, eine Diktatur, wie s i e sich in allen gesellschaftlicli<^7 ^'tfh chen mehr oder weniger verh\u00fcllt z e i g t . So f\u00fchrt die KPI i n do> g8^\"^ BRD einen konsequenten Kampf gegen die Gei\u00dfel des kapital i s to. s c P ^ ^ i *t.ms, die Arbeitslosigkeit, die inzwischen weit \u00fcber I ' , . i l l i o ; T 'is^^l auf die Stra\u00dfe geworfen hat. In Arbeiteloscnkomitces o r j a r i s i \"-^-fc , c'v, l.PD die Arbeitslosen entlang eines 9-Punktc~Programms f\u00fcr i h r G l;^\"1' r;e' l-.i vton Interessen mit dem Ziel, da:3 die Arbeitslosen ,'cr . . i n s a ^ pi-^ -i\\% Arbeitern In den Be trieben'gegen goplar. Stillegunge.'t, . u r z a ^ c^^^Vri :'-.atio:ialisierungen k\u00e4mpfen. So f\u00fchrt di \" TD den Kampf f jg-;n d :V ^ i n \"Li g unzureichend.' medizinische Ve-rsorgun die jeder vc * uns ^ - ' :*-'P^'iC'** \", ;]:crr.nt. Die KFD hat bsp. in S t u t t g a r t d . Typhusskandr.\" ans Cp^^e^^pt g .-zerrt und die Prcfitinteressen des Kaumaus-Kapi t a l i a t .-n Ho^i^fi S'c\"-^ r-range t . In Berlin h.'.'mpfen wir zusammen mit der Krou:;b -;ger B ^\u00f6^j/i^ *-.mg f\u00fcr eine Kinderpolrklinik, haben :ine Volksambulaiiz .in dx ^-j!?1\\ - e beite-rviertel eingerichtet, in dem jeaer kostenlos beh\u00e4nd ' I t wx^d' * ^ Auch dieser Kampf i s t dem dortigen SPD-Senat ein Dorn im A\\xgo : ^ o ^ ' V ^ dort geht die Polie-ei gegen die Bev\u00f6lkerung mit Mundestaffein, ^-t^i^u drahtvorhauen une Verfolgungen vor - zv' offensichtlich i s t der $^p- , n ihres Systems, dee sie nur noch mit Terror aufrechterhalten k\u00f6^J^p 'iJ)\u00d6US: I;ben dieses System i s t e s , das v/ir insgesamt bek mpfen. V/yhl isZ^y^CyM ' c::artigeS Geschvr\u00e4r, da\u00df man durch eine \"geschickte Operation\" \\^<;^-^aa\" ' r-eseitigen k\u00f6nnte.V/yhl i s t ein besonders deutliches B.,iopicl T\\x\\ \"a!faPi i n *.ackte Monopoldiktatur, die in di\"sem Staat herrscht urd wof\u00fcr yxc?^ gemacht und ausgelegt werden. Biocos System der Rechts\", er\u00fcgkoit ^fp^^an tr-'rdr\u00fcckung und Ausbeutung f\u00fcr die Volksmassen bek\u00e4npfen v/ir i n ' \"yfie f Bereichen U2id treten zugleich ein f\u00fcr eine Gesellschaftsordnung--;j '-iede nicht mehr solche Volksfeinde wie Pilbinger das Sagen, -c endern t^-^^ Miche: bei'terklasse an der Macht i s t und a l l e Schichten des Vel ces, \"auci^^\u00fcngs\" Lauern, von den Pc-sseln des k a p i t a l i s t i s c h e n Systems b.. fr,.itsinc^ -n'^'hr r< wissen wir, da\u00df uns der Sozialismus nicht in den Scho\u00df f.; l i t , go^\" ^ ie he w.nig v/ie uns die Verhinderung des'UKWin den Scho\u00df f/allt. Die lx^^.en si *'gehende Klasse wird sich geg^n unseren Widerstand verteidigen VLrxaf^C'asseii dem brutalsten Terror nicht zur\u00fcckschrecken, nicht wir ...ben die? v .',tand: *A'alt erfunden - wir haben s i e vorgefunden. In V/yhl habe.: v/ir g e l 0 . ^ V e r \"pPS dr.) unsere Ziele zu erreichen, ra\u00fcss-.n wir uns wehren, m\u00fcssen wir ^--/'.alf n *diesen Staatsapparat k/'mpfen - f r e i w i l l i g gewinnen wir keinen Zei-rV.-.-ib-t e ter BodenJ Wollen v/ir erfolgreich k mp/ n, m\u00fcssen wir u/'3 immer Oj-^^g #. zusammenschlie\u00dfen: so wie v/ir die Z'\"UI.. . \" s Badenwerke r-iedergera. ^ :Qn deg ^ ; hauen, so werden wir auch eines Tages i- \u00e4esem Land di; Schmaro-fc^; ^ *Mi\u00e4 Parsiten von dannen jagen und gemei am eine neue G .*sellschaf-f-''^. ^ Sozialismus, aufbauen! . '+*\"+***PS (rEGiiif MOI?OPOLDIKTATUR, JFUfl VOLKSD ^iOKRATIU - DIE ARBEITERKLASSE AjVT J ?(tm)T, | MACHT! MIT DER KPD PUR DEN SOZIALISMUS! . -euern E ss c Qn \\!F F? A K'tQTulTl''/A/PS ' P^ ^ '' (tm) PS _ S C H S E R , kommunj., ,^ahle] V 12 n-n/VO I n i l U/VU \" tischer.Professor an acr Um vers i f - +-% - 2 ',*--**' - * ** -** - * -- -- -- ~ . Bremen, Bedroht vom Berufsverbot, , ^ ^ ^ai\u00fcst^ \"don Umrz, :' 19 VO\u00d6 Uhr .... die Atzung i von Kerne, r g i e - ?owi h i e 2 B *^ t%PSVl^^L%i%,T^\"-Kaiai, .*?\"rf:hJ^!iifffil.'nr, oat,Kaffl /TT.I \";. \"t JOP-Kreaat, Vors.des y-i.aoq Hc Rc^S:on,l ]:ot.it.cPS onalkomitoc: - ,","] ie ' \u00dfel s \u00f6 p i ,t r deg ? U } l f f i ' \u00fc h / B i s h i n ' nnach den verl.\u00e4ss~5n\"; \"-* . *.-.->**** , * . , >'o. Sie v n /a \"m /i t o ^ s e i d i e \" S t r a \u00df e n j als en Bie B e s e t z u n g des. B a u p l a t z e s z e i gt: . '^olkevnni u n v e r h i n d e r n , da\u00df d i i \u00df dje H i e r wird n i c h t m e h r . d e n b \u00fc r g e r l i- * 1 die ? f \" ? KKW-Bauplatz koirmt,ob- c h - i'chen G e s e t z e n v e r t r a u t , s o n d e r n d er t g e - S o l i d a r i t \u00e4 t d e r B e v \u00f6 l k e r u n g . - ^ das KKW s ! n r e e b l l C h g a r i : i c h t ^ Bei- P o l i z e i \u00fc b e r f a l l , i s t k e i n A u s r u t - ^en s c h e r . J)\u00e4p VW i n Wyhl b e a e u t e t f u r ; :** 3 i s l t 2 ] ? \u00c4ab ^r -o ]l fl aehnr . f i Panzerwagen lt ; r a n . d i e . K a p i t a l i s t e n s e h r v i e l : Es soll S c M a r ^ - t ^ :0 > : \u00e4 n S c h Wasserwerferleima n . einmal d i e 6 , 5 - f a c h e E n e r g i e lieferr ^ a f f w X Xr :^ : s c 'h - t l d e r n und Helm Po- d i e d e r Gro\u00dfraum F r e i b \u00fc r g \u00fc b e r h a u p t ais-jen ^ r 6\" ' u n l i e \u00df l i o h c a . 6 0 0 oPo\"b e n \u00f6 t i g t . Damit w o l l e n d i e . K a p i t a l i f r r. Ar'do\" ^\" ^ \" \u00e4 h r . 150 B e s a t z endr Mten e i n e n T e i l -des G r o \u00df - I n d u s o r i e g e l 5uen \"-oX i i S; -r rr et \"o Dw-erden Kanner und F r e u \" 7 ^ ~ S i e d u r c ai rl' \" S * e r e i n e a ll-tht eel p-- i > ' d -es v e r s o r g e n . H i e r b e i uns f i n d e n i e w e s t d e u t s c h e n K a p i t a l i s t e n noch I f i. Sinp s- der, Dr eck s c h i e l o ; b r u t n i deg UU: 3: bs e rl eh rP r ea ti wf a z i e h e n s i e dle-rer- b | billigesBauland, b i l l i g e A r b e i t s l o s 6 t e , k l a r e s W a s s e r , und was e b e n s o .w: 1 d zunh 2 - J ' . a l i e s **>m tt-fg i s t : d a s I n d u s t r i e g e b i e t l i e g t zt I G Sefi chleuder1: e t l e r -??C ^. ' i i e n S l e de:: v/ird.Einem M o- W a\u00f6 tt ' - a l i n Europa und h a t g u t e T r a n s p o : I w-errer ^ 3 3 2 *(tm)- ^ 5X'~ v Pwege (Rhein u s w . ) . Wir s e h e n a l s o : D f I e r \" \" (cii J \"r a * ' I n s s ^ a - t werden 54 * ?: V? -- uen festseno.^sn. ' ' KI K K W b e d e u t e t f \u00fc r d i e K a p i t a l i s t e n Pi g ^\"V^^en'und i h r e M e l i e r i n Ee-lt: G*!. G e\"\" t^lE^J\u00dc'jfRUNG 'W^~'E\u00c4(J^^To o o__ . 1 i t \" b i n n a n0?0 J a a t h az lc ^ ~s i i h r * a h r & s ^r\" -r\u00fch~d ^ ' T U F - a i e B a u e r n ? Bie K a p i t a l i s t e n g rschrip? '\" ^ * \" i h r e >-. r \u00fcft I s a r e n , daJ3 das KKW s i c h e r e A r b e i t s p . M ; ^ b e r n-icht d i e 2::istenz vieler zIzR\"schafft. e Bas i s t doch e i n e z i e m l : M d s r w 7 e ; - ^ S ? ^a e s V o l \"] cie ss I a u s 9 n d e r , n i c h t ch cht \"che U n v e r s c h \u00e4 m t h e i t . E r s t r u i n i e r e n ffl t ; t i,U o r r z \u00e4 h l t i n diesem *\"ewd'id i e B a n k e n , W a h r u n g s m i t t e l k o n z e r n e , I i H | -OTXdeg* - e i n s i g d i e \" V e r n \u00fc n f t \" dder e r dui d u s t r i e f \u00fc r l a n d w i r t s c h a f t l . M a s c an\" J \" ' a l l s t e n . : Der P r o f i t . ' ' ''u(usw. s\\ s e i t J a h r e n d i e Bauern ( k e i n e [ m 2e S n X X? Gegner d e s KKW h a t t e n noch Idea -\"h 1 d e r Bauern am K a i s e r s t u h l kommt * ohnt B | ; & e g +- a u b t . b e i uns'-w\u00fcrde Bemokra- p e l l~ U e b e n e r w e r b s t \u00e4 t i g k e i t \u00fc b e r d i e F,und< EM u r s 1 J o j k t h: deerr r s c h e n . S i e ' sprechen p a r : i Dann w i r d - d a s KKW d u r c h ' d i e Umweltvi MM \" Jf s 5 lKl 'i ; *=it d e n - V e r a n t v / o r t - s e h schmutzung und - V e r \u00e4 n d e r u n g v i e l e n i WE ! , * ' * .Aber das \" B \u00fc r g e r a n h \u00f6 - . | e r fern n den B e s t g e b e n , d i e nachfolgend\" mm v e n a h r e n ' j sah s o ' a u s : Ins e i n e ' /liI n d u s t r i e m i t i h r e m Dreck w i r d e i n i SSsm e i n , , a u s dem a n d e r e n wieder raus.' j r i \u00df i r i g e s t u n . Wahr i s t a l s o v i e l m e h r , d : MM ito-en U n t e r s c h r i f t e n g e s a m m e l t , h a tt-JKap: K a p i t a l i s t e n nehmen den Bauern, i h r e WM *Cii^ a u f w e i n e n B \u00fc r g e r e n t s c h e i d v er r- - /bbei\" eitspl\u00e4tze, ihre Existenzgrundlage ' HH i, Dei dem'von v o r n h e r e i n ' f e s t - |I i h r ?e n Bof und dann kommen s i e und b: SSgjffl i a l l s \" n e i n \" gestimmt w i r d , w i r d{ t et en n s i c h e r e A r b e i t s p l \u00e4 t z e an., .Auf g? H a o z h a l t e n t e i g n e t ! .Aber a l l e s (Beut D u t s c h : Pur s i e s i n d d i e - B a u e r n b i ; Mm i c h t s . N a t \u00fc r l i c h . . n i c h t . Denn h i e *r r I/ lH i ggee A r b e i t s k r \u00e4 f t e . I s t . e s a b e r v/irj | ^ g s D e m o k r a t i e n u r f \u00fc r d i e Bourge\u00f6iI i ! lliieehh s o , d a \u00df , wenn n e u e I n d u s t r i e ai H H i e d \u00fc r f e n l e g a l a l t e Brauen an * I gebaut--wird, d i e - A r b e i t s p l \u00e4 t z e im K; ' Mffim aren d u r c h den Dreck s c h l e i f e n \" \" Ippiittaal i s m u s g e s i c h e r t s i n d ? Im Gegen' JBm ^au, . d i e ; ; i h r l e b e n l a n g m i t g e h o l --. f i 1- '! A: Arbeitslosigkeit' herrscht nicht, , | H * *.das,. B a n d ' a u f z u b a u e n , das man i m ' w e i l [eseti\u00e4.lich a b g e s i c h e r t wegnehmen \"'*weil Indus wir zu wenig I n d u s t r i e h a b e n . I J f&Sffl i n e y P r a u ' g a i e Monat f \u00fc r Monat j | Rnudhur .s t r i e b a l l \u00fc n :s z e n t r e n wie an d e r ' * I * b e z a h l t l i a t ; um d i e j e n i g e n . z u I Ruhr I n\u00fcgei] - wo do6lf' vor d e r ' K r i s e n o c h gi B H n , d i e ' ^ e ^ z t - m i t Panzerwagen d a s !in\u00fcgend j e t z t A r b e i t s p l \u00e4 t z e w a r e n - - hei-rscj B | ! vor;de;ni|Yo^ (jetw z t .die-gr\u00f6\u00dfte A r b e i t s l o s i g k e i t \" fjfittm ?\u00e4e ;das' r 'KKW?m^ Das -wird. ;i;m;;]capi t a l i s t i s c h e n I n d u s t: (IrH 1 i g e b i e ; ^ , p D e r r h | ^ ^ a n d e r s \" , '\"!* i n . 7tyh.l~-e^^ ) o r t hn t .TTfa'n'!^qifth^Vifi>>''^ V\u00f6\u00e4^vi'd^^ Miiro^^^e%T ^ E n e r g i e s i c h e r u i . ,flf H H","roh das KKW. Wenn zur gleichen Zeit ch n e modernsten Kohle-Zechen Europas an ^ , u m g e h \u00e4 n g t . Das . g a n z e \"demoda'i r Ruhr dichtgemacht v/erden,glaubt das t e n e \" Tam-Tam: Anh\u00f6rungsverfahren,*' niemand mehr. Um die gleiche Menge o ' e r e n t s c h e i d , d i e n t e n u r dem Betrug rom zu erzeugen, m\u00fc\u00dften bei Kohle alam_ Volk. * jt rdings Tausende von Arbeitern mehr in wegung gebracht werden, als bei Kernergie; und das schm\u00e4lert bekanntlich Der P o l i z e i e i n s a t z . 1 s t k e i n Zeiche n Profit. '* d e r S t a r k e .der \" K a p i t a l i s t e n , sonde? d schlie\u00dflich f\u00fchrt man den techni- i h r e r Schw\u00e4che \" D i e \" M e n s c h e n , die , hen Fortschritt ins Felds\"Wir leben n u r i gekommen w a r e n igegeh das KK\" ch heute in 20ten Jahrhundert uw.usf\" a a m p i e n , s e h e n ' d a d u r c h noch klarer\",, k r sind auch nicht gegen den-techni- f \u00df e s um mehr - g e h t : .'Um' das k a p i t 2 j . hen Portschritt. Sicherlich wird man t i s c h e S y s t e m , wo e s k e i n e Demokrat e Energiegewinnung mit Atomkraftwer- ^ u r das Volk g i b t , s o n d e r n , nur f^ i n. irgendwann in den Griff bekommen K a p i t a l i s t e n . Wo d i e K a p i t a l i s t e n }, e ' mlich: im SOZIALISMUS\" ' d e m o k r a t i s c h e s H e c h t h a b e n , auszuD 1er in den E\u00e4nden der Kapitalisten t e n , Bauern zu r u i n i e r e n , .Arbeiter *ingt der technische Fortschritt Kot S I I d ^ e s t r a \u00df e zu s c h m e i \u00df e n , d i e S Ld Elend f\u00fcr die Massen, weil er der f lur i h r e P r o f i t e -zu z e r s t \u00f6 i W *h\u00f6hung des Profits dient\" Denken wir mu\u00df xur d a s ' V o l k D i k a t u r . herrsche\"-, ir an die Mechanisierung der Landwirt- D i e s e H e r r s c h a f t l \u00e4 \u00df t s i c h n u r b?ej ihaft. Pur die Kleinbauern hei\u00dft dies- a e n , wenn, d i e Macht z e r b r o c h e n v/i^: *edite aufnehmen; d.h. sie verschulden aux d i e s i e s i c h s t \u00fc t z e n : \" den l^P a id werden abh\u00e4ngig von den Banken.Der w \" 1 * C h e 5 S t a a t s a p p a r a t . vd ;clm. Fortschritt i3t hier zu einem frli-t Da\u00df das Volk im Kampf g e g e n d a s > / il der Enteignung der Bauern durch die a i e s e E r k e n n t n i s g e w i n n t ! i s t die tpitalisten geworden und nicht ein Mit fateAngst d e r K a p i t a l i s t e n . DeshalD il zur Erleichterung der .Arbeit7\" ^ s u c h e n s i e m i t d e r H e t z e &eee% *x viel gr\u00f6\u00dferen V.a\u00dfe zeigt sich \"die s , ' E i n k s r a d i k a l e \" e i n e n K e i l z w i s c ^ ' ihand des KKW. Die notwendigen \"Sicher- a i e M a r x i s t e n - L e n i n i s t e n und das 2itsma\u00dfnahmen werden auf ein Minimum p deg . S v Z u . t r f i t e n . D i e s e Angst um % sduziert, weil sie keine:. Profit brin- l ' O i . b e s c a n d i h r e r H e r r s c h a f t a l l ^ j m . Um des Profites i:il-t zerst\u00f6ren * k o n n t e d i e K a p i t a l i s t e n dazu bevjel Lso die Kapitalisten hier bedenkenlos a u i d a s KKW 2 U v e r z i c h t e n - Das ^degU Le berufliche Existenz vieler Bauerndeg o o l l dann d e n k e n : d i e da oben s i ^ . / 2f\u00e4hrden ihre Gesundheit, vernichten' _gar__niPShj^ so_^hJUnrau __. ^ .isere Heimat, Wir sehen also, estent icht allein ums KKW. Das KKW -steht als . . M ^ J M s ^ E ^ 'AJlDERlrAfO-pJ J, eispiel f\u00fcr Ausbeutung und Unterdr\u00fck-' Wenn e i n i g r L e u t e \" \" I ^ e l e \" ^ i i d e r \" ^ ^ ung im Kapitalismus ,/Die Phrasen ,von n - n , n su r p iaesns ti v e n 1 W i d e r s t a n d zu\" +-y rbeitsplatzsicherung' und techn.Fort+- f ' ? ? das d a z u , zu v e r s a i chritt sollen davon ablenken: Es geht e x n , da\u00df beim KKW, wie \u00fc b e r a l l i J V m den Profit und nicht um die Interes- P l u r a l i s m u s , u n v e r e i n bare P r o f i t ^ en des Volkes\" * e s s e n d e r K a p i t a l i s t e n und le**\"* s stehen sich also die Profitinteres- I n t e r e s s e n d e s V o l k e s aufeinander^ en der Kapitalisten und die lebensin- b t o \u00df e n . D i e s e L e u t e s a gen-dann-^ eressen deo' Volkes unvereinbar gegen- s o l l e n i c h t m i t a k t i v e m Widers*** ,\"' ber. Um denWiderstand des Volkes ge- a i e H e r r e n da oben p r o v o zieren, y \u00fcevn a u f d e r e n en ihre volksfeindlichen Pl\u00e4ne zu breEauo.es KKW e n t s p r i c h t a b e r h a a r & ^- V e r n u n f t ' h o f f e n - hen, setzen die Kapitalisten, wie \u00fcber d e r k a p i t a l i s t i s c h e n Vernunft\" \"*J 11, ihren Staatsapparat, ihre bewaffne b e i s t d e s p a s s i v e n W i d e r s t a n d e s -^ en Einheiten, Polizei u\"Bundesgrenzc<as Volk z u r K a p i t u l a t i o n g e g e ^ V chutz ein. Wie sonst k\u00f6nnte dieses kl d e r Gewalt d e r K a p i t a l i s t e n e r z j ^ auflein von Kapitalisten die Herr- D i e s e r G e i s t d i e n t n u r dem Bau a chait uberdie breite Mehrheit dpc, v^o K K W . * * f ;es aus\u00fcben?! 5er Staatsapparat il? V o 1 :ein neutrales .Ding, das die Parteien, Das J o l k mu\u00df a b e r lernen\", s e i n e *on uns gew\u00e4hlt, f\u00fcr uns verwalten n u n f t , s e i n e L e b e n s i n t e r e s s e n \" LeJ> ne Demokratie -wird uns durch die P a vi H u n v e r s \u00f6 h n l i c h e n .Kampf du'rchzuse^ _ ;ente vorgegaukelt. Aber jeder wei\u00df die MICHT ?ASS\\JPSklUJlD5RS7Atj])/ ndustriealisierung des Oberrheins ist So W ? f &&Y=** **\" Parlaments : g?! f\u00f6hEZK} Uw.V/PSTRS\u00d6*HA)*JC H^ KAMPF \u00d6 S G G A J ^ I C A P I T A U S M U S ^ ' . e i e n und vorstandaetase^\"a'eJrW-fli^V\u00e4f\u00c4'-\"''-,\" *en .jgeplan^wb^^^ \u00dcAJD 'Selber , ; ^ / U D L A W \u00df ^ o .,: . 1 .)- , v ; -, . . . '*/.","- 18 - / n-r, Baden-W\u00fcrttemberg deren JugendVon der f ^ ^ Z Z ^ S Gruppen und die \"Rote ^ r : i Z : Z s Z U mit 7 Stutzpunkten ^steuert. !m Mittelpunkt der linksextremen - - \" I I : ^ \"ndund KPD/ML standen auch u\" Jahre \" m gebungen und ^otestaktxonen * tei durchgef\u00fchrt publizistische,\" Aufwand ^ n e b e n all _ wurden. Hit * -- ^ \" ^ ^ d e m Inhalt und den Ausgemeinpolitischen F r a g ^ ^ ^ ^ ^ e s sowie Wirkungen des 13. Str Sozialpartnern, insTarifauseinandersetzungc E r e i E n l s s e in verschieVors S bescndere einzelne ^ n Hinzuweisen ist vor allem denen Landesteilen au. geg ^ ^ ^ den geplanten auf die ^ - f ^ - U (Anlage 4/5). Bau eines Kernkraftv.<Kk.> + e . 1 n n E e n und sporadischer HerausTrotz ^ f ^ ^ ^ ^lieben die Bem\u00fchungen gebe von -- * ^ J t i g e n Einflu\u00df auf die \"Werkbeider Part*-\". nacW,eitgehend erfolglos. Die Bildung t\u00e4tigen\" zu * - l a \" 8 ^ arbelts f\u00e4higen Betriebsgruppen ist von geschlossenen und c h e i t e r t s i n d die Versuche, niCh S ! t n H -- naftslgehdrige in einer ..Revolution\u00e4ren O ^ r c h ^ s ^ o s i t i o n . . (HGO) zu s\u00e4beln. Die Hochschulen des Lana A k t l o n s f e l d der extremen Linken, weiterhin zum b e v deg ^ \" S \" u a e n t i s c h e \" Vertretungsk\u00f6rperBei den Wahlen zu den s (tm) deg ' h a b e n jedoch die sch af te, \"nd den Orundor s ^ ^ ^ ^ ^ r;Qaf\"SdienManaatranteile. linksextremer Studentengruppen w^teTreduzieren k\u00f6nnen. /19","- 19 - Insgesamt nehmen am Ende des Wintersemesters 1975/76 linksextreme Hochschulgruppen noch 81 der 289 Mandate ein, was einem Anteil von 28 Prozent entspricht. Dies bedeutet f\u00fcr die extreme Linke gegen\u00fcber dem Ende des Wintersemesters 1974/75 einen weiteren Verlust von 13 Handaten. Lediglich im Studentenparlament der Universit\u00e4t H e i d e l b e r g dominieren gegenw\u00e4rtig - bedingt durch den hohen Mandatsgewinn einer Listenverbindung von Mitgliedern der trotzkistischen \"Gruppe Internationale Marxisten\" (GIM) und des \"Sozialistischen Kochschulbundes\" (SHB) mit Linksunabh\u00e4ngigen - linksextreme und mit diesen kooperierende Gruppen. Mit Ausnahme der Universit\u00e4t K o n s t a n z , an der Angeh\u00f6rige extremer Gruppen unver\u00e4ndert 9 der 20 Sitze im Studentenparlament einnehmen, ist die Position dieser Gruppen an allen anderen Universit\u00e4ten Baden-W\u00fcrttembergs mehr oder veniger deutlich geschw\u00e4cht. Dies zeigt sich auch daran, da\u00df die linksextremen Hochschulgruppen aus den Allge~.sir.en Studentenaussch\u00fcssen (AStA) herausgedr\u00e4ngt verdan. Nur noch der AStA der Universit\u00e4t H o h e n h s i m wird ausschlie\u00dflich vom MSB Spartakus getragen. Ar. den Universit\u00e4ten K o n s t a n z , F r e i b \u00fc r g und S t u t t g a r t verdanken linksextreme Gruppen ihre Pr\u00e4senz im AStA lediglich den Koalitionen mit zahlenm\u00e4\u00dfig st\u00e4rkeren demokratischen Organisationen. Den empfindlichsten R\u00fcckschlag mu\u00dfte die \"Kommunistische Hochschulgruppe\" (KHG), die \u00f6rtliche Studentenorganisation des \"Kommunistischen Bundes Westdeutschland\" (KBW), an der Universit\u00e4t H e i d e l b e r g hinnehmen: sie verlor 9 ihrer bisher 23 Mandate und b\u00fc\u00dfte auch absolut gesehen erheblich an Stimmen ein. Nach dem Verlust ihres einzigen Mandates an der Universit\u00e4t K a r l s r u h e ist die KHG nur noch in den Studentenparlamenten von 4 der 9 Universit\u00e4ten vertreten. /20","- 20 - Zusammensetzung der Studentenparlamente Linksextreme Hochschulgruppen DemoUniversit\u00e4t KHG MSB SHB KSV KSG GIM Soninskrat!- \" . , Sltze stige ges. sehe Gruppenins9es Heidelberg 14 2 1 16 33 30 63 (23) (5) (-) (1) (-) (-) (29) (34) Mannheim 25 25 (-) (-) (25) Karlsruhe 5 5 10 25 35 (1) (4) (9) (14) (21) Stuttgart 3 3 27 30 (-) (3) (-) (5) (8) (22) Kohenheim 2 7 1 10 15 25 (2) (10) (5) (17) (12) (29) T\u00fcbingen 1 2 4 31 35 (-) j (I) (1) (5) (7) (28) i Freiburg 2 ! - 3 2 7 28 35 (5) j (1) (4) (-I (2) (10) (25) Ulm ' 7 3 5 16 21 ! ( - * ) (-) (20) (20) * i'.onstana 4 2 3 9 11 20 (5) (2) (2) (-) (9) (11) Insgesamt: 22 22 12 1 6 2 16 81 208 289 (34) (26) (16) (1) (15) (2) (- ) (94) (198) (292) Stand: Ende Vvinte rseme ster 1975,/76 (i.n Kla mmern 'Verglei chszahlen Ende Winte rseme ster 1974,/75) Erl\u00e4uterunge n: h.HG - Kommum i s t ische Hochs chulgr uppe ISB - Marxistischer Studentenbund Spartakus SKB - Sozialistischer Hochschulbund K SV - Kommunistischer Studentenverband .SG - Kommunistische Studentengruppen G.IM - Gruppe Internationale Marxisten /21 ff*","- 21 - Der DKP-nahe \" M a r x i s t i s c h e Studfentenbund S p a r t a k u s (MSB) h a t s e i n e P o s i t i o n im w e s e n t l i c h e n zu h a l t e n vermocht. Au\u00dfer an den U n i v e r s i t \u00e4 t e n M a n n h e i m und F r e i - b \u00fc r g e r r a n g e r b e i a l l e n Wahlen zu den S t u d e n t e n p a r l a - menten Mandate. Der MSB,, der vom \" S o z i a l i s t i s c h e n Hochschulbund\" (SHB) u n t e r s t \u00fc t z t w i r d , i s t damit z u r s t \u00e4 r k s t e n und o r g a n i s a t o r i s c h g e f e s t i g t s t e n kommunistischen S t u - d e n t e n - O r g a n i s a t i o n i n Baden-W\u00fcrttemberg a u f g e s t i e g e n . Die S t u d e n t e n v e r e i n i g u n g der m a o i s t i s c h e n KPD, d e r \"Kommunistische Studentenverband\" (KSV)? und d i e Hoch- s c h u l o r g a n i s a t i o n der KPD/ML, der \"Kommunistische S t u - dentenbund / M a r x i s t e n - L e n i n i s t e n \" (KSB/ML), haben i h r e v e r f a s s u n g s f e i n d l i c h e A g i t a t i o n f o r t g e s e t z t . Es i s t ihnen jedoch n i c h t gelungen, i h r e Basis zu v e r b r e i t e r n . Weitere V e r l u s t e mu\u00dften die \"Kommunistischen S t u d e n t e n - gruppen\" (KSG), der Studentenverband des m a o i s t i s c h a u s g e - r i c h t e t e n \"Kommunistischen Arbeiterbundes .Deutschland\" (KABD), hinnehmen, die noch vor wenigen J a h r e n (Name damals: KSG/ML) eine der bedeutendsten l i n k s e x t r e m e n Hochschulgruppen ir. Baden-W\u00fcrttemberg waren. /22","22 - 1. Allgemeine^ \u00dcberblick Beim organisierten Rechtsextremismus war im Jahr 1975' eine weitere Zersplitterung zu beobachten. Bezeichnend hierf\u00fcr ist die Neubildung einer Anzahl kleiner, vornehmlich neonazistischer Gruppen und Zirkel. Zugleich traten neue Verlage und Buchdienste in Erscheinung, die rechtsextremes Schrifttum vertreiben (nunmehr ca. 40 statt 30 im Vorjahr). Diese Entwicklung ist Ausdruck der ideologischen und taktisch-. Uneinigkeit und Unsicherheit, die sich nach dem Niederrang d*~ NPD irc rechtsextremen Lager ausgehreitet nahen. Trotz d - Zunahme der Zahl der rechtsextremen Vereinigungen sind in-3--smt die Mitgliederzahlen - bedingt vor allem durch die te<-\"weise erheblichen Verluste der NPD - weiterhin leicht r\u00fcckl\u00e4ufig (2.500 - 3.000)., Die Finanzier ,11er rechtsextremen Parteien und Vereini,\" + ^ v .^e v or \u00e4u\u00dferst angespannt; allgemein zeigt gungen ivau --=:*-- * .... * \"a. a _ M o b ein-ar-r:r.ende Spendenund Beitragsmudigkeit der Mitglied- S -- \" e i l auf \u00e4er NPD lasten zus\u00e4tzlich noch immer die~=ufgrun\u00e4 schlechten Abschneidens bei Bundesund Landtagswahlen notwendig gewordenen R\u00fcckzahlungen bereits erstatteter Wahlkampfkosten. Die politische Situation des deutschen Rechtsextremismus war im Jahr 1975 durch folgende Grundtendenzen gekennzeichnet: Die \"Nationaldemokratische Partei Deutschlands\" (NPD) hat als Repr\u00e4sentant der Alten Rechten\" sowohl in ihrer Attraktivit\u00e4t nach au\u00dfen als auch in ihrer Wirkung nach innen weiter an Gewicht verloren. In den Bundesl\u00e4ndern, in denen sie sich an Landtagsoder B\u00fcrgerSchaftswahlen beteiligte, blieben die Stimmenanteile von h\u00f6chstens 1,1 * weit hinter den parteiinternen Erwartungen zur\u00fcck. Die Folgen waren Resignation und Mitgliederverluste, zumal sich die NPD f\u00fcr viele Rechtsextremisten politisch nicht \u00fcberzeugend profilieren konnte. Nachdem der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts am 29. Oktober 1975 einen Peststellungsantrag \u00e4er NPD, der eich /23-","- 23 - gegen ihre Bewertung als rechtsextremistische Partei in d e m vom Bundesminister des Innern herausgegebenen \"Verfassung^ -- schutzbericht T973\" richtete, als \"offensichtlich unbegr\u00fcndet\" zur\u00fcckgewiesen hat, d\u00fcrfte die NPD in Zukunft eher noch verst\u00e4rkt versuchen, sich gegen den Vorwurf, eine \" P a r - tei mit verfassungsfeindlicher Zielsetzung und Bet\u00e4tigung\" zu sein, verbal zurWehr zu setzen. Die zur \"Alten Rechten\" z\u00e4hlende und von Dr. FREY gegr\u00fcndete \"Deutsche Volks-Union\" (DVU) sowie der als Kooperationsgremium mit anderen reohtsextremen Gruppen geschaffene \"Freiheitliche Rat\" haben im zur\u00fcckliegenden Jahr keine wesentliche11 politischen Aktivit\u00e4ten entwickelt. lediglich die \"Jungen Nationaldemokraten\" (JN) und die u r - spr\u00fcnglichnur f\u00fcr den nordbadischen Raum gegr\u00fcndete rechts-extreme \"Vereinigung Verfassungstreuer Kr\u00e4fte\" (VVK) entfalteten eine st\u00e4rkere politische Aktivit\u00e4t und konnten A n - h\u00e4nger gewinn~n, Die anderen einschl\u00e4gigen, vornehmlich traditionsgebundenen oder noch eigener Darstellung kulturellen Anliegen verpflichteten Vereinigungen vegetieren weiterhin am Rande ces Geschehens im Bereich des Rechtsextremismus. Die Bedeutung der noch vor wenigen Jahren \u00fcberaus aktiven Gruppen der nationalrevolution\u00e4ren \"Neuen Rechten\" ist zur\u00fcckgegangen. St\u00e4ndige Ver\u00e4nderungen der Organisationsformen und der personellen Zusammensetzung der F\u00fchrungsgremien sowie Uneinigkeit \u00fcber die politische Zielsetzung kennzeichnen die l\u00e4ge. Fur der von rivalisierenden Punktion\u00e4ren der in BadenW\u00fcrttemberg nicht mehr bestehenden \"Aktion Neue Rechte\" (ANR) gegr\u00fcndete \"Rechtsblock f\u00fcr Arbeiter, Bauern und Soldaten\" (RB) und die \"Deutsche Sozialistische Volkspartei\" (DSVP) machten durch Teilnahme an Aktionen anderer rechtsextremer, darunter neonazistischer Vereinigungen in der \u00d6ffentlichkeit verst\u00e4rkt auf sich aufmerksam. Allerdings ist ihnen der erhoffte Durchbruch zur \"Wahlpartei der Neuen Rechten\" nicht gelungen. /2h","- 24 - Aufmerksamkeit erfordert die zunehmende Aktivit\u00e4t neonazistischer Kader, Gruppen und Zirkel. Ihr \"Kern\" d\u00fcrfte zwar nur aus etwa 100 Personen im gesamten Bundesgebiet bestehen, dem rund 200 Sympathisanten hinzugerechnet werden m\u00fcssen. Sie haben aber in den zur\u00fcckliegenden Monaten durch ihr spektakul\u00e4res-Auftreten in der inund ausl\u00e4ndischen \u00d6ffentlichkeit nicht unerhebliches Aufsehen erregt. Viele der Gruppen haben keine feste Organisationsstruktur, sondern sind Gruppen, die sich auf Initiativen der jeweiligen \"F\u00fchrer\" versammeln und aktiv werden. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die \"Deutsche .B\u00fcrgerinitiative\" (DBI) des Rechtsanwalts Manfred Roeder, Bensheim, und der \"Kampfbund Deutscher Soldaten\" (KDS) des Journalisten Erwin Sch\u00f6nborn, Prankfurt/Main. An ihren Aktionen beteiligten sich kleinere Gruppen wie z.B. die \"Kampfgruppe Priem e.V.\" (Freiburg) und die \"Nationalsozialistische Kampfgruppe\" (Mannheim), die im \u00fcbrigen auch durch \u00f6rtliche Aktionen auf sich aufzierirsam machten. Gemeinsam is~ nsiezu allen diesen als neonazistisch einzustufenden Gruppen, da\u00df sie jedes nationalsozialistische Unrecht zwischen den Jahren 1933 und 1945 leugnen. Sie agitieren best\u00e4ndig und lautstark f\u00fcr eine Amnestie zugunsten aller wegen NS-Verbrechen Verurteilten und polemisieren mit einer sich steigernden Vehemenz, Verbissenheit und Intoleranz gegen alle politisch Andersdenkenden und die freiheitliche demokratische Grundordnung in der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt haben die Angriffe rechtsextremer Vereinigungen auf unsere freiheitliche demokratische Grundordnung im vergangenen Jahr namentlich durch das unverhohlen militante Auftreten neonazistischer Gruppierungen eine Steigerung erfahren. 2. Organisationen der \"Alten Rechten\" 2.1 \"Nationaldemokratische Partei Deutschlands\" (NPD) Die politische Aktivit\u00e4t des Landesverbands Baden-W\u00fcrttemberg der, NPD hat 1975 parallel zu der Entwicklung im gesamten","- 25 - Bundesgebiet weiter nachgelassen. Neben den f\u00fchrenden Funktion\u00e4ren nahm lediglich noch eine Minderheit der etwa 1 400 Mitglieder regelm\u00e4\u00dfig am Parteileben teil. Die Mehrheit zeigte sich desinteressiert. Von den offiziell bestehenden 39 NPD-Kreisverb\u00e4nden entfalteten nur noch knapp die H\u00e4lfte politische Aktivit\u00e4ten. Um diesen negativen Eindruck nach au\u00dfen zu verwischen und um die Parteiarbeit zu beleben, ging der Landesvorstand dara inaktive mit aktiven und mitgliederstarke mit raitgliederschvachen Kreisverb\u00e4nden zu verschmelzen. Die st\u00e4rksten und aktivsten NPD-Kreisverb\u00e4nde bestehen gegenw\u00e4rtig noch in den Stadtkreisen S t u t t g a r t , K a r l s r u h e und K n n n h e i m sowie im Landkreis L u d w i g s b u r g und im R h e i n - N e c k a r - K r e i s . Trotz der erstt\u00e4uschenden Wahlergebnisse der vergangenen Jahre beteiligte sich die rechtsextreme Partei an der Landtagswahl a3 4. April 1976 in 64 von 70 Wahlkreisen. Die NPD, die den Wahlkarapf unter dem Motto \"Zuk\u00fcnftig sowieso - warum nicht gleich NPD\" f\u00fchrte, verstand sich dabei als \"einzige Alternative zu den etablierten Parteien\"; sie errang 0,9 % der abgegebenen g\u00fcltigen Stimmen\", 2.2 \"Junge Nationaldemokraten\" (JN) Der Landesverband Baden-W\u00fcrttemberg der \"Jungen Nationaldemckraten\" (JN), der etwa 250 Mitglieder umfa\u00dft, befindet sich weiterhin in einem seit 1974 zu beobachtenden leichten Aufw\u00e4rtstrend. Unter F\u00fchrung des Oberstudienrats G\u00fcnter DECKERT, W e i n h e i m , der bis Oktober 1975 als Bundesvorsitzender fungiert hatte, und des derzeitigen Landesvorsitzenden Heiner FISCHER, F r e i b e r g / Kreis Ludwigsburg konnten die \"Jungen Nationaldemokraten\" ihren politischen Einflu\u00df nicht nur auf den NPD-Bundesverband, sondern auch auf deren Landesverband Baden-W\u00fcrttemberg verst\u00e4rken. Die in anderen Landesverb\u00e4nden wegen ideologischer Streitigkeiten zwischen der NPD und den JN aufgetretenen Spannungen","- 26 - blieben in Baden-W\u00fcrttemberg aus. Auf dem Landeskongre\u00df der \"Jungen Nationaldemokraten\" am 25. Mai 1975 in B \u00f6 b - l i n g e n hob der NPD-Landesvorsitzende * Werner KUHNT denn auch die reibungslose Zusammenarbeit zwischen NPD und JN besonders hervor. 2.3 \"Vereinigung Verfassungstreuer Kr\u00e4fte\" (TTO) Die \"Vereinigung Verfassungstreuer Kr\u00e4fte\" wurde im Dezember 1974 von Mitgliedern des Bezirks Nordbaden der \"Deutschen Volksunion\" (DVU), der NPD, der HIAG und des \"Jugendbund Adler\" (JBA) in B r u c h s a l gegr\u00fcndet. Sie hat etwa 50 Mitglieder und einen gr\u00f6\u00dferen Sympathisantenkrei3. Vorsitzender ist der ehemalige DVU-Punktion\u00e4r Karl-Heinz KEUKEfl, Fabrikant in 3 r u c h s a 1 . Die TO stellte sich urspr\u00fcnglich zur Aufgabe, \"regional begrenzt auf den nordund mittelbadischen Raum die Zusammenarbeit aller r.s tionalfreiheitlichen Kr\u00e4fte zu f\u00f6rdern\". Inzwischen haz sie jedoch Kontakte zu einer Vielzahl von rechtsextremistischen und anderen Gruppen sowie zu extremen Kleinstzirkeln und Einzelpersonen im ganzen Bundesgebiet und - nach eigenen Angaben - auch zu Gruppen im Ausland aufgenommen. Besonders enge Beziehungen pflegt sie mit der \"Kampfgruppe Priem e.V.\" in P r e i b u r g , dem \"Kampfbund Deutscher Soldaten\" (KDS) in Frankfurt/Main, und dem \"Rechtsblock f\u00fcr Arbeiter, Bauern und Soldaten\" (RB) in S t u t t g a r t . Im Oktober 1975 gr\u00fcndete die W K ihre Jugendorganisation \"Vereinigung Verfassungstreuer Jugend\" ( W J ) , die als Sammelbecken f\u00fcr die Mitglieder verschiedener rechtsextremistischer Jugendorganisationen dienen soll, bisher aber noch keine Erfolge zu verzeichnen hat. Die \"Vereinigung Verfassungstreuer Kr\u00e4fte\" gibt als eigenes Organ das Mitteilungsblatt \"union - Freiheitlicher Informationsdienst\", f\u00fcr Sch\u00fcler das Blatt \"bajonett - Freiheitlicher * Informationsdienst f\u00fcr Sch\u00fcler in Deutschland\" und f\u00fcr den","- 27 - Rechtsblock \"fanal - Organ des Rechtsblocks\" heraus. Alle drei Bl\u00e4tter sind bis auf die Titel inhaltsgleich. 3. Organisationen der \"Neuen Rechten\" Die st\u00e4ndigen ideologischen Auseinandersetzungen und die andauernden pers\u00f6nlichen Streitigkeiten der Funktion\u00e4re untereinander trugen dazu bei, da\u00df die Restgruppen der \"Neuen Rechten\" in Baden-W\u00fcrttemberg in der \u00d6ffentlichkeit veniger in Erscheinung traten. Lediglich der \"Rechtsblock f\u00fcr Arbeiter, Bauern und Soldaten\" (?3) und die \"Deutsche Sozialistische Volkspartei\" (DSVP) entfalteten eine gewisse Aktivit\u00e4t, die sich jedoch auf \u00f6rtliche Veranstaltungen beschr\u00e4nkte. Dem RB geh\u00f6ren derzeit nicht mehr als 100 Mitglieder an. Er verf\u00fcgt \u00fcber Gruppen in F r e i b u r g , K a r l s r u h e , R ott weil;, S t u t t g a r t , W a n g e n und Da rmsta d t/He ss en. Zu der von: ?3 beabsichtigten Gr\u00fcndung einer \"neuen, gro\u00dfen, geraeinsamen Volksbewegung und Wahlpartei\" kam es bisher nicht, jedoch sollen eine Programmkonferenz und ein' Parteigr\u00fcndungaausschu\u00df die Voraussetzungen daf\u00fcr schaffen. Bis zu diesem Zeitpunkt f\u00fchrt der RB die neue Bezeichnung \"Rechtsblock - Volksblock, naturpolitische Bewegung\". Die \"Deutsche Sozialistische Volkspartei\" (DSVP), deren Aktivit\u00e4ten sich in der Regel auf Zusammenk\u00fcnfte im Raum S t u t t g a r t beschr\u00e4nken, machte auf sich aufmerksam, als sie unter dem Motto \"La\u00dft Hess frei - Schlu\u00df mit der Folterhaft\" in Zusammenarbeit mit den neonazistischen Gruppen \"Kampfbund Deutscher Soldaten\" (KDS), Frankfurt, und \"Kampfgruppe Priem e.V.\", F r e i b u r g , im Rahmen eines \"Aktionskomitees Freiheit f\u00fcr Rudolf Hess\" in der Zeit vom 1. - 8. November 1975 in S t u t t g a r t einen Hungerstreik durchf\u00fchrte. /28","- 28 - h. Neonazistische Gruppen Die neonazistische \"Kampfgruppe Priem e.V.\", F r e i - b\u00fcrg, die am 4. Juli 1975 mit einer \u00f6ffentlichen Veranstaltung an ihr einj\u00e4hriges Bestehen erinnerte, hat zwischenzeitlich einen Gro\u00dfteil ihres inneren Zusammenhalts verloren. Von den urspr\u00fcnglich rund 50 Mitgliedern sind nur noch etwa 10 aktiv. Gegen einige von ihnen waren beziehungsweise sind Ermittlungsverfahren wegen Verdachts krimineller Straftaten anh\u00e4ngig. Um seine Kampfgruppe vor dem Zerfall zu retten, versucht PRIEM mit Flugblattaktionen neue Mitglieder zu werben. Die politische Aktivit\u00e4t der \"Kampfgruppe\" \u00e4u\u00dferte sich vor allem in der Teilnahme an Aktionen anderer rechtsextremistischer Vereinigungen, so zum Beispiel an der Demonstration des \"Kampfbundes Deutscher Soldaten\" (KDS) gegen die Zentrale Stelle der LandesJustizverwaltungen zur Aufkl\u00e4rung von nationalsozialistischen Verbrechen am 27. November 1975 in L u d w i g s b u r g , sowie an dem von der ^Deutschen Sozialistischen Volkspartei (DSVP) initiierten Hungerstreik f\u00fcr die Freilassung von Rudolf HBSS vom 1 . - 8 . November 1975 in S t u t t g a r t . Am 17. Juni 1975 veranstaltete die \"Kampfgruppe\" eine eigene \"Gedenkkundgebung f\u00fcr die Opfer des 17. Juni\" in S c h o p f h e i m ; in der Macht vom 9./10. November 1975 ' beschmierten einige Mitglieder H\u00e4user der Freiburger Innenstadt mit Hakenkreuzen. Enge Verbindungen bestehen zum NPD-Kreisverband F r e i - b \u00fc r g , der PRIEM als Kandidaten der NPD f\u00fcr die Landtagswahl 1976 im Wahlkreis Freiburg II aufgestellt hat.","- 29 - Eine weitere neonazistische Vereinigung, die sich \"Nationalsozialistische Kampfgruppe\" nennt, besteht in M a n n h e i m . Ihr Leiter Hans-Ulrich NEUFELD sowie einige v/eitere Mitglieder der etwa 15 Personen z\u00e4hlenden Gruppe geh\u00f6rten bis 1973 der \"Aktion Neue Rechte\" an. Die Gruppe, die als lose Vereinigung weder \u00fcber ein Programm noch \u00fcber eine Satzung verf\u00fcgt, pflegt enge Kontakte zu anderen neonazistischen Gruppen im Bundesgebiet. Sie verh\u00e4lt sich im allgemeinen konspirativ. \u00d6ffentlich trat sie bislang lediglich in der Nacht vom 9./10. November 1975 durch Hakenkreuzschmierereien an verschiedenen Br\u00fccken der Bundesautobahn .Mannheim-Frankfurt in Erscheinung. /30","Anlage 6 1 Teilnahme politisch extremer Parteien an der Landtagswahl am 4. April 1976 - Endg\u00fcltiges Ergebnis *NPD DKP KBH SonstioH absolut 1 % absolut absolut % absolut t Gesantergebnis: 42 927 0,9 18 762 0,4 5 751. 0,1 1 138 0,0 Wahlkreise: 1 Stuttgart I 460 0,6 407 0,6 107 0.1 D V 32 0.0 ? Stuttqart II 5\" 0.7 342 0.5 95 0.1 . 3 Stuttaart III 583 0.8 492 0.6 59 0.1 D* 74 0.1 ?)* 13? 0,2 4 Stuttaart IV 608 0.8 524 0.7 101 0.1 11\" 85 0,1 Stuttgart irscssaat | 2 194 0,7 1 765 0,6 362 0.1 . 5 B\u00f6blingen 553 0.8 216 0.3 6 Leonberq 543 ! 0.8 209 0.3 7. Esslinqen 636 I 0.9 435 0.6 m -- m m 8 Kirchheim 663 ! 0.9 319 0.5 _ m 9 N\u00fcrtinaon 7?5 I 0.9 302 0.4 . 10 G\u00f6nninnen 637 1,0 I 247 0.4 . 11 Geislingan 477 0,9 265 0.5 m m . ., 1? Ludwiqsbura 822 . i 1.1 ! 269 0.4 149 0.2 . \" 13 Vaihingen 591 1,1 m m \". 14 Bietiqhein - Bissincen 692 ] 0,9 323 0.4 -- ^ m ** 15 Waiblinoen 607 0.9 218 0.3 129 0.? . -- 16 Schorndorf 385 0.7 197 0.4 _ m \" 17 Backnann 698 1.4 225 0.5 m m -- 18 Heilbronn 555 1.0 221 0.4 . \" \" * 19 EDpinqen 624 1.0 m -- .. m \" _ 20 Neckarsuln 584 1,0 192 0.3 _ m - m. 21 Hohenlohe 1 10't 2.1 \" \" . m * - 22 Schw\u00e4bisch Hall 858 1.3 270 0.4 . . . - 23 Hain - Tauber 1 148 1.7 _ . \" . - . 24 Heidenhein 486 0.7 416 0.6 . . - H 25 Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd 522 0.9 168 0.3 . * * \" 26 Aalen 456 0.6 185 0.2 _ . - * 27 Karlsruhe I 691 0.9 314 0.4 167 0.2 3)* 51 0,1 28 Karlsruhe II 704 1,0 344 0,5 180 0,3 3)* 43 0,1 Karlsruhe insqesamt 1 395 1.0 658 0.5 347 0.2 3)* 94 0.1 29 Bruchsal 692 1,1 194 0,3 112 0,2 - - 30 Bretten 1 037 1.8 219 0,4 . . - * 31 Ettlinqen ., 331 0.6 129 0.2 . _ 32 Rastatt 600 0,9 - - - 4)* 238 0,3 33 Baden - Baden \" * . \" I 4)\" 319 0.6","NPD DKP KSK jonstioe Wahlkreise: absolut absolut % absolu t I absolu*.-,. V 34 H\u00dfidelberq 656 1.1 319 0,5 1 05? 1,7 . ,J 35 Mannheim I 4?7 0,9 563 1,3 238 0,5 - __ 1 , 36 Kannhein I I 456 1,0 575 1.3 191 0,4- - - V 37 Mannheim I I I 413 0,7 425 0,8 225 0,4 - *, Ksnnhpim insnesamt 1 296 0.8 1 563 1.0 654 0.4 . \" 38 Neckar - Odenwald 1 094 1.6 . - - ..* 39 Weinheim 1 047 1.* 362 0,5 190 0,3 - __. -, 40 Schwetzinoen 749 0.9 276 0.3 372 o,5 . . ; 41 Sinsheim 1 003 1.3 244 0.3 330 0,4 . _' 4? Pforzheim 466 0,9 273 0.5 74 0,1 - -, A3 Calw 733 1.3 216 0,4 - - - 44 Enz 79? 1,0 383 0,5 - - - - . .45 Fre*idensiadt 379 0,8 183 0,4 . - - 46 Freiburq I * -- 334 0,5 333 0,5 - 47 freiburq I I 309 0,5 297 0,5 433 0,8 s Freiburo insicsa-t 309 0,2 631 0.5 766 0.6 _ 48 fireisnau 582 1.0 m _ _ .49 Ennendinqen _ 298 0,5 154 0,2 2)* 164 O.j. M 1 ahr _ m 401 0,7 *. . . - - 51 O'fenburg 603 1,1 205 0,4 95 0,2 - - 5? Kehl 628 1,1 ?26 0,4 - - - - 53 Rottwe.il 956 1,* m - - - - 54 Villinoen - Schwenninqen 968 1,3 32? 0,4 - - - 55 Tuttlinqen - Donaueschireer: 1 248 1,7 358 0,5 m - - - 56 Konstanz 338 0,7 264 0.5 142 0,3 - - 57 Sinoen 561 1,0 361 0.6 - - - - 5^ L\u00f6rrach 1 127 1,5 656 0,9 - - -' - 59 Waldshut 1 070 1,3 574 0,7 - - - i\u00fc.Reutlinasn 768 1,1 451 0,6 - - - -61 Horhinccn - M^nsin^n 683 1.1 321 0,5 - - - ~^~^ .6? T\u00fcbinqen 664 1,6 171 0,2 - ZI ' 0,9 1 246 .63 \u00dfalinqen 943 1,5 *. _ - - - \"^ -64 Ulm 691 1,0 322 0,5 - - - ^ ' .65 Ehinoen 611 _ - - - - --' 1.1 -6_6_Eiberach 564 0,7 226 0,3 - - ' -\u00f6JL\u00dfojisrisee 532 . - 321 0,4 ..... 0,7 JfrOanqen - . - - - - - - 69 Ravensburq \" 202 0,4 _ . M 237 0.4 L70 Siqnarinqen I 582 1.0 - - I- - - F Zeichenerkl\u00e4rung: 1) Europ\u00e4ische Arbeiterpartei (EAP) 2) Kommunistische Partei Deutschland (KPD) 3) Spartacusbund (SpB) 4) Deutsche Friedens-Union (DF\u00dc)","30 - III Akt\"*rljUa.ten politisch extremer Ausl\u00e4nder 1. Allgemeiner \u00dcberblick Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat die meisten der politisch extremen Ausl\u00e4nderorganisationen zu erh\u00f6hter Aktivit\u00e4t hinsichtlich Mitgliederwerbung und allgemeiner Propagandat\u00e4tigkeit sowie zu gezielter Agitation gegen deutsche Beh\u00f6rden und Institutionen stimuliert. Ferner bieten die noch immer sp\u00fcrbaren Auswirkungen der politischen Ver\u00e4nderungen in Griechenland, Spanien und Portugal Ansatzpunkte f\u00fcr die Pro-Das-anda. Dabei wird deutlich, da\u00df sich Parteien und Vereinigungen der deutschen extremen linken in zunehmendem Ma\u00dfe zu Verfechtern angeblich \"berechtigter Interessen ausl\u00e4ndischer Arbeitnehmer\" machen, um aus deren -wirtschaftlicher Unsicherheit oder aus au\u00dferhalb der Bundesrepublik Deutschland liegenden aktueller. Anl\u00e4ssen f\u00fcr sich und ihre ausl\u00e4ndischen Gesinnungsfreunde politisches Kapital zu schlagen. In den vergangenen Jahren \"waren es vor allem die ausl\u00e4ndischen Studenten, ci3 eine gesteigerte Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr politisch extreme Parolen zeigten. Zunehmend trifft dies jedoch auch auf ausl\u00e4ndische Arbeitnehmer zu. Die Ursachen daf\u00fcr sind wohl in erster Linie in den wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu suchen, in die im vergangenen Jahr auch viele Ausl\u00e4nder unverschuldet geraten sind. Im Zuge dieser Entwicklung wuchs nicht nur die Zahl der politisch extremen Ausl\u00e4ndervereinigungen, sondern auch erstmals wieder deren Mitgliederst\u00e4rke. Hiervon profitierten sowohl die linksals auch die rechtsextremen t\u00fcrkischen und italienischen Organisationen, sowie eine Vielzahl kleinerer Vereinigungen aus verschiedenen L\u00e4ndern. Dagegen blieben die spanischen, portugiesischen und griechischen Gruppierungen in ihren Gesamtst\u00e4rken fast gleich, obwohl innerhalb des rechtsbzw. linksextremen Lagers teilweise erhebliche Umstrukturierungen stattfanden. Die Vielzahl der Neugr\u00fcndungen verdeutlicht zugleich die weitere Aufsplitterung in diesem Bereich. /","- 31 - Unver\u00e4ndert in bezug auf ihre Gef\u00e4hrlichkeit blieben die nach streng konspirativen Regeln arbeitenden Widerstandsund Terroristengruppen der Pal\u00e4stinenser und der kroatischen Emigration. Im Jahre 1975 traten in Baden-W\u00fcrttemberg etwa 130 politisch extreme Ausl\u00e4nderorganisationen in Erscheinung. Die Gesamtmitgliederzahl dieser Vereinigungen liegt bei etwa 11.500. 2. Araber und pal\u00e4stinensischer Widerstand Bei der Mehrheit der im Bundesgebiet lebenden Pal\u00e4stinenser fan-Ien die Versuche einer friedlichen L\u00f6sung des Nahostkonflikts zwar keine Billigung, sie wirkten sich aber zumindest m\u00e4\u00dfigend auf ihre politischen Aktivit\u00e4ten aus. Dabei mu\u00df jedoch zwischen Taktischem Verhalten und tats\u00e4chlicher \u00dcberzeugung der verschiedenen Gruppierungen unterschieden werden. Trotz der in Pebruar 1975 erfolgten Gr\u00fcndung des Dachverbands \"Generalunion Arabischer Studenten in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin\" (GUAS) wurde von den arabischpal\u00e4stinensischen Gruppierungen unver\u00e4ndert die Forderung erhoben, die im Oktober 1972 ergangenen Verbotaverf\u00fcgungen gegen die \"Generalunion pal\u00e4stinensischer Studenten\" (GUPS) und die Generalunion pal\u00e4stinensischer Arbeiter\" (GUPA) aufzuheben, obgleich deren ehemaliger Mitgliederbestand l\u00e4ngst in der GUAS integriert ist. Inzwischen haben sich nahezu alle existenten arabischen Studentenvereine dem neuen Dachverband angeschlossen. Mit mehr als 1 000 Mitgliedern, die in 20 Sektionen zusammengefa\u00dft sind, stellt die GUAS jetzt den bei weitem wichtigsten Organisationsrahmen der pal\u00e4stinensischen Interessen in der Bundesrepublik Deutschland dar. In Baden-W\u00fcrttemberg bestehen mit Ausnahme von M a n n h e i m und U l m an allen Universit\u00e4ten GUAS-Sektionen, wobei die Schwerpunkte politischer Aktivit\u00e4t in S t u t t g a r t und E r e i b u r g liegen,","32 - Al Fatah \"und PFLP konnten ihre konspirativ arbeitenden Zellen und Kontaktstellen weiterhin aufrechterhalten. An terroX i S tischen Aktionen -waren in der Bundesrepublik Deutschland lehende Pal\u00e4stinenser im vergangenen Jahr nur am Rande *beteilig*\" .5. HUI r k e n Seitdem sich die im Exil befindliche und von ihrem Sitz in 0<=t-3erlin aus operierende \"T\u00fcrkische Kommunistische Partei\" 1-rp) zum Jahresende 1974 der Massenorganisation \"F\u00f6deration rn-t-rbischer Sozialisten in Europa\" (ATTF) angeschlossen hat, verf\u00fcgt sie in der Bundesrepublik Deutschland \u00fcber ein rr.o-ia?kr\u00e4ftiges Instrument zur Beeinflussung t\u00fcrkischer Ar\"beitnehmer. Durch ihre stetige politische Agitation, insbesondere in den Bereichen des Ausl\u00e4nder-, Sozialund Arbeitsrechts, kennte die ATTP unter den t\u00fcrkischen Arbeitern zahlreiche Mitglieder und Sympathisanten gewinnen, -wovon die TKP in erheblichem Ma\u00dfe profitiert. Dem 1975 \"*\"-\" ^er AT TP und zahlreichen anderen t\u00fcrkischen Vereinigungen aus der Bundesrepublik Deutschland und mehreren *westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern in Prankfurt gegr\u00fcndeten \"EuropaKomitee f\u00fcr Frieden und Freiheit\" (AB\u00d6K) traten bisher f\u00fcnf t\u00fcrkische Vereine aus Baden-W\u00fcrttemberg bei. Hauptaufgabe des AB\u00d6E ist es, im Sinne von TKP und ATTF gegen die als \"faschistisch\" bezeichnete t\u00fcrkische Regierung zu agitieren.* Die maoistisch beeinflusste \"Studentenf\u00f6dexation der T\u00fcrkei in Deutschland e.V.\" (AT\u00d6F) ist bem\u00fcht, ihre politische Arbeit neu zu beleben. So gr\u00fcndeten Funktion\u00e4re und Sympathisanten der AT\u00d6F im Bodensee-Raum den Verein \"Kulturelle Herde der Arbeiter vom Bodensee\" (BIKO), der alle in diesem Gebiet lebenden t\u00fcrkischen Arbeiter erfassen soll. Bereits Anfang 1975 gr\u00fcndeten abgesplitterte Mitglieder der AT\u00d6F die \"T\u00fcrkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leniniste (TKP/ML) und deren sogenannte Frontorganisation \"Revolution\u00e4i","- 33 - Arbeiterund Bauernbefreiungsarmee\" (TIKKO), aie in Baden-W\u00fcrttemberg bisher lediglich durch Schmieraktionen in Erscheinung getreten sind. 4. G r i e c h e n Die Aktivit\u00e4t griechischer Extremistengruppen im Bundesgebiet hat trotz des Regierungswechsels im Heimatland, weiter zugenommen. Vor allem die \"Panhellenische Sozialistische Bewegung\" (PASOK).konnte ihre Basis erweitern und ihre Mitgliederzahl nahezu verdoppeln. Politisch besonders aktiv sind in Baden-W\u00fcrttemberg ihre Gruppen in G \u00f6 p p i n g e n , R e u t l i n g e n , S c h w \u00e4 b i s c h Gm\u00fcnd , S i n d e l f i n g e n und S t u t t g a r t . So rief die Stuttgarter Gruppe in einem in deutscher und griechischer Sprache abgefa\u00dften Plugblatt dazu auf. ''in. Zusammenarbeit mit allen progressiven Kr\u00e4ften dieses Landes pausenlos gegen die arbeiterfeindlichen Ma\u00dfnahmen der 'b\"r.desdeutschen Regierung und die Unterdr\u00fcckung durch die Unternehmer zu k\u00e4mpfen\". Die kommunistischen Parteien Griechenlands, die KKE-Ausland und die KKE-lnland, verst\u00e4rkten ebenfalls ihre Aktivit\u00e4t. In der \u00d6ffentlichkeit trat bei Demonstrationen und Kundgebungen 'in Baden-W\u00fcrttemberg vor allem die KKE-Inland in Erscheinung, w\u00e4hrend sich die KKE-Ausland zunehmend um eine enge Zusammenarbeit mit der PASOK bem\u00fcht. Beiden Parteien wird Unterst\u00fctzung durch Funktion\u00e4re, die dazu eigens aus Griechenland anreisen, zuteil. Mit rund 6 000 Mitgliedern ist der \"Bund griechischer Gemeinden\" mit Sitz in S t u t t g a r t die gr\u00f6\u00dfte von der KKE-Ausland gesteuerte Massenorganisation in der Bundesrepublik Deutschland. Der Bund verfolgt als Zielsetzung die Politisierung der griechischen Arbeitnehmer im Sinne der orthodox-kommunistischen Ideologie. /34","- 34 Der in den Jahren der griechischen Milit\u00e4rregierung gegr\u00fcndete rechtsextreme \"Verband der Griechen in Deutschland\" (SEG) hat sich a u f g e l \u00f6 s t . In Baden-W\u00fcrttemberg schlossen sich ehemalige Mitglieder dieses Verbands anl\u00e4\u00dflich einer Generalversammlung im September 1975 in S t u t t g a r t zur \" F o r t s c h r i t t l i c h e n Union der Griechen in Deutschland\" (PEEG) zusammen. Die PEEG, die sich s e l b s t a l s \" p o l i t i s c h national\" und \"antikommunistisch\" v e r s t e h t , w i l l an den extrem n a t i o n a l i - stischen \"Grunds\u00e4tzen der Revolution vom 2 1 . April 1967 in Griechenland\" f e s t h a l t e n und die \"nationale Wiedergeburt des griechischen Volkes\" herbeif\u00fchren. Bisher bestehen in BadenW\u00fcrttemberg 38 Ortsgruppen der \"Union\" mit insgesamt ca. 800 Mitgliedern. 5. J u g o s l a w e n In Baden-W\u00fcrttemberg s t e l l e n Jugoslawen die zahlenm\u00e4\u00dfig st\u00e4rkste Gruppe ausl\u00e4ndischer Arbeitnehmer. Trotzdem b l e i b t eine politiser, extreme Bet\u00e4tigung fast ausschlie\u00dflich auf Kreise der .j-gcsLawisehen Emigration beschr\u00e4nkt. Dabei sind die serbischen Vereinigungen weit weniger aggressiv und von geringerer p o l i t i s c h e r Bedeutung a l s die der kroatischen Emigration. Von den 16 im Bundesgebiet operierenden kroatischen EmigrantenOrganisationen v e r h a l t e n sich der \"Kroatische Nationale Widerstand\" (HNO) und die mit Verf\u00fcgung des Bundesministers des Innern vom 24. Juni 1968 verbotene und aufgel\u00f6ste \"Kroatische Nationale Bruderschaft\" (HEB) nicht nur konspira- t i v ; beide verfolgen vielmehr zugleich t e r r o r i s t i s c h e Ziele, die in einer gewaltsamen Beseitigung der gegenw\u00e4rtigen Regierung Jugoslawiens sowie in der Errichtung eines selbst\u00e4ndigen Nationalstaates Kroatien gipfeln. Auf Funktion\u00e4re und aktive Mitglieder beider Organisationen sind wiederholt Mordanschl\u00e4ge ver\u00fcbt worden. Am 6. Juni 1975 f i e l der HNO-Eunktion\u00e4r Jlja VUCIC in S t u t t g a r t einem solchen zum Opfer. Aber auch auf jugoslawische Einrichtungen in mehreren Bundesl\u00e4ndern, unter anderem in Baden-W\u00fcrttemberg, sind v e r -","- 35 - schiedentlich Anschl\u00e4ge ver\u00fcbt worden, deren Urheber zwar in der kroatischen Emigration vermutet wurden, indessen h\u00e4ufig nicht ermittelt und \u00fcberf\u00fchrt werden konnten. Innerhalb der \u00fcbrigen kroatischen Emigrantenorganisationen haben die Spannungen erheblich zugenommen. Deshalb erscheinen die Bem\u00fchungen, einen Dachverband f\u00fcr die gesamte kroatische Emigration zu gr\u00fcnden, wenig aussichtsreich. Vielmehr ist wohl mit einer weiteren Aufspaltung zu rechnen. 6. I t a l i e n e r Die linksextremen und durch die \"Kommunistische Partei Italiens\" (PCI (gesteuerten italienischen Betreuungsorganisationen konnten sich konsolidieren. Die PCI selbst vermochte trotz der Abwanderung zahlreicher italienischer Arbeitnehmer und hierdurch eingetretener Verluste im Ergebnis ihre Mitgliederzahl bei 3 800 zu halten. Das \"Trikolcre-Z-nitee der Italiener in der Welt\" ( C U M ) betreut die italienischen Arbeitnehmer im Ausland im Sinne der neofaschistisohen \"Sozialen Italienischen Bewegung - Nationale Rechte\" (MSI-DN). Die Leitung f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland hat Ihren Sitz in S t u t t g a r t . In Baden-W\u00fcrttemberg bestehen Zweiggruppen des CTIM in M a n n h e i m , N e c k a r s u l m , S t u t t g a r t , E r o m m e r n , M e \u00df s t e t t e n , G \u00f6 p p i n g e n und E s s l i n g e n . Die Mitgliederzahl im Bundesgebiet erh\u00f6hte sich innerhalb eines Jahres von etwa 2.500 auf \u00fcber 4.000, wof\u00fcr weniger die politische Tendenz des CTIM als vielmehr dessen soziale Betreuungsfunktion gegen\u00fcber Landsleuten ma\u00dfgebend sein d\u00fcrfte. 7. S p a n i e r Die \"Kommunistische Partei Spaniens\" (PCE) geh\u00f6rt - trotz stagnierender Mitgliederzahlen ~ zu den aktivsten linksextremen Ausl\u00e4nderorganisationen in der Bundesrepublik Deutschland.","- 36 - Die Entwicklung in Spanien nach dem Tode FRANCOS \"brachte zwar nicht den von der POE erhofften Umbruch und auch nicht den von ihre erwarteten Mitglied er Zuwachs, hot aher gen\u00fcgend Anla\u00df f\u00fcr eine rege Propagandat\u00e4tigkeit. MitgliederWerbung betreibt die POE verst\u00e4rkt durch Betreuung spanischer Arbeitnehmer in den auch in zahlreichen Orten Baden-W\u00fcrttembergs bestehenden \"Spanischen Kulturklubs\" (CCE). Der Ende 1974 unter Mitwirkung der PCE gegr\u00fcndeten und unter deren Einflu\u00df stehenden \"Vereinigung der Spanier in der Bundesrepublik Deutschland\" (AEREA) ist es bisher nicht gelungen, sich zum \"Sprecher aller spanischen Organisationen\" in der Bundesrepublik Deutschland zu machen, obgleich sie in der \u00d6ffentlichkeit ihre \"\u00dcberparteilichkeit\" besonders betont.","- 37 - IV. Zur Situation auf dem Gebiet der Spionagebek\u00e4mpfunq 1. Allgemeiner \u00dcberblick Ungeachtet der Bem\u00fchungen um Entspannung in Europa setzen die Nachrichtendienste der Ostblockstaaten ihre Aktivit\u00e4ten unvermindert fort. Die nachrichtendienstliche T\u00e4tigkeit richtet sich insbesondere gegen die Bundesrepublik Deutschland. Vor allem die Nachrichtendienste der DDR nutzen jede Gelegenheit zur Aussp\u00e4hung. Sie profitieren dabei insbesondere 'von den vielf\u00e4ltigen menschlichen Beziehungen zwischen den B\u00fcrgern der beiden deutschen Staaten und von der durch das Grundgesetz f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland verb\u00fcrgten Freiz\u00fcgigkeit. W\u00e4hrend die Zahl der beim Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz eingegangenen Hinweise noch im Jahre 19 74 geringf\u00fcgig um 1,7 %'zur\u00fcckgegangen war, stieg sie 197.5 wieder um 13,2 % an. Rund 60 % aller Verdachtshinweise stammten von den Verfassungsschutzbeh\u00f6rden des Bundes und der L\u00e4nder. In ungef\u00e4hr 35 % der F\u00e4lle machten Polizeidienststellen und in etwa 5 % Firmen und Privatpersonen auf nachrichtendienstliche Hintergr\u00fcnde aufmerksam. Von den erkannten nachrichtendienstlichen Verbindungen gingen etwa Dreiviertel von den Nachrichtendiensten der DDR aus. In den Rest teilen sich die Dienste der \u00fcbrigen Ostblockstaaten. Ungef\u00e4hr Zweidrittel der Personen aus der Bundesrepublik Deutschland, die Objekt erkannter nachrichtendienstlicher Werbung waren, wurden im kommunistischen Machtbereich angesprochen, wobei die Kontaktanl\u00e4sse \u00fcberwiegend Reisen in oder durch die DDR sowie in andere kommunistische L\u00e4nder waren. /38","- 38 - Ein nicht unerheblicher Teil dieser Personen geh\u00f6rt dem \u00f6ffentlichen Dienst an, wobei sich zunehmend Polizeibeamte nachrichtendienstlichen Anwerbungsversuchen ausgesetzt sehen. Nach wie vor geh\u00f6ren das Versprechen und Gew\u00e4hren von Vorteilen der verschiedensten Art, die Ausnutzung menschlicher Beziehungen, ideologische Beeinflussung, sowie Drohungen und N\u00f6tigungen in offener und versteckter Form zu den Mitteln, die die Nachrichtendienste der Staaten des Warschauer Paktes bei ihren Werbungsversuchen anwenden. Bei den au\u00dferhalb des kommunistischen Machtbereichs-angesprochenen Personen erfolgte die Anbahnung entweder \u00fcber bereits t\u00e4tige Agenten oder auf brieflichem Wege, h\u00e4ufig aufgrund von Stellengesuchen in einer Zeitung, wobei seit der Zunahme der Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland diese Art :;er Anwerbung immer h\u00e4ufiger praktiziert wird. 2. Aussp\u00e4hungsziele Ein wesentlicher Teil der T\u00e4tigkeit der Nachrichtendienste der Warschauer-Pakt-Staaten gilt weiterhin der Spionage auf dem milit\u00e4rischen Sektor, wobei sich die Auftr\u00e4ge sowohl gegen die Bundeswehr als auch gegen die Stationierungsstreitkr\u00e4fte richteten. Daneben lag das Schwergewicht der gegnerischen Aktivit\u00e4ten bei Auftr\u00e4gen vorbereitender und unterst\u00fctzender Art und bei der politischen Spionage. ^ In zunehmendem Ma\u00dfe sind auch Industrie und Wirtschaft Objekte der gegnerischen Aussp\u00e4hung. Die kommunistischen Nachrichtendienste versuchen dabei durch die Beschaffung von Informationen auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet aus westlichen L\u00e4ndern die eigene Volkswirtschaft zu f\u00f6rdern. Neben dem Kernforschungszentrum K a r l s r u h e sind insbesondere die Elektround die chemische Industrie, die Hersteller von EDVAnlagen sowie der Fahrzeugbau f\u00fcr kommunistische Geheimdienste von Interesse. ,","\"\" '* .-.. - 39 - Die seit Jahren beobachteten Versuche \u00e4er rum\u00e4nischen,* polnischen, tschechoslowakischen und sowjetischen Nachrichtendienste, unter Aussiedlern Agenten anzuwerben, wurden unvermindert fortgesetzt. H\u00e4ufig werden hierbei auch Ma\u00dfnahmen gegen zur\u00fcckbleibende nahe Angeh\u00f6rige angedroht, um die Bereitschaft zur nachrichtendienstlichen T\u00e4tigkeit auch au\u00dferhalb des eigenen Machtbereichs aufrechtzuerhalten. Gesteigertes Interesse widmen kommunistische Nachrichtendienste Studenten und Jung-Akademikern. Der einmal aufgenommene Kontakt wird behutsam, oft unter Verschleierung der wahren Absichten, auf lange Sicht gepflegt; erst nach Erreichen gehobener Positionen in Staat oder Wirtschaft wird auf die Aufnahme der eigentlichen Aussp\u00e4hungst\u00e4tigkeit hingearbeitet. Nicht selten wird durch Anwendung von Druckmitteln versucht;, dem Betroffenen den R\u00fcckweg zu verbauen. 5\" Verurteilung\", und Festnahmen Im Berichtsjahr 1975 wurden f\u00fcnf Personen zu Freiheitsstrafen zwischen 7 und 18 Monaten verurteilt. S\u00e4mtliche Urteile sind rechtskr\u00e4ftig. Alle Verurteilten hatten Beziehungen zu einem DDR-Nachrichtendienst. Sechs weitere Personen wurden wegen Verdachts der geheimdienstlichen Agentent\u00e4tigkeit verhaftet. Die Ermittlungsbzw, die daraus erwachsenen Strafverfahren sind noch nicht abgeschlossen. 4. Schlu\u00dfbetrachtung Da\u00df mit einem R\u00fcckgang der Aussp\u00e4hungsversuche zumindest bei den DDR-Nachrichtendiensten auch in Zukunft nicht zu rechnen ist,zeigen die \u00c4u\u00dferungen des Ministers f\u00fcr Staatssicherheit der DDR, Generaloberst Erich MIEIKE, der aus Anla\u00df des 25. Jahrestages der Gr\u00fcndung des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit (MfS) folgenden Tagesbefehl an seine Mitarbeiter richtete:","- 40 - Im Kampf gegen alle feindlichen Pl\u00e4ne, Absichten und Umtriebe des Imperialismus w\u00e4chst die Bedeutung der T\u00e4tigkeit sozialistischer Kundschafter an der unsichtbaren Front. Durch ihren selbstlosen und mutigen Einsatz zur Erkundung und Aufdeckung der aggresssiven, gegen Entspannung und gesellschaftlichen Fortschritt gerichteten Pl\u00e4ne leisten sie einen gro\u00dfen Beitrag im Kampf um die Erhaltung und Festigung des Friedens. Ihre hervorragenden Taten bei der Aufkl\u00e4rung und Abv/ehr der gegen die DDR und die anderen sozialistischen Bruderstaaten gerichteten feindlichen, besonders subversiven Ziele und Aktivit\u00e4ten tragen \"wesentlich zur zuverl\u00e4ssigen Sicherung des Sozialismus bei. Die Arbeit sozialistischer Kundschafter entspricht zutiefst dem humansitischen Wesen sozialistischer Politik. Sie ist ein Bestandteil unseres Kampfes f\u00fcr die Interessen der V\u00f6lker, gegen Krieg und Kriegsgefahr, f\u00fcr da3 friedliche Leben der Menschen und hat nichts gemein mit den friedensbedrohenden und menschheitsfeindlichen Aktivit\u00e4ten imperialistischer Geheimdienste, die komproraiGlos bek\u00e4mpft v/erden\"."],"title":"Verfassungsschutzbericht 1975","year":1975}
